Burgen im mittelalterlichen Breisgau
Frauenkloster
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Kenzingen – Zisterzienserinnenabtei Wonnental
Kloster Wonnental {joomplu:611 type=detail|alttext=Kloster Wonnental 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.}
Kloster Wonnental
3D-Rekonstruktion H-J. van AkkerenAlternativname(n)
SchreibweisenNidingen 1203 [1203 bis 1230].
Nydingen 1469.
Wannental 1254.
Wunnental 1256.
vallis iocunda 1312.Landkreis Emmendingen Gemeinde Stadt Kenzingen Entstehungszeit 1230-1240 Ersterwähnung 1242 Auflösung 1806-1807 Gründungsstifter Rudolf I. von Üsenberg Zugehörigkeit Zisterzienser ab 1262 Erhaltungszustand Umbau zu Wohneinheiten
Kirchenchor nicht erhaltenGeografische Lage 48.18511/7.76901 Höhenlage 178 m ü. NHN Kenzingen - Zisterzienserinnenabtei Frauenkloster Wonnental
Einleitung
Das ehemalige Kloster Wonnental bei Kenzingen geht auf eine religiöse Frauengemeinschaft zurück, die bereits in den 1220er- und 1230er-Jahren im Umfeld des Klosters Tennenbach nachweisbar ist. Nach dem Ortswechsel von Niedingen, ließ sich die Gemeinschaft spätestens 1248 beim Dorf Kenzingen nieder und wurde fortan als Kloster Wonnental bezeichnet. Eine wichtige Rolle bei seiner Entwicklung spielten die Herren von Üsenberg, die das Kloster förderten, mit Besitz ausstatteten und es als geistliches Zentrum und Hauskloster ihres Adelsgeschlechts etablierten.
Nach einer zunächst wechselnden Ordenszugehörigkeit wurde Wonnental 1262 endgültig in den Zisterzienserorden aufgenommen. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Frauenkloster zu einer bedeutenden geistlichen und wirtschaftlichen Einrichtung im nördlichen Breisgau. Davon zeugen unter anderem zwei reich ausgestattete Chorgesangbücher aus dem 14. Jahrhundert, die heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt werden.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgehoben. Die Anlage ging anschließend in private Hände über, die Klosterkirche wurde abgebrochen und Teile der Gebäude wurden gewerblich genutzt. Die erhaltenen ehemaligen Klostergebäude dienen heute überwiegend als Privatwohnungen.
Lage
Das ehemalige Kloster Wonnental liegt südlich der Stadt Kenzingen im Landkreis Emmendingen, nahe der Elz. Die Klosteranlage befand sich ursprünglich außerhalb der mittelalterlichen Stadt und war über ihre Besitzungen und wirtschaftlichen Beziehungen eng mit Kenzingen verbunden.
Der heutige Wohnplatz Wonnental gehört zur Gemarkung Kenzingen. Von der historischen Klosteranlage sind nur noch Teile der ehemaligen Konvents- und Wirtschaftsgebäude erhalten. Die frühere Klosterkirche wurde nach der Aufhebung des Klosters abgebrochen. Die Anschrift der ehemaligen Anlage lautet Wonnentaler Weg 21, 79341 Kenzingen.
Geschichte
Jahr Ereignis 1203–1230 Der Ort wird als „Nidingen“ bezeichnet. 1242 Erstmals wird eine Priorin namens Mechtild in Kenzingen erwähnt. Sie erhielt dort Land von Vasallen des Grafen Konrad von Freiburg. 1244 Die „Schwestern von Nidingen bei Kenzingen“ werden erwähnt. 1245 Das Nonnenkloster St. Maria in Wonnental wird als dem Augustinerorden zugehörig bezeichnet. 1248 Die Herren von Üsenberg statteten die Abtei mit Besitz aus. Dazu gehörte das Patronatsrecht über die Kirche in Amoltern. 1248–1253 Die Herren von Üsenberg förderten die Gründung des Klosters Wonnental und statteten die Abtei mit umfangreichem Besitz aus. 1253/1254 Das Kloster Wonnental unterstand fortan dem Zisterzienserorden. 1254 Der Name „Wannental“ ist überliefert. 1254 Papst Innozenz IV. empfahl das Kloster der Gunst und dem Schutz der Üsenberger und bestätigte dessen Rechte und Besitzungen. 1256 Der Name „Wunnental“ ist überliefert. 1312 Der lateinische Name „vallis iocunda“ ist überliefert. 1469 Die Ortsbezeichnung „zuo Nydingen“ ist überliefert. Ohne genaue Jahresangabe Durch weitere Erwerbungen und Schenkungen erlebte das Kloster einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wonnental stand unter der Aufsicht des Abtes von Tennenbach. 1805 Mit der Landgrafschaft Breisgau fiel Wonnental an Baden. 1806 Das Kloster Wonnental wurde aufgehoben. Urkunden Quellen des General Landesarchiv Karlsruhe
1248 9. April 1248. Rudolf von Üsenberg schenkt sein Patronatsrecht in Amoltern dem Kloster Wonnental.
(GLA KA 21 Nr. 315 Verweisung)1254 27. Mai 1254. Papst Innozenz IV. empfiehlt das Kloster Wonnental der Gunst und dem Schutz des Herrn von Üsenberg und dessen Gemahlin.
(GLA KA E Nr. 157)1254 28. Mai 1254. Papst Innozenz IV. bestätigt dem Kloster Wonnental alle Privilegien und Indulgenzen.
(GLA KA E Nr. 158)1254 28. Mai 1254. Papst Innozenz IV. nimmt das Kloster Wonnental in seinen Schutz und bestätigt alle dessen Güter und Rechte.
(GLA KA E Nr. 159)1256 4. Juni 1256. Rudolf und Hesso von Üsenberg gestatten den Nonnen von Wonnental eine Mühle zu bauen.
(GLA KA 21 Nr. 8211)
Erbauung einer Mühle und Bestätigung von deren Privilegien / (1256-)1742-1750
(GLA KA 208 Nr. 440)1256 5. September 1256. Papst Alexander IV. erlaubt dem Kloster Wonnental, den Zugriff auf alle Habe der Schwestern, die in dem Kloster Profess abgelegt haben.
(GLA KA E Nr. 204)1256 5. September 1256. Papst Alexander IV. bestätigt dem Zisterzienser-Orden alle dessen Privilegien und Indulgenzen, Freiheiten und Exemtionen [für Wonnental].
(GLA KA E Nr. 205)1256 9. September 1256. Papst Alexander IV. bestätigt dem Zisterzienser-Orden die Freiheit seiner Angehörigen von der Gerichtsbarkeit und Strafgewalt der Bischöfe [für Wonnental].
(GLA KA E Nr. 212)1256 13. September 1256. Papst Alexander IV. befiehlt der gesamten kirchlichen Hierarchie, das Kloster Wonnental gegen dessen Bedränger zu schützen.
(GLA KA E Nr. 218)1259 16. August 1259. Hesso von Üsenberg bestätigt die Schenkung des Patronatsrechts zu Amoltern an das Kloster Wonnental, welche sein Oheim Rudolf von Üsenberg am 9. April 1248 gemacht hat.
(GLA KA 21 Nr. 315)1263 2. Juli 1263. Papst Urban IV. bestätigt dem Kloster Wonnental das von Rudolf von Üsenberg dem Kloster überlassene Patronatsrecht über die Kirche zu Amoltern.
(GLA KA E Nr. 256)1444 18. Februar 1444. Vertrag zwischen dem Kloster Wonnental mit der Stadt Kenzingen über Steuer, Bede, Fronden, Mühlzoll, Weinungeld, Viehweide, Schafweide etc.
(GLA KA 21 Nr. 4382)1469 Vergabe eines Gutes in Kenzingen, das dem Heiligen St.Niklaus 'Wüstung Nidingen 1203' zugehört, an Hans Bühler zu Kenzingen als Erblehen.
(GLA KA 208 Nr. 201)1523 1523 (1738,1790). Der tennenbachische Weier am Egelsee bei dem Kloster Wonnental. Zum Areal des Kloster Wonnentals gehörten zwei Fischweiher, die sich unmittelbar westlich des Klosterareals befunden haben. Der gößere Fischweiher (Egelsee) war mit einem schmalen Kanal an der Elz angeschlossen.
(GLA KA 208 Nr.- 609)
Reparatur eines Wasserwehrs beim Kloster Wonnental / 1688 (GLA KA 208 Nr. 610)1584 Verzeichnis der Rechnungen, die Hans Speck als ehemaliger Schaffner des Klosters Wonnental geliefert hat.
(GLA KA 208 Nr. 494)1586 11. April 1586. Das Frauenkloster Wonnental bei Kenzingen tritt den Scholarchen des Gymnasiums in Ensisheim eine Schuldverschreibung über 400 Gulden Kapital, verzinst mit 20 Gulden, ab, gegen die Einräumung des Klösterleins Kirnhalden.
(GLA KA Nr. 21 Nr. 199)1637-1698 Entrichtung von Kriegskontributionen an Frankreich und Streitigkeiten mit der Stadt Kenzingen u.a. wegen der Einquartierung.
(GLA KA 208 Nr. 509)1659-1750 Streitigkeiten des Klosters wegen des Mühlenzwangs, der Fischer und des Elzwehrs.
(GLA KA 208 Nr. 440), (1772-1790 siehe GLA KA 208 Nr. 438)1660-1686 Beschwerde des Klosters Wonnental gegen den herrschaftlichen Müller.
(GLA KA 208 Nr. 446)1688 Reparatur eines Wasserwehrs beim Kloster Wonnental.
(GLA KA 208 Nr. 610)1695-1705 Einzug des Weinumgeldes vom Kloster Wonnental.
(GLA KA 208 Nr. 463)1731 10. Januar 1731. Vertrag des Klosters Wonnental mit Johann Traub zu Kenzingen über den Weinumgeld-Admodiator, das Weinumgeld in der Kirnhalden.
(GLA KA 21 Nr. 4584)1742 und
1751Bitte des Klosters Wonnental an die Kaiserin Maria Theresia um Bestätigung ihrer Privilegien.
(GLA KA 208 Nr. 551) (GLA KA 208 Nr. 587)1761 Streitigkeiten zwischen dem Kloster Wonnental und der Stadt wegen Überlassung von Holz für das Bad in Kirnhalden.
(GLA KA 208 Nr. 433)18. Jh. o.D.(18.Jh.). Kirchenordnung und Begräbnisordnung im Kloster Wonnental.
(GLA KA 208 Nr.- 390)1803 Einrichtung einer Mädchenschule im Kloster Wonnental.
(GLA KA 208 Nr. 562)1804 Voranschlag über die nötigen Maurer-, Glaser-, Schlosser-, Hafner- und Zimmermannsarbeiten für den Neubau einer Schule beim Kloster Wonnental.
(GLA KA 208 Nr. 563)1806 Aufhebung des Klosters Wonnental und Pensionierung der Nonnen und Bediensteten.
(GLA KA 208 Nr. 564)Jan. - Dez. 1806 Kommissionsakten des Direktors Stösser über die Besitznahme der Klöster und Stifter im Breisgau und der Ortenau. Enthält: Verzeichnis. Instruktion. Kunstschätze. Besitznahmsakte zu Heitersheim, St. Trudpert, Ebringen, St. Blasien, Säckingen, Beuggen, St. Peter, Tennenbach, Waldkirch, Wonnental, Franziskanerkloster Kenzingen, St. Georgen. Gutachten Stössers in der Klosterfrage: Fortbestand von St. Peter oder St. Blasien. Schulden.
(GLA KA 48 Nr. 5518)1806-1807 Aufhebung des Klosters Wonnental und Übersiedlung der Nonnen in das Kloster Lichtental.
(GLA KA 208 Nr. 549)1807 Erfüllung verschiedener Verpflichtungen des aufgehobenen Klosters Wonnental und Verkauf des Gesundheitsbades zu Kirnhalden.
(GLA KA 208 Nr. 566)1806 bis 1830 Plan über die Außmeßung der dem Kloster Wonnenthal auf dem Kenzinger und Riegler Bann zustehenden Geschäften / mit Notizen.
(GLA KA H Wonnental 1) 44 Seiten über die GrundstücksvermessungQuellen GLA KA = Permalink zum Generallandesarchiv Karlsruhe
Text, Fotos und 3D-Rekonstruktion: Hans-Jürgen van AkkerenQuellen
- Die Pforte 26/27 (2006/2007) (Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde in Kenzingen e.V.) King, Stefan; Jenisch, Bertram: Spurensuche - ein Rundgang durch das ehemalige Kloster Wonnental - „Jucunda Vallis“
- Jürgen Treffeisen - Zisterzienserinnenabtei Wonnental: https://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=Lkr.%20Emmendingen&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=&orte=&buchstabe=&nr=790&thema=Geschichte
- Einleitung: Jürgen Treffeisen: „Zisterzienserinnenabtei Wonnental“, in: Badisches Klosterbuch, LEO-BW – Landeskunde entdecken online, Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 29. Juli 2026. Ergänzend: „Wonnental – Wohnplatz“, Historisches Ortslexikon Baden-Württemberg, LEO-BW.
https://www.leo-bw.de/en/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_badisches_klosterbuch/790/Zisterzienserinnen
- Die Pforte 26/27 (2006/2007) (Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde in Kenzingen e.V.) King, Stefan; Jenisch, Bertram: Spurensuche - ein Rundgang durch das ehemalige Kloster Wonnental - „Jucunda Vallis“
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Neuenburg a. R. - Kloster Gutnau
Kloster Gutnau Alternativname(n)
SchreibweisenGutenau Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Neuenburg a. R. Entstehungszeit um 1181 Ersterwähnung um 1250 Zerstört 1675 August 9. durch
französiche TruppenGründungsstifter Nonne Gutta aus dem
Kloster Sitzenkirch (?)Ordenszugehörigkeit Benediktiner Erhaltungszustand Wüstung, archäologisches
Grabungsschutzgebiet (!)Geografische Lage
der ersten Anlage47.79520/7.55550 Höhenlage 226 m ü. NHN Neuenburg am Rhein - Frauenkloster Gutnau
abgegangenes Kloster- und KirchengebäudeLage
Das Kloster Gutnau lag ca. 2 Km südlich von Neuenburg am Hochgestade des Rheins, an der Westseite der heutigen L 134 (Basler Straße) an der Abzweigung in die Straße Oberer Wald. Die Flurnamen Gutnauer Feld, Klosterau und Frauenhölzle weisen heute noch auf den ehemaligen Klosterbesitz hin.
Der Legende nach soll das Frauenkloster durch die Nonne Gutta aus dem Kloster Sitzenkirch durch Umwandlung eines Adelssitzes in eine klösterliche Niederlassung gegündet worden sein, da sie ihr ererbtes Familiengut ob Neuwenburg an dem Rhyn in der Ouw nicht im Stich lassen wollte [1] (BeJe).
Nördlich des ehemaligen Klosters Gutnau stand im Gewann Mathiasäcker [2] die St. Mathiskirche, ebenfalls abgegangen. Die Kirche gehörte zum abgegangenen Ort Au (Owe), für den 1295 ein Pfarrer her Jacob Milchlt ein lutpriester ze Owe genannt wird. Die Kirche selbt wird 1313 genannt. Es ist nicht bekannt, wann der Ort Owe verlassen wurde. Owe bestand bereits vor der Stadtgründung Neuenburg a. R. Die St. Mathiskirche wurde offenbar im Dreißigjährigen Krieg zerstört.[1]Geschichte
um 1250 Frühester urkundlicher Nachweis des Frauenklosters Gutnau, das dem Kloster St. Blasien unterstand. Es ist nicht gekärt, ob der Niederlassung ein älteres Kloster in der Niederung Klosterau vorausging, das zugunsten des Konvents auf dem Hochgestade aufgegeben worden ist. Der Flurname Klosterau wird mit einer Vorgängeranlage in der Rheinniederung oder auf einer einstigen Rheininstel in Verbindung gebracht. Warum diese verlegt worden sein soll, kann nicht geklärt werden.[1] 1272 Das Kloster Gutnau und das Kloster Sitzenkirch sollen durch Graf Heinrich von Freiburg zerstört worden sein.[1] 1323 Das Kloster wurde erneut durch einen Brand zerstört.[1] 1483 Beim Kloster wird eine Marienkapelle erwähnt.[1] 1492 Das Kloster St. Blasien beantragte beim Papst, dass ihre Niederlassung Gutnau von einem Frauenkloster in eine Benediktinerpropstei umgewandelt wird. Diesem Ereignis soll ein weiterer Brand vorausgegangen sein, der seinen Niedergang herbeigeführt haben soll.[1] 1513 In dem Kloster waren nur noch zwei Nonnen und der Pobst ansässig.[1] 1525 Das Ende des Klosters Gutnau. Nach der Plünderung der Anlage im Bauernkrieg flohen die letzten beiden Nonnen und der Probst nach Neuenburg. Nach dem Niedergang wurden die Güter des Klosters durch einen auf dem Gut sitztenden Schaffner weiter bewirtschaftet. Niminell bestand das Kloster dennoch weiter.[1] 1537 Zu Gutnau wird ein Probst genannt.[1] [Krieger 1903, Sp. 808] 1629 Bauliche Reste des Klosters scheinen noch im 17. Jahrhundert weitgehend erhalten zu sein. 1629 wird durch die kaiserlichen Truppen angeordnet, dass in Gutnau wieder ein katholischer Gottesdienst zu halten ist.[1] 1675 Am 9. August 1675 wurde das Kloster durch französische Truppen unter Feldherr La Broche niedergebrand.[1] Hinweise:
- Benediktinerpropstei Gutnau - Historisches Ortslexikon Baden-Württemberg. In: LEO-BW, Landesarchiv Baden-Württemberg.
- Auf den Spuren eines alten Klosters - 06.04.2016 Stadtzeitung Neuenburg a. R.
- Landesdenkmalamt sucht verschwundenes Kloster bei Neuenburg - Badische Zeitung 05.04.2016
- Copia Plans des Bezircks um das Closter Gutnau, laut Vertrag de dato 6. Aug. 1627 - Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur: H Gutnau 1
Gemarkungsplan, Grenzen farbig, teilweise Grenzsteine, diese mit Buchstaben, Erklärung der Grenzfarben in der Titelkartusche, Flurnamen, Grundstücke mit Buchstaben. Wälder, Matten, Äcker, Gewässer (u. a. Rhein mit Inseln, Rheingestade, Gräben), Straßen und Wege eingezeichnet. Die Orte Ottmarsheim, Schliengen, Gutnau, Auggen mit stilisiert gezeichneten Kirchtürmen markiert, Häuser von Neuenburg am Rhein im Grundriß, St. Matthiaskirche und Heiligkreuzkapelle mit Kirchensymbolen gezeichnet. In der Titelkartusche ist vermerkt: Ein Original hievon hat Neuenburg, Ein ander gleichförmiges die andere Parthei, nemlich St. Blasi. Den Bericht hierzu hat die Statt Neuenburg".
Autor/Künstler: Adam Diezer
Format: 39,5 x 49 cm
Quellen:
- Bertram Jenisch, Archäologischer Stadtkataster Bd. 27, Neuenburg
- Adolf Poinsignon "Ödungen und Wüstungen im Breisgau" in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Bd. 41 / NF 2 (1887) S. 330 "Au bei Neuenburg"
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Riegel - Dominikanerinnenkloster
Dominikanerinnenkloster Riegel Alternativname(n)
SchreibweisenKlausnerinen in Riegel Landkreis Emmendingen Gemeinde Riegel Entstehungszeit um 1450 Ersterwähnung 1483 Auflösung 1779 Gründungsstifter Zugehörigkeit Dominikaner Erhaltungszustand abgeganen Geografische Lage 48.15216/7.74981 Höhenlage 178 m ü. NHN Riegel - Dominikanerinnenkloster
Geschichte
Die Ursprünge des Dominikanerinnenklosters in Riegel am Kaiserstuhl sind weitgehend unbekannt, da die wichtigsten Dokumente während des Dreißigjährigen Krieges verloren gingen. Daher stützen wir uns auf Überlieferungen aus dem 18. Jahrhundert. Nach diesen Berichten schlossen sich in Endingen am Kaiserstuhl zunächst einige Frauen zusammen, die ohne feste Regeln ein gemeinsames Leben des Gebets führten. Später trat die Gemeinschaft in Kontakt mit den Dominikanern aus Freiburg. Einige Schwestern zogen nach Rust am Rhein, tauschten jedoch bald ihren Standort mit drei Benediktinerinnen aus Riegel. In Riegel wuchs die Gemeinschaft durch den Beitritt ortsansässiger Frauen, wodurch sie vermutlich ein Haus in der Nähe der Pfarrkirche erhielt und dort unter der dritten Regel des heiligen Dominikus lebte. Obwohl die erste urkundliche Erwähnung einer „Klausnerin in Riegel“ aus dem Jahr 1483 stammt, lässt der Bau einer Kapelle für die Schwestern in der Pfarrkirche vermuten, dass die Gründung der Terziarinnen um 1450 erfolgte.
Bis zum 16. Jahrhundert lebten in Riegel nie mehr als acht Schwestern gleichzeitig. Anfänglich war der Besitzstand gering, doch durch den Eintritt wohlhabender Bürgerstöchter aus Riegel wuchs das Vermögen des Klosters. Zunächst bewirtschafteten die Schwestern ihre Besitztümer selbst, doch ab dem späten 16. Jahrhundert verpachteten sie Teile ihres Landes als Lehen, bekannt als „Klausnerlehen“ oder „Klausengut“. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das Kloster bereits so wohlhabend, dass es der Gemeinde Riegel eine erhebliche Summe leihen und den Bau der neuen Pfarrkirche finanziell unterstützen konnte.
1633 wurde das Kloster während eines heftigen Gefechts im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. Der Wiederaufbau begann 1684 und bis 1686 entstand ein zweistöckiges Gebäude, das 1712 durch einen Anbau erweitert wurde. In diesem Kloster lebten bis zu 15 Nonnen. Die Gebäude bestehen bis heute und dienen als Pfarrhaus.
Die Pfarrkirche St. Martin bildete den geistlichen Mittelpunkt des Klosterlebens. Den Schwestern war in der Kirche ein abgetrennter Bereich in einer Seitenkapelle zugewiesen, und sie wurden auf einem eigenen Teil des Friedhofs bestattet. In der 1749 geweihten neuen Pfarrkirche erhielten die Schwestern eine Empore im Chor sowie eine Kapelle für ihr Stundengebet.
1765 tauschten die Nonnen ihr Klostergebäude gegen das größere Pfarrhaus, um dort eine neue Klausur, Wirtschaftsgebäude und eine Klosterkirche zu errichten. Die 1769 fertiggestellte Kirche wurde der heiligen Katharina von Siena geweiht, die bereits von den ersten Schwestern in Riegel verehrt wurde. Ob mit diesem Umzug auch eine Änderung der klösterlichen Regeln einherging, ist ungewiss.
Trotz ihrer Bemühungen geriet der Konvent in finanzielle Schwierigkeiten, da die Baukosten ihre Möglichkeiten überstiegen. 1779 ordnete die vorderösterreichische Regierung die Auflösung des Klosters an. Die Schwestern wurden auf andere Klöster verteilt, und die Gebäude wurden versteigert. Nach mehreren Eigentümerwechseln beherbergen sie heute das Kinderheim St. Anton. Die Klosterkirche St. Katharina wurde schließlich säkularisiert und diente nach mehreren Umbauten als Wohnhaus, das später abgerissen wurde, um einer neuen Kapelle Platz zu machen: der 1910 errichteten neugotischen Franz-Xaver-Kapelle.
Text: Hans-Jürgen van Akkeren
Quellen:
- <KB Emmendingen> II/2, 560-562.
- FUTTERER: Das Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Riegel. In: Freiburger Diözesan-Archiv 97 (1977), 5-48.
