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Die 10 Städte des mittelalterlichen Breisgaus

Im mittelalterlichen Breisgau erlangten insgesamt zehn Orte den rechtlichen und wirtschaftlichen Status einer Stadt: Freiburg, Breisach, Neuenburg am Rhein, Kenzingen, Endingen am Kaiserstuhl, Burkheim am Kaiserstuhl, Elzach, Waldkirch, Staufen und Sulzburg. Ihre Stadtwerdung erfolgte zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert. Dabei ist nicht für jeden Ort eine förmliche Stadtrechtsurkunde überliefert; teilweise lässt sich der städtische Status nur durch die Nennung als Stadt, ihrer Bürger oder eines Stadtsiegels nachweisen. Diese zehn Städte bildeten die urbanen Zentren des mittelalterlichen Breisgaus.

Staufen i. Br.


 Alternativname(n)  Stoufen (770)
 Fauststadt Staufen
 Landkreis  Breisgau-
 Hochschwarzwald
 Gemeinde  Staufen i. Br.
 Entstehungszeit  um 770 (Dorfsiedlung)
 Ersterwähnung  1337
 Stadtgründung  vor 1337
 Stadtgründer  unbekannt
 Erhaltungszustand  Grundriss erhalten,
 Befestigung
 abgegangen
 Geografische Lage  47.88160/7.73153
 Höhenlage  284 m ü. NHN

Stadt Staufen im Breisgau

 mittelalterliche Festungsstadt

 

 

Staufen im Breisgau liegt am Übergang vom Schwarzwald zur Staufener Bucht, unmittelbar am Ausgang des Münstertals. Der historische Stadtkern geht auf eine planmäßig angelegte und im Mittelalter befestigte Stadtanlage zurück. Kennzeichnend sind der zentrale, heute teilweise überbaute Markt, eine Längs- und eine Ringstraße sowie mehrere verbindende Quergassen. Spätere Siedlungserweiterungen entstanden vor allem nordwestlich des Stadtkerns am Fuß des Schlossbergs, dessen Gipfel von der Ruine der Burg Staufen geprägt wird.

770 Erste Nennung als „Stoufen“ in einer Kopialüberlieferung des 12. Jahrhunderts. Der Name bezieht sich vermutlich auf die Becherform des Burgbergs.

11. Jahrhundert Burgberg und Dorf gehörten zum stiftbaslischen Schenkenamt der Herren von Üsenberg.

Anfang 12. Jahrhundert Die Herren von Staufen erscheinen erstmals. Sie waren zunächst Ministerialen der Zähringer und wurden von den Herren von Üsenberg mit Burgberg und Dorf belehnt.

12./13. Jahrhundert Die Herren von Staufen erweiterten das Dorf um eine breite Marktstraße mit Parallelstraßen und ließen die Siedlung befestigen und ummauern.

1248 Das „Castrum“ auf dem Schlossberg wird erstmals urkundlich genannt. Als Grundherren werden die Herren von Üsenberg bezeichnet; auf der Burg saßen die Herren von Staufen.

1337 Staufen wird erstmals ausdrücklich als Stadt bezeichnet. Eine förmliche Stadtrechtsverleihung ist nicht überliefert.

1368 Die Stadt Freiburg überließ Graf Egon III. von Freiburg ein Viertel der Stadt Staufen einschließlich der Gerichtsrechte.

1370 Graf Egon III. belehnte die Herren von Staufen mit seinem Anteil an der Stadt und den dazugehörigen Gerichtsrechten.

15. Jahrhundert Die Herren von Staufen gehörten dem vorderösterreichischen Freiherrenstand an.

1534 Die Herren von Staufen stifteten ein Spital.

1546 Das spätgotische Rathaus mit angebautem Treppenturm und prächtigem Saal wurde errichtet.

1602 Nach dem Aussterben der Herren von Staufen begann die Burg zu verfallen. Als Amtssitz der nun österreichischen Herrschaft diente fortan das Renaissanceschlösschen auf dem Gelände des Meierhofs.

1628 Österreich verpfändete die Herrschaft Staufen an die Grafen von Schauenburg.

1684 Die vorderösterreichische Eisenverhüttungsanlage wurde von Kollnau nach Staufen verlegt.

1730 Die Eisenverhüttungsanlage wurde wegen der Schäden am Waldbestand abgebrochen.

1738 Das Kloster St. Blasien wurde mit der Herrschaft Staufen belehnt und ließ Stadt und Herrschaft durch einen Obervogt verwalten.

1806 Staufen kam an das Großherzogtum Baden und wurde Sitz eines Bezirksamtes.

1936 Nach der Auflösung des Bezirksamtes Staufen wurde die Stadt dem Landkreis Müllheim zugeordnet.


Autor: Hans-Jürgen van Akkeren (17.07.2026)
Quelle: Leo-BW Staufen im Breisgau