Burgen im mittelalterlichen Breisgau
Burgstall
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Nimburg - Burg Nimburg
Burg Nimburg {joomplu:581 type=detail}
Luftbildaufname H-J van AkkerenAlternativname(n) Landkreis Emmendingen Gemeinde Nimburg Entstehungszeit 11. Jhd. Ersterwähnung - Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.10312/7.77705 Höhenlage 235,8 m ü. NHN Gemeinde Nimburg - Burg Nimburg
Burgstelle erkennbar, keine RuinenresteLage
Die Burg stand auf dem nördlichen Ende des Nimbergs, auf ca. 236 Meter Höhe. Dieser langgestreckte Höhenzug liegt im Norden der Freiburger Bucht zwischen der Dreisam und der Glotter.
Der Name Nimburg zeigt einen echten Burgnamen an. Siedlungen mit dem Namen -burg (wie z.B. Straßburg, Offenburg, Nimburg, Freiburg, Neuenburg) verdanken ihren Ortsnamen nicht von einer Adelsburg, sondern von einer damals im Gelände ablesbaren vormittelalterlichen Besiedlung oder einem spätrömischen Kastell. Der älteste Teil der Siedlung Nimburg hat sich vermutlich im Umfeld der Bergkirche befunden und ist in die Zeit vor die Jahrtausendwende zu datieren, noch bevor die Grafen von Nimburg sich hier nieder ließen. Die Siedlung des heutigen Nimburgs ist den Grafen von Nimburg zuzurechnen.
Die Grafen von Nimburg erhielten den Grafentitel im Zusammenhang mit dem Investiturstreit, also noch vor 1094. Vermutlich errichteten sie die Burg noch im 11. Jh. mit Erlangung des Grafentitels. Es ist nicht bekannt wie die Adelsfamilie von Nimburg den namengebenden Ort erworben hat. Ebenso unklar bleibt, wie die Herrschaft und ihre Rechte ausgesehen haben. Auf dem Nimberg hat sich ein Kloster der Augustinermönche befunden, das an der Stelle der Bergkirche gestanden hat. Die Vermutung liegt nahe, dass die Grafen von Nimburg vor 1200 das Kloster gestiftet haben. Die heutige Kirche ist auf den Resten einer romanischen Kirche erbaut und hat eine ungewöhnliche N-S Ausrichtung. Es wird vermutet, dass der kirchlich-klösterliche Komplex Mauerzüge aufweist, die aus römischer Zeit stammen. Darum wird an diesem Platz eine frühmittelalterliche Kirche angenommen. Jüngste archäologische Untersuchungen lassen an dieser Stelle sogar einen hölzernen Bau aus merowingischer Zeit vermuten.{joomplu:217 type=detail} Stammtafel der Grafen von Nimburg, 1:1 nach Kindler von Knobloch,
Oberbadisches Geschlechterbuch, dritter Band Heidelberg 1919Geschichte
977 Ein Weiler Nimburg mit Kirche wird in einer Urkunde Kaiser Otto II. genannt. Diese Urkunde ist allerdings eine Fälschung aus dem Kloster Murbach des 12. Jh. 11. Jh. Seit dem 11. Jh. ist der Ort Nimburg Namengeber und Herrschaftsmittelpunkt der Adelsfamilie von Nimburg. Zwischen 1087 und 1200 wurden sie in Zahlreichen Urkunden als Zeugen aufgeführt. Seit 1094 tragen sie den Grafentitel. 1094 Erlewin von Nimburg erhält den Grafentitel. 11. Jh. Die Grafen von Nimburg werden ebenso wie die Herren von Üsenberg zu der im Breisgau weitverzweigten Familie der Hessonen gezählt. 1148 In Riegel verfügen die Grafen von Nimburg über Güter und Herrschaftsrechte. 1189 Graf Berthold III. von Nimburg nahm an der Seite Friedrich Barbarossa am 3. Kreuzzug teil. 1200 Die Grafen von Nimburg (Berthold III. und dessen Sohn Berthold IV.) verkaufen ihren gesamten Besitz an den Bischof von Straßburg und begeben sich auf den 4. Kreuzzug. Sie kehren nie wieder zurück. Somit endete die Geschichte der Grafen von Nimburg. 1214 König Friedrich II. bestätigte dem Straßburger Bischof den Besitz des Hofes zu Riegel und weist somit die Ansprüche des Zähringer Herzogs zurück. Demnach müssen die Grafen von Nimburg eine wichtige Position in Riegel besessen haben, denn in der Urkunde von 1214 wird von einer curtis in Riegel und einer advocatia der Kirche gesprochen. Demnach verfügten die Grafen von Nimburg über Patronat und Gerichtsrechte in Riegel. 1265 Nach einer Fede zwischen dem Grafen Konrad I. von Freiburg und dem Markgrafen Heinrich von Hachberg um das Nimburger Erbe, wird dem Grafen von Freiburg neben alten Zähringer Besitzungen auch das guot (...) grave Bertholdes von Núwenburg zugesprochen. Seit dem Interregnum vergrößerte sich die Konkurrenz zwischen den Markgrafen von Hachberg und den Grafen von Freiburg. Beide sahen sich als legitimierte Erben der alten Zähringer Linie und beanspruchten daher die Landgrafschaft Breisgau. Dabei spielte Nimburg als alter Grafensitz eine wichtige Rolle. So gelangte auch der alte Besitz der Nimburger Grafen, das Dorf Hecklingen an den Grafen Konrad I. von Freiburg. Vermutlich ließ Graf Konrad I. von Freiburg als Zeichen der Machtausbreitung in den nördlichen Breisgau hinein zwischen 1265 und 1272 die Festung Lichteneck über dem Dorf Hecklingen erbauen. 1316 Die Herrschaft und Burg Nimburg werden urkundlich als Besitz des Grafen Egen von Freiburg genannt, als dieser sie seinem Sohn übergibt. Mit der Herrschaft Hecklingen, Burg und Herrschaft Nimburg und den Vogteien St. Ulrich und Sölden verfügen die Grafen von Freiburg über die wesentlichen Bestandteile der ehemaligen Nimburger Herrschaft. 1351 Neben der Burg und Herrschaft Lichteneck verfügt die Gräfin Anna von Freiburg auch über die Burg Nimburg. 1368 Graf Egen II. von Freiburg verpfändet die Burg Nimburg an seine Nichte Gräfin Klara von Tübingen-Lichteneck. 1456 Ein Nimburger Urbar verzeichnet landwirtschaftliche Nutzung im Bereich des Burgareals, das guetter in der burg und darumb, ein gertlin und Reben uff der Burg nennt. Vermutlich ist zu der Zeit die Burg bereits längst abgegangen. 1465
Gräfin Anna von Tübingen-Lichteneck und ihre Söhne verkaufen dem Karle Marggrafen zuo Baden die zwei doerfere Numburg und Bottingen.
Markgraf Karl von Baden stiftet auf dem Nimberg bei der Bergkirche das Antoniterpräzeptorei.Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z, Alfons Zettler / Thomas Zotz - Thorbecke Verlag 2006
{joomplu:582 type=detail} {joomplu:206 type=detail} Ausschnitt Nimbúrg, Burg und Kirche, aus der Landtafel von ca. 1587 (Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur: H Eichstetten/2)
Quelle: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1700495-1Links, Burgstelle Nimburg, rechts Blick auf die Breisgauer Bucht.
Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren 2000Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
Link: http://youtu.be/GPisgLOEwvgFotos: H-J van Akkeren 2000
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Oberried - Wilde Schneeburg
Wilde Schneeburg Alternativname(n) núwe unde wilde
SnevspurgLandkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Oberried Entstehungszeit zwischen 1250-1300 Ersterwähnung 1302 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 47.91065/7.93896 Höhenlage 860 m ü. NHN Oberried - Wilde Schneeburg
Burgstelle erkennbar, keine Ruinenreste
Lage und Baubeschreibung
Die "Wilde Schneeburg" befindet sich etwa 2 km südlich von Oberried, im hinteren Bruggatal auf der rechten (östlichen) Talseite. Ob die beiden Schneeberger Höfe ehemals als Wirtschaftshöfe zur Burg gehörten, ist unklar. Es könnte sich auch um jüngere Rodungsinseln handeln, zumal die heutige Wegverbindung über den Steilhang nach oben zur Burgstelle schwierig ist und der Wegverlauf eher einen neuzeitlichen Eindruck macht und auch für Transporte nicht ausgelegt ist. Am Rande des Vorderern Schneeberger Hofes zweigt ein steiler Fußweg nach rechts oben (Osten) ab; weiter oben trifft er auf den breiten Wanderweg nach Süden. Es folgen eine Spitzkehre an einem Bächlein und weiter oben ein scharfer Wegknick, dort sind die ersten Felsen sichtbar. Zwischen zwei hochragenden Felsspitzen, links oberhalb (nördlich) des Wanderweges stand in etwa 850-860 m ü.NN die Burg (knapp 300 m über dem Bruggatal). Ein schmaler Pfad führt über den Steilhang hinein. Zwischen den Felszähnen ist eine ebene Fläche von etwa 8-12 m Länge (von Fels zu Fels) und 7 m Breite sichtbar. An den seitlichen Rändern der Fläche stellen niedrige, etwa 1,5 m breite Schuttwälle die Reste der Längswände der Burg dar. Weiter oben konnte die Burg auch auf die auseinander weichenden Felszähne gebaut und so die Wohnfläche deutlich erweitert werden. Der Bau wird durch gewölbte Dachziegel, einige Backsteinstücke und Teile von gekehlten Fenstergewänden aus Buntsandstein fassbar. Die Mauern bestanden aus dem üblichen anstehenden Gneisgestein.
Östlich der Burg befindet sich jedenfalls eine 33 m lange und zwischen 6 und 17 m breite, ebene Fläche. Sie nahm in jedem Fall den Zugangsweg auf, könnte aber auch als Vorburg mit leichteren Bauten (Ställen und dergl.) bestanden gewesen sein. Die Fläche endet an dem 3-6 m breiten Halsgraben; hier muss der Weg über eine Holzbrücke geführt haben. Offenbar strebte er dann am südlichen Fuß des Burgfelsens entlang nach Westen und erreichte durch ein Tor in der südlichen Längswand die Burg.
Der Halsgraben wird heute seitlich durch den modernen Wanderweg überschritten, der den Graben etwas verfüllte und durch eine Stützmauer gesichert ist. Unterhalb (südlich) erkennt man die Halde des Grabenaushubs.
In diesem Bereich deutet sich auch ein ehemaliger Kohlenmeiler an, der jedoch jünger sein kann.
Die Burg scheint sich nach oben zu orientieren; sie ist besser von den Weiden auf der Höhe (Gfällmatte) her erreichbar. Als Verkehrsweg käme ein Höhenweg von Oberried-Vörlinsbach oder eher von Oberried-Hintertal durch den Zipfeldobel, dann nach Süden, in Frage. Ein weiterer Höhenweg könnte von der Gfällmatte in südlicher Richtung St. Wilhelm erreicht haben. Der älteren Literatur folgend, könnte es einen Transportweg für Bergbauprodukte (Blei, Silber) von Todtnau/Todtnauberg über Katzensteig, bei St. Wilhelm schräg den Hang hinauf zur Gfällmatte gegeben haben. Boris Bigott vermutet Holzkohletransporte der Kolman, die womöglich Zollgrenzen umgingen, was die Zerstörung der Burg provoziert haben könnte. (Heiko Wagner)Geschichte
Die "neue und wilde Schneeburg" wird erstmals 1302 genannt. "Neu" könnte auf eine erst kürzlich erfolgte Erbauung hindeuten, dient aber auch zur Unterscheidung von der offenbar bereits bestehenden Schneeburg bei Ebringen, die ebenfalls im Nahbereich von Freiburg liegt. Die Urkunde berichtet, dass zwei Bürger aus Offenburg und Gengenbach freigelassen wurden, die vorher auf der Burg gefangen gehalten wurden. Der genaue Hintergrund ist nicht bekannt; jedenfalls geloben der Landvogt auf Ortenberg und die betroffenen Städte der Stadt Freiburg "Urfehde", d.h. dass sie nichts gegen Freiburg unternehmen würden.
Die Burg wurde offenbar 1314, spätestens 1315, von der Stadt Freiburg zerstört. Das wird aus einer Urkunde vom 1. Juni 1315 deutlich; die Burg hatte den Brüdern Heinrich und Wilhelm Kolman (Patrizierfamilie aus Freiburg) gehört. Außerdem wird erwähnt, dass die Kolman die Burg gekauft (also nicht selbst erbaut) hatten. Von der Fehde selbst liegt ein Bundbrief vom 24. September 1314 vor; darin verbünden sich vor allem Adelige des Breisgaus, u.a. der Sohn des Grafen von Freiburg, gegen die Kolman. Unklar bleibt, wieso die Burg geschleift wurde bzw. wodurch die Kolman das Missfallen ihrer Heimatstadt Freiburg erregten. Im Jahre 1306 hatten sie schon einen Üsenberger gefangen, so dass sich später auch die Üsenberger bei den Unterzeichnern des Bundbriefes von 1314 finden. Die Stadt Freiburg wird später durch einen Schiedsspruch offenbar keineswegs als unschuldig angesehen, sondern soll den Kolman den Verlust von Burg, einem Burgmann, Lebensmitteln, Ausrüstung und einiger Tiere ersetzen.
Andere Urkunden von 1311 (?), deutlicher 1317, zeigen, dass die "Wilde Schneeburg" vor den Kolman den Schnewlin (ebenfalls einer Patrizierfamilie in Freiburg) gehört hatte. Vermutlich waren die Schnewlin auch die Erbauer der Burg.
Als Burgstall wird die Burg noch 1355 erwähnt. Die Kolman verzichteten auf alle Ansprüche; die Ruine blieb im Besitz der Stadt Freiburg. Was die geschäftstüchtigen Familien mit der Burg wollten, wird in den Urkunden nicht deutlich; aufgrund der entlegenen Position kann es sich nicht um Repräsentation gehandelt haben (zur wirtschaftlichen und verkehrsmäßigen Situation vgl. Beschreibung). (Heiko Wagner) -
Riegel - Blumecksches Wasserschloss
Blumecksches Wasserschloss Alternativname(n) Altes Schloss,
Neues SchlossLandkreis Emmendingen Gemeinde Riegel a. K. Entstehungszeit 1410 Ersterwähnung - Burgentyp Niederungsburg Erhaltungszustand Burgstall Lage/Bauart Wasserburg Geografische Lage 48.15119/7.75160 Höhenlage 185 m ü. NHN Riegel - Blumecksches Wasserschloss - Altes Schloss, Neues Schloss
Das Blumecksche Wasserschloss in Riegel bestand aus dem um 1410 errichteten „Alten Schloss“ und dem zwischen 1684 und 1687 entstandenen „Neuen Schloss“. Die Anlage lag im historischen Ortskern von Riegel am Nordrand des Kaiserstuhls und besaß einst eine bedeutende strategische und administrative Funktion. Vom Alten Schloss sind heute oberirdisch keine sichtbaren Reste mehr erhalten.
Archäologische Untersuchungen während Sanierungsarbeiten in den Jahren 2011 und 2012 lieferten neue Hinweise auf die Ausdehnung des spätmittelalterlichen Schlosses, seine nördliche Umfassungsmauer und eine mögliche Toreinfahrt. Zudem wurden Reste einer Kanalheizung aus dem 18. Jahrhundert entdeckt, die vermutlich zur Beheizung von Schlossräumen und einer Orangerie diente. Die Befunde geben damit Einblick in die bauliche Entwicklung der Schlossanlage und in die repräsentative Lebensweise ihrer adeligen Bewohner.
Quelle: "Einmal über Schloss und Riegel" von Stefan Mäder. Archäologische Schlaglichter auf neu entdeckte Baumerkmale des „Alten“ und „Neuen Schlosses“ in Riegel, Lkr. Emmendingen.
Lage
Das ehemalige Wasserschloss befand sich östlich der St. Martinskirche, im Bereich zwischen der Herrengasse/Schulstraße und östlich der Schlossgasse.
Geschichte
1410 Im 14. Jh. teilen sich elf Malterer-Enkel die Herrschaft Riegel, darunter auch aus der Blumeckschen Familie Heinrich und 1484 Bastian von Blumeck. 1410 erbauen die Blumecker in Riegel ein Wasserschloß. 17. Jh. Mitte des 17. Jh. befindet sich das Schloss im Besitz von Generalmajor Johann Schütz. 1661 Der neue Besitzer Freiherr Johann von Garnier lässt das niedergebrannte Schloss wieder aufbauen. Er ist zugleich Besitzer der Burg und Herrschaft Lichteneck. 1683 Freiherr Leopold Heinrich von Garnier, Sohn Johanns, lässt das Schloss neu errichten oder umbauen. 1721-1750 Die Familie von Schauenburg sind Besitzer der Herrschaft Lichteneck mit Riegel. Über die das Schloss an die Prinzessin von Baden überging, die es im späten 18. Jh. bewohnte. Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z, Alfons Zettler / Thomas Zotz - Thorbecke Verlag 2006
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Riegel - Burg Riegel
Burg Riegel {joomplu:583 type=detail}
Luftbildaufname Hans-Jürgen van Akkeren 2014Alternativname(n) castro Riegol Landkreis Emmendingen Gemeinde Riegel Entstehungszeit anfang 11. Jh. Ersterwähnung zwischen 1152-1171 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall,
GrabenanlageGeografische Lage 48.14733/7.75216 Höhenlage 241 m ü. NHN Riegel - Burg Riegel (castro Riegol)
Burgstelle erkennbar, wenig Ruinenreste. Kapelle erhalten.Lage
Die Burgstelle befindet sie südlich von Riegel in 241 m Höhe auf dem heutigen Michaselsberg, einem Ausläufer des Kaiserstuhlmassivs.
Riegel bildete zusammen mit Sasbach das Zentrum des umfangreichen Königs- und Reichsgutkomplexes im Breisgau, des Kaiserstuhls und seiner Umgebung.
Über die Gestalt und Baugeschichte der Burg lässt sich heute keine verbindliche Aussage treffen. Vermutlich wurde die Burg Riegel von den Zähringer Herzögen Mitte des 12. Jh. als Vögte des Klosters Einsiedeln durch dessen Auftrag erbaut. In der Literatur wird unter Verweis archäologischer Funde eine hallstattliche oder merowingerzeitliche Befestigung angenommen. Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Sie wird eindeutig im Jahre 1399 letztmals genannt.
Die mittelalterliche Burganlage gliederte sich in drei ablesbare Bereiche ab: den kegelstumpfförmigen Burgberg, heute Kapellenberg, sowie die vordere und hintere Burg. Die Gräben wurden rund um den Kapellenberg angelegt und somit der Burgplatz aus dem Areal herausmodelliert. Die Ringmauer hat sich weitgehend erhalten.Seit 1465 erhebt sich die weithin sichtbare Michaelskapelle über den Resten der abgegangen Hauptburg. Den ältesten Teil der Kapelle bildet der spätgotische Chor. Das Langhaus stammt aus der Zeit des Umbaus des frühen 18. Jh. Ob die St. Michaelskapelle schon in der Burg einen Vorgänger hatte, bleibt offen. Denn die Annahme, dass die Kapelle auf dem Michaelsberg stand, wie es in der älteren Ortsgeschichte beschrieben wird, erbringt ebenso wenig einen Beleg dafür, wie die Lokalisierung der im 10. Jh. genannten Michaelskirche zu Riegel. Es ist möglich, dass die Michaelskirche zuvor an anderer Stelle gestanden hat.
Geschichte
762 Nach einer wohl im 12. Jh. verfälschten oder gefälschten Urkunde stattete Bischof Heddo von Straßburg laut seinem Testament sein Eigenkloster Ettenheimmünster mit Güter in Riegel aus. 781 Eine Hildegrund überträgt ihre Güter in der villa Riegel an die einige Jahre zuvor gegründete Abtei Lorsch. 9. bis 11.
JahrhundertIn Riegel (1004) und Sasbach werden Königshöfe angenommen. Sie sind Stationen des Kaiser Karl III. (876-888) und Kaiser Otto III (983-1002. 862 König Ludwig der Deutsche überträgt seinem Sohn die Orte Riegel und Endingen. 10. Jh. Die Abtei Einsiedeln erlangte zahlreiche Güter im Bereich des alten Kaiserstühler Reichsgutkomplexes: die curtis Riegel mit dem loca Endingen, Wöllingen (einer abgegangen Siedlung bei Wyhl), Kenzingen, Teningen, Burkheim, Bahlingen, Rottweil, Betzenhausen, Oberbergen, Vogtsburg, Kirchzarten, Liel, Tutschfelden, Riedlingen und Unterbirken. Diese Güter stammten aus dem Besitz eines Grafen Guntram, den König Otto I. 952 auf dem Augsburger Reichstag beschlagnahmen ließ. 10. Jh. Eine Einsiedler Handschrift nennt die Martinskirche zusammen mit den anderen Kirchen zu Riegel, St. Michael, St. Maria und St. Stephan. Diese vier Kirchen bestanden nebeneinander und stehen für die verschiedenen Grundherrschaften und Siedlungskerne, die in Riegel bestanden haben. 1004 Riegel wird in einem Diplom König Heinrichs II. als curtis regii quondam iuris, als ein ehemaliger Königshof bezeichnet. Die Riegeler curties übernahm offenbar auf Grund ihrer ehemaligen Qualität als königlicher Hof im Reichsgutkomplex die Funktion einer Verwaltungszentrale für die Breisgaues Güter des schwäbischen Klosters. Der Fronhof des grundherrschaftlichen Höfeverbands stand an der Stelle des heutigen Friedhofs, auf der Flur dem Fronhofbuck. 1148 In Riegel verfügen die Grafen von Nimburg über Güter und Herrschaftsrechte. 11. Jh. Als Vögte des Klosters Einsiedeln in Riegel werden ein Dietrich und danach sein Sohn Hesso genannt. Dieser Hesso wird zu der im Breisgau weitverzweigten Familie der Hessonen gezählt. Zu den Nachfahren dieser Hessonen werden die Grafen von Nimburg und die Herren von Üsenberg eingestuft. 1094 Durch Zuwendungen eines Dietrich gelangte das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen zu Güter in Riegel. Dieser Dietrich ist möglicherweise identisch mit dem Dietrich von Emmendingen. Wahrscheinlich war er Ministeriale der Grafen von Nimburg. 12. Jh. Ersterwähnung der Burg Riegel. Anlässlich eines Aufenthalts (zwischen 1152 und 1171) Herzog Bertolds IV. von Zähringen und seinem Sohn in castro Riegol wird die Burg erstmals erwähnt. Der Herzog vollzog eine Schenkung seines Ministerialen Werner von Roggenbach und dessen Söhne an das Kloster Tennenbach. Dieser Werner von Roggenbach ist wahrscheinlich als Burgherr des Zähringer Herzogs in Riegel eingesetzt worden. Werner von Roggenbach ist mehrfach als Zeuge bei Rechtsakten des Herzogs in Erscheinung getreten. Wie die Herzöge von Zähringen in Riegel zu Besitz kamen, bleibt unklar. Wahrscheinlich vor 1161 über die Einsiedler Vogtei, welche die Zähringer auf die Roggenbacher als Untervögte übertragen hatten. 1200 Die Grafen von Nimburg verkaufen ihre Herrschaft zu Riegel an den Bischof von Straßburg und beteiligen sich als Kreuzfahrer und Tempelritter am vierten Kreuzzug. 1214 König Friedrich II. bestätigte dem Straßburger Bischof den Besitz des Hofes zu Riegel und weist somit die Ansprüche des Zähringer Herzogs zurück. Demnach müssen die Grafen von Nimburg eine wichtige Position besessen haben, denn in der Urkunde von 1214 wird von einer curtis in Riegel und einer advocatia der Kirche gesprochen. Demnach verfügten die Grafen von Nimburg über Patronat und Gerichtsrechte in Riegel. 1218 Nach dem Tod des letzten Zähringer Herzogs, übernehmen die Üsenberger die Rechte der Burg auf dem Michaelsberg, sowie auch die Rechte an dem abgegangen Ort Niedingen zwischen Riegel und Kenzingen. 1238 Nachweislich sind die Üsenberger seit 1238 Burgherren in Riegel. Burkhard und Rudolf urkundeten in castro Rieggol anlässlich eines Verkaufs und einer Schenkung von Kirchen und Gütern an das 1227 gegründete Zisterzienserkloster Wettingen. 1240 Riegel wird für die Üsenberger eine wichtige Herrschaftsposition, von der sie aus das Kloster Wonnental und die Stadt Kenzingen gründeten. Um 1240 ruft Rudolf von Üsenberg im Weiler Niedingen ein Frauenkloster ins Leben und stattet es mit Holzungsrechten und dem Patronat zu Amoltern, sowie dem Recht zum Bau von Mühlen, Grundbesitz und Einkünften in Kenzingen aus. Dieses Kloster in Niedingen verlegt Rudolf von Üsenberg später nach Kenzingen und gehörte 1244 dem Dominikanerorden an, wurde dann aber 1248 Zisterze und unterstand den Äbten von Tennenbach und Salem. Befürworter für diese Änderung war neben Rudolf von Üsenberg, der Bischof Heinrich II. von Straßburg, denn beide standen politisch im Kampf gegen den Kaiser Friedrich II. von Staufen. 1286 Im Jahre 1286 urkundeten die Söhne der Brüder Burkhard II. und Rudolf II. von Üsenberg, Hesso IV. und Rudolf III.in Wonnentaler Angelegenheiten auf ihrer Burg in Riegel castro nostro Riegol. 1291 Die Herrschaft der Üsenberger teilt sich. Als Bestandteil der nunmehr oberen Herrschaft fällt Riegel an Hesso IV. von Üsenberg. Nachfolger im Besitz der Burg und dem Ort Riegel wird später Burkhart III. 1336 Burkhart III. von Üsenberg häufte so viele Schulden an, das nach seinem Tod sein Schwager und Vormund Markgraf Heinrich IV. von Hachberg dem Rat und der Gemeinde von Endingen und den Bürgern von Freiburg die Burgen und Herrschaft Höhingen und Riegel zusammen mit Dorf, Höfe und Mühle, Dorf Eichstätten, die Leute zu Bahlingen und Forchheim verpfändete, mit der Auflage über Endingen, Riegel und Höhingen nicht weiter zu verfügen. 1346 Johann von Üsenberg öffnet dem Rat und den Bürgen von Freiburg die Burg Riegel. Er stelle gleiches für Endingen und Höhingen in Aussicht, wenn diese an ihn gefallen sind. 1355 Nachdem Johann Malterer den Fronhof zu Riegel vom Kloster Einsiedeln gekauft hatte, ging von den Snewelin Burg und Dorf mit der Mühle an die Familie Malterer über, nachdem 1353 Johann Malterer den Fronhof zu Riegel bereits gekauft hatte. Diese Herrschaft Riegel, bestehend aus Fronhof, Burg und Dorf, ging später an die Enkel Martin Malterer über, darunter auf Graf Konrad von Tübingen-Lichteneck, dessen Vater mit der Tochter Martin Malterer, Verena, verheiratet gewesen war. 1356 Johann von Üsenberg gelang es nicht, Burg und Dorf zu Riegel zu halten. Er sah sich gezwungen Burg und Dorf Riegel an Johann Snewlin, sowie an Dietrich von Falkenstein zu verkaufen. Snewelin hatte später (1358) auch in Neuershausen üsenbergisches Lehen inne und auch als solches seit 1345 einen Hof in Riegel, wohl die üsenbergische curia.
Über die Burg und Dorf Riegel schloss der Sohn Hesse mit der Stadt Freiburg ein ewiges Bündnis.1399 Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Die wird im Jahre 1399 letztmals eindeutig genannt. Danach soll sie entweder verfallen sein und von den Herren von Blumeck abgebrochen oder im Bauernkrieg zerstört worden sein. 1407 Hanmann Snewlin von Landeck kaufte sich in die Herrschaft ein. Dabei wurde der gesamte Komplex des Dorfes Riegel und einem Burgstall beschrieben. 1484 Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Im Jahre 1484 wird eine Dorfordnung erwähnt, die eine geweihte und vom Papst zugelassene Kapelle nennt. Diese lässt annehmen, dass die Burg anlässlich des Kapellenbaus im 15. Jh. bereits nicht mehr bestanden hat. Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z, Alfons Zettler / Thomas Zotz - Thorbecke Verlag 2006
{joomplu:208 type=detail|alttext=Innenansicht der Burgkapelle} {joomplu:214 type=detail|alttext=Innenansicht der Burgkapelle} Michaelskapelle Riegel
Text und Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren 2000Video: Hans-Jürgen van Akkeren
Link: http://youtu.be/CTf1BC3R5MY -
Stadt Freiburg 1120 und Burg
Burg Freiburg {joomplu:528 type=detail|alttext=3D-Rekonstruktion der mittelalterlichen Stadt Freiburg um 1200 von Hans-Jürgen van Akkeren ©}
3D-Rekonstruktion © Hans-Jürgen van AkkerenAlternativname(n) Burghaldenschloss,
castrum Frieburg (1146),
Leopoldsburg (1670)Landkreis Freiburg i. B. Gemeinde Freiburg i. B. Entstehungszeit Ende 11. Jh. Ersterwähnung 1146 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 47.99368/7.85820 Höhenlage 347 m ü. NHN Literatur Tipp Auf Jahr und Tag B. 6 Freiburg i.Br. {joomplu:526 type=detail|alttext=Stadtansicht vom Freiburger Schlossberg. 3D-Rekonstruktion © Hans-Jürgen van Akkeren.}
3D-Rekonstruktion © Hans-Jürgen van AkkerenAlternativname(n) Friburg im Brisgau Landkreis Freiburg i. Br. Entstehungszeit 11./12. Jh. Ersterwähnung 1008 Stadtgründung 1120 Stadtgründer Konrad von
ZähringenErhaltungszustand Mittelalterlicher
Stadtgrundriss,
Stadttore,
StadtmauerenGeografische Lage 47.99557/7.85240 Höhenlage 278 m ü. NHN Mittelalterliche Stadt Freiburg - Burg auf dem Schlossberg (eine Zähringer Burg)
mittelalterliche FestungsstadtEine Zähringer Burg auf dem Schlossberg
Die Burg Freiburg lag auf dem Schlossberg unmittelbar östlich der heutigen Altstadt von Freiburg im Breisgau. Sie wurde im 11. Jahrhundert von den Zähringern angelegt und diente ihnen als Herrschafts- und Verwaltungssitz. Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs Berthold V. im Jahr 1218 trat sein Neffe Egino aus dem Geschlecht der Grafen von Urach das Erbe an. Seine Familie nannte sich fortan Grafen von Freiburg und ließ die Burg weiter ausbauen. Von ihrer erhöhten Lage aus beherrschte die Anlage die Stadt, den Zugang zum Dreisamtal und wichtige Verkehrswege am westlichen Rand des Schwarzwalds. Nach wiederholten Zerstörungen und Umbauten verschwanden ihre oberirdischen Baureste weitgehend. Heute erinnern vor allem Geländespuren und archäologische Befunde auf dem Schlossberg an die einst bedeutende Burganlage.
Freiburg i. Breisgau, Zähringer Stadt
Freiburg im Breisgau entstand im frühen 12. Jahrhundert am westlichen Ausgang des Dreisamtals unter der Herrschaft der Zähringer. Im Jahr 1120 verlieh Konrad von Zähringen der neu angelegten Marktsiedlung besondere Markt- und Freiheitsrechte und schuf damit die Grundlage für ihre rasche Entwicklung zu einem bedeutenden Handels- und Verwaltungszentrum. Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs Berthold V. im Jahr 1218 fiel die Herrschaft an seinen Neffen Egino aus dem Geschlecht der Grafen von Urach, deren Freiburger Linie sich fortan Grafen von Freiburg nannte.
Um 1200 ließ Berthold V. die ältere Stadtpfarrkirche zu einem wesentlich größeren, repräsentativen Kirchenbau erweitern. Dabei wurde der vorhandene Vorgängerbau nicht auf einmal vollständig abgebrochen, sondern schrittweise durch den zunächst spätromanischen und später gotischen Neubau ersetzt. Der Herzog bestimmte die Kirche zu seiner Grablege und wurde nach seinem Tod 1218 im Münster beigesetzt. Später übernahm die Freiburger Bürgerschaft die finanzielle und organisatorische Verantwortung für den Weiterbau. Mit der Weihe des neuen Hochchors im Jahr 1513 war das Münster nach mehr als drei Jahrhunderten Bauzeit im Wesentlichen vollendet. Seine Architektur veranschaulicht noch heute den Übergang von der Romanik über die Hochgotik bis zur Spätgotik.
Die mittelalterliche Stadt war von Mauern, Toren und Türmen umgeben. Ihr Grundriss wurde durch breite Hauptstraßen, schmale Seitengassen, den Marktbereich und die charakteristischen Freiburger Bächle geprägt. Trotz späterer Erweiterungen und tiefgreifender Veränderungen ist die mittelalterliche Struktur der Altstadt bis heute in weiten Teilen erkennbar.
Geschichte
1091 Das Geschlecht der Zähringer erbaute auf dem Schloßberg eine Burg. 1120 Als auf dem Schloßberg die Burg erbaut wurde, erhoben Konrad und Herzog Bertold III die kleineren Ansiedlungen im Bereich der heutigen südlichen Altstadt und Oberlindens durch die Siegelung der Marktgründungsurkunde zur Stadt. 1200 Bertold V. beauftragt den Bau einer großen Pfarrkirche, des heutigen Münsters. Später übernahmen die Bürger der Stadt die finanzielle Verantwortung für den Bau, der bereits 1513 als einer der wenigen fast ganz im gotischen Stil vollendet wurde. 1218 Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs, Bertold V, folgte sein Neffe, Egino, aus dem Geschlecht der Grafen von Urach nach, die sich fortan Grafen von Freiburg nannten. 1272 Graf Konrad I. von Freiburg stirbt. Die Grafschaft erben seine beiden Söhne, die sich die Herrschaft unter einander aufteilen. Dies ist der Beginn des Wirtschaftlichen untergangs der Herrschaft. 1368 Da sich das Wirken der Grafen von Freiburg vor allem durch Kriege mit anderen Herrschern und Zwistigkeiten mit der Stadtbevölkerung auszeichnete, kauften sich die reichen Bürger für 15.000 Mark Silber von ihnen los und stellten sich unter die Herrschaft der Habsburger. 1415- 1427 Freiburg war Reichsstadt. 1457 Die Stadt Freiburg erhielt von Erzherzog Albrecht die Universität. 17 Jh. Im Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt zahlreiche Belagerungen überstehen, die ihre Bevölkerung auf 2.000 Menschen dezimierte und alle Vorstädte weitgehend zerstörte. 1677 Die Einnahme Freiburgs durch die Französischen Truppen war der Höhepunkt der größten Zerstörung und Veränderung ihrer bisherigen Geschichte. Auf Geheiß Ludwig XIV vollendete der Festungsbaumeister Vauban die von den Österreichern begonnen Baumaßnahmen, ließ die Stadtmauern schleifen und baute um die Altstadt eine Festung mit acht Bastionen. Auf dem Schloßberg ließ er an der Stelle des alten Schlosses drei übereinanderliegende Forts errichten. 1697 Freiburg wechselte nach 1697 mehrfach zwischen Frankreich und Österreich hin und her, bis es 1745 wieder unter österreichische Herrschaft kam. Bei ihrem Abzug schleiften die Franzosen sämtliche Festungsanlagen. 1805/06 Napoleon gliederte Freiburg in das neu geschaffene Großherzogtum Baden ein, das 1813/14 mit in die Befreiungskriege hineingezogen wurde. 3D-Rekonstruktionen von © Hans-Jürgen van Akkeren
Ansichten der mittelalterlichen Stadt Freiburg um 1200
Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Bertram Jenisch, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
und Dr. Hans-Peter Widmann, Stadtarchiv Freiburg i. Br. Förderung Sparkasse Freiburg nördlicher Breisgau.{joomplu:662 type=detail|alttext=Südseite der Stadt Freiburg mit Blick auf das Martinstor (im Mittelalter auch Norsinger Tor) und die Gerberau um 1350. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:531 type=detail|alttext=Die Gerberau lag um 1200 noch außerhalb der Stadtbefestigung. Der Gewerbekanal der für die Mühlen das notwendige Wasser lieferte wurde von der Dreisam abgeleitet. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} Südseite der Stadt Freiburg mit Blick auf das Martinstor (im Mittelalter auch Norsinger Tor) und die Gerberau um 1350.
3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©.Die Gerberau lag um 1200 noch außerhalb der Stadtbefestigung. Der Gewerbekanal der für die Mühlen das notwendige Wasser lieferte wurde von der Dreisam abgeleitet. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. {joomplu:661 type=detail|alttext=Blick in die große Marktgasse, heute Kaiser-Joseph-Straße. Im Bereich der Kreuzung stand die ursprüngliche Gerichtslaube. Entlang der Marktgasse befanden sich die verschiedenen Lauben für den Verkauf von Waren. Im Vordergrund die Obere Laube (12. Jh. bis 1454), Richtung altes Christoffelstor (13. jh. bis ca. 1460) stand die Untere Laube (Metzig) und die Kramlaube (12. Jh. bis 1454) vor dem Hospital. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:532 type=detail|alttext=Der erste Freiburger Kirchenbau, die „konradinische“ Basilika, benannt nach dem Stadtgründer Konrad I. von Zähringen, stammte aus der Gründungsphase der Stadt um 1120–1140. Von diesem ersten Bau existieren nur noch Fundamentreste. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} Blick in die große Marktgasse, heute Kaiser-Joseph-Straße. Im Bereich der Kreuzung stand die ursprüngliche Gerichtslaube.
Entlang der Marktgasse befanden sich die verschiedenen Lauben für den Verkauf von Waren. Im Vordergrund die Obere Laube (12. Jh. bis 1454), Richtung altes Christoffelstor (13. jh. bis ca. 1460) stand die Untere Laube (Metzig) und die Kramlaube (12. Jh. bis 1454) vor dem Hospital. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©.Der erste Freiburger Kirchenbau, die „konradinische“ Basilika, benannt nach dem Stadtgründer Konrad I. von Zähringen, stammte aus der Gründungsphase der Stadt um 1120–1140. Von diesem ersten Bau existieren nur noch Fundamentreste. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. {joomplu:533 type=detail|alttext=Orthografische Draufsicht auf die mittelalterliche Stadt Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:663 type=detail|css=Das Freiburger Münster um 1350. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} Orthografische Draufsicht auf die mittelalterliche Stadt Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. Das Freiburger Münster um 1350. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. {joomplu:534 type=detail|alttext=Burg Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} Burg Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. Stadtteil Freiburg-Neuburg
{joomplu:463 type=detail|alttext=Vorstadt Freiburg-Neuburg um 1350 Closnergasse. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:464 type=detail|alttext=Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644.} Vorstadt Freiburg-Neuburg um 1350 Closnergasse. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644
Während der archäologischen Ausgrabung im Jahre 2016 wurde die im 13. Jahrhundert planmäßig angelegte Bebauung dokumentiert. Zusammen mit punktuellen früheren Beobachtungen kann nun ein Teil des ehemaligen Stadtplans der Neuburg rekonstruiert werden. Diese Straße konnte als Closnergasse identifiziert werden.Im Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644 ist links im Bild (roter Kreis) der Bereich der archäologischen Ausgrabung markiert. Die 3D-Rekonstruktion von Hans-Jürgen van Akkeren zeigt, wie die Bebauung in diesem Areal in der Zeit um 1350 ausgesehen haben könnte.
Link zum Presseartikel: Ausgrabungen in Freiburg-Neuburg: Mittelalterlicher Stadtplan kann aktualisiert werden - Closnergasse entdeckt
Fotos/3D-Rekonstruktionen: Hans-Jürgen van Akkeren
Quelle:
- "Die Zähringer und Ihre Tradition" herausgegeben vom Archiv der Stadt Freiburg i.Br. und der Landesgeschichtlichen Abteilung des Historischen Seminars der Albert-Ludwigs-Universität.
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Waldkirch - Kyffelburg und Küchlinsburg
Kyffelburg {joomplu:580 type=detail|alttext=Waldkirch Kyffelburg - Karte 1784. Quelle: Elztalmuseum} Alternativname(n) - Landkreis Emmendingen Gemeinde Waldkirch Entstehungszeit 1280-1290 Ersterwähnung 1454 Burgentyp Niederungsburg Lage/Bauform Motte Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.09092/7.96473 Höhenlage 278 m ü. NHN Waldkirch - Kyffelburg und Küchlinsburg
ehemalige Burgstellen, nichts ist mehr erkennbarLage
Unmittelbar neben dem Kloster St. Margarethen in Waldkirch sind zwei befestigte Adelssitze bekannt: Die Küchlinsburg und die Kyffelburg. Beide sind heute vollständig verschwunden.
Kyffelburg
Dr. Andreas Haasis-Berner
Als Erbauer der Kyffelburg sind die Herren von Vischerbach zu nennen. Diese Familie stammt aus dem gleichnamigen Tal bei Haslach im Kinzigtal. Die Lage ihres Stammsitzes ist hier noch zu sehen. Vertreter dieser Familie sind in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Dienstmannen der Schwarzenberger in das Elztal gekommen. Wolfram von Vischerbach ist ab 1287 im Rat der Stadt Waldkirch nachzuweisen. Vermutlich noch vor 1300 erwirbt die Familie von Vischerbach eine Liegenschaft („des winterturers hofstat „) östlich des Klosters und „umzäunt“ sie. Damit ist der Bau einer Mauer gemeint, was das Kriterium einer Befestigung erfüllte. Im Inneren dürfte wohl nur ein steinernes Wohnhaus bestanden haben. Später wird hier auch ein Graben erwähnt. Allem Anschein nach hängt an diesem Besitz auch das Meiertum Waldkirch und Buchholz. Nach dem Aussterben der von Vischerbach verleihen die Schwarzenberger im Jahre 1454 den Besitz an Hans von Sulz, genannt Harmer. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwirbt schließlich das Stift St. Margarethen 1490 den Besitz. Hier wohnen bis zum Abbruch im Jahre 1762 Amtsleute des Stifts. Dann wird ein noch heute erhaltenes, barockes Gebäude errichtet. Die Burg lag 100 m östlich des Klosters.
1280/90 Bau der Kyffelburg. Sie ist Sitz der Familie von Vischerbach. 1454 Nach dem Aussterben der Vischerbach geht der Besitz an verschiedene Besitzer. 1490 Das Stift St. Margarethen erwirbt die Kyffelburg. 1762 Die alte Kyffelburg wird abgerissen und durch einen barocken Neubau ersetzt. Küchlinsburg {joomplu:579 type=detail|alttext=Waldkirch Küchlinsburg - Karte 1784. Quelle: Elztalmuseum} Alternativname(n) - Landkreis Emmendingen Gemeinde Waldkirch Entstehungszeit um 1250 Ersterwähnung 1300 Burgentyp Niederungsburg Lage/Bauform Motte Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.09049/7.96687 Höhenlage 282 m ü. NHN Die Küchlinsburg
Dr. Andreas Haasis-Berner
Der Verwalter der Schwarzenberger ist Johannes Amman. Er besitzt die Küchlinsburg. Er oder sein Vater dürften auch die Erbauer der Burg gewesen sein. Er ist bis zur Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1300 im Rat der Stadt. Im Jahre 1300 verkauft Johannes Ammann die Burg – ein freier Adelssitz – an den Freiburger Patrizier Egenolf Küchlin. Dieser war im Jahre 1300 aus dem Freiburger Rat ausgeschlossen worden. Johannes Ammann stiftet mit dem Geld das Allerheiligenkloster in Freiburg. Die Burg verbleibt bis vor 1494 im Besitz der Familie Küchlin. Die Witwe von Rudolf Küchlin, Beatrix von Rechberg, heiratete Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein, der jedoch in der Stadt Kenzingen wohnen blieb. In der Folgezeit kam es zu mehrfachen Besitzwechsel. 1639 brannte das Haus vollständig ab. 1682 wurde die ruinierte Burg mitsamt dem zugehörigen Besitz vom Stift erworben. Der Burggraben diente noch bis ins 19. Jahrhundert als Löschwasserteich. Der Teich wurde verfüllt, das Anwesen ist vollständig bebaut.
Den Schrift- und Bildquellen nach zu folgen handelt es sich um eine Niederungsburg, die auf einem wasserumgebenen Hügel („Motte“) stand. Der runde Burghügel mit einem Durchmesser von ca. 10 m war von einem 4,5 m breiten Wassergraben umgeben. Die Burg lag 200 m östlich des Klosters.
Um 1250 Bau der Küchlinsburg durch die Familie Ammann 1300 Verkauf an Egenolf Küchlin. Sie bleibt fast 200 Jahre im Besitz dieser Familie. 1494 Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein wird neuer Besitzer. 1682 Das Stift St. Margarethen erwirbt den Besitz. Die Reste der zerstörten Burg werden abgetragen. Quellen
Hermann Rambach, Die Küchlinsburg bei Waldkirch, in: Schau-ins-Land 93, 1975, 5-46.
Boris Bigott / Andreas Haasis-Berner, Artikel „Waldkirch“, in: Alfons Zettler / Thomas Zotz (Hg.), Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z (2006), bes. 490-493 (Küchlinsburg), 493-495 (Kyffelburg).Waldkirch, die Kyffelburg.
Doku mit Dr. Andreas Haasis-Berner, Archäologe
Link: http://youtu.be/gd_5C8UQtdE -
Winden im Elztal – Burgstall
Burg Winden Alternativname(n) Landkreis Emmendingen Gemeinde Niederwinden (Winden
im Elztal)Entstehungszeit 11./12. Jh. Ersterwähnung Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.14818/8.02319 Höhenlage 360 m ü. NHN Winden (EM) im Elztal – Burgstall
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste
Lage
Die Gemeinde Winden im Elztal liegt zwischen Waldkirch und Elzach und besteht aus den Teilorten Ober- und Niederwinden.
Die ehemalige Burg lag nördlich von Niederwinden auf einem Sporn an der nördlichen Talseite westlich des Scharbaches im Gewann "Burgstal". Der unmittelbar angrenzende "Herrenwald" weist auf den herrschaftlichen Besitz hin. Durch Wegebauarbeiten wurde die Anlage im norden und östlichen Bereich stark verändert. Die Reste der Anlage zeichnen sich als leichte Erhebung von ca. 1,5 m im Gelände ab. Westlich und südlich der Burgstelle ist ein verbleibender, etwa 5 m breiter Rest eines stark einsedimentierten Grabens im Gelände ersichtlich.
Die Grundfläche der Ortsburg von Winden hat einen Durchmesser von ca. 20 m. Im östlichen Bereich wurden nach den Wegebauarbeiten an der Hangkannte eine Vielzahl von Dachziegeln vorgefunden, die auf eine ehemalige Bebauung hinweisen.
An der steilen Westflanke befindet sich eine Terrasse von 100 x 50 m ab, die westlich des Burggrabens durch einen Hohlweg erschlossen ist, der vermutlich als alter Zugang zur Anlage zu bewerten ist. Unterhalb der Burg befanden sich in der Elzniederung zwei Mühlen, von denen eine im Jahr 1347 als Burgenders múli bezeugt wurde, das auf die mögliche Burgstelle hinweisen könnte.
Der flache Hügel und die Erkenntnis, dass im Burgareal bislang keine Mörtelreste oder ortsfremdes Gesteinsmaterial vorgefunden wurden, lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei um eine Motte handelt, dessen Gebäude in Fachwerksbauweise errichtet wurden. Vorgefundene Hüttenlehmfragmente stützen diese These.
Ein Ortsadel für Winden ist nicht bekannt. Die Erbauer der Burg sind daher im Umfeld der Vögte des Klosters St. Margarethen von Waldkirch zu vermuten. Die Entstehung der Burg ist durch die Erschließung des Elztals und seinen Seitentäler durch die Hintersassen des Klosters Waldkirch zu vermuten.
Geschichte
1178 In einer Urkunde des Papst Alexander III. wird der Besitz des Klosters im Ort Winden erstmals urkundlich als Windenden inferius et superius genannt. Niederwinden ist die ältere Siedlung. Die spätere Entstehung Oberwindens geht auf einen Fronhof zurück. 1293 Die Herren von Schwarzenberg gelangten als Vögte des Klosters St. Margarethen in Waldkirch an die Lehen in Ober- und Niederwinden, das sie gemeinsam mit anderen Orten an die Waldkircher Herren von Hübschmann weitergaben. Die Herren von Hübschmann übten in Winden fortan die Niedergerichtsbarkeit aus. Bis 1670 blieb der Ort in ihrem Besitz. 1592 Juni 23 Das Basler Domkapitel beurkundet den Rückkauf folgender verpfändeter Quarten durch den Bischof Andreas von Konstanz: Ihringen, Rothweil, Malterdingen, Köndringen, Kems und Leiselheim um 1.400 fl.; zu Umkirch oder Gottenheim, Wolfenweier, Kirchhofen, Mengen oder "Burckhenkilch", Bötzingen, Gundelfingen, Oberwinden und Niederwinden um 1.500 fl.; zu Säckingen, Zell im Wiesental, Schopfheim, Egringen, Kirchen, Mappach, Schliengen, Endingen und Riegel um 1.600 Goldgulden. (Text und Quelle: GLA KA 5 Nr. 4219) 1762 Inhaber des Hübschmann'sches Lehens zu Niederwinden ist Freiherr von Bollschweil. (Quelle: GLA KA 229 Nr. 75008) Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: Nördlicher Teil L – Z. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 15). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7365-8, S. 513 → Winden (EM)
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Wyhl - Burg Schafgießen
Burg Schafgießen Alternativname(n) Schoffgiessen (1406) Landkreis Emmendingen Gemeinde Wyhl Entstehungszeit 13. Jhd. o. um 1300 Ersterwähnung Burgentyp Niederungsburg Lage/Typ Wasserburg Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.17446/7.64478 Höhenlage 170 m ü. NHN Wyhl (Ldkr. Emmendingen) - Burg Schafgießen
Dr. Andreas Haasis-Berner
ehemalige Burgstelle, außer dem Wassergraben ist nichts ist mehr erkennbarBeschreibung
Die Ortschaft Wyhl befindet sich im nördlichen Kaiserstuhlvorland nahe des Rheins. Hier hatte vermutlich Graf Guntram umfangreicheren Besitz, der nach der Konfiskation durch Otto I. im Jahr 970 an das Kloster Einsiedeln sowie das Kloster St. Margarethen von Waldkirch gelangte. Leider gibt es zu den Verbindungen zum Kloster Waldkirch nur wenige Quellen. Es wird immerhin deutlich, dass zu Waldkirch Teile der Wyhler Gemarkung sowie der heute verschwundene Ort Wöllingen gehörte. Unmittelbar westlich dieses Ortes stand eine „Schafgießen“ genannte Niederungsburg. Dieser Name bezieht sich auf einen Altrheinarm. Sie wird 1311 zusammen mit Wyhl und Wöllingen erstmals genannt. Aus der Quelle geht hervor, dass diese Güter im Besitz der Familie Koler waren. Diese Familie stand vermutlich in einem nicht näher bestimmbaren Verhältnis zum Kloster St. Margarethen. Aus diesem Grund dürfte der Bau der Burg zumindest mit Billigung des Klosters erfolgt sein. Doch scheint das Kloster seine Rechte früh verloren zu haben. Zwischen 1351 und 1406 sind die Herren von Weisweil Besitzer der Burg und ihrem Zubehör. Kurz danach geht der Besitz zunächst an Smasman von Rappoltstein, dann an die Stadt Endingen über. 1499 wird die Burg erstmals als „Burgstall“ erwähnt, was anzeigt, dass sie nicht mehr bewohnt und verfallen war. Zu Anfang des 19. Jahrhundert wurden ihre Reste abgetragen. Lesefunde (Keramik) aus dem Burgareal können in das späte 13.-15. Jahrhundert datiert werden. Zusammen mit den Schriftquellen kann daraus abgeleitet werden, dass die Burg am Ende des 13. Jahrhunderts oder um 1300 als Sitz der Ortsherrschaft Wyhl und Wöllingen gegründet wurde und im Verlauf des 15. Jahrhunderts als Wohnsitz aufgegeben worden war. Heute ist obertägig nichts mehr erkennbar. [1]
Geschichte
1406 Katherina von Burgund, Herzogin von Österreich, bestätigt den Besitz von Wernher von Wiswiler, welchen er gemeinschaftlich mit Smaßmann Herr von Pappoltstein besitzt, am hauses Schoffgiessen mit seiner zugehoerung, das ein Lehen der Herrschaft von Österreich ist. [2]
Ritter Werner von Weisweil beurkundet die Gemeinschaft, in welcher er Smaßmann, Herr zu Rappoltstein, sowohl für das österreischische Lehen der Burg Schafgießen und der dazu gehörigen Dörfer Wyhl und Wellingen als auch für seinen in dem halben Dorf Amoltern bestehenden Eigenbesitz aufgenommen hat. [3]Literatur:
- Boris Bigott, Burg Schafgießen (EM), in: Alfons Zettler / Thomas Zotz (Hg.), Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z (2006), 524-530.
- Karl Albrecht 1846-1902: Rappoltsteinisches Urkundenbuch 759-1500. Quellen zur Geschichte der ehemaligen Herrschaft Rappoltstein im Elsass. II (S. 543, →709a/709b): Online: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9401047h/f557
- Karl Albrecht 1846-1902: Rappoltsteinisches Urkundenbuch 759-1500. Quellen zur Geschichte der ehemaligen Herrschaft Rappoltstein im Elsass. II (S. 543, →710): Online: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9401047h/f558
- GLA KA, Signatur H Wyhl 1. Autor/Künstler: Peter Alexander Harscher 1772. Grund-Riß über den Orts-Bann des Dorffs Wyhl und Wöllingen, aufgenohmen und nur in soweit außgemeßen, alß sich das vöste Gestaad deren angränzenden Rheingießen damlas erstreckte. Gemarkungsplan, Grenze farbig mit Grenzsteinen. Höhenunterschiede farbig, Flurnamen. Wald, Matten, Weiden, Felder, Gewässer (u. a. Rhein mit Nebenarmen und Inseln, Mühlbach), Straßen und Wege eingezeichnet. Grundstücke mit Nr. und Buchstaben, Erklärung, Größe der "dominikalen Güter", die entweder zum Tennenbacher oder zum Wonnentaler Kloster gehören, in der Legende. Wyhl im Umriß mit Straßenzügen. Kirche im Grundriß. Wöllingen, Kirche im Grundriß. "Burgstaal alt Schloß" (=Schaffgießen) im Grundriß. Angrenzende Gemarkungen benannt. Titel wie auf zweimal eingerolltes Blatt geschrieben.
Online: https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1756864-1
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Yach (Elzach, EM) - Schlossbühl
Burg Yach "Schlossbühl"
{joomplu:622 type=detail|alttext=Nordansicht auf das Schlossbühl. Foto: Hans-Jürgen van Akkeren}Alternativname(n) Landkreis Emmendingen Gemeinde Yach (Elzach) Entstehungszeit 11./12. Jh. Ersterwähnung Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall,
GrabenanlageGeografische Lage 48.14636/8.09481 Höhenlage 560,4 m ü. NHN Yach (Elzach, EM) - Schlossbühl
Burgstall in der Flur »Schlossbühl« im Yacher Hinterzinken südlich vom Adamshof. Eine weitere Burg bei Yach, genannt "Schlössle", befand sich am Vorderzinken am Bigertlochfelsen westlich vom Schneiderbauernhof.
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste
Lage
Der Berg besteht aus Gneis und erstreckt sich von Nordwest nach Südost und fällt zum Tal des Rauchgrundbaches steil ab. Nach Norden zum benachbarten Adamshof fällt das Gelände sanfter ab. Südwestlich des Zusammenflusses der beiden Bäche, Rauchgrundbach und Hintererzinkenbach befindet sich ein steiler Aufstieg zum Burgplateau, der vermutlich den alten Zugang markiert.
Die Burgstelle ist westlich zur Rauchenbühlhalde durch einen Halsgraben mit einem vorgelagerten, bis zu 1,5 m hohen Wall abgetrennt. Östlich davon erhebt sich ein künstlich aufgeschütteter Hügel mit einem Durchmesser von ca. 25 m, der von der Grabensohle etwa acht Meter aufragt. Seine abgeflachte Kuppe hat einen Durchmesser von ca. 7 m.
Am östlichen Rand des Burgstalls befindet sich ein weiterer Hügel, dessen Durchmesser ca. 15 m beträgt.
Die Fläche zwischen beiden Hügeln hat eine Länge von 20 m und ist 14 m breit, an deren nördlichen Längsseite ein Trockenmauerwerk erhalten ist. An der Ostflanke befindet sich ein 4 m breiter Graben mit einem bis zu einem Meter hohen vorgelagerten Wall. Hier schließt eine Geländestufe an, die den ganzen Bergsporn als Wall-Graben-Anlage umläuft. Die Gesamtlänge der gut erhaltenen Anlage beträgt 80 m.
Archäologisches Fundmaterial liegt nicht vor. Dies ist auf die schlechten Erhaltungseigenschaften der sauren Gneisböden zurückzuführen. Die Errichtung der Burg hat vermutlich im 11./12. Jahrhundert stattgefunden. Aufgrund fehlender Schriftquellen, sowie fehlende Ziegel- oder Mörtelreste ist ein Ende der Anlage vor dem 13. Jahrhundert denkbar.Geschichte
Im 10. Jahrhundert erfolgte die Besiedelung unter der Herrschaft des Klosters St. Margarethen zu Waldkirch, dessen Grundbesitz im Elztal in verschiedene Meiertümer aufgeteilt war. Seit dem 13. Jahrhundert wurden die Herren von Schwarzenberg als Vögte mit den Güter in Yach belehnt. Wilhelm von Schwarzenberg gab am 9. September 1293 die Güter an die Gebrüder Hübschmann von Elzach weiter. Es konnte nicht geklärt werden, wo die Vögte der Yacher Ortsherrschaft ihren Sitz hatten.
Der Bau der Burganlage „Schlossbühl“ steht möglicherweise mit dem Bergbau in Verbindung. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Flurnamen „Silberlöchle“ und „Fahr ins Loch“.1148 Erste Erwähnung des Adelsgeschlechts „von der Eich“ – quidam vir nobilis Cuono de Eicha vocatus. Zwischen 1291 – 1338 In verschiedenen Urkunden wird ein Konrad von der Eich als Zeuge erwähnt. Darunter zweimal jedoch als Verkäufer genannt. Am 11. Juni 1314 verkaufte er an den Freiburger Bürger Gutmann den Heuener eine Gült (Urk. Heiliggeist, Bd. 1, Nr. 91). Am 25. März 1338 veräußert Konrad von der Eich, Kirchherr zu Ballrechten, an Johans den Scherren Reben im Zähringer Bann (Urk. Heiliggeist, Bd. 1, Nr. 254). Ob es sich bei den letzten beiden Urkunden um denselben Konrad von Eich gehandelt hat, ist ungewiss, da er sonst als Ritter bezeichnet wurde. Zwischen den beiden Urkunden liegen 47 Jahre.
Weblinks:- Julius Kindler von Knobloch: "von Eich, Eichach, Eiche", Oberbadisches Geschlechterbuch, Bd. 1, Heidelberg 1889, S. 288/289. Online: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898bd1/0292/image,info
- Andreas Haasis-Berner, »Gold und Silber lieb' ich sehr...« Die Geschichte des Bergbaus rund um den Kandel (Elz-, Glotter-, Simonswälder- und Brettenbachtal). Online: http://www2.ufg.uni-freiburg.de/d/publ/ahb/kandel2.html
- GLA Karlsruhe H-1 Nr 2150. Flurkarte von 1904 Yach (Stadt Elzach EM) / Bild 1. Online: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-469739-1
Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: Nördlicher Teil L – Z. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 15). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7365-8, S. 531 → Yach (Elzach EM)
Literaturhinweis:
- Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach (Hrsg.) "Wie alles begann... Yach von den Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts" 2018: Buchvorstellung - Wie alles begann - Yach von den Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts
Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren © 2022
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Yach (Elzach, EM) - Schlössle
Burg Yach Schlössle Alternativname(n) Landkreis Emmendingen Gemeinde Yach (Elzach) Entstehungszeit 11./12. Jh. Ersterwähnung Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Verwendungszweck Burgwarte der Burg
Yach im Gewann
SchlössbühlErhaltungszustand Burgstall,
GrabenanlageGeografische Lage 48.15426/8.11821 Höhenlage 590,9 m ü. NHN Yach (Elzach, EM) - Schlössle
Burgstall »Schlössle« bei Yach im Vorderzinken am Bigertlochfelsen westlich vom Schneiderbauernhof. Eine weitere Burgstelle bei Yach hat sich im Hinterzinken im Gewann »Schlossbühl« befunden.
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste
Beschreibung
Zwischen dem Ringwaldhof und dem Schneiderbauernhof erstreckt sich am Vorderen Zinken eine steile Talflanke, die den Flurnamen „Schlössle“ trägt. Der Bigertlochfelsen liegt östlich des Ringwaldhofes an einer Einmündung eines kleinen Seitenbaches des Vorderen Zinkens, der an drei Seiten in die Talaue hinein steil abfällt. Der Zugang zu einem 25 m langen und 5 m breiten Burgplateau erfolgt aus nordöstlicher Richtung. An der nördlichen Seite zeichnet sich ein etwa 10 m breiter und teilweise bis zu 3 m tiefer Halsgraben ab, der durch Erosionen stark verfüllt wurde. Auf dem Burgplateau sind keine Siedlungsspuren erkennbar. Bei dieser Burgstelle handelt es sich vermutlich um eine dem „Schlossbühl“ zugeordnete Burgwarte, die als Beobachtungsposten verwendet wurde (sogenannter Wartturm). Die Burg auf dem „Schlossbühl“ und die Burgwarte „Schlössle“ kontrollierten vermutlich eine Pass-Straße, die vom hinteren Elztal über den Rohrhardsberg nach Trieberg und Furtwangen und weiter auf die Baar führte. Dies wird durch den Bergrücken „Paßeck“ und durch die Flurnamen „Am Schlagbaum“ an der Grenze zwischen Yach und der Schonacher Gemarkung deutlich. Die heutige Hauptstraße im hinteren Prechtal bis zum Rohrhardsberg wurde erst im 18. Jahrhundert erschlossen.
Geschichte
Im 10. Jahrhundert erfolgte die Besiedelung unter der Herrschaft des Klosters St. Margarethen zu Waldkirch, dessen Grundbesitz im Elztal in verschiedene Meiertümer aufgeteilt war. Seit dem 13. Jahrhundert wurden die Herren von Schwarzenberg als Vögte mit den Güter in Yach belehnt. Wilhelm von Schwarzenberg gab am 9. September 1293 die Güter an die Gebrüder Hübschmann von Elzach weiter. Es konnte nicht geklärt werden, wo die Vögte der Yacher Ortsherrschaft ihren Sitz hatten.
Der Bau der Burganlage „Schlossbühl“ steht möglicherweise mit dem Bergbau in Verbindung. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Flurnamen „Silberlöchle“ und „Fahr ins Loch“.1148 Erste Erwähnung des Adelsgeschlechts „von der Eich“ – quidam vir nobilis Cuono de Eicha vocatus. Zwischen
1291 – 1338In verschiedenen Urkunden wird ein Konrad von der Eich als Zeuge erwähnt. Darunter zweimal jedoch als Verkäufer genannt. Am 11. Juni 1314 verkaufte er an den Freiburger Bürger Gutmann den Heuener eine Gült (Urk. Heiliggeist, Bd. 1, Nr. 91). Am 25. März 1338 veräußert Konrad von der Eich, Kirchherr zu Ballrechten, an Johans den Scherren Reben im Zähringer Bann (Urk. Heiliggeist, Bd. 1, Nr. 254). Ob es sich bei den letzten beiden Urkunden um denselben Konrad von Eich gehandelt hat, ist ungewiss, da er sonst als Ritter bezeichnet wurde. Zwischen den beiden Urkunden liegen 47 Jahre.
Weblink:- Julius Kindler von Knobloch: "von Eich, Eichach, Eiche", Oberbadisches Geschlechterbuch, Bd. 1, Heidelberg 1889, S. 288/289. Online: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898bd1/0292/image,info
- Andreas Haasis-Berner, »Gold und Silber lieb' ich sehr...« Die Geschichte des Bergbaus rund um den Kandel (Elz-, Glotter-, Simonswälder- und Brettenbachtal). Online: http://www2.ufg.uni-freiburg.de/d/publ/ahb/kandel2.html
- GLA Karlsruhe H-1 Nr 2150. Flurkarte von 1904 Yach (Stadt Elzach EM) / Bild 1. Online: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-469739-1
Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: Nördlicher Teil L – Z. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 15). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7365-8, S. 531 → Yach (Elzach EM)
Literaturhinweis:
- Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach (Hrsg.) "Wie alles begann... Yach von den Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts" 2018: Buchvorstellung - Wie alles begann - Yach von den Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts
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