BREISGAU-BURGEN.de

von Hans-Jürgen van Akkeren © 1999-2026
E-Mail:

Burgen im mittelalterlichen Breisgau

Kloster

  • Die Abtei Murbach: Ein Juwel der romanischen Baukunst im Elsass

    komoot wanderung zum kloster murbach 1 1 20260714 1456304637  

    Die Abtei Murbach: Ein Juwel der romanischen Baukunst im Elsass

    Ausflugsziel ins Elsass

    Die Abtei Murbach, deren Kirche aus dem 12. Jahrhundert stammt, ist eines der ältesten und bedeutendsten Denkmäler romanischer Baukunst im Elsass. Heute dient die Kirche der Gemeinde Murbach als Pfarrkirche und beeindruckt Besucher mit ihrer historischen Architektur und den kunstvollen Details.

  • Kenzingen - Franziskanerkloster 17. Jh.

    Franziskaner Kloster Kenzingen
    {joomplu:693 type=thumbnail|alttext=Aquarell des Franzinskanerklosters Kenzingen von Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Aquarell - Franziskaner Kloster Kenzingen 1880
    Hans-Jürgen van Akkeren
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
    Mündern brüdern zu Kentzingen (1654);
    Franciscaner kloster (1769);
    Franciscaner convent zu Kentzingen (1773);
    kloster Kentzingen des ordens St. Franziskus (1797)
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Kenzingen
     Entstehungszeit  zwischen 1659-1662
     Ersterwähnung  
     Auflösung  1803
     Gründungsstifter  
     Zugehörigkeit  Franziskaner
     Erhaltungszustand  erhalten,
     heute AWO Plfegeheim
     Geografische Lage  48.19292/7.76727
     Höhenlage  175 m ü. NHN

    Kenzingen - Ehemaliges Franziskanerkloster

    Lage

    Das Kloster wurde auf einem Gelände errichtet, auf dem sich zuvor ein Hof des Klosters Tennenbach befunden hatte. Von dieser älteren Anlage war zunächst die westlich des späteren Klostergebäudes gelegene Annenkapelle erhalten geblieben. Der Sturzstein ihres spätgotischen Portals mit der Jahreszahl 1499 befindet sich heute im Innenhof des Rathauses.

    Die Ausrichtung der Klosteranlage nahm Rücksicht auf die bestehende Siedlungsstruktur. Die Klosterkirche lag mit ihrer südlichen Längsseite unmittelbar an der Straße, während ihre Chorachse nach Südosten ausgerichtet war. Die Konventsgebäude schlossen sich auf der von der Straße abgewandten Nordostseite an. Dahinter erstreckte sich ein weitläufiges Gartengelände bis zur Stadtmauer.

    Kirche und Konventsbauten

    Die ehemalige Klosteranlage entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts innerhalb weniger Jahre. Den Anfang machte 1657 der Bau des Konventsgebäudes, das bereits im darauffolgenden Jahr von der Ordensgemeinschaft bezogen werden konnte. Unmittelbar anschließend begann die Errichtung der Klosterkirche. Ihr Grundstein wurde 1659 gelegt, die feierliche Weihe erfolgte 1662. Mit der Planung und Ausführung waren mit Ruffin Laxner als Baumeister und Vitus Rastpichler als Bauführer zwei Angehörige des Ordens betraut. Unterstützung erhielt das Bauvorhaben vom Kloster Ettenheimmünster, das nicht nur das benötigte Bauholz bereitstellte, sondern auch Baumaterial aus der abgebrochenen Nikolauskapelle im untergegangenen Dorf Nidingen südwestlich der Stadt zur Verfügung stellte. Für die Werksteine verwendete man Buntsandstein aus den Vorkommen der Vorbergzone.

    Die Klosterkirche präsentiert sich als breiter, einschiffiger Bau mit einem gegenüber dem Langhaus eingezogenen Chor, der in einem geraden Abschluss endet. Das hohe Westportal wird von seitlichen Pilastern und einem Rundbogen gerahmt. Im Scheitel befindet sich das für den Franziskanerorden charakteristische Symbol der sich kreuzenden Arme Christi und des heiligen Franziskus unterhalb des Kreuzes. Das kleinere Seitenportal an der Südseite greift diese Gestaltung in vereinfachter Form auf und zeigt im Bogenscheitel die fünf Wunden Christi.

    Langhaus und Chor werden jeweils von einer Tonnenwölbung mit seitlichen Stichkappen überspannt. Auf außenliegende Strebepfeiler konnte verzichtet werden, da die außergewöhnlich starken Außenmauern den seitlichen Schub der Gewölbe aufnehmen. Auf die Gewölbeflächen ist ein dekoratives Rippensystem aus kantigen Graten und flachen Stuckkehlen aufgetragen. Durch die Verlängerung der Kanten der Stichkappen und ihre Verbindung mit den Rippen der gegenüberliegenden Seite entsteht die Wirkung eines spätgotisch anmutenden Netzgewölbes. Diese Gestaltung verbindet traditionelle Gewölbeformen mit der Bauweise des 17. Jahrhunderts.

    Nördlich der Kirche schließt sich der dreigeschossige Konvent an. Seine Gebäudeflügel bilden ein geschlossenes Geviert um einen Innenhof. Ein umlaufender Gang öffnet sich mit Rundbogenarkaden zum Hof und erschließt die einzelnen Räume des Klosters. Vermutlich stammt auch der nach Westen ausgreifende Flügel mit seinen Wirtschaftsräumen aus der ursprünglichen Bauzeit. Er liegt in der Verlängerung des schmalen Gebäudeteils entlang der Kirche und ragt über deren westliche Giebelwand hinaus.

    Nach dem Übergang der Klostergebäude in den Besitz der Stadt im Jahr 1832 erhielten die Bauten neue kommunale Funktionen. In den ehemaligen Konventsräumen wurden unter anderem ein Spital, Schulräume und ein Kindergarten eingerichtet. Die westlich der Anlage gelegene Annenkapelle wurde in dieser Zeit abgebrochen.

    Eine tiefgreifende Veränderung der Klosterkirche erfolgte 1890. Unter dem Chorbogen wurde eine Trennwand eingezogen, wodurch zwei voneinander unabhängige Kirchenräume entstanden. Das Langhaus diente fortan als evangelische Kirche. Vor der neuen Trennwand wurde zwischen den erhalten gebliebenen Seitenaltären ein Kanzelaltar aufgestellt. Der Einbau einer Empore machte außerdem eine Verkleinerung des ursprünglichen Westportals erforderlich.

    Der abgetrennte Chorraum mit dem historischen Hauptaltar wurde dagegen als katholische Krankenhauskapelle genutzt. Für diese neue Funktion erhielt er an der Südseite einen eigenen Außenzugang. Im Inneren wurde zudem eine Empore für die im Krankenhaus tätigen Ordensschwestern eingebaut. Damit vereinte die ehemalige Klosterkirche nun zwei konfessionell getrennte Sakralräume unter einem gemeinsamen Dach.

    Ab 1898 stand das gesamte Gebäudeensemble dem Krankenhaus zur Verfügung. Im selben Jahr wurde über dem Langhaus ein hoher Dachturm errichtet, der drei Glocken aufnahm und das Erscheinungsbild der Kirche nachhaltig prägte. Weitere bauliche Veränderungen folgten 1927. Der nach Westen ausgreifende Gebäudeflügel wurde zu einer hakenförmigen Anlage erweitert. Gleichzeitig entstand eine neue Eingangssituation mit einem überwölbten Vorplatz und einer Pförtnerloge. Ein zusätzliches Portal orientierte sich gestalterisch an den historischen Kirchenportalen und erhielt im Scheitel das Stadtwappen.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurde die ehemalige Klosteranlage 1944 durch Bomben beschädigt. Bei der Renovierung des evangelischen Kirchenraums im Jahr 1961 ersetzte man den bisherigen Kanzelaltar durch einen neuen Altartisch. Die beiden Seitenaltäre wurden von der Trennwand an die Längsseiten des Langhauses versetzt.

    Nach der Schließung des Krankenhauses fanden die Konventsgebäude erneut eine neue Nutzung. Seit 1985 beherbergen sie ein Pflegeheim. Das Langhaus erhielt 1996 wieder einen hohen Dachturm, der als Nachbildung des 1898 errichteten und später verlorenen Turmes ausgeführt wurde. Die heutige Anlage ist damit das Ergebnis einer langen Bau- und Nutzungsgeschichte, in der sich klösterliches Leben, kirchliche Nutzung, kommunale Aufgaben, Krankenpflege und Altenfürsorge miteinander verbinden.

    Geschichte

    JahrEreignis
    1327 Erstmals ist eine Niederlassung der Franziskaner in Kenzingen nachweisbar. Das vermutlich als Bettelstation genutzte Häuslein lag an der Stadtmauer gegenüber dem Spital in der damaligen Weingasse, der heutigen Spitalstraße. Mit der späteren frühneuzeitlichen Klostergründung bestand kein Zusammenhang.

    1628 Die Stadt Kenzingen stellte den Franziskanern der Tiroler Rekollekten- beziehungsweise Reformatenprovinz ein Haus als Unterkunft zur Verfügung.

    1630 Die ersten Franziskanerbrüder siedelten nach Kenzingen über.

    1632 Den Kenzinger Franziskanern wurde die Abhaltung des Gottesdienstes in Emmendingen übertragen.

    1638–1649 Während des Dreißigjährigen Krieges verließen die Franziskaner das Kloster.

    1658/1659 Im Kloster lebten vier Patres und neun Laienbrüder.

    11. Juli 1661 Die Mönchsgemeinschaft wurde zum eigenständigen Konvent erhoben. Der dem heiligen Josef geweihte Hauptaltar besaß das Privileg eines täglichen Ablasses für die Verstorbenen.

    1663 Die Erzbruderschaft des heiligen Franziskus wurde gegründet. Sie nutzte den Altar des heiligen Antonius von Padua und des Prager Jesuskindes.

    1676 Infolge von Kriegseinwirkungen flohen die meisten Brüder in Franziskanerkonvente in der Schweiz. Der Guardian blieb zunächst im Kloster und zog später nach Endingen, wo er in der Peterskirche den Pfarrdienst
    übernahm.

    1699 Neben dem Guardian gehörten dem Konvent zwölf Patres und vier Laienbrüder an.

    Seit dem frühen 18. Jahrhundert Die auswärtige seelsorgerische Tätigkeit der Franziskaner führte wiederholt zu Konflikten mit dem Kenzinger Pfarrklerus.
    Letztes Viertel des 18. Jahrhunderts

    Im Kloster wirkten zwischen zwölf und 17 Patres sowie regelmäßig fünf Laienbrüder. Bis zum Ende des Jahrhunderts ging die Zahl der Ordensangehörigen zurück.
    1772 Die Franziskaner waren in mehr als 20 vorderösterreichischen Orten aushilfsweise in der Seelsorge tätig.

    1772 Die erwarteten jährlichen Einkünfte aus Fleisch, Butter, Eiern, Wein, Früchten, Öl, Gemüse, Holz, weiteren Naturalgaben und Spenden wurden mit insgesamt 4.558 Gulden veranschlagt.

    1784 Eine eigens ausgehandelte Kirchenordnung regelte die Zuständigkeiten der Franziskaner und des Kenzinger Pfarrklerus.

    1784 Das jährliche Budget des Klosters wurde mit 4.431 Gulden kalkuliert.

    1804 Kurz vor der Aufhebung des Klosters lebten dort zehn Patres und vier Laienbrüder.

    Im Zuge der Säkularisation Das Franziskanerkloster wurde aufgelöst. Den verbliebenen Mönchen wurde eine Auswanderung nach Österreich untersagt; sie durften ihren Lebensabend im Kloster verbringen.

    1807 Die Klosterbibliothek wurde entgegen den ursprünglichen badischen Planungen in die Universitätsbibliothek Freiburg eingegliedert.

    1831 Der letzte im Kloster lebende Pater starb. Anschließend verließen auch die verbliebenen Laienbrüder die Anlage.

    1832 Die Stadt Kenzingen erwarb den ehemaligen Klosterkomplex.

    Ohne genaue Jahresangabe Die Gründung des Franziskanerklosters Seelbach ging auf das Wirken der Kenzinger Franziskaner zurück. Sie stellten auch den ersten Konvent in Seelbach.

     

    {joomplu:773 type=thumbnail|alttext=Kenzingen. Eingangsportal der ehemaligen St. Annakapelle. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.}   {joomplu:774 type=detail|alttext=Kenzingen 1939. Fotografie des Franziskanerklosters in der heutigen Eisenbahnstraße.}
    Eingangsportal der ehemaligen St. Annakapelle des Tennenbacherhofs in Kenzingen mit Jahreszahl 1499.
    Ursprünglicher Standort in der heutigen Eisenbahnstraße vor dem Franziskanerkloster.
    Heutiger Standort im Innenhof Rathaus Kenzingen.
    Foto: Hans-Jürgen van Akkeren
      Kenzingen 1939. Fotografie des Franziskanerklosters in der heutigen Eisenbahnstraße.
    Fotograf unbekannt.

     

    Text, Fotos und Aquarell: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quelle: Leo-BW Badisches Klosterbuch, Kenzingen, Franziskaner

  • Kenzingen - Paulinerkloster Kirnhalden

    Kloster Kirnhalden
     
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     vom Heiligen Kreuz in
     Kurenbuch,
     Paulinerklösterlein
     Kirnhalden
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Gemarkung Kenzingen,
     Kirnbachtal
     Entstehungszeit  zwischen 1352/60
     Ersterwähnung  1360
     Auflösung  1579
     Gründungsstifter  Markgraf Heinrich IV. v.
     Hachberg
     Zugehörigkeit  bis 1554 Pauliner
     Erhaltungszustand  kein mittelalterlicher
     Bestand
     Geografische Lage  48.19730/7.84649
     Höhenlage  252 m ü. NHN

    Kenzingen - Paulinerkloster Kirnhalden

    Lage

    Das ehemalige Paulinerkloster „vom Heiligen Kreuz in Kurenbuch“ (Kurenbach?), auch bekannt als „Paulinerklösterlein Kirnhalden“, lag versteckt im Kirnbachtal, einem ruhigen Seitental des Bleichtals im nördlichen Breisgau. Wenn man das Bleichtal betritt, gelangt man zunächst zum Ort Bleichheim, der am Taleingang liegt. Südöstlich von Bleichheim erhebte sich einst die imposante Burg Kürnberg auf einem Ausläufer des Berges Kirnhalde, der die Südseite des Bleichtals dominierte. Von dort aus führt ein Weg weiter ins Kirnbachtal, wo der Kirnbach in südnördlicher Richtung fließt. Folgt man dem Bachlauf etwa 1,4 Kilometer tief in das Tal hinein, erreicht man den ehemaligen Standort des Klosters, das etwa 870 Meter Luftlinie südöstlich der Burg Kürnberg lag.

    Im Jahr 1352 verkaufte Friedrich von Üsenberg, der letzte Vertreter der Kenzinger Linie, für 2440 Mark Silber die Burg Kürnberg samt zugehöriger Herrschaft, die seit 1298 als österreichisches Lehen geführt wurde, an seinen Schwager Heinrich IV., Markgraf von Hachberg. Dieser residierte zeitweise auf der Burg Kürnberg und bestätigte die Rechte der Stadt Kenzingen, erkannte jedoch die seit 1298 bestehende österreichische Lehenhoheit nicht an. So gelangte Heinrich IV. von Hachberg in den Besitz der Grundherrschaft und stärkte seine Position in der Region maßgeblich.

    Das Kloster wurde erstmals 1360 urkundlich erwähnt und vermutlich nach 1352 von Heinrich IV. von Hachberg gegründet. Ab 1369 war es Teil des vorderösterreichischen Breisgaus. Trotz seiner Anbindung an bedeutende Herrschaftsgebiete blieb das Kloster stets klein und bescheiden. Sein Besitz umfasste vor allem landwirtschaftliche Flächen wie Felder, Wald- und Rebparzellen in der Umgebung sowie Zehntrechte in Ottoschwanden, dessen Pfarrkirche es seit 1424 betreute.

    Das Kloster erlitt im Laufe der Zeit erhebliche Schäden. Um 1485 wurde es von einem schweren Unwetter betroffen, und während des Bauernkriegs 1525 erlitt es durch Plünderungen und Brände weitere Zerstörungen. Nach dem Tod des letzten Mönchs im Jahr 1554, der als Pfarrer in Heimbach tätig war, setzte der endgültige Niedergang ein. Im Jahr 1579 gelangte das Kloster mit seinem Besitz an das Schul-Collegium Ensisheim, das es 1585 an das Zisterzienserinnenkloster Wonnental verkaufte, welches anschließend an diesem Ort ein Bad betrieb.

    Geschichte

    EreignisjahrGeschichte
    1328 und 1352 Päpstliche Bullen für den gesamten Orden der Pauliner-Eremiten wurden ausgestellt. Diese Urkunden wurden später für das Kloster Kirnhalden erneut bestätigt.

    1352 Die Markgrafen von Hachberg erwarben die Kirnburg. Sie sollen die Gründung des Klosters Kirnhalden gefördert und den Konvent mit Zinsen, Gütern und Weiderechten ausgestattet haben.

    1360 Erstmals sind Paulinermönche in Kirnhalden urkundlich belegt. Der Straßburger Bischof Johann von Lichtenberg bestätigte auf Bitten der Brüder Paulus und Nikolaus vom Heiligen Kreuz im Kirnbachtal päpstliche Bullen aus den Jahren 1328 und 1352.

    1369 Die Habsburger eigneten sich die Herrschaften Kenzingen und Kirnburg an, nachdem sie den Erwerb durch die Markgrafen von Hachberg angefochten hatten.

    1375 Herzog Leopold nahm den Prior und die übrigen Mönche des Klosters in seinen Schutz. Er bestätigte ihre Rechte, befreite sie von Steuern und Diensten und übertrug ihnen weitere Zinsen und Güter aus dem Zubehör der Kirnburg.

    1378 Herzog Leopold erneuerte die Schutz-, Rechts- und Besitzbestätigungen für das Kloster Kirnhalden.

    1394 Der Sohn Herzog Leopolds bestätigte erneut die Rechte und Privilegien des Klosters.

    1409 Im Kloster und Haus zum Heiligen Kreuz im Kirnbachtal wurden Urkunden in der großen Konventsstube beglaubigt.

    1409 Das Kloster erhielt das Recht, eine Mühle zu errichten. Vermutlich wurde der Bau jedoch nicht ausgeführt.

    1424 Das elsässische Benediktinerinnenstift Andlau übertrug dem Kloster Kirnhalden das Patronatsrecht über die gering ausgestattete Pfarrkirche von Ottoschwanden.

    1448 Bei einem Rechtsgeschäft werden neben dem Prior lediglich ein Klosterschüler und keine weiteren Konventsmitglieder genannt. Dies verdeutlicht die geringe Größe der Gemeinschaft.

    1485 Überschwemmungen des Kirnbaches und ein Hagelereignis sollen das Kloster schwer beschädigt, zerstört und verwüstet haben.

    1525 Im Bauernkrieg wurde das Kloster geplündert und in Brand gesteckt. Die Mönche wurden vertrieben und das Klosterarchiv weitgehend vernichtet. Dadurch konnten Besitzrechte und Einkünfte später kaum noch zuverlässig ermittelt werden.

    Nach 1525 Die vertriebenen Kirnhalder Mönche fanden Zuflucht im Paulinerkloster Rohrhalden bei Rottenburg.

    Nach 1525 Der Kenzinger Pfandherr Wolf von Hürnheim raubte Messgefäße und Messgewänder aus dem beschädigten Kloster.

    Bis 1554 Der letzte Paulinermönch von Kirnhalden betreute die benachbarte Pfarrei Heimbach.

    Um 1554 Der letzte Mönch des Klosters Kirnhalden starb. Damit endete das klösterliche Leben an diesem Ort.

    1556 Markgraf Karl II. von Baden-Durlach führte in seiner Herrschaft die Reformation ein. Davon waren auch die mit Kirnhalden verbundenen Pfarreien Ottoschwanden und Heimbach betroffen.

    1578 Der noch feststellbare Besitz und die ehemaligen Einkünfte des aufgehobenen Klosters befanden sich vermutlich auf Betreiben der vorderösterreichischen Regierung im Eigentum des Schulkollegiums von Ensisheim im Elsass.

    1579 Die vorderösterreichische Regierung ordnete eine Untersuchung der Vermögensverhältnisse des ehemaligen Klosters an. Die Nachforschungen hatten jedoch nur geringen Erfolg.

    1585 Das Schulkollegium von Ensisheim verkaufte den gesamten noch vorhandenen Besitz des ehemaligen Klosters für 1.000 Gulden an das Zisterzienserinnenkloster Wonnental. Der Verkauf erfolgte mit Genehmigung des Provinzialpriors der deutschen Paulinerprovinz.

    1666 Die ehemalige Klosteranlage mit Kirche, Wohnhaus, Scheune, Stall und weiteren Gebäuden war vollständig baufällig und weitgehend zur Ruine geworden.
    1669 Das kleine Kirchengebäude wurde neu errichtet.

    1719 Die Zisterzienserinnen des Klosters Wonnental errichteten auf den Fundamenten des verfallenen Paulinerklosters ein Badhaus und ein Wirtshaus.

    Spätere Zeit Die Anlage wurde nacheinander als Heilbad, Erholungsheim, Seniorenheim und Pflegeheim genutzt. Heute befindet sich dort eine Fachpflegeeinrichtung für psychisch kranke Menschen. Die wechselnden Nutzungen führten zu zahlreichen baulichen Veränderungen.

    Ohne Zeitangaben

    Das Kloster lag im Tal des Kirnbaches, im heutigen Bad Kirnhalden, südlich des Kirnbergs und östlich von Kenzingen.

    Ohne Zeitangaben Die genauen Umstände der Klostergründung sind unbekannt. Die Niederlassung war dem Heiligen Kreuz geweiht und gehörte zum Orden der Eremiten des heiligen Paulus.

    Ohne Zeitangaben Das Kloster besaß ein Asylprivileg. Danach konnten Personen, die einen Totschlag begangen hatten, sechs Wochen und drei Tage innerhalb der Klostermauern vor einer Verhaftung geschützt werden.

    Ohne Zeitangaben Der Konvent bestand neben dem Prior stets nur aus wenigen Mönchen. Wegen seiner bescheidenen Größe und Ausstattung wurde die Niederlassung häufig als „Klösterlein“ bezeichnet.

    Ohne Zeitangaben Ein älteres Güterbuch verzeichnete Rechte und Besitzungen des Klosters in 16 Orten der Umgebung. Die wirtschaftliche Ausstattung blieb dennoch gering und ermöglichte nur eine ärmliche Existenz.

    Ohne Zeitangaben Das Patrozinium zum Heiligen Kreuz lässt vermuten, dass in der Klosterkirche eine Kreuzreliquie verehrt wurde.

    Ohne Zeitangaben Eine beim Kloster gelegene Quelle und ein als wundertätig geltender Brunnen sollen bereits im Mittelalter von Hilfesuchenden besucht worden sein.

    Ohne Zeitangaben Von den ursprünglichen Bauten des Paulinerklosters ist heute nichts mehr erhalten. Auch historische Ansichten der Anlage sind nicht bekannt.

    Nach dem Bauernkrieg Die wiederaufgebaute Kirche soll einen hölzernen Kirchturm erhalten haben.

     

    Text: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quellen:

  • Kenzingen – Zisterzienserinnenabtei Wonnental

    Kloster Wonnental
    {joomplu:611 type=detail|alttext=Kloster Wonnental 3D-Rekonstruktion Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Kloster Wonnental
    3D-Rekonstruktion H-J. van Akkeren
     Alternativname(n)
     Schreibweisen

    Nidingen 1203 [1203 bis 1230].
    Nydingen 1469.
    Wannental 1254.
    Wunnental 1256.
    vallis iocunda 1312.

     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Stadt Kenzingen
     Entstehungszeit  1230-1240
     Ersterwähnung  1242
     Auflösung  1806-1807
     Gründungsstifter  Rudolf I. von Üsenberg
     Zugehörigkeit  Zisterzienser ab 1262
     Erhaltungszustand  Umbau zu Wohneinheiten
     Kirchenchor nicht erhalten
     Geografische Lage  48.18511/7.76901
     Höhenlage  178 m ü. NHN

    Kenzingen - Zisterzienserinnenabtei Frauenkloster Wonnental

    Einleitung

    Das ehemalige Kloster Wonnental bei Kenzingen geht auf eine religiöse Frauengemeinschaft zurück, die bereits in den 1220er- und 1230er-Jahren im Umfeld des Klosters Tennenbach nachweisbar ist. Nach dem Ortswechsel von Niedingen, ließ sich die Gemeinschaft spätestens 1248 beim Dorf Kenzingen nieder und wurde fortan als Kloster Wonnental bezeichnet. Eine wichtige Rolle bei seiner Entwicklung spielten die Herren von Üsenberg, die das Kloster förderten, mit Besitz ausstatteten und es als geistliches Zentrum und Hauskloster ihres Adelsgeschlechts etablierten.

    Nach einer zunächst wechselnden Ordenszugehörigkeit wurde Wonnental 1262 endgültig in den Zisterzienserorden aufgenommen. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Frauenkloster zu einer bedeutenden geistlichen und wirtschaftlichen Einrichtung im nördlichen Breisgau. Davon zeugen unter anderem zwei reich ausgestattete Chorgesangbücher aus dem 14. Jahrhundert, die heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt werden.

    Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgehoben. Die Anlage ging anschließend in private Hände über, die Klosterkirche wurde abgebrochen und Teile der Gebäude wurden gewerblich genutzt. Die erhaltenen ehemaligen Klostergebäude dienen heute überwiegend als Privatwohnungen.

    Lage

    Das ehemalige Kloster Wonnental liegt südlich der Stadt Kenzingen im Landkreis Emmendingen, nahe der Elz. Die Klosteranlage befand sich ursprünglich außerhalb der mittelalterlichen Stadt und war über ihre Besitzungen und wirtschaftlichen Beziehungen eng mit Kenzingen verbunden.

    Der heutige Wohnplatz Wonnental gehört zur Gemarkung Kenzingen. Von der historischen Klosteranlage sind nur noch Teile der ehemaligen Konvents- und Wirtschaftsgebäude erhalten. Die frühere Klosterkirche wurde nach der Aufhebung des Klosters abgebrochen. Die Anschrift der ehemaligen Anlage lautet Wonnentaler Weg 21, 79341 Kenzingen.

     

    Geschichte

    JahrEreignis
    1203–1230 Der Ort wird als „Nidingen“ bezeichnet.

    1242 Erstmals wird eine Priorin namens Mechtild in Kenzingen erwähnt. Sie erhielt dort Land von Vasallen des Grafen Konrad von Freiburg.

    1244 Die „Schwestern von Nidingen bei Kenzingen“ werden erwähnt.

    1245 Das Nonnenkloster St. Maria in Wonnental wird als dem Augustinerorden zugehörig bezeichnet.

    1248 Die Herren von Üsenberg statteten die Abtei mit Besitz aus. Dazu gehörte das Patronatsrecht über die Kirche in Amoltern.

    1248–1253 Die Herren von Üsenberg förderten die Gründung des Klosters Wonnental und statteten die Abtei mit umfangreichem Besitz aus.

    1253/1254 Das Kloster Wonnental unterstand fortan dem Zisterzienserorden.

    1254 Der Name „Wannental“ ist überliefert.

    1254 Papst Innozenz IV. empfahl das Kloster der Gunst und dem Schutz der Üsenberger und bestätigte dessen Rechte und Besitzungen.

    1256 Der Name „Wunnental“ ist überliefert.

    1312 Der lateinische Name „vallis iocunda“ ist überliefert.

    1469 Die Ortsbezeichnung „zuo Nydingen“ ist überliefert.

    Ohne genaue Jahresangabe Durch weitere Erwerbungen und Schenkungen erlebte das Kloster einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wonnental stand unter der Aufsicht des Abtes von Tennenbach.

    1805 Mit der Landgrafschaft Breisgau fiel Wonnental an Baden.

    1806 Das Kloster Wonnental wurde aufgehoben.

     

    Urkunden Quellen des General Landesarchiv Karlsruhe

    1248 9. April 1248. Rudolf von Üsenberg schenkt sein Patronatsrecht in Amoltern dem Kloster Wonnental. 
    (GLA KA 21 Nr. 315 Verweisung)

    1254 27. Mai 1254. Papst Innozenz IV. empfiehlt das Kloster Wonnental der Gunst und dem Schutz des Herrn von Üsenberg und dessen Gemahlin.
    (GLA KA E Nr. 157)

    1254 28. Mai 1254. Papst Innozenz IV. bestätigt dem Kloster Wonnental alle Privilegien und Indulgenzen.
    (GLA KA E Nr. 158)

    1254 28. Mai 1254. Papst Innozenz IV. nimmt das Kloster Wonnental in seinen Schutz und bestätigt alle dessen Güter und Rechte.
    (GLA KA E Nr. 159)

    1256 4. Juni 1256. Rudolf und Hesso von Üsenberg gestatten den Nonnen von Wonnental eine Mühle zu bauen.
    (GLA KA 21 Nr. 8211)

    Erbauung einer Mühle und Bestätigung von deren Privilegien / (1256-)1742-1750
    (GLA KA 208 Nr. 440)

    1256 5. September 1256. Papst Alexander IV. erlaubt dem Kloster Wonnental, den Zugriff auf alle Habe der Schwestern, die in dem Kloster Profess abgelegt haben.
    (GLA KA E Nr. 204)

    1256 5. September 1256. Papst Alexander IV. bestätigt dem Zisterzienser-Orden alle dessen Privilegien und Indulgenzen, Freiheiten und Exemtionen [für Wonnental].
    (GLA KA E Nr. 205)

    1256 9. September 1256. Papst Alexander IV. bestätigt dem Zisterzienser-Orden die Freiheit seiner Angehörigen von der Gerichtsbarkeit und Strafgewalt der Bischöfe [für Wonnental].
    (GLA KA E Nr. 212)

    1256 13. September 1256. Papst Alexander IV. befiehlt der gesamten kirchlichen Hierarchie, das Kloster Wonnental gegen dessen Bedränger zu schützen.
    (GLA KA E Nr. 218)

    1259 16. August 1259. Hesso von Üsenberg bestätigt die Schenkung des Patronatsrechts zu Amoltern an das Kloster Wonnental, welche sein Oheim Rudolf von Üsenberg am 9. April 1248 gemacht hat.
    (GLA KA 21 Nr. 315)

    1263 2. Juli 1263. Papst Urban IV. bestätigt dem Kloster Wonnental das von Rudolf von Üsenberg dem Kloster überlassene Patronatsrecht über die Kirche zu Amoltern.
    (GLA KA E Nr. 256)

    1444 18. Februar 1444. Vertrag zwischen dem Kloster Wonnental mit der Stadt Kenzingen über Steuer, Bede, Fronden, Mühlzoll, Weinungeld, Viehweide, Schafweide etc.
    (GLA KA 21 Nr. 4382)

    1469 Vergabe eines Gutes in Kenzingen, das dem Heiligen St.Niklaus 'Wüstung Nidingen 1203' zugehört, an Hans Bühler zu Kenzingen als Erblehen.
    (GLA KA 208 Nr. 201)

    1523 1523 (1738,1790). Der tennenbachische Weier am Egelsee bei dem Kloster Wonnental. Zum Areal des Kloster Wonnentals gehörten zwei Fischweiher, die sich unmittelbar westlich des Klosterareals befunden haben. Der gößere Fischweiher (Egelsee) war mit einem schmalen Kanal an der Elz angeschlossen.
    (GLA KA 208 Nr.- 609)

    Reparatur eines Wasserwehrs beim Kloster Wonnental / 1688 (GLA KA 208 Nr. 610)

    1584 Verzeichnis der Rechnungen, die Hans Speck als ehemaliger Schaffner des Klosters Wonnental geliefert hat.
    (GLA KA 208 Nr. 494)

    1586 11. April 1586. Das Frauenkloster Wonnental bei Kenzingen tritt den Scholarchen des Gymnasiums in Ensisheim eine Schuldverschreibung über 400 Gulden Kapital, verzinst mit 20 Gulden, ab, gegen die Einräumung des Klösterleins Kirnhalden.
    (GLA KA Nr. 21 Nr. 199)

    1637-1698 Entrichtung von Kriegskontributionen an Frankreich und Streitigkeiten mit der Stadt Kenzingen u.a. wegen der Einquartierung.
    (GLA KA 208 Nr. 509)

    1659-1750 Streitigkeiten des Klosters wegen des Mühlenzwangs, der Fischer und des Elzwehrs.
    (GLA KA 208 Nr. 440), (1772-1790 siehe GLA KA 208 Nr. 438)

    1660-1686 Beschwerde des Klosters Wonnental gegen den herrschaftlichen Müller.
    (GLA KA 208 Nr. 446)

    1688 Reparatur eines Wasserwehrs beim Kloster Wonnental.
    (GLA KA 208 Nr. 610)

    1695-1705 Einzug des Weinumgeldes vom Kloster Wonnental.
    (GLA KA 208 Nr. 463)

    1731 10. Januar 1731. Vertrag des Klosters Wonnental mit Johann Traub zu Kenzingen über den Weinumgeld-Admodiator, das Weinumgeld in der Kirnhalden.
    (GLA KA 21 Nr. 4584)

    1742 und
    1751
    Bitte des Klosters Wonnental an die Kaiserin Maria Theresia um Bestätigung ihrer Privilegien.
    (GLA KA 208 Nr. 551) (GLA KA 208 Nr. 587)

    1761 Streitigkeiten zwischen dem Kloster Wonnental und der Stadt wegen Überlassung von Holz für das Bad in Kirnhalden.
    (GLA KA 208 Nr. 433)

    18. Jh. o.D.(18.Jh.). Kirchenordnung und Begräbnisordnung im Kloster Wonnental.
    (GLA KA 208 Nr.- 390)

    1803 Einrichtung einer Mädchenschule im Kloster Wonnental.
    (GLA KA 208 Nr. 562)

    1804 Voranschlag über die nötigen Maurer-, Glaser-, Schlosser-, Hafner- und Zimmermannsarbeiten für den Neubau einer Schule beim Kloster Wonnental.
    (GLA KA 208 Nr. 563)

    1806 Aufhebung des Klosters Wonnental und Pensionierung der Nonnen und Bediensteten.
    (GLA KA 208 Nr. 564)

    Jan. - Dez. 1806 Kommissionsakten des Direktors Stösser über die Besitznahme der Klöster und Stifter im Breisgau und der Ortenau. Enthält: Verzeichnis. Instruktion. Kunstschätze. Besitznahmsakte zu Heitersheim, St. Trudpert, Ebringen, St. Blasien, Säckingen, Beuggen, St. Peter, Tennenbach, Waldkirch, Wonnental, Franziskanerkloster Kenzingen, St. Georgen. Gutachten Stössers in der Klosterfrage: Fortbestand von St. Peter oder St. Blasien. Schulden. 
    (GLA KA 48 Nr. 5518)

    1806-1807 Aufhebung des Klosters Wonnental und Übersiedlung der Nonnen in das Kloster Lichtental.
    (GLA KA 208 Nr. 549)

    1807 Erfüllung verschiedener Verpflichtungen des aufgehobenen Klosters Wonnental und Verkauf des Gesundheitsbades zu Kirnhalden.
    (GLA KA 208 Nr. 566)

    1806 bis 1830 Plan über die Außmeßung der dem Kloster Wonnenthal auf dem Kenzinger und Riegler Bann zustehenden Geschäften / mit Notizen.
    (GLA KA H Wonnental 1) 44 Seiten über die Grundstücksvermessung

    Quellen GLA KA = Permalink zum Generallandesarchiv Karlsruhe

         


    Text, Fotos und 3D-Rekonstruktion: Hans-Jürgen van Akkeren
     

    Quellen

     
    Weitere Quellen:
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 150: Kenzingen, Amt
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 208: Kenzingen, Stadt
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 229: Spezialakten der kleineren Ämter und Orte
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 25: Wonnental
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 65: Handschriften
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 66: Beraine
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 67: Kopialbücher
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 68: Repertorien
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 69 von Holzing-Berstett: Familien- und Herrschaftsarchiv von Holzing-Berstett
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 79: Breisgau Generalia
    - Generallandesarchiv Karlsruhe 82: Konstanz Generalia (Hochstift)
    - Generallandesarchiv Karlsruhe E: Papsturkunden 1198-1302
     
    - Generallandesarchiv Karlsruhe: Findbuch 208: Herrschaft Stadt Kenzingen und Kirnburg
  • Literatur: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch

    05. Oktober 2017 

    Literaturhinweis zum Kloster St. Margarethen in Waldkirch

    mit Rekonstruktion des Kloster St. Margarethen 

    {joomplu:455 type=thumbnail|alttext=Andreas Haasis-Berner, Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch, 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal, Waldkirch 2017; Subskriptionspreis bis 11.10.2017: 28 Euro, dann 35 Euro.}
    Andreas Haasis-Berner, Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch, 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal, Waldkirch 2017; Subskriptionspreis bis 11.10.2017: 28 Euro, dann 35 Euro.


    Eine grundlegende Darstellung zur Geschichte des ehemaligen Frauenklosters St. Margarethen in Waldkirch bietet das Buch von Dr. Andreas Haasis-Berner:

    Andreas Haasis-Berner: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch. 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal. Waldkirch 2017.

    Das Werk erschien als zweiter Band der von der Stadt Waldkirch herausgegebenen Reihe „Waldkircher Stadtgeschichte“. Es handelt sich um die erste umfassende Monographie zu einem Frauenkloster im Breisgau und schließt damit eine bedeutende Lücke in der Waldkircher Stadt- und Regionalgeschichte.

    Andreas Haasis-Berner, promovierter Historiker und Archäologe, wertete für seine Untersuchung zahlreiche historische Quellen aus. Dazu zählen Schenkungs- und Verkaufsurkunden, Besitzbestätigungen sowie ein Berain, in dem der Grundbesitz und die Einkünfte des Klosters verzeichnet wurden. Neben älteren Veröffentlichungen konnte er auf eine vom ehemaligen Stadtarchivar Rudi Allgeier angelegte und im Verlauf der Forschungsarbeit erheblich erweiterte Quellensammlung zurückgreifen.

    Das Buch behandelt die rund 500-jährige Geschichte des Waldkircher Frauenklosters von seiner Gründung im frühen 10. Jahrhundert bis zum Tod der letzten Äbtissin im Jahr 1430. Nach den Forschungsergebnissen des Autors entstand das Kloster zwischen 918 und 926 auf Initiative Herzog Burkharts I. von Schwaben und seiner Frau Reginlind. Die Gründung sollte vermutlich die herzoglichen Herrschaftsansprüche im Breisgau sichern und zugleich als Familienkloster, Begräbnisstätte und Ort des Totengedenkens dienen.

    Haasis-Berner beschreibt die Entwicklung der kleinen Gemeinschaft, der nie mehr als sechs Frauen gleichzeitig angehörten. Die Nonnen lebten nach der Regel des heiligen Benedikt und stammten in der Anfangszeit aus dem alemannischen Hochadel. Aus der gesamten Klostergeschichte sind zwölf Äbtissinnen namentlich bekannt.

    Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Entwicklung St. Margarethens zum Reichskloster. Im Jahr 994 gelangte das Kloster an Kaiser Otto III. und unterstand damit unmittelbar dem Reich. Es verfügte über weitreichende Privilegien, darunter Immunität, Zollfreiheit, freie Vermögensverwaltung, die freie Wahl der Äbtissin, hohe Gerichtsbarkeit und das Recht zur Wahl des Klostervogts. Seit etwa 1100 übten die Herren von Schwarzenberg die Vogtei aus.

    Das Kloster besaß umfangreiche Ländereien und Rechte im Elztal sowie bei Freiburg, im Kaiserstuhl, in der Ortenau und im Markgräflerland. In 24 Orten verfügte der Konvent über Patronatsrechte. Diese Besitz- und Herrschaftsstrukturen prägten die Entwicklung des Elztals über Jahrhunderte.

    Ausführlich dargestellt wird auch der allmähliche Niedergang des Klosters. Nach dem Ende der Ottonen verlor St. Margarethen zunehmend die Aufmerksamkeit und den Schutz des Reiches, während die Vögte ihren Einfluss ausbauten. Wirtschaftliche Krisen, sinkende landwirtschaftliche Erträge und Pestepidemien verschärften die Lage. Zwischen 1275 und 1324 verlor das Kloster etwa 80 Prozent seiner Einkünfte. Besitz musste verkauft werden, neue Mitglieder blieben aus und 1430 starb die letzte Äbtissin in Armut.

    Im Jahr 1431 wurde das Frauenkloster in ein Kollegiatstift umgewandelt, das bis 1806 bestand. Das Buch verdeutlicht damit nicht nur die Geschichte einer geistlichen Gemeinschaft, sondern auch deren nachhaltige Bedeutung für die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Waldkirchs und des gesamten Elztals.

    Das reich bebilderte Buch hat einen Umfang von 430 Seiten.

    Preis: 35,- €

    Pressetext der Badischen-Zeitung "500 Jahre Klosterleben"
    http://www.badische-zeitung.de/waldkirch/500-jahre-klosterleben

    Das Buch ist unter den folgenden Adressen erhältlich:

    • Tourist-Info, Marktplatz 1-5, 79183 Waldkirch, Tel: 07681 19433
    • Elztalmuseum, Kirchplatz 14, 79183 Waldkirch
    • Buchhandlung Augustiniok, Lange Straße 29, 79183 Waldkirch
    • und per Bestellung im Stadtarchiv Waldkirch, , Tel: 07681 474 08 57
  • Neuenburg a. R. - Kloster Gutnau

    Kloster Gutnau
     
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     Gutenau
     Landkreis  Breisgau-
     Hochschwarzwald
     Gemeinde  Neuenburg a. R.
     Entstehungszeit  um 1181
     Ersterwähnung  um 1250
     Zerstört  1675 August 9. durch
     französiche Truppen
     Gründungsstifter  Nonne Gutta aus dem
     Kloster Sitzenkirch (?)
     Ordenszugehörigkeit  Benediktiner
     Erhaltungszustand  Wüstung, archäologisches
     Grabungsschutzgebiet (!)
     Geografische Lage
     der ersten Anlage
     47.79520/7.55550
     Höhenlage  226 m ü. NHN

    Neuenburg am Rhein - Frauenkloster Gutnau

     abgegangenes Kloster- und Kirchengebäude

    Lage

    Das Kloster Gutnau lag ca. 2 Km südlich von Neuenburg am Hochgestade des Rheins, an der Westseite der heutigen L 134 (Basler Straße) an der Abzweigung in die Straße Oberer Wald. Die Flurnamen Gutnauer Feld, Klosterau und Frauenhölzle weisen heute noch auf den ehemaligen Klosterbesitz hin.

    Der Legende nach soll das Frauenkloster durch die Nonne Gutta aus dem Kloster Sitzenkirch durch Umwandlung eines Adelssitzes in eine klösterliche Niederlassung gegündet worden sein, da sie ihr ererbtes Familiengut ob Neuwenburg an dem Rhyn in der Ouw nicht im Stich lassen wollte [1] (BeJe).

    Nördlich des ehemaligen Klosters Gutnau stand im Gewann Mathiasäcker [2] die St. Mathiskirche, ebenfalls abgegangen. Die Kirche gehörte zum abgegangenen Ort Au (Owe), für den 1295 ein Pfarrer her Jacob Milchlt ein lutpriester ze Owe genannt wird. Die Kirche selbt wird 1313 genannt. Es ist nicht bekannt, wann der Ort Owe verlassen wurde. Owe bestand bereits vor der Stadtgründung Neuenburg a. R. Die St. Mathiskirche wurde offenbar im Dreißigjährigen Krieg zerstört.[1]


    Geschichte

    um 1250 Frühester urkundlicher Nachweis des Frauenklosters Gutnau, das dem Kloster St. Blasien unterstand. Es ist nicht gekärt, ob der Niederlassung ein älteres Kloster in der Niederung Klosterau vorausging, das zugunsten des Konvents auf dem Hochgestade aufgegeben worden ist. Der Flurname Klosterau wird mit einer Vorgängeranlage in der Rheinniederung oder auf einer einstigen Rheininstel in Verbindung gebracht. Warum diese verlegt worden sein soll, kann nicht geklärt werden.[1]

    1272 Das Kloster Gutnau und das Kloster Sitzenkirch sollen durch Graf Heinrich von Freiburg zerstört worden sein.[1]

    1323 Das Kloster wurde erneut durch einen Brand zerstört.[1]

    1483 Beim Kloster wird eine Marienkapelle erwähnt.[1]

    1492 Das Kloster St. Blasien beantragte beim Papst, dass ihre Niederlassung Gutnau von einem Frauenkloster in eine Benediktinerpropstei umgewandelt wird. Diesem Ereignis soll ein weiterer Brand vorausgegangen sein, der seinen Niedergang herbeigeführt haben soll.[1]

    1513 In dem Kloster waren nur noch zwei Nonnen und der Pobst ansässig.[1]

    1525 Das Ende des Klosters Gutnau. Nach der Plünderung der Anlage im Bauernkrieg flohen die letzten beiden Nonnen und der Probst nach Neuenburg. Nach dem Niedergang wurden die Güter des Klosters durch einen auf dem Gut sitztenden Schaffner weiter bewirtschaftet. Niminell bestand das Kloster dennoch weiter.[1]

    1537 Zu Gutnau wird ein Probst genannt.[1] [Krieger 1903, Sp. 808]

    1629 Bauliche Reste des Klosters scheinen noch im 17. Jahrhundert weitgehend erhalten zu sein. 1629 wird durch die kaiserlichen Truppen angeordnet, dass in Gutnau wieder ein katholischer Gottesdienst zu halten ist.[1]

    1675 Am 9. August 1675 wurde das Kloster durch französische Truppen unter Feldherr La Broche niedergebrand.[1]

     

    Hinweise:

    • Benediktinerpropstei Gutnau - Historisches Ortslexikon Baden-Württemberg. In: LEO-BW, Landesarchiv Baden-Württemberg.
    • Auf den Spuren eines alten Klosters - 06.04.2016 Stadtzeitung Neuenburg a. R.
    • Landesdenkmalamt sucht verschwundenes Kloster bei Neuenburg - Badische Zeitung 05.04.2016
    • Copia Plans des Bezircks um das Closter Gutnau, laut Vertrag de dato 6. Aug. 1627 - Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur: H Gutnau 1
      Gemarkungsplan, Grenzen farbig, teilweise Grenzsteine, diese mit Buchstaben, Erklärung der Grenzfarben in der Titelkartusche, Flurnamen, Grundstücke mit Buchstaben. Wälder, Matten, Äcker, Gewässer (u. a. Rhein mit Inseln, Rheingestade, Gräben), Straßen und Wege eingezeichnet. Die Orte Ottmarsheim, Schliengen, Gutnau, Auggen mit stilisiert gezeichneten Kirchtürmen markiert, Häuser von Neuenburg am Rhein im Grundriß, St. Matthiaskirche und Heiligkreuzkapelle mit Kirchensymbolen gezeichnet. In der Titelkartusche ist vermerkt: Ein Original hievon hat Neuenburg, Ein ander gleichförmiges die andere Parthei, nemlich St. Blasi. Den Bericht hierzu hat die Statt Neuenburg".
      Autor/Künstler: Adam Diezer
      Format: 39,5 x 49 cm

    Quellen:

    1. Bertram Jenisch, Archäologischer Stadtkataster Bd. 27, Neuenburg
    2. Adolf Poinsignon "Ödungen und Wüstungen im Breisgau" in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Bd. 41 / NF 2 (1887) S. 330 "Au bei Neuenburg"
  • Nimburg - Antoniterkloster

    Anotniterkloster Nimburg

    {joomplu:738 type=detail}
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Nimburg
     Entstehungszeit  1456
     Ersterwähnung  1456
     Auflösung  1559
     Gründungsstifter  Antoine Lyasse
     Zugehörigkeit  Antoniter
     Erhaltungszustand  abgeganen,
     Kirche erhalten
     Geografische Lage  48.09593/7.77064
     Höhenlage  220 m ü. NHN

    Nimburg - Antoniterkloster

    Das ehemalige Antoniterkloster Nimburg wurde 1456 südwestlich des Dorfes am Westhang des Nimbergs gegründet. Die bereits zuvor bestehende Pfarrkirche wurde dem Antoniterorden übertragen und den Heiligen Johannes dem Täufer und Antonius geweiht. Das Kloster gehörte zum Präzeptorat Freiburg im Bistum Konstanz.

    Nach der Einführung der Reformation verlor die Niederlassung ihre ursprüngliche Funktion. Die Antoniter verließen das Kloster 1559, während die Kirche ab 1566 als Spitalkirche weitergenutzt wurde. Die übrigen Klostergebäude dienten später als Spital, Pfründnerhaus und Verwaltungssitz, bevor sie im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden. Erhalten blieb lediglich die spätgotische Kirche, deren Chorbereich und Turm noch Teile der früheren Klosteranlage bewahren.

    Geschichte

     

    977 Eine Kirche in Nimburg wird erstmals als „in pago Brisiggowe in loco Niwnburch basilicam unam“ erwähnt. Die Zuverlässigkeit dieser frühen Überlieferung ist jedoch nicht gesichert.

    1238 Erster sicherer urkundlicher Nachweis einer Kirche in Nimburg. Bei dem ältesten Kirchenbau handelte es sich vermutlich um eine geostete Saalkirche, die auf einer eingeebneten Ziegelschicht eines aufgegebenen römischen Gebäudes errichtet worden war.

    1318 Die ältere Nimburger Kirche wurde durch einen Brand zerstört. Anschließend entstand ein archäologisch nachgewiesener, in Ost-West-Richtung ausgerichteter Nachfolgebau.

    Spätmittelalter Die nach dem Brand von 1318 errichtete Pfarrkirche wurde mehrfach umgebaut. Ihr Fußboden bestand zuletzt aus Tonziegeln, die in Fischgrätmuster in ein Mörtelbett verlegt waren.

    1456 Antoine Lyasse, Präzeptor des Freiburger Antoniterhauses, bat Markgraf Karl I. von Baden um die Erlaubnis, bei der Nimburger Pfarrkirche ein Antoniterkloster zu errichten.

    1456 Markgraf Karl I. gestattete die Klostergründung und übertrug den Antonitern die Nimburger Pfarrkirche einschließlich des Patronatsrechts.

    1456 Für die Niederlassung waren sechs Antoniter und zwei Weltgeistliche vorgesehen. Einer der Weltgeistlichen sollte die Seelsorge der Nimburger Bevölkerung übernehmen. Ob diese Personalstärke jemals erreicht wurde, ist nicht bekannt.

    1456 Die Antoniter verpflichteten sich, innerhalb von vier Jahren ein Kloster mit Hospital zu errichten. Bei einer späteren Aufgabe der Niederlassung sollten sie dem Markgrafen 300 Gulden zahlen und die Kirche an ihn zurückgeben.

    1456 Der Präzeptor des Antoniterhauses in Isenheim genehmigte im Auftrag des Abts von Saint-Antoine die Nimburger Stiftung. Antoine Lyasse musste zugleich gewährleisten, dass Gottesdienst und Spitalbetrieb im Freiburger Antoniterhaus fortgeführt wurden.

    1456 Die Nimburger Pfarrkirche wurde dem Antoniterorden zur Einrichtung des Klosters übertragen. Das neue Gotteshaus wurde als „eyn nuw pflantzung eins gotzhuses zuo Númburg“ bezeichnet.

    1457 Papst Calixt III. bestätigte die Stiftung des Antoniterklosters Nimburg.

    nach 1456 Nach der Klostergründung kam es zu einer schweren Auseinandersetzung mit den Grafen von Tübingen-Lichteneck, die damals die Ortsherrschaft über Nimburg innehatten. Antoine Lyasse wurde von Graf Konrad gefangen genommen, woraufhin dieser exkommuniziert wurde.

    1465 Die Grafen von Tübingen-Lichteneck verkauften ihre Herrschaftsrechte in Nimburg an Markgraf Karl I. von Baden.

    1483 Robert Lyasse, ein Neffe Antoine Lyasses, übernahm das Amt des Präzeptors. Während seiner Amtszeit verschärften sich die finanziellen Schwierigkeiten der Antoniter.

    bis 1493 Die Nimburger Kirche wurde dem Freiburger Antoniterhaus inkorporiert. Auch danach blieb die Nimburger Niederlassung der Leitung des Freiburger Präzeptors unterstellt.

    1517 Eine Grabplatte im Chor der damaligen Kirche belegt die Bestattung eines Antoniters. Der ältere Kirchenbau war somit zu diesem Zeitpunkt noch in Gebrauch.

    1517–1545 Vermutlich entstand in diesem Zeitraum die vergrößerte spätgotische Klosterkirche. Der nach Süden ausgerichtete Saalbau besaß einen polygonalen Chor und einen steinernen Lettner, der den Kirchenraum in zwei Bereiche teilte. Der ältere Kirchturm wurde in den Neubau einbezogen.

    1520 Robert Lyasse legte sein Amt als Präzeptor nieder. Anschließend lebte er vermutlich als einfacher Ordensbruder im Nimburger Kloster.

    1520 Claude Lyasse, ein weiterer Angehöriger der Familie, übernahm das Präzeptorenamt. Unter seiner Leitung nahmen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Antoniterhauses weiter zu.

    1525 Der Bauernkrieg verschärfte zusammen mit den Folgen der Reformation die finanzielle Not des Antoniterhauses. Besonders die Möglichkeiten des Terminierens und damit des Sammelns von Spenden wurden zunehmend eingeschränkt.
    1527 Nach dem Tod Claude Lyasses fand sich innerhalb des Antoniterordens kein Nachfolger für das Präzeptorenamt. Die vorderösterreichische Regierung bestellte Rudolf Ecklin, den Benediktinerprior von St. Ulrich, zum Verweser.

    1545 Ein Weltpriester wurde im Chor der neuen Klosterkirche bestattet. Das Grab gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass der spätgotische Kirchenneubau spätestens zu dieser Zeit vollendet oder weitgehend fertiggestellt war.

    1549 Das Antoniterkloster Nimburg wird letztmals als bestehende Ordensniederlassung erwähnt.

    1556 Mit der Einführung der Reformation in der Markgrafschaft Baden-Durlach endete die religiöse Funktion des Antoniterklosters. In den Quellen wurde die Anlage nun als ehemaliges Kloster bezeichnet und auf markgräfliche Anordnung in ein Spital umgewandelt.

    um 1556–1559 Die Antoniter gaben ihre Nimburger Niederlassung endgültig auf. Als spätestes Jahr für ihren Weggang wird 1559 genannt.

    1559 Die Antoniter verließen das Kloster endgültig. Die Klostergebäude wurden anschließend als Spital und Pfründnerhaus genutzt.

    1566 Die ehemalige Klosterkirche wurde als Spitalkirche weiterverwendet. Die Anlage erscheint in den Quellen als „spital sancti Anthonii zu Obern Nümburg“.

    1581 An der ehemaligen Kloster- und späteren Spitalkirche wurden Umbauten vorgenommen. Aus diesem Jahr ist ein Maßwerkfenster überliefert.

    Mitte 17. Jahrhundert Die ehemaligen Klostergebäude wurden Sitz der „Geistlichen Verwaltung Hochberg“.

    1629–1648 Während des Dreißigjährigen Kriegs versuchte der Antoniterorden auf Grundlage des Restitutionsedikts Kaiser Ferdinands II., die Nimburger Niederlassung zurückzuerlangen. Die Bemühungen blieben erfolglos.

    18. Jahrhundert Die ehemalige Klosterkirche wurde mit Fresken ausgemalt und mehrfach baulich verändert.

    1750 Der Turm der ehemaligen Klosterkirche wurde aufgestockt.

    1772 In die ehemalige Kloster- und Spitalkirche wurde eine Orgel eingebaut.

    Mitte 19. Jahrhundert Die ehemaligen Kloster-, Spital- und Verwaltungsgebäude wurden abgebrochen. Erhalten blieb die spätgotische Kirche mit Teilen der gotischen Apsis und dem in den Neubau einbezogenen Turm.

     

    {joomplu:737 type=thumbnail}
    Klosteranlage nach einer Zeichnung von C. F. Meerwein (1806).

     

    Foto und Text: Hans-Jürgen van Akkeren
    Quelle: Leo-BW Badisches Klosterbuch: Nimburg, Antoniter, Landkreis Emmendingen

  • Riegel - Dominikanerinnenkloster

    Dominikanerinnenkloster Riegel
     
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     Klausnerinen in Riegel
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Riegel
     Entstehungszeit  um 1450
     Ersterwähnung  1483
     Auflösung  1779
     Gründungsstifter  
     Zugehörigkeit  Dominikaner
     Erhaltungszustand  abgeganen
     Geografische Lage  48.15216/7.74981
     Höhenlage  178 m ü. NHN

    Riegel - Dominikanerinnenkloster

    Geschichte

    Die Ursprünge des Dominikanerinnenklosters in Riegel am Kaiserstuhl sind weitgehend unbekannt, da die wichtigsten Dokumente während des Dreißigjährigen Krieges verloren gingen. Daher stützen wir uns auf Überlieferungen aus dem 18. Jahrhundert. Nach diesen Berichten schlossen sich in Endingen am Kaiserstuhl zunächst einige Frauen zusammen, die ohne feste Regeln ein gemeinsames Leben des Gebets führten. Später trat die Gemeinschaft in Kontakt mit den Dominikanern aus Freiburg. Einige Schwestern zogen nach Rust am Rhein, tauschten jedoch bald ihren Standort mit drei Benediktinerinnen aus Riegel. In Riegel wuchs die Gemeinschaft durch den Beitritt ortsansässiger Frauen, wodurch sie vermutlich ein Haus in der Nähe der Pfarrkirche erhielt und dort unter der dritten Regel des heiligen Dominikus lebte. Obwohl die erste urkundliche Erwähnung einer „Klausnerin in Riegel“ aus dem Jahr 1483 stammt, lässt der Bau einer Kapelle für die Schwestern in der Pfarrkirche vermuten, dass die Gründung der Terziarinnen um 1450 erfolgte.

    Bis zum 16. Jahrhundert lebten in Riegel nie mehr als acht Schwestern gleichzeitig. Anfänglich war der Besitzstand gering, doch durch den Eintritt wohlhabender Bürgerstöchter aus Riegel wuchs das Vermögen des Klosters. Zunächst bewirtschafteten die Schwestern ihre Besitztümer selbst, doch ab dem späten 16. Jahrhundert verpachteten sie Teile ihres Landes als Lehen, bekannt als „Klausnerlehen“ oder „Klausengut“. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das Kloster bereits so wohlhabend, dass es der Gemeinde Riegel eine erhebliche Summe leihen und den Bau der neuen Pfarrkirche finanziell unterstützen konnte.

    1633 wurde das Kloster während eines heftigen Gefechts im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. Der Wiederaufbau begann 1684 und bis 1686 entstand ein zweistöckiges Gebäude, das 1712 durch einen Anbau erweitert wurde. In diesem Kloster lebten bis zu 15 Nonnen. Die Gebäude bestehen bis heute und dienen als Pfarrhaus.

    Die Pfarrkirche St. Martin bildete den geistlichen Mittelpunkt des Klosterlebens. Den Schwestern war in der Kirche ein abgetrennter Bereich in einer Seitenkapelle zugewiesen, und sie wurden auf einem eigenen Teil des Friedhofs bestattet. In der 1749 geweihten neuen Pfarrkirche erhielten die Schwestern eine Empore im Chor sowie eine Kapelle für ihr Stundengebet.

    1765 tauschten die Nonnen ihr Klostergebäude gegen das größere Pfarrhaus, um dort eine neue Klausur, Wirtschaftsgebäude und eine Klosterkirche zu errichten. Die 1769 fertiggestellte Kirche wurde der heiligen Katharina von Siena geweiht, die bereits von den ersten Schwestern in Riegel verehrt wurde. Ob mit diesem Umzug auch eine Änderung der klösterlichen Regeln einherging, ist ungewiss.

    Trotz ihrer Bemühungen geriet der Konvent in finanzielle Schwierigkeiten, da die Baukosten ihre Möglichkeiten überstiegen. 1779 ordnete die vorderösterreichische Regierung die Auflösung des Klosters an. Die Schwestern wurden auf andere Klöster verteilt, und die Gebäude wurden versteigert. Nach mehreren Eigentümerwechseln beherbergen sie heute das Kinderheim St. Anton. Die Klosterkirche St. Katharina wurde schließlich säkularisiert und diente nach mehreren Umbauten als Wohnhaus, das später abgerissen wurde, um einer neuen Kapelle Platz zu machen: der 1910 errichteten neugotischen Franz-Xaver-Kapelle.

    Text: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quellen:

    • <KB Emmendingen> II/2, 560-562.
    • FUTTERER: Das Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Riegel. In: Freiburger Diözesan-Archiv 97 (1977), 5-48.
  • Tennenbach - Zisterzienserorden

    Kloster Tennenbach
    {joomplu:778 type=thumbnail|alttext=Bewuchsmerkmale des Klosters Tennenbach 26.08.2022. Luftbildaufnahme: Hans-Jürgen van Akkeren}
    Bewuchsmerkmale des Klosters Tennenbach 26.08.2022
    Luftbildaufnahme:
    Hans-Jürgen  van Akkeren
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
    Tenibach (1161);
    monasterium sanctae Marie in Tennibach (1178);
    monasterium Porte celi, quod antiquitus Tennibach consueverat nuncupari (1209);
    closters ze Tennybach des ordens von Cytels (1351);
    gottshauß Thennenbach, Cistertzer ordens, Constantzer bistumbs, in dem Preißgaw gelegen (1650)
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Tennenbach
     Entstehungszeit  1158
     Ersterwähnung  1161
     Auflösung  1806
     Gründungsstifter  vermutlich auf
     Vermittlung Herzog
     Bertolds IV. von
     Zähringen
     Zugehörigkeit  Zisterzienser
     Erhaltungszustand  abgeganen,
     Kapelle erhalten
     Geografische Lage  48.14491/7.89443
     Höhenlage  265 m ü. NHN

    Kloster Tennenbach

     Kloster bis auf eine Kapelle abgegangen

    Lage

    Das ehemalige Zisterzienserkloster Tennenbach liegt in landschaftlich besonders günstiger Lage am Zusammenfluss von Thannbach und Aubach. An dieser Stelle weitet sich das Brettenbachtal, das in der Vorbergzone des Schwarzwaldes liegt, zu einem geschützten Talkessel. Die sanft nach Süden abfallenden Hänge werden selbst in den Wintermonaten über weite Teile des Tages von der Sonne beschienen. Zugleich treten an den Talflanken zahlreiche Schichtstufenquellen hervor, die eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser ermöglichten. Diese natürlichen Voraussetzungen dürften für die Wahl des Klosterstandorts von großer Bedeutung gewesen sein.

    Auch die unmittelbare Umgebung bot wichtige Baumaterialien. An der westlich an das Kloster angrenzenden Talflanke des sogenannten Torrains befinden sich hochwertige Werksteinvorkommen aus Mittlerem Buntsandstein. Auf dieses Material griff man bereits beim Bau der Klosterkirche ab etwa 1160 beziehungsweise 1170 zurück. Auch bei späteren mittelalterlichen Erweiterungen und Umbauten wurde der örtliche Buntsandstein weiterhin verwendet. Die Lage des Klosters verband somit eine geschützte Topografie, gute Wasserversorgung, günstige Sonneneinstrahlung und leicht zugängliche natürliche Baustoffe.

    Obwohl zur Geschichte des wohlhabenden Klosters eine umfangreiche schriftliche Überlieferung vorhanden ist, ist über das genaue Aussehen der mittelalterlichen Anlage nur wenig bekannt. Die frühesten erhaltenen Ansichten und Pläne zeigen den Gebäudebestand erst nach dem barocken Neubau. Von den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Klosterbauten haben sich oberirdisch nur wenige Reste erhalten.

    Zu den bedeutendsten erhaltenen Bauteilen gehört die Kapelle, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an die Infirmarie, den Krankenbereich des Klosters, angebaut wurde. Weitere Überreste befinden sich im Bereich des Gasthauses „Engel“, wo sich der Keller eines barocken Wirtschaftsgebäudes erhalten hat. Darüber hinaus sind noch einzelne aufgehende Mauerreste sowie Geländestrukturen der inneren und äußeren Klosterumfassung erkennbar.

    Da das ehemalige Klostergelände innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes liegt, fanden bislang nur wenige archäologische Eingriffe statt. Eine baubegleitende Untersuchung wurde 1991 anlässlich der Verlegung einer Wasserleitung durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass Teile der mittelalterlichen Bauten vor der barocken Neubebauung mit Aufschüttungen von bis zu einem Meter Höhe überdeckt worden waren.

    Archäologisch-geophysikalische Untersuchungen in den Jahren 2012, 2014 und 2022 bestätigten diese Beobachtung. Durch die zerstörungsfreien Prospektionen konnten zahlreiche weitere Strukturen im Untergrund nachgewiesen werden. Sie liefern wichtige Hinweise auf die Gestalt und Ausdehnung der früheren Klosteranlage und tragen dazu bei, das bislang nur unvollständig bekannte Erscheinungsbild des mittelalterlichen Klosters Tennenbach schrittweise zu rekonstruieren.

    {joomplu:775 type=thumbnail|alttext=Geophysikalische Untersuchrung Kloster Tennenbach. Harald von der Osten und Bertram Jenisch. Foto: 2022-10-22 Hans-Jürgen van Akkeren.}   {joomplu:783 type=thumbnail|alttext=Dr. Harald von der Osten während der geophysikalischen Untersuchrung des Klosters Tennenbach Oktober 2022. Luftbildaufnahme Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Geophysikalische Untersuchrung Kloster Tennenbach Oktober 2022
    vlnr: Harald von der Osten und Bertram Jenisch in Tennenbach.
    Foto: Hans-Jürgen van Akkeren
      Dr. Harald von der Osten während der geophysikalischen Untersuchrung des Klosters Tennenbach Oktober 2022. Luftbildaufnahme Hans-Jürgen van Akkeren.
         
    {joomplu:777 type=thumbnail|alttext=Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.}   {joomplu:776 type=thumbnail|alttext=Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.}
    Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.   Drohnenaufnahme für die Bauforschung des LAD BW in der Kapelle Tennenbach im Innenraum des Chors. Hans-Jürgen van Akkeren 2022.

     

    Bibliothek und Archiv des Klosters Tennenbach

    Die Bibliothek des Klosters Tennenbach wurde seit dem 15. Jahrhundert mehrfach zerstört und geplündert. Dauerhaft erhalten blieb vor allem der im 18. Jahrhundert neu aufgebaute Bestand. Bei der Aufhebung des Klosters umfasste die Bibliothek etwa 7.000 Bände. Ein Teil, darunter zahlreiche Handschriften, gelangte an die Hofbibliothek Karlsruhe, der größere Bestand an die Universitätsbibliothek Freiburg. Heute sind noch ungefähr 40 Handschriften sowie fast 80 frühe Drucke, sogenannte Inkunabeln, erhalten. Darunter befinden sich auch Werke antiker und humanistischer Autoren.

    Als älteste erhaltene, im Kloster entstandene Handschrift gilt eine 1450 begonnene Sammlung von Privilegien und Altarweiheurkunden. Seit dem 15. Jahrhundert sind zudem einzelne Schreiber namentlich bekannt, zeitweise lässt sich auch eine klostereigene Buchbinderwerkstatt nachweisen. Im 17. Jahrhundert traten unter anderem Konrad Burger und Michael Riegger als Autoren hervor.

    Von besonderer Bedeutung ist das Tennenbacher Güterbuch. Es wurde zwischen 1317 und 1341 von Johannes Zenlin angelegt, der zunächst Cellerar und später Abt des Klosters war. Das reich ausgestattete Werk dokumentiert Rechte und Besitzungen in 233 Orten und enthält außerdem Urkunden, Regesten und Teile des Freiburger Stadtrechts. Ergänzt wurden die Einträge durch Ortsbesichtigungen und Zeugenaussagen. Eine Eingangsminiatur zeigt beispielsweise die Befragung eines Bauern.

    Auch das Klosterarchiv erlitt im Bauernkrieg und besonders während des Dreißigjährigen Krieges erhebliche Verluste. Die bei der Säkularisation noch vorhandenen Unterlagen wurden überwiegend in das Generallandesarchiv Karlsruhe überführt. Dort bilden 1.286 Urkunden einen eigenen Bestand. Weitere Dokumente befinden sich unter anderem in Villingen, Innsbruck, Freiburg, Endingen und Kenzingen sowie in verschiedenen Pfarrarchiven.

    Kirche und Konventsbauten des Klosters Tennenbach

    Nach der Verlegung vom ursprünglichen Gründungsort Sunnenzil entstand am endgültigen Standort seit dem späten 12. Jahrhundert eine umfangreiche Klosteranlage. Im Mittelpunkt stand die Klosterkirche, deren abschließende Weihe vermutlich erst in der Mitte der 1220er Jahre erfolgte. Der sorgfältig aus Quadersteinen errichtete Bau war etwa 55 Meter lang und 18 Meter breit. Er besaß ein dreischiffiges Langhaus, ein ausladendes Querhaus mit Seitenkapellen und ein flach geschlossenes Sanktuarium. Die mittelalterliche Kirche blieb bis zur Aufhebung des Klosters bestehen. Ab 1832 wurden die Gebäude zum Abbruch versteigert; Steine und Ausstattungsteile der Kirche fanden beim Bau der Freiburger Ludwigskirche Verwendung, die 1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde.

    Südlich der Kirche lagen die zweigeschossigen Konventsgebäude, die einen annähernd quadratischen Kreuzgang umschlossen. Im Ostflügel befanden sich unter anderem der Kapitelsaal und das Dormitorium, im Westen lag der Bereich der Konversen. Der Südflügel nahm das Refektorium auf, dem im Kreuzhof ein Brunnenhaus gegenüberstand. Östlich der Klausur befand sich die Infirmarie, die über einen Verbindungsgang erreichbar war. Eine innere Mauer umschloss die Klausur und den Mönchsfriedhof. Die Wirtschaftsgebäude lagen vor allem im Westen und Südwesten. Das gesamte Klosterareal war von einer rund 1,3 Kilometer langen Ringmauer mit vorgelagertem Graben umgeben. Teile dieser Befestigung sind bis heute erhalten.

    Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Anlage erweitert. Vor die Westfassade der Kirche setzte man eine Vorhalle. Um 1260 entstand an der Infirmarie eine hochgotische Kapelle mit polygonalem Ostabschluss. Sie wurde im Bauernkrieg beschädigt, später verändert und beim barocken Umbau als Begräbniskapelle weitergenutzt. Südlich der Infirmarie lagen vermutlich Küche, Abtshaus und Unterkünfte für Gäste. Außerhalb der Klausur befanden sich die Klostermühle und weitere Wirtschaftsgebäude. An den Zugängen im Norden und Südwesten lassen sich größere Gebäudekomplexe erkennen, die wahrscheinlich der Aufnahme und Versorgung von Gästen und Kranken dienten. Ein erhaltener Inschriftenstein belegt den Bau eines neuen Torhauses im Jahr 1376.

    Nach einem Brand im Jahr 1723 wurde die Klosteranlage unter Leitung des Vorarlberger Baumeisters Peter Thumb zwischen 1726 und 1743 weitgehend im barocken Stil neu gestaltet. Erhalten blieben im Wesentlichen die Kirche, die Umfassungsmauern und Teile älterer Grundmauern. Vor dem Neubau erhöhte man das Gelände durch Aufschüttungen. Das Kreuzganggeviert wurde nahezu verdoppelt, der Südflügel weiter nach Süden verlegt und der Kreuzhof mit einem zentralen Schalenbrunnen ausgestattet.

    Der Westflügel erhielt eine repräsentative Schaufassade mit hervorgehobenem Mittelportal und neu angelegtem Hauptzugang. Der auf etwa 75 Meter verlängerte Südflügel wurde ebenfalls als Schauseite gestaltet. Im Südwesten entstand ein großer Gästetrakt, der sogenannte Kavalierbau. Östlich davon legte man einen formalen Garten mit Orangerie an. Für diese Neubauten wurden ältere Gebäude, darunter die mittelalterliche Infirmarie, abgebrochen.

    Von großer Bedeutung war außerdem das ausgeklügelte Wassersystem des Klosters. Es bestand bereits seit der Gründungszeit und versorgte die Anlage mit Brauch- und Trinkwasser. Die Brauchwasserkanäle wurden von drei großen Stauweihern gespeist. Das Trinkwasser gelangte vermutlich aus Quellen nördlich der Infirmarie über eigene Leitungen bis zum Brunnenhaus im Kreuzgang.

    {joomplu:779 type=thumbnail|alttext=Kapelle Tennenbach. Foto April 2020 Hans-Jürgen van Akkeren}   {joomplu:782 type=thumbnail|alttext=Tennenbach Kapelle mit Blick zum Gasthaus Engel. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Kapelle Tennenbach.
    Foto April 2020 Hans-Jürgen van Akkeren
      Tennenbach Kapelle mit Blick zum Gasthaus Engel.
    Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.
         
    {joomplu:780 type=thumbnail|alttext=Nördlicher Hanggraben Kloster Tennenbach. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.}   {joomplu:781 type=thumbnail|alttext=Oestliche Umfassungsmauer des Klosters Tennenbach. Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Nördlicher Hanggraben Kloster Tennenbach.
    Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.
      Oestliche Umfassungsmauer des Klosters Tennenbach.
    Foto 2022 Hans-Jürgen van Akkeren.

     

    Geschichte

    JahrEreignis
    1158 Wahrscheinlich trafen die ersten Mönche aus dem Kloster Frienisberg am künftigen Standort Tennenbachs ein. Eine heute nicht mehr erhaltene Inschrift im Kreuzgang nannte dieses Jahr als Gründungsdatum.

    1161 Abt Hesso kam mit weiteren Mönchen aus Frienisberg nach Tennenbach. Die Ansiedlung erfolgte vermutlich auf Vermittlung Herzog Bertolds IV. von Zähringen. Dieses Jahr wird in der Tennenbacher Gründungsnotiz genannt.

    Um 1180 Das Kloster wandte sich den Staufern zu und ging ein engeres Schutzverhältnis mit ihnen ein. Diese Entscheidung war innerhalb des Konvents umstritten und führte zum Auszug einer zähringerfreundlichen Gruppe.

    1178 Papst Alexander III. bestätigte erstmals pauschal Besitz des Klosters im Raum Freiburg. Im selben Jahr wurde der spätere Tennenbacher Mönch Hugo geboren.

    1207 Spätestens in diesem Jahr war Bertold von Urach, ein Neffe Herzog Bertolds V. von Zähringen, zum Abt von Tennenbach gewählt worden.

    1209 Hugo trat in das Kloster Tennenbach ein. Er wurde später wegen seines als vorbildlich angesehenen Lebens verehrt.

    1219 Roggenbach wurde erstmals als Grangie, also als klösterlicher Eigenwirtschaftshof, erwähnt.

    1220 Graf Egino IV. von Urach bestätigte die Übertragung eines Hofkomplexes bei Freiburg an das Kloster. Zugleich erhielt Tennenbach Wasserrechte für den Betrieb einer Getreidemühle.

    Spätestens 1226 Zum Freiburger Hof des Klosters gehörte neben der bereits vorhandenen Getreidemühle eine weitere Mühle.

    1226–1256 Rudolf von Zähringen stand dem Kloster als Abt vor und prägte durch sein als vorbildlich geltendes Leben das spirituelle Ansehen Tennenbachs.

    1237–1240 Auf der Freiburger Grangie wurde eine Kapelle für die dort lebenden Mönche, Konversen und Bediensteten fertiggestellt.

    1239 Markgraf Hermann V. gestattete seinen Ministerialen, dem Kloster bewegliche und unbewegliche Güter zu übertragen.

    Nach 1250 Die Vogtei über das Kloster ging auf die Grafen von Freiburg über. Diese förderten Tennenbach durch Stiftungen und nutzten das Kloster als Familiengrablege.

    1259 Graf Konrad I. von Freiburg erlaubte seinen Vasallen und Ministerialen, dem Kloster Güter und Renten für ihr Seelenheil zu übertragen. In der Folge erhielt Tennenbach zahlreiche Schenkungen.

    1260 Im Konvent lebten 17 Priestermönche und sieben Laienbrüder.

    1264 Der seit 1209 in Tennenbach lebende Mönch Hugo starb. Nach seinem Tod wurde eine Heiligenvita über ihn verfasst.

    Ab 1273 Das Kloster begann mit umfangreicheren Erwerbungen auf der Baar. Villingen entwickelte sich dort zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Tennenbacher Besitzes.

    1279–1297 Meinrad von Stühlingen amtierte als Abt. Er stammte aus einer Freiburger Familie mit engen Beziehungen zum städtischen Patriziat.

    1291 Der Graf von Freiburg befreite den Klosterbesitz in der Stadt Freiburg von Gewerft und Steuern.

    Bis 1296 Die Grangie Langenbogen wurde durch Zukäufe und die Verdrängung bäuerlicher Betriebe zum größten Eigenwirtschaftshof des Klosters ausgebaut.

    1297–1310 Meinrad von Munzingen leitete das Kloster als Abt. Auch er entstammte einer Freiburger Familie mit engen Verbindungen zum Patriziat und zur Familie von Falkenstein.

    Nach 1300 Neben dem Adel traten zunehmend Bürger aus Freiburg und Villingen als Stifter auf. Schenkungen standen häufig mit dem Klostereintritt von Familienangehörigen in Zusammenhang.

    1310 Tennenbach erwarb das Bürgerrecht in Villingen. Für die Grangie Roggenbach ist außerdem ein eigener Grangienmeister belegt.

    1317 Die Grangie Vörstetten wurde bis zu diesem Jahr durch Konversen in Eigenwirtschaft betrieben.

    1319 Die Grangie Roggenbach wurde in einzelne Lehen aufgeteilt.

    1323 Das Kloster erwarb in Villingen ein Steinhaus.

    1326 Die zuvor vollständig in Eigenwirtschaft betriebene Grangie Langenbogen wurde verpachtet. Auch der Mutterstegenhof war spätestens zu diesem Zeitpunkt verpachtet.

    Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts Im Konvent ist eine größere Zahl von Neueintritten aus der Bürgerschaft von Villingen und Rottweil festzustellen. In der Klosterkirche waren zwölf Altäre vorhanden.

    1336 Johann Zenlin wurde Abt von Tennenbach. Außerdem richtete das Kloster sein wirtschaftliches Interesse in Kiechlinsbergen auf den Erwerb von Zehntrechten.

    1341 Die erste umfassende Eintragungsschicht des Tennenbacher Güterbuchs wurde abgeschlossen. Das Werk dokumentiert den Höhepunkt des mittelalterlichen Besitzstandes.

    1344 Tennenbach erwarb in Kiechlinsbergen den Andlauischen Fronhof einschließlich des Schultheißenamtes.

    Mitte des 14. Jahrhunderts Tennenbach gehörte zu den einflussreichsten und kapitalstärksten Klöstern des Breisgaus. Sein Einflussbereich erstreckte sich zeitweise auf 71 Orte. In Freiburg bezog das Kloster Einkünfte aus etwa 27 Häusern.

    1336–1353 Abt Johann Zenlin, der Schöpfer des Tennenbacher Güterbuchs, prägte die Entwicklung des Klosters nachhaltig.

    1353–1368 Johannes Hase aus einer Kenzinger Ministerialenfamilie amtierte als Abt. Er war der letzte Abt Tennenbachs aus einer Familie ministerialer Herkunft.

    Bis Mitte des 14. Jahrhunderts

    Die Eigenbewirtschaftung der insgesamt 14 klösterlichen Grangien wurde weitgehend aufgegeben.

    1360–1370 Ein Abgabenverzeichnis des Bistums Konstanz bewertete Tennenbach mit 500 Mark Silber. Damit war es das am höchsten taxierte Kloster des Breisgaus.

    Ab den 1360er Jahren Infolge von Pest, Agrarkrise und wirtschaftlichen Veränderungen konzentrierte das Kloster seine Tätigkeit stärker auf den nördlichen Breisgau und Freiburg.

    1362 Die Grangie Hügelheim wurde vermutlich bis zu diesem Jahr noch in Eigenwirtschaft betrieben.

    1367 Zumindest Teile der außerhalb Freiburgs gelegenen Grangie waren verpachtet.

    1368 Mit der Übernahme der Stadtherrschaft über Freiburg etablierten sich die Herzöge von Österreich dauerhaft in der Region und erhoben Anspruch auf die Schutzvogtei über Tennenbach.

    4. Mai 1373 Das Kloster kaufte für 80 Mark Silber einen Hof in der Freiburger Schneckenvorstadt. Dieser diente als repräsentative Unterkunft und als sicherer Rückzugsort innerhalb der Stadtmauern.

    1372 Kaiser Karl IV. übertrug dem Markgrafen von Hachberg offiziell die Schutzvogtei über das Kloster.

    1373 Kaiser Karl IV. bestätigte auch den Herzögen Albrecht und Leopold von Österreich die Schutzvogtei. Die Markgrafen von Hachberg wirkten anschließend als habsburgische Untervögte.

    1389 Nach dem Erwerb eines sicheren Hofes innerhalb der Freiburger Stadtmauer wurde die außerstädtische Grangie von einem weltlichen Verwalter bewirtschaftet.

    1407 Durch einen weiteren Erwerb vergrößerte das Kloster seine Vogteirechte in Kiechlinsbergen.

    1414 Tennenbach erwarb weitere Zehntrechte in Kiechlinsbergen.

    1415 Die Herrschaft Hachberg ging an Markgraf Bernhard I. von Baden über. Dadurch wurde der Streit um die Schutzvogtei erneut verschärft.

    1438 Markgraf Jakob von Baden beurkundete seine Schutzfunktion über Tennenbach nach dem Vorbild älterer kaiserlicher und königlicher Freiheitsbriefe. Das Kloster erkannte diese an.

    Mitte des 15. Jahrhunderts In der Klosterkirche waren 19 Altäre sowie Reliquien von 672 Heiligen vorhanden. Wirtschaftskrisen und Konflikte hatten den weiteren Aufstieg des Klosters gebremst.

    1461 Das Kloster erwarb weitere Rechte an der Vogtei Kiechlinsbergen.

    Ab 1468 Tennenbach erschien regelmäßig in der Matrikel der vorderösterreichischen Landstände.

    Nach 1475 Der Tennenbacher Konventuale Claus Schreig verfasste eine Rhetorik der Briefe mit einer Sammlung von Musterbriefen.

    16. Oktober 1473 Die markgräfliche Vogtei über das Kloster wurde kaiserlich bestätigt. Die Habsburger erkannten diese Entscheidung jedoch nicht an.

    1475 Erzherzog Sigismund von Tirol setzte den habsburgischen Vogteianspruch unter Androhung von Gewalt durch. Tennenbach blieb danach bis 1806 unter habsburgischem Schutz.

    1482–1487 Das Kloster verlor einen Teil seiner Verwaltungsautonomie in Freiburg. Der Schaffner des dortigen Klosterbezirks musste nun aus der Freiburger Bürgerschaft stammen.

    1498 Ein Urbar dokumentierte in Freiburg Einnahmen aus 33 Häusern, zwei Schleifen und einer Trotte.

    1508 Nach langwierigen Rechtsstreitigkeiten verkaufte das Kloster sämtliche Besitzungen auf der Baar.

    1517 Durch einen weiteren Kauf gelangte schließlich die gesamte Vogtei Kiechlinsbergen in die Verfügung des Klosters.

    27. April 1525 Der Tennenbacher Verwalter verließ den Klosterhof in Kiechlinsbergen, bevor aufständische Bauern die Anlage plünderten. Dieser Vorgang bildete einen Ausgangspunkt des Bauernaufstands am Kaiserstuhl.

    28. April 1525 Weitere Aufständische aus benachbarten Orten schlossen sich in Kiechlinsbergen zusammen und organisierten sich militärisch.

    3. Mai 1525 Die Bauern erreichten das inzwischen verlassene Kloster Tennenbach. Sie beschädigten die Klausur, zerstörten vermutlich Grabstätten und legten Feuer; die Klosterkirche blieb verschont.

    8. April 1526 Der Abt forderte auf dem Tag zu Villingen von den markgräflichen Untertanen 30.000 Gulden Schadensersatz für die Zerstörungen des Bauernkriegs.

    Ab 1527/1529 Eine kleine Mönchsgemeinschaft bezog wieder Teile der zerstörten Klostergebäude. Der Abt lebte jedoch weiterhin im Freiburger Klosterhof.

    1540 Abt Johannes starb in Freiburg. Anschließend wurde Johannes Rath aus Emmendingen zum Übergangsabt gewählt.

    1541/1542 Mönche aus dem aufgehobenen Kloster Bebenhausen kamen nach Tennenbach. Mit der Wahl Sebastian Lutz’ zum Abt wurde das Kloster personell und organisatorisch neu begründet.

    1542 Sieben Konventualen wählten Sebastian Lutz zum Abt.

    1550 Der badische Thronfolger verlangte unter Berufung auf Atzungsrechte Einlass in das Kloster. Die vorderösterreichische Regierung in Ensisheim untersagte ihm den Zutritt.

    Nach 1555 Nach dem Übertritt Markgraf Karls II. zum Protestantismus wurde Tennenbach zu einer katholischen Enklave innerhalb der evangelischen Markgrafschaft Baden.

    1571 Die vorderösterreichische Matrikel zeigte einen leichten Anstieg der Steuerumlage und damit erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Konsolidierung des Klosters.

    1575 Ein Mönchsverzeichnis nennt neun Priestermönche im Kloster.

    Ab 1577 Der Prior hielt den Gottesdienst für die weltliche Klostergemeinde vermutlich in der heute noch erhaltenen Marienkapelle.

    1579 Der Tennenbacher Mönch Jakob Gütschmann verfasste ein „Liber usuum cisterciensis ordinis“ über die Gebräuche des Zisterzienserordens.

    1585–1627 Unter Abt Martin Schleher wurden die nach dem Bauernkrieg beschädigten Klostergebäude vermutlich wieder repräsentativ erneuert.

    13.–17. Juni 1590 Markgraf Jakob III. ließ Religionsgespräche im ehemaligen Emmendinger Klosterhof abhalten. Tennenbacher Mönche sollten eine mögliche Rückkehr des Landes zum katholischen Glauben begleiten.

    15. Juli 1590 Markgraf Jakob III. schwor im Kloster seinem protestantischen Glauben ab und wurde in die römisch-katholische Kirche aufgenommen.

    17. August 1590 Nach dem Tod Markgraf Jakobs III. wurde Emmendingen erneut evangelisch. Die Tennenbacher Mönche mussten die kurz zuvor übernommenen Pfarreien wieder verlassen.

    Um 1600 Die wirtschaftliche und politische Lage des Klosters hatte sich nach Bauernkrieg und Reformation wieder stabilisiert. Der Abt nahm nun auch an Ausschüssen und Landtagen teil.

    1601 Im Kloster lebten 14 Mönche.

    1607 Michael Riegger fertigte für die Wonnentaler Nonne Barbara Morizin ein zisterziensisches Prozessionale an.

    1611 Michael Riegger übergab dem Zisterzienserinnenkloster Günterstal einen nahezu identischen liturgischen Codex. Die vorderösterreichische Matrikel bestätigte zugleich die wirtschaftliche Konsolidierung Tennenbachs.

    Kurz vor 1632 Der Konvent umfasste 19 Personen.

    1632 Der Dreißigjährige Krieg erreichte den Breisgau. Schwedische Truppen plünderten das Kloster; 18 Mönche flohen über Freiburg in das Kloster Wettingen.

    1634 Nach dem vorübergehenden Abzug der Schweden kehrte Abt Adam Egerter zeitweise zurück. Zur Wiederaufnahme des Wirtschaftsbetriebs nahm er beim Kloster Wettingen ein Darlehen auf und verpfändete den geretteten Kirchenschatz.

    1638 Nach der Eroberung Breisachs durch Bernhard von Weimar fielen die dort gelagerten Tennenbacher Archivalien in dessen Hände. Das Kloster wurde einem schwedischen Obersten zur Nutzung überlassen.

    Juli 1644 Die Klosteranlage konnte wieder von den Tennenbacher Mönchen genutzt werden.

    Beginn der 1650er Jahre Ein geregeltes klösterliches Leben und der reguläre Wirtschaftsbetrieb wurden wieder aufgenommen.

    3. April 1652 Abt Hugo Buchstetter nahm seinen Wohnsitz wieder im Kloster Tennenbach.

    1656 Erstmals seit 1630 wurden wieder neue Ordensprofessen aufgenommen.

    1659 Tennenbach übernahm die Ortsherrschaft in Kiechlinsbergen.

    1673 Zum Freiburger Stadthof gehörten ein Wohnhaus, ein Hof, eine Scheune, Stallungen, eine Küche und Gärten.

    1674 Eine Skizze dokumentierte die Gebäude der Freiburger Grangie, darunter Wohnhaus, Mühle, Kapelle, Scheunen und Brunnen.

    1674–1676 Französische und kaiserliche Truppen plünderten das Kloster. Besonders die wieder aufgebaute Bibliothek erlitt schwere Verluste.

    1682 Das Kloster erhielt das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Kiechlinsbergen.

    1696 Neben dem Abt gehörten dem Konvent 14 Patres, vier Konversen und ein Oblate an.

    1704 Französische Truppen verursachten erneut Zerstörungen im Kloster.

    1713 Französische Einheiten richteten weitere Schäden an der Klosteranlage an.

    1723 Ein Großbrand zerstörte nahezu sämtliche Klostergebäude. Lediglich die Klosterkirche konnte durch den Einsatz der Ordensangehörigen gerettet werden.

    1725–1754 Abt Leopold Münzer leitete den Wiederaufbau der Anlage im barocken Stil.

    1767/1768 Neben Kirche und Klostergebäuden sind unter anderem ein Wirtshaus, Stallungen, eine Schmiede, eine Ziegelhütte, eine Mühle und der außerhalb gelegene Laberhof dokumentiert.

    1768 Der umfangreiche Gebäudebestand des Tennenbacher Klosteramts in Kiechlinsbergen wurde erfasst, darunter Stallungen, Scheunen, Kapelle, Speicher und drei Mühlen.

    1778 Die Abtei errichtete in Kiechlinsbergen ein repräsentatives zweistöckiges Amts- und Pfarrhaus mit 18 Zimmern, Festsaal und großem Weinkeller.

    Ende des 18. Jahrhunderts Im Kloster lebten zwischen 26 und 30 Mönche.

    1782 Tennenbach wurde mit mehreren anderen Klöstern zur vorderösterreichischen Kongregation vom heiligen Joseph zusammengeschlossen und musste Beiträge an den Religionsfonds entrichten.

    1787 Die geplante Aufhebung des Klosters und die Übertragung seines Besitzes an die Universität Freiburg wurden durch eine persönliche Intervention des Abtes bei Kaiser Joseph II. verhindert.

    1795 In Kiechlinsbergen wurde eine neue Trotte ohne Keller errichtet.

    1797 Da das Kloster über keine lehrbefähigten Konventualen verfügte, übernahm der Salemer Pater Bernhard Boll eine Lehrstelle für Philosophie und Theologie in Tennenbach.

    1798 Das Kloster verkaufte seine außerhalb Freiburgs gelegene Grangie.

    1799/1800 Französische Truppen zogen durch die Region und wurden im Kloster einquartiert. Dies verschärfte die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten Tennenbachs.

    Ab 1802 Teile des Klosterbesitzes sollten zur Entschädigung des Malteserordens verwendet werden. Österreich und das Herzogtum Modena-Breisgau stellten sich jedoch zunächst schützend vor das Kloster.

    26. Februar 1803 Der Reichsdeputationshauptschluss blieb für Tennenbach zunächst ohne unmittelbare Folgen.

    Februar 1806 Der badische Staat übernahm das Kloster Tennenbach.

    Ab Juni 1806 Eine badische Inventurkommission erfasste Gebäude, Besitzungen, Rechte, Einkünfte, Schulden und Lasten des Klosters. Der Gesamtwert wurde auf rund 559.645 Gulden geschätzt.

    1. September 1806 Das Kloster Tennenbach wurde offiziell aufgehoben. Für die verbliebenen Mönche, Novizen, Laienbrüder und Bediensteten wurden Pensionen, kirchliche Stellen oder andere Versorgungsmöglichkeiten vorgesehen.

    1806 Zum Klosterbesitz gehörten noch 1.353 Morgen Wald, 68 Morgen Weideland, mehr als 250 Morgen Ackerflächen, mehrere Höfe, Patronatsrechte und Einkünfte aus etwa 40 Orten. In der Klostersiedlung lebten 24 Familien mit insgesamt 121 Personen.

    1813–1815 Die ehemaligen Klostergebäude wurden als Militärlazarett genutzt.

    1820 Die als „Tennenbacher Colonie“ bezeichnete Siedlung war auf 30 Familien mit insgesamt 140 Personen angewachsen.

    Ab 1832 Teile der ehemaligen Klosteranlage wurden auf Abbruch verkauft. Steinmaterial und Ausstattung der Kirche wurden für den Bau der Freiburger Ludwigskirche verwendet.

    Bis Ende 1835 Die letzten Bewohner der Tennenbacher Kolonie wurden aus der ehemaligen Klostersiedlung umgesiedelt.

    Frühjahr 1836 Wirtschaftsgebäude, Schulhaus und Unterkünfte der früheren Klosterbediensteten wurden abgebrochen. Das gewonnene Baumaterial erzielte einen Wert von etwas mehr als 1.000 Gulden.

    27. November 1944 Die in Freiburg unter Verwendung von Tennenbacher Baumaterial errichtete Ludwigskirche wurde bei einem Luftangriff zerstört.

     

    {joomplu:736 type=thumbnail|alttext=Bodenkundlich-sedimentologische Untersuchung der ehemaligen Fischweiher in Tennenbach April 2021. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.}   {joomplu:784 type=thumbnail|alttext=Fotogrammmetrie - Innenraum der Kapelle Tennenbach von Hans-Jürgen van Akkeren.}
    Film: Hans-Jürgen van Akkeren
    Bodenkundlich-sedimentologische Untersuchung
    der ehemaligen Fischweiher in Tennenbach April 2021

    Link: https://youtu.be/uDWPqPrFQJ4
      Film: Hans-Jürgen van Akkeren
    Fotogrammmetrie - Innenraum der
    Kapelle Tennenbach
    Link: https://youtu.be/oe6B86Estww


    Hinweise

    Quellen:

    • Leo-BW Badisches Klosterburch - Tennenbach, Zisterzienser
    • Das Tennenbacher Güterbuch, Kohlhammer Verlag Stuttgart 1969. S.453
    • Forschungsarbeit "Das Zisterzienserkloster Tennenbach im mittelalterlichen Breisgau" von Philipp F. Rupf 2004.
    • Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 134–140.
  • Waldkirch - Kloster St. Margarethen

    Kloster St. Margarethen
    {joomplu:456 type=thumbnail|alttext=3D-Rekonstruktion des Klosters St. Margarethen um 1200-1400 von Hans-Jürgen van Akkeren.}
    3D-Rekonstruktion des Klosters St. Margarethen um 1200-1400 von Hans-Jürgen van Akkeren.
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
    ad monasterium Uualdkiricha dictum […] in usum puellarum sub regula sancti Benedicti inibi Deo servientium (994);
    monasterii Silvatensis (1178);
    monasterium prope villam Waldcilch Constanciensis diocesis in honorem sancte Margarete virginis sub regula sancti Benedicti sanctimonialibus feminis dedicatum (1431);
    canonici et capitulum ecclesiae collegiate sancte Margarethe in Waltkilch (1437);
    stiffts sant Marggreden by Waltkilch Costentzer bystums (1443);
    sanct Margarithen stiffts zu Waldkirch (1770);
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Waldkirch
     Entstehungszeit  918
     Ersterwähnung  918
     Auflösung  1806
     Gründungsstifter  Herzog Burkhard von
     Schwaben und seiner
     Frau Reginlind
     Zugehörigkeit  Benediktiner
     Erhaltungszustand  Kirche, Wohn- und
     Verwaltungsgebäude
     Geografische
     Lage
     48.09127/7.96320
     Höhenlage  275 m ü. NHN

    Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch

    Ordensregel: Benediktinerinnen 926-1431. Kollegiatstift St. Margarethen 1431-1806

    Kirche, Wohn- und Verwaltungsgebäude sind erhalten


    Lage

    Das ehemalige Frauenkloster und spätere Kollegiatstift liegt auf einer Hangterrasse am Ausgang des Elztals, unterhalb des Schwarzwaldbergs Kandel. Die im Jahr 1300 zur Stadt erhobene Siedlung entwickelte sich in der Talniederung zwischen dem Stiftsbezirk und der Elz.

    Die ungewöhnlich vollständig erhaltenen barocken Stiftsgebäude gruppieren sich um die Stiftskirche St. Margarethen. Reste von Mauern zeigen, dass Kirche und Propstei sowie die Garten- und Hofbereiche der einzelnen Stiftsgebäude jeweils eingefriedet waren. Eine geschlossene Umwehrung des gesamten Stiftsbezirks bestand hingegen nicht mehr.

    Östlich des Stiftsbezirks lagen mit der „Küchlinsburg“ und der „Kyffelburg“ zwei befestigte Adelssitze. Die Küchlinsburg wurde im 17. Jahrhundert vom Stiftspropst genutzt, während die Kyffelburg nach 1490 dem Stiftskustos diente. Die Burgen der ehemaligen Klostervögte lagen deutlich vom Ort abgesetzt: die Burg Schwarzenberg südlich und die Kastelburg unmittelbar nördlich der Siedlung.

    Das Frauenkloster St. Margarethen von Waldkirch bestand von 918 bis 1431. Von 994 bis zu seiner Auflösung war es ein Reichskloster. Ab dem frühen 12. Jahrhundert sind die Herren von Schwarzenberg als Vögte des Klosters nachweisbar. Sie gehörten demnach zur Reichsministerialität. Im 14. Jahrhundert gerät das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Gründe hierfür sind u.a. : Rückgang der Bevölkerung ab 1348, relativer Rückgang der Einnahmen durch Naturalabgaben, Aneignung klösterliche Rechte und Abgaben durch die Vögte. Trotz des Verkaufs der meisten Güter außerhalb des Elztales starb die letzte Äbtissin, Anna von Üsenberg, „in bitterer Armut“. Der Konvent hat offenbar nie mehr als fünf Nonnen umfasst. Aus diesem Grund waren auch nur kleine Konventsbauten vorhanden.

    Die Pfarrer der Waldkircher Kirchen St. Peter, St. Martin und St. Walburga übernahmen 1431 den Besitz und gründeten ein Chorherrenstift. Sie schafften es, das Stift wirtschaftlich zu sanieren. Im 18. Jahrhundert wurde die St. Margarethenkirche durch Peter Thumb neu erbaut, anschließend alle Wohn- und Verwaltungsgebäude. Dadurch ist ein baulich geschlossener Stiftsbereich entstanden, der bis heute erhalten ist.

    Geschichte

    918 Das Kloster St. Margarethen und Maria wird in Waldkirch durch den Herzog Burkhard von Schwaben und seiner Frau Reginlind gegründet.

    994 Das Kloster kommt durch Erbschaft an das Reich und wird somit ein Reichskloster.

    Das Kloster St. Margarethen wird am 22. Dezember 994 Reichskloster

    König Otto III. war über eine Erbschaft von Burkhart II. und Hadwig in den Besitz des Klosters in Waldkirch gelangt. Im Dezember 994 hält sich Otto III. in Sasbach am Kaiserstuhl auf und nimmt am 22. Dezember das Kloster St. Margarethen in Waldkirch offiziell als Reichskloster unter seinen Schutz. Damit bestätigte Otto III. die Rechte des Klosters an die bisher besessenen Güter und Freiheiten und den königlichen Schutz. Durch die Ernennung zum Reichskloster wird das Kloster St. Margarethen in Waldkirch den Klöstern Reichenau und Corvey gleichgestellt.
    Durch die Urkunde erhielt das Kloster eine eigene Immunität und somit eine eigene hohe Gerichtsbarkeit. Dies entsprach einer eigenen Grafschaft. Somit konnte das Kloster einen eigenen Vogt frei wählen und wieder absetzten.

    Faksimile der Urkunde im Elztalmuseum

    11. Jh. Keine Schriftquellen vorhanden.

    1178 Der Besitz des Klosters wird durch Papst Alexander III. bestätigt. Es wird deutlich, dass das Kloster über einen geschlossenen Besitz im Elztal verfügt, sowie über weiteren Besitz im Breisgau und in der Ortenau. Hierbei handelt es sich um die Kirchenrechte und einen Fronhof in den Gemeinden Denzlingen, Hartkirch und Wendlingen (heute Freiburg- St.Georgen), Ihringen, Gündlingen, Wyhl, Bötzingen, , Oberschaffhausen Wöllingen (Wüstung bei Endingen), Tutschfelden, Hugsweier.

    Ab 1322

    Verkauf der Güter außerhalb und ab 1394 auch innerhalb des Elztales.
    1431 Anna von Üsenberg stirbt. Da keine Nonnen vorhanden sind, wird das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt.

    Liste der Äbtissinen

    Gisela, Tochter von Herzog Burkart von Schwaben
    Berta (1217)
    Willebirg (1223-1234)
    Junta (1264)
    Sophie (1284-1305)
    Katharina von Stoffeln (1305-1329)
    Anna von Schwarzenberg (1345-1380)
    Anna von Sulz (1380-1397)
    Anastasia, Pfalzgräfin von Tübingen (1397-1412)
    Margarethe von Schwarzenberg (1412-1423)
    Agathe von Üsenberg (1428-1431)

    Text: Andreas Haasis-Berner

    Quellen:

    • Max Wetzel, Waldkirch im Elztal (1912)
    • Hermann Rambach, Waldkirch und das Elztal (1988)
    {joomplu:455 type=detail|alttext=Andreas Haasis-Berner: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch. 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal. Waldkirch 2017.}
    Literaturhinweis: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch. 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal. Waldkirch 2017
    Siehe Pressetext: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch

     

    Film:
    Das Koster St. Margarethen, die Keimzelle Waldkirchs. 

    Kurz-Doku mit Dr. Andreas Haasis-Berner, Archäologe
    Link: http://youtu.be/RKwo6zLsxW8