| Burg Staufen |
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| Alternativname(n) | |
| Landkreis | Breisgau- Hochschwarzwald |
| Gemeinde | Staufen i. Breisgau |
| Entstehungszeit | 12. Jh. |
| Ersterwähnung | 1248 |
| Burgentyp | Höhenburg |
| Lage | Gipfellage |
| Erhaltungszustand | Ruine |
| Geografische Lage | 47.88645/7.73197 |
| Höhenlage | 358 m ü. NHN |
| Museum | Badisches Landesmuseum Aussenstelle Südbaden |
Staufen - Burg Staufen
gut erhaltene Burgruine
Lage
Die Burgruine Staufen liegt auf dem Schlossberg unmittelbar nördlich der Altstadt von Staufen im Breisgau. Der markante, von Weinbergen umgebene Berg erhebt sich deutlich über die Stadt und bildet den westlichen Abschluss des Münstertals am Übergang vom Südschwarzwald zur Vorbergzone und zur Oberrheinebene.
Durch ihre weithin sichtbare und beherrschende Lage bot die Burg einen guten Überblick über die Stadt, den Ausgang des Münstertals und das westlich anschließende Umland. Von hier aus konnten die Verkehrswege überwacht werden, die aus der Rheinebene nach Staufen und weiter durch das Münstertal in den Schwarzwald führten.
Die Burg stand damit nicht nur in enger räumlicher Beziehung zur unterhalb gelegenen Stadt, sondern nahm zugleich eine wichtige strategische Position zwischen dem Breisgau, dem Markgräflerland und den westlichen Zugängen zum Südschwarzwald ein.
Einleitung
Staufen wird erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Dort ist für den 16. April 770 die Schenkung von Gütern in der villa Staufen in pago Brisigawo an das Kloster Lorsch verzeichnet. Weitere Schenkungen sind bereits für die Jahre 772 und 773 belegt. Zusammen mit dem Martins-Patrozinium der späteren Stadtkirche deutet dies darauf hin, dass sich hier schon früh eine größere Siedlung um einen fränkischen Herrenhof entwickelt hatte.
Die weithin sichtbare Burg, die sich markant über der Rheinebene erhebt, wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Wahrscheinlich diente sie vor allem dem Schutz des ertragreichen Silberbergbaus im Münstertal, der eine wesentliche Einnahmequelle der Herren von Staufen bildete.
Die Freiherren von Staufen sind seit dem frühen 12. Jahrhundert als Dienstmannen der Herzöge von Zähringen nachweisbar. Mit dem Geschlecht der Staufer beziehungsweise Hohenstaufen waren sie nicht verwandt.
Vermutlich gingen die Herren von Staufen aus einer Nebenlinie der Herren von Blankenberg hervor. Diese hatten ihren Sitz wohl auf einer kleinen Anhöhe bei Opfingen und verfügten über Besitz im Dreisamtal. Wie ihre Verwandten, die Herren von Weiler beziehungsweise Falkenstein, gehörten sie wahrscheinlich einem älteren Adelsgeschlecht an, das im Zuge des zähringischen Landesausbaus in die Ministerialität eintrat. Sie waren demnach nicht ursprünglich unfreie Dienstmannen der Zähringer. Ihre besondere Stellung am zähringischen Hof zeigt sich darin, dass sie das Hofamt des Marschalls innehatten.
Zu ihren Füßen entwickelte sich die gleichnamige Siedlung, die im Jahr 1337 als Gemeinde mit Stadtrecht erwähnt wird. Burg und Stadt standen dabei in enger wirtschaftlicher, rechtlicher und herrschaftlicher Beziehung zueinander.
Geschichte
| 1111 | In diesem Jahr wird im Rotulus Sanpetrinus, dem Schenkungsverzeichnis des Klosters St. Peter, erstmals ein Adelbert von Staufen erwähnt, der Eigengüter im Nachbarort Ballrechten an das Kloster überträgt. |
| 1115 | Die gleiche Quelle belegt die Herren von Staufen als Ministeriale der Herzöge von Zähringen, ebenso eine Urkunde des Klosters Cluny von 1115. Adalbert dürfte bereits eine Burg in oder bei Staufen besessen haben, ob es sich dabei bereits um die noch heute sichtbare Burg Staufen handelte ist fraglich. Deren Entstehung wird im Lauf des 12. Jahrhunderts angenommen, dies ist jedoch in Frage zu stellen (Ersterwähnung erst 1248). |
| 1211 | Erwähnung der Herren von Staufen als Vögte des Klosters St. Trudpert. |
| 1214 | Herzog Berthold IV. erkennt zumindest für das Möhlintal 1214 die Obervogtei der Straßburger Bischöfe an. |
| 1239 | Weiterhin scheinen die Herren von Staufen auch unter den Grafen von Freiburg das Amt des Marschalls innegehabt zu haben, in einem Vertrag der Grafen aus dem Jahr 1239 wurden sie als deren Ministeriale bezeichnet, nannten sich jedoch selbst in einem Vertrag mit dem Bischof von Basel 1258 nobilis vir. |
| 1248 | Erste urkundliche Erwähnung der Burg Staufen. Zwei anwesende Üsenberger, schließen auf der Burg einen Vertrag mit dem Kloster Tennenbach ab. |
| 1269 | Staufen wurde noch als villa bezeichnet. |
| 1275 | Die Kirche wird als eigenständige Pfarrei belegt. |
| 1280/81 | Fehde zwischen den Herren von Staufen und der Stadt Freiburg |
| 1306 | Eine Urfehde mit Freiburg ab dem Jahr 1306 endete mit einer Niederlage der Herren von Staufen, die als Sühneleistung ab 1309 der Stadt Freiburg für zehn Jahre Kriegsfolge leisten mussten. |
| 1321/25 | Zwischen 1321 und 1325 mussten Glieder der Familie der Herren von Staufen sogar ihre Anteile an der Burg Staufen verpfänden. |
| 1323 | Erste urkundliche Erwähnung Staufens als Stadt. Staufen selbst wird 1323 in einer Urkunde des Heiligen-Geist-Spitals in Freiburg erstmals als Stadt bezeichnet (für das oft genannte Gründungsdatum 1280 finden sich keine Belege). |
| 1325/26 | Von 1325 bis 1326 befanden sich die Herren von Staufen in einem Kleinkrieg mit Freiburg um den Bergbau im Münstertal und widerstanden dabei angeblich einer Belagerung. Der Konflikt wurde zu Ungunsten der Herren von Staufen im April 1326 beigelegt, möglicherweise aufgrund des späteststens 1327 erfolgten Erwerbs von pfandschaftlichen Anteilen an der Burg Staufen durch die Stadt Freiburg. |
| 1350 | In Staufen herrscht die Pest |
| 1356 | Schweres Erdbeben in und um Staufen. |
| 1369 | Es wurden die Einkünfte der Stadt Staufen an Freiburger Kaufleute verpfändet; die Freiherren von Staufen mussten 1370 die Oberlehnshoheit der Grafen von Freiburg akzeptieren. |
| In der Folge wurde die Stadt Staufen ein Teil Vorderösterreichs; die Freiherren von Staufen bekleideten ab dem 15. Jahrhundert verschiedene habsburgische Amtsposten in Vorderösterreich. |
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| 1534 | Während des Bauernkrieges, Aufstand in Staufen. |
| 1566 | Bau des Stadtschlosses der Herren von Staufen (westlicher Anbau 1725). |
| 1602 | Der letzte Freiherr von Staufen stirbt (das Geschlecht erlischt im Mannesstamm, das Lehen fällt an Österreich). |
| 1626 | Österreich verpfändet die Herrschaft Staufen an Hannibal von Schauenburg. |
| 1632 | Im Dreißigjährigen Krieg besetzen schwedische Truppen Staufen und brennen die Burg nieder (seither Ruine), danach wechselnde Besetzung der Stadt durch kaiserliche und schwedische Truppen, Brandschatzungen und Plünderungen. |
| 1643 | Staufen ist Hauptquartier der schwedisch-französischen Armee, Bevölkerung lebt vier Monate in den Wäldern. |
| 1676 | Errichtung des Kapuzinerklosters (heute Goethe-Institut). |
| 1676/79 | Holländischer Erbfolgekrieg: französische Truppen besetzen Staufen, Plünderungen, die Bevölkerung flüchtet in die Wälder. |
| 1688/89 | Pfälzischer Erbfolgekrieg: Französische Truppen besetzen die Stadt und reißen die Stadtmauer nieder. |
| 1722 | Die Herrschaft Staufen fällt wieder direkt an Osterreich. |
| 1725 u. 1732 | Die Stadttore werden wieder aufgebaut. |
| 1738 | Staufen geht als Lehen an das Kloster St. Blasien. |
| 1792 | Französische Revolutionskriege: Staufen wird Hauptquartier der französischen Emigrantenarmee. |
| 1800 | Staufen wird durch französiche Truppen geplündert. |
| 1806 | Staufen kommt nach Napoleons Sieg im Preßburger Frieden zum neugegründeten Großherzogtum Baden. |
| 1813/15 | Erneute Einquartierung wahrend der Befreiungskriege gegen Napoleon. |
| 1827 | Die Stadttore werden abgerissen. |
| 1848 | Badische Revolution: Besetzung Staufens durch Freischärler und Erstürmung der Stadt durch Großherzogliche Truppen (24.September), Ende des sogenannten Struve-Putsches |
Badisches Landesmuseum Außenstelle Südbaden

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Ort: Badisches Landesmuseum - Außenstelle Südbaden
Stadtschloss Staufen, Hauptstr. 11, Telefon: 07633- 806 450
Geöffnet: Montag bis Freitag 9.00 bis 13.00 Uhr
Zusätzlich Mittwoch 14.00 bis 16.00 Uhr
| Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014 Link: http://youtu.be/IZ71wA1Ipjc |
Fotos 2001: Hans-Jürgen van Akkeren





