Burgen im mittelalterlichen Breisgau
Emmendingen
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Burg Hachberg
Burg Hachberg (Hochburg), Emmendingen
Führungen auf der Burgruine Hachberg
Bei Emmendingen steht die Burgruine Hachberg, die drittgrößte Burgruine in Baden.
In historischer Gewandung führen Werner und Annerose Bauer vom Verein zur Erhaltung der Hochburg e.V., Emmendingen. Erfahren Sie alles über die Burg, den alltäglichen Freuden, und Beschwernissen ihrer Bewohner und den markgräflichen Untertanen.Informationen. Anfragen und Buchungen:
Tourist Inforamation Emmendingen
Tel: 076417194 33
http://www.emmendingen.de/
oder: Annerose Bauer
Tel: 07641/31 83 oder{mosmap width='500'|height='500'|lat='48.117259'|lon='7.900586'| zoom='17'|mapType='Satellite'|text='Burg Hachberg bei Emmendingen'|tooltip='Hochburg'| marker='1'|align='center' }
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Emmendingen - Hochburg
Hochburg 
Alternativname(n) Burg Hachberg,
Hochberg (1406)Landkreis Emmendingen Gemeinde Windenreute Entstehungszeit vor 1127 Ersterwähnung 1127 Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Ruine Lage Kammlage Geografische Lage 48.11705/7.90048 Höhenlage 343,6 m ü. NHN Staatliche Schlösser
und Gärtenhochburg-emmendingen.de Burgverein hochburg.de Burgführungen www.hochburg.de/start/
fuehrungen.htmlBurgmuseum Emmendingen - Hochburg, Burg Hachberg
Lage
Die Burg steht heute auf dem Stadtgebiet Emmendingen, Gemarkung Windenreute und ist im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Die Hochburg liegt ca. 4,5 km östlich von der Kreisstadt Emmendingen auf einer Felsenerhebung des Hornwaldes.
Nach der Burg Rötteln bei Lörrach, ist sie die größte Burgruine des badischen Oberlandes.
Der heutige gewaltige Burgkomplex stammt hauptsächlich aus den Bauten des 13. bis 17 Jh., größtenteils aus der letzten Periode.
Plötzlich über vier Mal so groß!
Neu entdeckte Festungswerke um die Hochburg bei Emmendingen
Bei der Erfassung archäologischer Bodendenkmale haben neue Prospektions- methoden wie der Airborne-Laserscan neue Möglichkeiten eröffnet. Gelände- formationen im Wald können damit ergänzend zu der bereits seit Langem sys- tematisch betriebenen Luftbildarchäologie erkannt werden. Das Potenzial, das in der Anwendung dieser Methode liegt, lässt sich anhand der barocken Festungsanlage Hochburg bei Emmendingen veranschaulichen.{joomplu:436 type=thumbnail} Emmendingen, Hochburg.
Airborn-Laserscan ergänzt mit der entzerrten
Lage der historisch überlagerten Festungswerke.
1 Hochburg; 2 Festungswerk Hornwald;
3 Hornwerk am nördlichen Zugang; 4 Meierhof.
Dr. Bertram Jenisch
Gesamter Inhalt des Aufsatzes: http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/download/36513/30172Hochburg Emmendingen Landesmedienzentrum 1961
Geschichte zur Burg Hachberg
Im ll. Jahrhundert gründete vermutlich Dietrich von Hachberg aus dem Hause der Grafen von Nimburg die erste Burganlage. 1127 Erste urkundliche Erwähnung in einer Urkunde des Bischofs Uldarich von Konstanz - Allodium ad Hachberg 1161 Vertragsabschluß auf der Burg HACHBERG über den Kauf von Grund und Boden zur Gründung des Klosters Tennenbach in Gegenwart von Markgraf Hermann IV. v.Baden und vielen Adeligen aus dem Breisgau. 1218 Heinrich I. Markgraf von Baden begründete die Linie der Markgrafen von Baden-Hachberg mit Sitz auf der HOCHBURG. 1352 Friedrich von Üsenberg († 1354) verkauft die Stadt KENZINGEN samt der Herrschaft Kirnburg für 2440 Mark Silber an seinen Schwager Markgrafen Heinrich IV. von Hachberg. Dieser bestätigt die Rechte der Stadt, anerkennt aber nicht die seit 1298 bestehende österreichische Lehenhoheit. 1354 Die Kenzinger Linie der Üsenberger stirbt aus. KENZINGEN kommt in den Besitz der Markgrafen von Hachberg. 1365 Markgraf Heinrich IV. von Hachberg klagt vor dem kaiserlichen Lehensgericht. Ergebnis: KENZINGEN und die Herrschaft Kirnburg bleiben Rudolf von Österreich unterstellt. 1366 Die Stadt Freiburg erhält den kaiserlichen Befehl zur Lösung des Bündnisses mit KENZINGEN. Erklärung der Reichsacht über Markgraf Heinrich IV. von Hachberg. 1389 Markgraf Otto I. fällt in der Schlacht bei Sempach auf Seiten der Habsburger gegen die Eidgenossen. Teilung von Burg und Herrschaft HACHBERG zwischen seinen Brüdern Johann und Hesso. Erste schriftliche Benennung von Teilen der Burg. 1406 Graf Rudolf von Hohenberg, Graf Johann von Lupfen und Walter von Klingen urteilen im Streit zwischen Markgraf Rudolf von Hochberg und Burkart Münch von Landskron wegen der hohen Gerichtsbarkeit zu Schliengen. (GLA KA 21 Nr. 6714 / 29. März 1406) 1415/18 Markgraf Bernhard I. von Baden erwirbt von dem völlig verschuldeten Markgrafen Otto II., Burg und Herrschaft HACHBERG für 80.000 Rheinische Gulden. 1420 Kaiser Sigismund verpfändet die Stadt Kenzingen und Herrschaft dem Markgrafen Bernhard I. von Baden, später dem Hermann von Snewelin von Landeck. 1424 Im Krieg des Oberrheinischen Städtebundes gegen Markgraf Bernhard I. v. Baden kann sich die Burg behaupten, während Emmendingen zerstört wird. 1525 Vergeblicher Versuch aufständischer Bauern, die Burg zu stürmen. 1553-77 Grundlegende bauliche Neugestaltung der Burg nach den Erkenntnissen der aktuellen Befestigungsbauweise durch Markgraf Karl II. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts Ausbau zur Landesfestung unter Markgraf Georg Friedrich, durch den Bau von sieben Bastionen rund um die Burg. 1634-36 Einschließung der Burg durch Truppen der Katholischen Liga im 30 - jährigen Krieg. Kapitulation der Besatzung nach 2-jähriger Belagerung. Anschließend Demolierung und Schleifung der Anlage. 1660-78 Wiederaufbau und Modernisierung der Festung. 1679 Der Friede von Nymwegen beendet den Holländischen Krieg und spricht den Franzosen Breisach und Freiburg zu. 1681 Freiwillige Zerstörung der äußeren Werke um einem Präventivschlag der Franzosen entgegen zu wirken. 1684 Ein Brand vernichtet die Oberburg. 1688/89 Besetzung der Burg durch Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. und anschließende Sprengung der noch vorhandenen inneren Festungswerke. 1699 Ein Wiederaufbau wird wegen der hohen Kosten und wegen der erwiesenen Wirkungslosigkeit der Festung ohne entsprechende Unterstützung durch Feldarmeen verworfen. Seitdem verfallen die zerstörten Bauten weitgehend. Ende des l9.Jahrh. wurden erste bauliche Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen ergriffen, die auch in den Anfangsjahren unseres Jahrhunderts weitergeführt wurden. Die beiden Weltkriege unterbrachen die Arbeiten an der Ruine. Seit 1971 wird die Burganlage durch den Verein zur Erhaltung der Hochburg mit Sitz in Emmendingen und seinen Helfern in ehrenamtlicher Arbeit betreut. Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V. Emmendingen
https://www.hochburg.de/
Geschäftsstelle:
Rathaus, Landvogtei 10, 79312 Emmendingen
Geschichtliche Austellung in der Burgruine Hochburg
Emmendingen, Tel: (07641) 452219
Öffnungszeiten: 01.04. -31.10., So. & Feiertags 14.00-18.00 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung.Historix-Führungen in Gewandung auf der Burg Hachberg


Stahlstich von Lederle um 1879{youtube}vMRLhW2dZ5U|400|298|0{/youtube}
Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
Link: http://youtu.be/vMRLhW2dZ5UText/Fotos/Film: Hans-Jürgen van Akkeren
Quelle: Broschüren von Rolf Brinkmann, Bahlingen.
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Publikationshinweis: Nachrichtenblatt 3/2015 Denkmalpflege Baden-Württemberg (Emmendingen, Waldkirch)
Publikationshinweis: Nachrichtenblatt 3/2015 Denkmalpflege Baden-Württemberg
3D-Laservermessung auf der Hochburg Emmendingen von Pfisterei und Rossmühle
Hochburg bei Emmendingen, Pfisterei & Rossmühle by LADBW on Sketchfab
Nachrichtenblatt 3/2015 der Denkmalpflege Baden-Württemberg online
Die Version des Nachrichtenblattes steht ab sofort zum Download bereit. Unter anderem wird darin über das letzte Wandbild Oskar Schlemmers, die Klosterkirche in Wittichen, das ehemalige Reichskloster St. Margarethen in Waldkirch und die terrestrische Laservermessung auf der Hochburg bei Emmendingen berichtet. Zudem informiert das Nachrichtenblatt über seine E-Journal-Ausgabe.
Download-Link: http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/issue/download/2341/343
Quellen:
- http://www.denkmalpflege-bw.de
- http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/issue/view/2341
- http://www.denkmalpflege-bw.de/denkmale/projekte/archaeologische-denkmalpflege/3d-modelle/emmendingen-hochburg.html
- http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/issue/viewIssue/2341/343
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Tennenbach - Zisterzienserorden
Kloster Tennenbach {joomplu:778 type=thumbnail|alttext=Bewuchsmerkmale des Klosters Tennenbach 26.08.2022. Luftbildaufnahme: Hans-Jürgen van Akkeren}
Bewuchsmerkmale des Klosters Tennenbach 26.08.2022
Luftbildaufnahme:
Hans-Jürgen van AkkerenAlternativname(n)
SchreibweisenTenibach (1161);
monasterium sanctae Marie in Tennibach (1178);
monasterium Porte celi, quod antiquitus Tennibach consueverat nuncupari (1209);
closters ze Tennybach des ordens von Cytels (1351);
gottshauß Thennenbach, Cistertzer ordens, Constantzer bistumbs, in dem Preißgaw gelegen (1650)Landkreis Emmendingen Gemeinde Tennenbach Entstehungszeit 1158 Ersterwähnung 1161 Auflösung 1806 Gründungsstifter vermutlich auf
Vermittlung Herzog
Bertolds IV. von
ZähringenZugehörigkeit Zisterzienser Erhaltungszustand abgeganen,
Kapelle erhaltenGeografische Lage 48.14491/7.89443 Höhenlage 265 m ü. NHN Kloster Tennenbach
Kloster bis auf eine Kapelle abgegangenLage
Das ehemalige Zisterzienserkloster Tennenbach liegt in landschaftlich besonders günstiger Lage am Zusammenfluss von Thannbach und Aubach. An dieser Stelle weitet sich das Brettenbachtal, das in der Vorbergzone des Schwarzwaldes liegt, zu einem geschützten Talkessel. Die sanft nach Süden abfallenden Hänge werden selbst in den Wintermonaten über weite Teile des Tages von der Sonne beschienen. Zugleich treten an den Talflanken zahlreiche Schichtstufenquellen hervor, die eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser ermöglichten. Diese natürlichen Voraussetzungen dürften für die Wahl des Klosterstandorts von großer Bedeutung gewesen sein.
Auch die unmittelbare Umgebung bot wichtige Baumaterialien. An der westlich an das Kloster angrenzenden Talflanke des sogenannten Torrains befinden sich hochwertige Werksteinvorkommen aus Mittlerem Buntsandstein. Auf dieses Material griff man bereits beim Bau der Klosterkirche ab etwa 1160 beziehungsweise 1170 zurück. Auch bei späteren mittelalterlichen Erweiterungen und Umbauten wurde der örtliche Buntsandstein weiterhin verwendet. Die Lage des Klosters verband somit eine geschützte Topografie, gute Wasserversorgung, günstige Sonneneinstrahlung und leicht zugängliche natürliche Baustoffe.
Obwohl zur Geschichte des wohlhabenden Klosters eine umfangreiche schriftliche Überlieferung vorhanden ist, ist über das genaue Aussehen der mittelalterlichen Anlage nur wenig bekannt. Die frühesten erhaltenen Ansichten und Pläne zeigen den Gebäudebestand erst nach dem barocken Neubau. Von den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Klosterbauten haben sich oberirdisch nur wenige Reste erhalten.
Zu den bedeutendsten erhaltenen Bauteilen gehört die Kapelle, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an die Infirmarie, den Krankenbereich des Klosters, angebaut wurde. Weitere Überreste befinden sich im Bereich des Gasthauses „Engel“, wo sich der Keller eines barocken Wirtschaftsgebäudes erhalten hat. Darüber hinaus sind noch einzelne aufgehende Mauerreste sowie Geländestrukturen der inneren und äußeren Klosterumfassung erkennbar.
Da das ehemalige Klostergelände innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes liegt, fanden bislang nur wenige archäologische Eingriffe statt. Eine baubegleitende Untersuchung wurde 1991 anlässlich der Verlegung einer Wasserleitung durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass Teile der mittelalterlichen Bauten vor der barocken Neubebauung mit Aufschüttungen von bis zu einem Meter Höhe überdeckt worden waren.
Archäologisch-geophysikalische Untersuchungen in den Jahren 2012, 2014 und 2022 bestätigten diese Beobachtung. Durch die zerstörungsfreien Prospektionen konnten zahlreiche weitere Strukturen im Untergrund nachgewiesen werden. Sie liefern wichtige Hinweise auf die Gestalt und Ausdehnung der früheren Klosteranlage und tragen dazu bei, das bislang nur unvollständig bekannte Erscheinungsbild des mittelalterlichen Klosters Tennenbach schrittweise zu rekonstruieren.
{joomplu:775 type=thumbnail|alttext=Geophysikalische Untersuchrung Kloster Tennenbach. Harald von der Osten und Bertram Jenisch. Foto: 2022-10-22 Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:783 type=thumbnail|alttext=Dr. Harald von der Osten während der geophysikalischen Untersuchrung des Klosters Tennenbach Oktober 2022. Luftbildaufnahme Hans-Jürgen van Akkeren.} Geophysikalische Untersuchrung Kloster Tennenbach Oktober 2022
vlnr: Harald von der Osten und Bertram Jenisch in Tennenbach.
Foto: Hans-Jürgen van AkkerenDr. Harald von der Osten während der geophysikalischen Untersuchrung des Klosters Tennenbach Oktober 2022. Luftbildaufnahme Hans-Jürgen van Akkeren. {joomplu:777 type=thumbnail|alttext=Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.} {joomplu:776 type=thumbnail|alttext=Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.} Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022. Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022. Bibliothek und Archiv des Klosters Tennenbach
Die Bibliothek des Klosters Tennenbach wurde seit dem 15. Jahrhundert mehrfach zerstört und geplündert. Dauerhaft erhalten blieb vor allem der im 18. Jahrhundert neu aufgebaute Bestand. Bei der Aufhebung des Klosters umfasste die Bibliothek etwa 7.000 Bände. Ein Teil, darunter zahlreiche Handschriften, gelangte an die Hofbibliothek Karlsruhe, der größere Bestand an die Universitätsbibliothek Freiburg. Heute sind noch ungefähr 40 Handschriften sowie fast 80 frühe Drucke, sogenannte Inkunabeln, erhalten. Darunter befinden sich auch Werke antiker und humanistischer Autoren.
Als älteste erhaltene, im Kloster entstandene Handschrift gilt eine 1450 begonnene Sammlung von Privilegien und Altarweiheurkunden. Seit dem 15. Jahrhundert sind zudem einzelne Schreiber namentlich bekannt, zeitweise lässt sich auch eine klostereigene Buchbinderwerkstatt nachweisen. Im 17. Jahrhundert traten unter anderem Konrad Burger und Michael Riegger als Autoren hervor.
Von besonderer Bedeutung ist das Tennenbacher Güterbuch. Es wurde zwischen 1317 und 1341 von Johannes Zenlin angelegt, der zunächst Cellerar und später Abt des Klosters war. Das reich ausgestattete Werk dokumentiert Rechte und Besitzungen in 233 Orten und enthält außerdem Urkunden, Regesten und Teile des Freiburger Stadtrechts. Ergänzt wurden die Einträge durch Ortsbesichtigungen und Zeugenaussagen. Eine Eingangsminiatur zeigt beispielsweise die Befragung eines Bauern.
Auch das Klosterarchiv erlitt im Bauernkrieg und besonders während des Dreißigjährigen Krieges erhebliche Verluste. Die bei der Säkularisation noch vorhandenen Unterlagen wurden überwiegend in das Generallandesarchiv Karlsruhe überführt. Dort bilden 1.286 Urkunden einen eigenen Bestand. Weitere Dokumente befinden sich unter anderem in Villingen, Innsbruck, Freiburg, Endingen und Kenzingen sowie in verschiedenen Pfarrarchiven.
Kirche und Konventsbauten des Klosters Tennenbach
Nach der Verlegung vom ursprünglichen Gründungsort Sunnenzil entstand am endgültigen Standort seit dem späten 12. Jahrhundert eine umfangreiche Klosteranlage. Im Mittelpunkt stand die Klosterkirche, deren abschließende Weihe vermutlich erst in der Mitte der 1220er Jahre erfolgte. Der sorgfältig aus Quadersteinen errichtete Bau war etwa 55 Meter lang und 18 Meter breit. Er besaß ein dreischiffiges Langhaus, ein ausladendes Querhaus mit Seitenkapellen und ein flach geschlossenes Sanktuarium. Die mittelalterliche Kirche blieb bis zur Aufhebung des Klosters bestehen. Ab 1832 wurden die Gebäude zum Abbruch versteigert; Steine und Ausstattungsteile der Kirche fanden beim Bau der Freiburger Ludwigskirche Verwendung, die 1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde.
Südlich der Kirche lagen die zweigeschossigen Konventsgebäude, die einen annähernd quadratischen Kreuzgang umschlossen. Im Ostflügel befanden sich unter anderem der Kapitelsaal und das Dormitorium, im Westen lag der Bereich der Konversen. Der Südflügel nahm das Refektorium auf, dem im Kreuzhof ein Brunnenhaus gegenüberstand. Östlich der Klausur befand sich die Infirmarie, die über einen Verbindungsgang erreichbar war. Eine innere Mauer umschloss die Klausur und den Mönchsfriedhof. Die Wirtschaftsgebäude lagen vor allem im Westen und Südwesten. Das gesamte Klosterareal war von einer rund 1,3 Kilometer langen Ringmauer mit vorgelagertem Graben umgeben. Teile dieser Befestigung sind bis heute erhalten.
Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Anlage erweitert. Vor die Westfassade der Kirche setzte man eine Vorhalle. Um 1260 entstand an der Infirmarie eine hochgotische Kapelle mit polygonalem Ostabschluss. Sie wurde im Bauernkrieg beschädigt, später verändert und beim barocken Umbau als Begräbniskapelle weitergenutzt. Südlich der Infirmarie lagen vermutlich Küche, Abtshaus und Unterkünfte für Gäste. Außerhalb der Klausur befanden sich die Klostermühle und weitere Wirtschaftsgebäude. An den Zugängen im Norden und Südwesten lassen sich größere Gebäudekomplexe erkennen, die wahrscheinlich der Aufnahme und Versorgung von Gästen und Kranken dienten. Ein erhaltener Inschriftenstein belegt den Bau eines neuen Torhauses im Jahr 1376.
Nach einem Brand im Jahr 1723 wurde die Klosteranlage unter Leitung des Vorarlberger Baumeisters Peter Thumb zwischen 1726 und 1743 weitgehend im barocken Stil neu gestaltet. Erhalten blieben im Wesentlichen die Kirche, die Umfassungsmauern und Teile älterer Grundmauern. Vor dem Neubau erhöhte man das Gelände durch Aufschüttungen. Das Kreuzganggeviert wurde nahezu verdoppelt, der Südflügel weiter nach Süden verlegt und der Kreuzhof mit einem zentralen Schalenbrunnen ausgestattet.
Der Westflügel erhielt eine repräsentative Schaufassade mit hervorgehobenem Mittelportal und neu angelegtem Hauptzugang. Der auf etwa 75 Meter verlängerte Südflügel wurde ebenfalls als Schauseite gestaltet. Im Südwesten entstand ein großer Gästetrakt, der sogenannte Kavalierbau. Östlich davon legte man einen formalen Garten mit Orangerie an. Für diese Neubauten wurden ältere Gebäude, darunter die mittelalterliche Infirmarie, abgebrochen.
Von großer Bedeutung war außerdem das ausgeklügelte Wassersystem des Klosters. Es bestand bereits seit der Gründungszeit und versorgte die Anlage mit Brauch- und Trinkwasser. Die Brauchwasserkanäle wurden von drei großen Stauweihern gespeist. Das Trinkwasser gelangte vermutlich aus Quellen nördlich der Infirmarie über eigene Leitungen bis zum Brunnenhaus im Kreuzgang.
{joomplu:779 type=thumbnail|alttext=Kapelle Tennenbach. Foto April 2020 Hans-Jürgen van Akkeren} {joomplu:782 type=thumbnail|alttext=Tennenbach Kapelle mit Blick zum Gasthaus Engel. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.} Kapelle Tennenbach.
Foto April 2020 Hans-Jürgen van AkkerenTennenbach Kapelle mit Blick zum Gasthaus Engel.
Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.{joomplu:780 type=thumbnail|alttext=Nördlicher Hanggraben Kloster Tennenbach. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:781 type=thumbnail|alttext=Oestliche Umfassungsmauer des Klosters Tennenbach. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.} Nördlicher Hanggraben Kloster Tennenbach.
Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.Oestliche Umfassungsmauer des Klosters Tennenbach.
Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.Geschichte
Jahr Ereignis 1158 Wahrscheinlich trafen die ersten Mönche aus dem Kloster Frienisberg am künftigen Standort Tennenbachs ein. Eine heute nicht mehr erhaltene Inschrift im Kreuzgang nannte dieses Jahr als Gründungsdatum. 1161 Abt Hesso kam mit weiteren Mönchen aus Frienisberg nach Tennenbach. Die Ansiedlung erfolgte vermutlich auf Vermittlung Herzog Bertolds IV. von Zähringen. Dieses Jahr wird in der Tennenbacher Gründungsnotiz genannt. Um 1180 Das Kloster wandte sich den Staufern zu und ging ein engeres Schutzverhältnis mit ihnen ein. Diese Entscheidung war innerhalb des Konvents umstritten und führte zum Auszug einer zähringerfreundlichen Gruppe. 1178 Papst Alexander III. bestätigte erstmals pauschal Besitz des Klosters im Raum Freiburg. Im selben Jahr wurde der spätere Tennenbacher Mönch Hugo geboren. 1207 Spätestens in diesem Jahr war Bertold von Urach, ein Neffe Herzog Bertolds V. von Zähringen, zum Abt von Tennenbach gewählt worden. 1209 Hugo trat in das Kloster Tennenbach ein. Er wurde später wegen seines als vorbildlich angesehenen Lebens verehrt. 1219 Roggenbach wurde erstmals als Grangie, also als klösterlicher Eigenwirtschaftshof, erwähnt. 1220 Graf Egino IV. von Urach bestätigte die Übertragung eines Hofkomplexes bei Freiburg an das Kloster. Zugleich erhielt Tennenbach Wasserrechte für den Betrieb einer Getreidemühle. Spätestens 1226 Zum Freiburger Hof des Klosters gehörte neben der bereits vorhandenen Getreidemühle eine weitere Mühle. 1226–1256 Rudolf von Zähringen stand dem Kloster als Abt vor und prägte durch sein als vorbildlich geltendes Leben das spirituelle Ansehen Tennenbachs. 1237–1240 Auf der Freiburger Grangie wurde eine Kapelle für die dort lebenden Mönche, Konversen und Bediensteten fertiggestellt. 1239 Markgraf Hermann V. gestattete seinen Ministerialen, dem Kloster bewegliche und unbewegliche Güter zu übertragen. Nach 1250 Die Vogtei über das Kloster ging auf die Grafen von Freiburg über. Diese förderten Tennenbach durch Stiftungen und nutzten das Kloster als Familiengrablege. 1259 Graf Konrad I. von Freiburg erlaubte seinen Vasallen und Ministerialen, dem Kloster Güter und Renten für ihr Seelenheil zu übertragen. In der Folge erhielt Tennenbach zahlreiche Schenkungen. 1260 Im Konvent lebten 17 Priestermönche und sieben Laienbrüder. 1264 Der seit 1209 in Tennenbach lebende Mönch Hugo starb. Nach seinem Tod wurde eine Heiligenvita über ihn verfasst. Ab 1273 Das Kloster begann mit umfangreicheren Erwerbungen auf der Baar. Villingen entwickelte sich dort zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Tennenbacher Besitzes. 1279–1297 Meinrad von Stühlingen amtierte als Abt. Er stammte aus einer Freiburger Familie mit engen Beziehungen zum städtischen Patriziat. 1291 Der Graf von Freiburg befreite den Klosterbesitz in der Stadt Freiburg von Gewerft und Steuern. Bis 1296 Die Grangie Langenbogen wurde durch Zukäufe und die Verdrängung bäuerlicher Betriebe zum größten Eigenwirtschaftshof des Klosters ausgebaut. 1297–1310 Meinrad von Munzingen leitete das Kloster als Abt. Auch er entstammte einer Freiburger Familie mit engen Verbindungen zum Patriziat und zur Familie von Falkenstein. Nach 1300 Neben dem Adel traten zunehmend Bürger aus Freiburg und Villingen als Stifter auf. Schenkungen standen häufig mit dem Klostereintritt von Familienangehörigen in Zusammenhang. 1310 Tennenbach erwarb das Bürgerrecht in Villingen. Für die Grangie Roggenbach ist außerdem ein eigener Grangienmeister belegt. 1317 Die Grangie Vörstetten wurde bis zu diesem Jahr durch Konversen in Eigenwirtschaft betrieben. 1319 Die Grangie Roggenbach wurde in einzelne Lehen aufgeteilt. 1323 Das Kloster erwarb in Villingen ein Steinhaus. 1326 Die zuvor vollständig in Eigenwirtschaft betriebene Grangie Langenbogen wurde verpachtet. Auch der Mutterstegenhof war spätestens zu diesem Zeitpunkt verpachtet. Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts Im Konvent ist eine größere Zahl von Neueintritten aus der Bürgerschaft von Villingen und Rottweil festzustellen. In der Klosterkirche waren zwölf Altäre vorhanden. 1336 Johann Zenlin wurde Abt von Tennenbach. Außerdem richtete das Kloster sein wirtschaftliches Interesse in Kiechlinsbergen auf den Erwerb von Zehntrechten. 1341 Die erste umfassende Eintragungsschicht des Tennenbacher Güterbuchs wurde abgeschlossen. Das Werk dokumentiert den Höhepunkt des mittelalterlichen Besitzstandes. 1344 Tennenbach erwarb in Kiechlinsbergen den Andlauischen Fronhof einschließlich des Schultheißenamtes. Mitte des 14. Jahrhunderts Tennenbach gehörte zu den einflussreichsten und kapitalstärksten Klöstern des Breisgaus. Sein Einflussbereich erstreckte sich zeitweise auf 71 Orte. In Freiburg bezog das Kloster Einkünfte aus etwa 27 Häusern. 1336–1353 Abt Johann Zenlin, der Schöpfer des Tennenbacher Güterbuchs, prägte die Entwicklung des Klosters nachhaltig. 1353–1368 Johannes Hase aus einer Kenzinger Ministerialenfamilie amtierte als Abt. Er war der letzte Abt Tennenbachs aus einer Familie ministerialer Herkunft. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts Die Eigenbewirtschaftung der insgesamt 14 klösterlichen Grangien wurde weitgehend aufgegeben. 1360–1370 Ein Abgabenverzeichnis des Bistums Konstanz bewertete Tennenbach mit 500 Mark Silber. Damit war es das am höchsten taxierte Kloster des Breisgaus. Ab den 1360er Jahren Infolge von Pest, Agrarkrise und wirtschaftlichen Veränderungen konzentrierte das Kloster seine Tätigkeit stärker auf den nördlichen Breisgau und Freiburg. 1362 Die Grangie Hügelheim wurde vermutlich bis zu diesem Jahr noch in Eigenwirtschaft betrieben. 1367 Zumindest Teile der außerhalb Freiburgs gelegenen Grangie waren verpachtet. 1368 Mit der Übernahme der Stadtherrschaft über Freiburg etablierten sich die Herzöge von Österreich dauerhaft in der Region und erhoben Anspruch auf die Schutzvogtei über Tennenbach. 4. Mai 1373 Das Kloster kaufte für 80 Mark Silber einen Hof in der Freiburger Schneckenvorstadt. Dieser diente als repräsentative Unterkunft und als sicherer Rückzugsort innerhalb der Stadtmauern. 1372 Kaiser Karl IV. übertrug dem Markgrafen von Hachberg offiziell die Schutzvogtei über das Kloster. 1373 Kaiser Karl IV. bestätigte auch den Herzögen Albrecht und Leopold von Österreich die Schutzvogtei. Die Markgrafen von Hachberg wirkten anschließend als habsburgische Untervögte. 1389 Nach dem Erwerb eines sicheren Hofes innerhalb der Freiburger Stadtmauer wurde die außerstädtische Grangie von einem weltlichen Verwalter bewirtschaftet. 1407 Durch einen weiteren Erwerb vergrößerte das Kloster seine Vogteirechte in Kiechlinsbergen. 1414 Tennenbach erwarb weitere Zehntrechte in Kiechlinsbergen. 1415 Die Herrschaft Hachberg ging an Markgraf Bernhard I. von Baden über. Dadurch wurde der Streit um die Schutzvogtei erneut verschärft. 1438 Markgraf Jakob von Baden beurkundete seine Schutzfunktion über Tennenbach nach dem Vorbild älterer kaiserlicher und königlicher Freiheitsbriefe. Das Kloster erkannte diese an. Mitte des 15. Jahrhunderts In der Klosterkirche waren 19 Altäre sowie Reliquien von 672 Heiligen vorhanden. Wirtschaftskrisen und Konflikte hatten den weiteren Aufstieg des Klosters gebremst. 1461 Das Kloster erwarb weitere Rechte an der Vogtei Kiechlinsbergen. Ab 1468 Tennenbach erschien regelmäßig in der Matrikel der vorderösterreichischen Landstände. Nach 1475 Der Tennenbacher Konventuale Claus Schreig verfasste eine Rhetorik der Briefe mit einer Sammlung von Musterbriefen. 16. Oktober 1473 Die markgräfliche Vogtei über das Kloster wurde kaiserlich bestätigt. Die Habsburger erkannten diese Entscheidung jedoch nicht an. 1475 Erzherzog Sigismund von Tirol setzte den habsburgischen Vogteianspruch unter Androhung von Gewalt durch. Tennenbach blieb danach bis 1806 unter habsburgischem Schutz. 1482–1487 Das Kloster verlor einen Teil seiner Verwaltungsautonomie in Freiburg. Der Schaffner des dortigen Klosterbezirks musste nun aus der Freiburger Bürgerschaft stammen. 1498 Ein Urbar dokumentierte in Freiburg Einnahmen aus 33 Häusern, zwei Schleifen und einer Trotte. 1508 Nach langwierigen Rechtsstreitigkeiten verkaufte das Kloster sämtliche Besitzungen auf der Baar. 1517 Durch einen weiteren Kauf gelangte schließlich die gesamte Vogtei Kiechlinsbergen in die Verfügung des Klosters. 27. April 1525 Der Tennenbacher Verwalter verließ den Klosterhof in Kiechlinsbergen, bevor aufständische Bauern die Anlage plünderten. Dieser Vorgang bildete einen Ausgangspunkt des Bauernaufstands am Kaiserstuhl. 28. April 1525 Weitere Aufständische aus benachbarten Orten schlossen sich in Kiechlinsbergen zusammen und organisierten sich militärisch. 3. Mai 1525 Die Bauern erreichten das inzwischen verlassene Kloster Tennenbach. Sie beschädigten die Klausur, zerstörten vermutlich Grabstätten und legten Feuer; die Klosterkirche blieb verschont. 8. April 1526 Der Abt forderte auf dem Tag zu Villingen von den markgräflichen Untertanen 30.000 Gulden Schadensersatz für die Zerstörungen des Bauernkriegs. Ab 1527/1529 Eine kleine Mönchsgemeinschaft bezog wieder Teile der zerstörten Klostergebäude. Der Abt lebte jedoch weiterhin im Freiburger Klosterhof. 1540 Abt Johannes starb in Freiburg. Anschließend wurde Johannes Rath aus Emmendingen zum Übergangsabt gewählt. 1541/1542 Mönche aus dem aufgehobenen Kloster Bebenhausen kamen nach Tennenbach. Mit der Wahl Sebastian Lutz’ zum Abt wurde das Kloster personell und organisatorisch neu begründet. 1542 Sieben Konventualen wählten Sebastian Lutz zum Abt. 1550 Der badische Thronfolger verlangte unter Berufung auf Atzungsrechte Einlass in das Kloster. Die vorderösterreichische Regierung in Ensisheim untersagte ihm den Zutritt. Nach 1555 Nach dem Übertritt Markgraf Karls II. zum Protestantismus wurde Tennenbach zu einer katholischen Enklave innerhalb der evangelischen Markgrafschaft Baden. 1571 Die vorderösterreichische Matrikel zeigte einen leichten Anstieg der Steuerumlage und damit erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Konsolidierung des Klosters. 1575 Ein Mönchsverzeichnis nennt neun Priestermönche im Kloster. Ab 1577 Der Prior hielt den Gottesdienst für die weltliche Klostergemeinde vermutlich in der heute noch erhaltenen Marienkapelle. 1579 Der Tennenbacher Mönch Jakob Gütschmann verfasste ein „Liber usuum cisterciensis ordinis“ über die Gebräuche des Zisterzienserordens. 1585–1627 Unter Abt Martin Schleher wurden die nach dem Bauernkrieg beschädigten Klostergebäude vermutlich wieder repräsentativ erneuert. 13.–17. Juni 1590 Markgraf Jakob III. ließ Religionsgespräche im ehemaligen Emmendinger Klosterhof abhalten. Tennenbacher Mönche sollten eine mögliche Rückkehr des Landes zum katholischen Glauben begleiten. 15. Juli 1590 Markgraf Jakob III. schwor im Kloster seinem protestantischen Glauben ab und wurde in die römisch-katholische Kirche aufgenommen. 17. August 1590 Nach dem Tod Markgraf Jakobs III. wurde Emmendingen erneut evangelisch. Die Tennenbacher Mönche mussten die kurz zuvor übernommenen Pfarreien wieder verlassen. Um 1600 Die wirtschaftliche und politische Lage des Klosters hatte sich nach Bauernkrieg und Reformation wieder stabilisiert. Der Abt nahm nun auch an Ausschüssen und Landtagen teil. 1601 Im Kloster lebten 14 Mönche. 1607 Michael Riegger fertigte für die Wonnentaler Nonne Barbara Morizin ein zisterziensisches Prozessionale an. 1611 Michael Riegger übergab dem Zisterzienserinnenkloster Günterstal einen nahezu identischen liturgischen Codex. Die vorderösterreichische Matrikel bestätigte zugleich die wirtschaftliche Konsolidierung Tennenbachs. Kurz vor 1632 Der Konvent umfasste 19 Personen. 1632 Der Dreißigjährige Krieg erreichte den Breisgau. Schwedische Truppen plünderten das Kloster; 18 Mönche flohen über Freiburg in das Kloster Wettingen. 1634 Nach dem vorübergehenden Abzug der Schweden kehrte Abt Adam Egerter zeitweise zurück. Zur Wiederaufnahme des Wirtschaftsbetriebs nahm er beim Kloster Wettingen ein Darlehen auf und verpfändete den geretteten Kirchenschatz. 1638 Nach der Eroberung Breisachs durch Bernhard von Weimar fielen die dort gelagerten Tennenbacher Archivalien in dessen Hände. Das Kloster wurde einem schwedischen Obersten zur Nutzung überlassen. Juli 1644 Die Klosteranlage konnte wieder von den Tennenbacher Mönchen genutzt werden. Beginn der 1650er Jahre Ein geregeltes klösterliches Leben und der reguläre Wirtschaftsbetrieb wurden wieder aufgenommen. 3. April 1652 Abt Hugo Buchstetter nahm seinen Wohnsitz wieder im Kloster Tennenbach. 1656 Erstmals seit 1630 wurden wieder neue Ordensprofessen aufgenommen. 1659 Tennenbach übernahm die Ortsherrschaft in Kiechlinsbergen. 1673 Zum Freiburger Stadthof gehörten ein Wohnhaus, ein Hof, eine Scheune, Stallungen, eine Küche und Gärten. 1674 Eine Skizze dokumentierte die Gebäude der Freiburger Grangie, darunter Wohnhaus, Mühle, Kapelle, Scheunen und Brunnen. 1674–1676 Französische und kaiserliche Truppen plünderten das Kloster. Besonders die wieder aufgebaute Bibliothek erlitt schwere Verluste. 1682 Das Kloster erhielt das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Kiechlinsbergen. 1696 Neben dem Abt gehörten dem Konvent 14 Patres, vier Konversen und ein Oblate an. 1704 Französische Truppen verursachten erneut Zerstörungen im Kloster. 1713 Französische Einheiten richteten weitere Schäden an der Klosteranlage an. 1723 Ein Großbrand zerstörte nahezu sämtliche Klostergebäude. Lediglich die Klosterkirche konnte durch den Einsatz der Ordensangehörigen gerettet werden. 1725–1754 Abt Leopold Münzer leitete den Wiederaufbau der Anlage im barocken Stil. 1767/1768 Neben Kirche und Klostergebäuden sind unter anderem ein Wirtshaus, Stallungen, eine Schmiede, eine Ziegelhütte, eine Mühle und der außerhalb gelegene Laberhof dokumentiert. 1768 Der umfangreiche Gebäudebestand des Tennenbacher Klosteramts in Kiechlinsbergen wurde erfasst, darunter Stallungen, Scheunen, Kapelle, Speicher und drei Mühlen. 1778 Die Abtei errichtete in Kiechlinsbergen ein repräsentatives zweistöckiges Amts- und Pfarrhaus mit 18 Zimmern, Festsaal und großem Weinkeller. Ende des 18. Jahrhunderts Im Kloster lebten zwischen 26 und 30 Mönche. 1782 Tennenbach wurde mit mehreren anderen Klöstern zur vorderösterreichischen Kongregation vom heiligen Joseph zusammengeschlossen und musste Beiträge an den Religionsfonds entrichten. 1787 Die geplante Aufhebung des Klosters und die Übertragung seines Besitzes an die Universität Freiburg wurden durch eine persönliche Intervention des Abtes bei Kaiser Joseph II. verhindert. 1795 In Kiechlinsbergen wurde eine neue Trotte ohne Keller errichtet. 1797 Da das Kloster über keine lehrbefähigten Konventualen verfügte, übernahm der Salemer Pater Bernhard Boll eine Lehrstelle für Philosophie und Theologie in Tennenbach. 1798 Das Kloster verkaufte seine außerhalb Freiburgs gelegene Grangie. 1799/1800 Französische Truppen zogen durch die Region und wurden im Kloster einquartiert. Dies verschärfte die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten Tennenbachs. Ab 1802 Teile des Klosterbesitzes sollten zur Entschädigung des Malteserordens verwendet werden. Österreich und das Herzogtum Modena-Breisgau stellten sich jedoch zunächst schützend vor das Kloster. 26. Februar 1803 Der Reichsdeputationshauptschluss blieb für Tennenbach zunächst ohne unmittelbare Folgen. Februar 1806 Der badische Staat übernahm das Kloster Tennenbach. Ab Juni 1806 Eine badische Inventurkommission erfasste Gebäude, Besitzungen, Rechte, Einkünfte, Schulden und Lasten des Klosters. Der Gesamtwert wurde auf rund 559.645 Gulden geschätzt. 1. September 1806 Das Kloster Tennenbach wurde offiziell aufgehoben. Für die verbliebenen Mönche, Novizen, Laienbrüder und Bediensteten wurden Pensionen, kirchliche Stellen oder andere Versorgungsmöglichkeiten vorgesehen. 1806 Zum Klosterbesitz gehörten noch 1.353 Morgen Wald, 68 Morgen Weideland, mehr als 250 Morgen Ackerflächen, mehrere Höfe, Patronatsrechte und Einkünfte aus etwa 40 Orten. In der Klostersiedlung lebten 24 Familien mit insgesamt 121 Personen. 1813–1815 Die ehemaligen Klostergebäude wurden als Militärlazarett genutzt. 1820 Die als „Tennenbacher Colonie“ bezeichnete Siedlung war auf 30 Familien mit insgesamt 140 Personen angewachsen. Ab 1832 Teile der ehemaligen Klosteranlage wurden auf Abbruch verkauft. Steinmaterial und Ausstattung der Kirche wurden für den Bau der Freiburger Ludwigskirche verwendet. Bis Ende 1835 Die letzten Bewohner der Tennenbacher Kolonie wurden aus der ehemaligen Klostersiedlung umgesiedelt. Frühjahr 1836 Wirtschaftsgebäude, Schulhaus und Unterkünfte der früheren Klosterbediensteten wurden abgebrochen. Das gewonnene Baumaterial erzielte einen Wert von etwas mehr als 1.000 Gulden. 27. November 1944 Die in Freiburg unter Verwendung von Tennenbacher Baumaterial errichtete Ludwigskirche wurde bei einem Luftangriff zerstört. {joomplu:736 type=thumbnail|alttext=Bodenkundlich-sedimentologische Untersuchung der ehemaligen Fischweiher in Tennenbach April 2021. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:784 type=thumbnail|alttext=Fotogrammmetrie - Innenraum der Kapelle Tennenbach von Hans-Jürgen van Akkeren.} Film: Hans-Jürgen van Akkeren
Bodenkundlich-sedimentologische Untersuchung
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Fotogrammmetrie - Innenraum der
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Hinweise- Neue Forschungen zum Kloster Tennenbach. Alemannisches Jahrbuch 2021/2022 (Jahrgang 69/70)
- Tennenbacher Güterbuch - Deutsche Digitale Bibliothek: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 66 Nr. 8553
Quellen:
- Leo-BW Badisches Klosterburch - Tennenbach, Zisterzienser
- Das Tennenbacher Güterbuch, Kohlhammer Verlag Stuttgart 1969. S.453
- Forschungsarbeit "Das Zisterzienserkloster Tennenbach im mittelalterlichen Breisgau" von Philipp F. Rupf 2004.
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 134–140.


