| Burg Freiburg |
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3D-Rekonstruktion © Hans-Jürgen van Akkeren |
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| Alternativname(n) | Burghaldenschloss, castrum Frieburg (1146), Leopoldsburg (1670) |
| Landkreis | Freiburg i. B. |
| Gemeinde | Freiburg i. B. |
| Entstehungszeit | Ende 11. Jh. |
| Ersterwähnung | 1146 |
| Burgentyp | Höhenburg |
| Lage | Spornlage |
| Erhaltungszustand | Burgstall |
| Geografische Lage | 47.99368/7.85820 |
| Höhenlage | 347 m ü. NHN |
| Literatur Tipp | Auf Jahr und Tag B. 6 |
| Freiburg i.Br. | |
3D-Rekonstruktion © Hans-Jürgen van Akkeren |
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| Alternativname(n) | Friburg im Brisgau |
| Landkreis | Freiburg i. Br. |
| Entstehungszeit | 11./12. Jh. |
| Ersterwähnung | 1008 |
| Stadtgründung | 1120 |
| Stadtgründer | Konrad von Zähringen |
| Erhaltungszustand | Mittelalterlicher Stadtgrundriss, Stadttore, Stadtmaueren |
| Geografische Lage | 47.99557/7.85240 |
| Höhenlage | 278 m ü. NHN |
Mittelalterliche Stadt Freiburg - Burg auf dem Schlossberg (eine Zähringer Burg)
mittelalterliche Festungsstadt
Eine Zähringer Burg auf dem Schlossberg
Die Burg Freiburg lag auf dem Schlossberg unmittelbar östlich der heutigen Altstadt von Freiburg im Breisgau. Sie wurde im 11. Jahrhundert von den Zähringern angelegt und diente ihnen als Herrschafts- und Verwaltungssitz. Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs Berthold V. im Jahr 1218 trat sein Neffe Egino aus dem Geschlecht der Grafen von Urach das Erbe an. Seine Familie nannte sich fortan Grafen von Freiburg und ließ die Burg weiter ausbauen. Von ihrer erhöhten Lage aus beherrschte die Anlage die Stadt, den Zugang zum Dreisamtal und wichtige Verkehrswege am westlichen Rand des Schwarzwalds. Nach wiederholten Zerstörungen und Umbauten verschwanden ihre oberirdischen Baureste weitgehend. Heute erinnern vor allem Geländespuren und archäologische Befunde auf dem Schlossberg an die einst bedeutende Burganlage.
Freiburg i. Breisgau, Zähringer Stadt
Freiburg im Breisgau entstand im frühen 12. Jahrhundert am westlichen Ausgang des Dreisamtals unter der Herrschaft der Zähringer. Im Jahr 1120 verlieh Konrad von Zähringen der neu angelegten Marktsiedlung besondere Markt- und Freiheitsrechte und schuf damit die Grundlage für ihre rasche Entwicklung zu einem bedeutenden Handels- und Verwaltungszentrum. Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs Berthold V. im Jahr 1218 fiel die Herrschaft an seinen Neffen Egino aus dem Geschlecht der Grafen von Urach, deren Freiburger Linie sich fortan Grafen von Freiburg nannte.
Um 1200 ließ Berthold V. die ältere Stadtpfarrkirche zu einem wesentlich größeren, repräsentativen Kirchenbau erweitern. Dabei wurde der vorhandene Vorgängerbau nicht auf einmal vollständig abgebrochen, sondern schrittweise durch den zunächst spätromanischen und später gotischen Neubau ersetzt. Der Herzog bestimmte die Kirche zu seiner Grablege und wurde nach seinem Tod 1218 im Münster beigesetzt. Später übernahm die Freiburger Bürgerschaft die finanzielle und organisatorische Verantwortung für den Weiterbau. Mit der Weihe des neuen Hochchors im Jahr 1513 war das Münster nach mehr als drei Jahrhunderten Bauzeit im Wesentlichen vollendet. Seine Architektur veranschaulicht noch heute den Übergang von der Romanik über die Hochgotik bis zur Spätgotik.
Die mittelalterliche Stadt war von Mauern, Toren und Türmen umgeben. Ihr Grundriss wurde durch breite Hauptstraßen, schmale Seitengassen, den Marktbereich und die charakteristischen Freiburger Bächle geprägt. Trotz späterer Erweiterungen und tiefgreifender Veränderungen ist die mittelalterliche Struktur der Altstadt bis heute in weiten Teilen erkennbar.
Geschichte
| 1091 | Das Geschlecht der Zähringer erbaute auf dem Schloßberg eine Burg. |
| 1120 | Als auf dem Schloßberg die Burg erbaut wurde, erhoben Konrad und Herzog Bertold III die kleineren Ansiedlungen im Bereich der heutigen südlichen Altstadt und Oberlindens durch die Siegelung der Marktgründungsurkunde zur Stadt. |
| 1200 | Bertold V. beauftragt den Bau einer großen Pfarrkirche, des heutigen Münsters. Später übernahmen die Bürger der Stadt die finanzielle Verantwortung für den Bau, der bereits 1513 als einer der wenigen fast ganz im gotischen Stil vollendet wurde. |
| 1218 | Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs, Bertold V, folgte sein Neffe, Egino, aus dem Geschlecht der Grafen von Urach nach, die sich fortan Grafen von Freiburg nannten. |
| 1272 | Graf Konrad I. von Freiburg stirbt. Die Grafschaft erben seine beiden Söhne, die sich die Herrschaft unter einander aufteilen. Dies ist der Beginn des Wirtschaftlichen untergangs der Herrschaft. |
| 1368 | Da sich das Wirken der Grafen von Freiburg vor allem durch Kriege mit anderen Herrschern und Zwistigkeiten mit der Stadtbevölkerung auszeichnete, kauften sich die reichen Bürger für 15.000 Mark Silber von ihnen los und stellten sich unter die Herrschaft der Habsburger. |
| 1415- 1427 | Freiburg war Reichsstadt. |
| 1457 | Die Stadt Freiburg erhielt von Erzherzog Albrecht die Universität. |
| 17 Jh. | Im Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt zahlreiche Belagerungen überstehen, die ihre Bevölkerung auf 2.000 Menschen dezimierte und alle Vorstädte weitgehend zerstörte. |
| 1677 | Die Einnahme Freiburgs durch die Französischen Truppen war der Höhepunkt der größten Zerstörung und Veränderung ihrer bisherigen Geschichte. Auf Geheiß Ludwig XIV vollendete der Festungsbaumeister Vauban die von den Österreichern begonnen Baumaßnahmen, ließ die Stadtmauern schleifen und baute um die Altstadt eine Festung mit acht Bastionen. Auf dem Schloßberg ließ er an der Stelle des alten Schlosses drei übereinanderliegende Forts errichten. |
| 1697 | Freiburg wechselte nach 1697 mehrfach zwischen Frankreich und Österreich hin und her, bis es 1745 wieder unter österreichische Herrschaft kam. Bei ihrem Abzug schleiften die Franzosen sämtliche Festungsanlagen. |
| 1805/06 | Napoleon gliederte Freiburg in das neu geschaffene Großherzogtum Baden ein, das 1813/14 mit in die Befreiungskriege hineingezogen wurde. |
3D-Rekonstruktionen von © Hans-Jürgen van Akkeren
Ansichten der mittelalterlichen Stadt Freiburg um 1200
Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Bertram Jenisch, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
und Dr. Hans-Peter Widmann, Stadtarchiv Freiburg i. Br. Förderung Sparkasse Freiburg nördlicher Breisgau.
| Südseite der Stadt Freiburg mit Blick auf das Martinstor (im Mittelalter auch Norsinger Tor) und die Gerberau um 1350. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. |
Die Gerberau lag um 1200 noch außerhalb der Stadtbefestigung. Der Gewerbekanal der für die Mühlen das notwendige Wasser lieferte wurde von der Dreisam abgeleitet. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. | |
| Blick in die große Marktgasse, heute Kaiser-Joseph-Straße. Im Bereich der Kreuzung stand die ursprüngliche Gerichtslaube. Entlang der Marktgasse befanden sich die verschiedenen Lauben für den Verkauf von Waren. Im Vordergrund die Obere Laube (12. Jh. bis 1454), Richtung altes Christoffelstor (13. jh. bis ca. 1460) stand die Untere Laube (Metzig) und die Kramlaube (12. Jh. bis 1454) vor dem Hospital. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. |
Der erste Freiburger Kirchenbau, die „konradinische“ Basilika, benannt nach dem Stadtgründer Konrad I. von Zähringen, stammte aus der Gründungsphase der Stadt um 1120–1140. Von diesem ersten Bau existieren nur noch Fundamentreste. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. | |
| Orthografische Draufsicht auf die mittelalterliche Stadt Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. | Das Freiburger Münster um 1350. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. | |
| Burg Freiburg um 1200. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. |
Stadtteil Freiburg-Neuburg
| Vorstadt Freiburg-Neuburg um 1350 Closnergasse. 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren ©. | Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644 |
Während der archäologischen Ausgrabung im Jahre 2016 wurde die im 13. Jahrhundert planmäßig angelegte Bebauung dokumentiert. Zusammen mit punktuellen früheren Beobachtungen kann nun ein Teil des ehemaligen Stadtplans der Neuburg rekonstruiert werden. Diese Straße konnte als Closnergasse identifiziert werden.
Im Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644 ist links im Bild (roter Kreis) der Bereich der archäologischen Ausgrabung markiert. Die 3D-Rekonstruktion von Hans-Jürgen van Akkeren zeigt, wie die Bebauung in diesem Areal in der Zeit um 1350 ausgesehen haben könnte.
Link zum Presseartikel: Ausgrabungen in Freiburg-Neuburg: Mittelalterlicher Stadtplan kann aktualisiert werden - Closnergasse entdeckt
Fotos/3D-Rekonstruktionen: Hans-Jürgen van Akkeren
Quelle:
- "Die Zähringer und Ihre Tradition" herausgegeben vom Archiv der Stadt Freiburg i.Br. und der Landesgeschichtlichen Abteilung des Historischen Seminars der Albert-Ludwigs-Universität.
