Burgen im mittelalterlichen Breisgau
Hügellage
-
Biengen - Schloss Biengen 1548
Schloss Biengen Alternativname(n) Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Biengen
(Bad-Krozingen)Entstehungszeit vor 1548 Ersterwähnung Burgentyp Höhenburg Lage Hügellage Erhaltungszustand Umbau Ende 18. Jh. Geografische Lage 47.94145/7.68939 Höhenlage 227 m ü. NHN Biengen (Bad-Krozingen) - Schloss Biengen
LageAm nordwestlichen Ortsrand erhebt sich der Biengener Schlossberg, auf dem die St. Leodegarskirche steht, umgeben von einem alten Friedhof. Südlich und einige Meter tiefer, befindet sich das Biengener Schloss umgeben von Ökonomiegebäuden. Die Gestalt und der Grundriss weisen die Umbauarbeiten in 18. Jh. Das Portal mit Doppelwappen trägt die Inschrift 1548. Eine mittelalterliche Vorgängeranlage ist aufgrund der Topografie nicht auszuschließen. 1717 erwähnt Eduard Schuster, Kirche und Schloss waren von einer Mauer und einem Graben umgeben, der Zugang zum Schloss erfolgte über eine Zugbrücke (Schuster, S. 206).
Ab dem 13. Jahrhundert ist ein Geschlecht belegt, das sich nach dem Ort benennt. Über einen Wohnsitz der Herren von Biengen liegen keine urkundlichen Belege vor. Sollten sie auf einer Burg gesessen haben, könnte sie die Vorgängeranlage des heutigen Schlosses gewesen sein.
Es wurde vermutet, dass die Herren von Biengen murbachische Ministeriale waren. Aufgrund der Urkundenlage kann man auch davon ausgehen, dass sie dem üsenbergischen Umfeld zuzuordnen sind, eindeutig ist dies jedoch nicht zu Belegen. Für den üsenbergischen Bezug spricht jedenfalls der Basler Besitz in Biengen.Geschichte
770 und 793 Urkundliche Ersterwähnung des Dorfen Biengen (in Binningen, in Bihinger marca, Bihingen). Im Traditionsbuch des Klosters Lorsch sind zwischen 770 und 793 elf Schenkunden vermerkt, die auf zehn verschiedene Grundbesitzer verweisen. 1083 Der Basler Bischof tauschte 1083, bzw. 1087, seine Rechte an der Vilmarszelle im Schwarzwald (später St. Ulrich), gegen eine villa quae Bigengin vocatur. 1242 Die Freiburger Bürger Konrad Snewelin und Ludwig von Munzingen erhalten von Albert, der Verweser der Abtei Murbach, den Zehnten der Biengener Kirche zu Lehen (Hefele FrUB Bd. 1, Nr. 72, 73). 1245 Erste urkundliche Erwähnung eines Ortsadligen zu Biengen. Heinrich de Biengen bezeugt in einer Freiburger Urkunde den Kauf eines Hofes zu Mundingen durch Rudolf Meinward und seinen Neffen Albert von Biberach, für den sich die Herren von Üsenberg verbürgen (Hefele FrUB Bd. 1, Nr. 84). 1251 In einer Urkunde der Herren von Üsenberg erscheint ein Zeuge dominus Růcherus miles de Biengen (ZGO 8 (1857), S. 486 f.). 1282 Abt Bertold von Murbach verleiht an Heinrich von Biengen die Rechte am Dinghof zu Wasenweiler (Hefele FrUB Bd. 1, Nr. 355). 1290 Der Dinghof zu Wasenweiler, den Heinrich von Biengen und sein Bruder zu Lehen hatten, wurde vom Kloster Murbach dem Deutschordenshaus zu Freiburg, an Heinrich von Biengen als Erbrecht zugestanden (Hefele FrUB Bd. 2, Nr. 93). 1297 Hesso IV. von Üsenberg der alte verkauft das Eigentum und seine Rechte an den Lehen, welche die Herren Heinrich von Biengen selig und sein Bruder Bertold im Dorf und Bann Wasenweiler und Walter von Buchheim im Bann zu Eichstetten von ihm hatten und dem Deutschordenshaus gegeben hatten, diesen Brüdern für 12 Mark Silber (Hefele FrUB Bd. 2, Nr. 232). 1331 Der Freiburger Schultheiß Snewlin Bernlapp erscheint in Biengen als Herr, zeitgleich besaß er auch die Herrschaft in Bollschweil (Krieger Bd. 1, Sp. 185). Die snewlinschen Güter in Biengen gehen gegen Ende des 14. Jahrhunderts in den Besitz der Landecker Linie der Familie Snewlin über. 1437 Biengen befand sich in den Händen der Herren von Blumeck. Es ist nicht bekannt, seit wann die Herrschaft an sie gelangt ist. Engelhardt von Blumeck und seine Gemahlin Anastasia von Randeck verkaufen ihre Herrschaft zu Biengen an ihren Cousin Ludwig von Blumeck. Zwei Jahre später verkauft Ludwig die Herrschaft für die selbe Summe an Heinrich von Neuenfels, den Burgvogt von Badenweiler. [1] 1484 Ludwig von Pfirt, gemahl der Erbtochter Eva von Neuenfels, erscheint im Besitz der ortsherrlichen Rechte zu Biengen. [1] um 1548 Aufgrund der Besitzverhältnisse von Hans von Pfirt und seiner Gemahlin Anastasia von Reischach in Biengen und dem Befund des Portals mit Doppelwappen im Biengener Schloss mit der Inschrift "1548" kann davon ausgegangen werden, dass der Ausbau zu einer größeren Anlage auf sie zurück geht. 1592 Die Herrschaft Biengen fiel nach dem Tod von Anastasia von Pfirt vorübergehend an die Sickingen-Hochberg Linie. 1651 gelangte sie wieder zurück an die Herren von Pfirt. 1704 Während des Spanischen Erbfolgekrieges operrierte eine französiche Armee von ca. 14.000 Soldaten unter dem Kommando von Marschall Tallard am Rhein, die am 7. September 1703 Breisach eroberten. 1704 sammelten sich weitere Kräfte in Süddeutschland. Duke of Marlborough vereinigte sich Ende Juni bei Ulm mit dem Markgrafen von Baden und kürzere Zeit später mit dem österreichischen Herr unter Prinz Eugen von Savoyen. Die Franzosen befahlen weitere Kräfte unter Tallard über den Schwarzwald heran, die am 15. Juli 1704 mit 29.000 Mann Villingen massiv belagerten, ohne die Stadt einzunehmen. Die Truppen unter Villerois sicherten unterdessen die Verbindungen über den Rhein. Nach der eintscheidenden zweiten Schlacht von Höchstädt am 13. August mussten alle französisch-bayrischen Truppen ganz Bayern verlassen, wodruch sich der Kriegsschauplatz an den Rhein verlagerte.[2]
Im weiteren Verlauf zog Tallard mit seinen Truppen druch den Breisgau, wobei auch das Schloss Bieningen zerstört wurde, bevor es ihn weiter nach Regensburg führte.1790 Franz Anton Freiherr von Pfirt läss das Schloss für seinen Sohn Johann Nepomuk wieder errichten.
Weblinks:- Freiburger Urkundenbuch 1.1 / bearb. von Friedrich Hefele: https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/3608742
Online-Ausgabe der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe 2016; Signatur: O42 B 17,1,TEXT; Verfasser: Hefele, Friedrich; Erschienen: Freiburg i.Br. : Wagner, 1940 - Freiburger Urkundenbuch 2.1 / bearb. von Friedrich Hefele: https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/3644647
Online-Ausgabe der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe 2016; Signatur: O42 B 17,2,TEXT; Verfasser: Hefele, Friedrich; Erschienen: Freiburg i.Br. : Wagner, 1951
Quellen:- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 134–140.
- Spanischer Erbfolgekrieg (→ 1704) - https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_Erbfolgekrieg#1704
- Freiburger Urkundenbuch 1.1 / bearb. von Friedrich Hefele: https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/3608742
-
Elzach - Altes Schloss
Altes Schloss Elzach Alternativname(n) Burg Elzach,
"Alt Schloß" (zur Sloß) (1583),
alte Kypenheimische Schloß (1657)Landkreis Emmendingen Gemeinde Elzach Entstehungszeit vor 1250 Ersterwähnung 1583 Burgentyp Niederungsburg Lage Hügellage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.17347/8.07058 Höhenlage 361 m ü. NHN Elzach - "Altes Schloss"
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar
Informationen zum "Alten Schloss" in Elzach siehe beitrag Elzach 1250.Quellen:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 114 → Elzach
-
Gemeinde Burg (Kirchzarten) - zwei unbekannte Burgstellen
Burg über dem Laubishof Alternativname(n) Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Burg (Kirchzarten) Entstehungszeit Hochmittelalter Ersterwähnung 1341 Burgentyp Höhenburg Lage Hügellage Erhaltungszustand Burgstall, Burggraben Geografische Lage 47.97430/7.98364 Höhenlage 457,4 m ü. NHN Gemeinde Burg (Kirchzarten) und zwei unbekannte Burgstellen
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste
Beschreibung
Die Gemeinde Burg liegt im Dreisamtal ca. 1,5 km nordwestlich von Kirchzarten. Der auffallende Ortsname Burg leitet sich vermutlich von der keltischen Ringwallanlage Tarodunum ab, der wohl auch auf den 1301 belegten Flurnamen „Burgfeld“ hinweist. (KBFR Bd. 2,1, S. 170).
Auf der Gemarkung der Gemeinde Burg befinden sich nördlich zwei Burgstellen. Eine liegt oberhalb des Laubishofes auf einem Hügel mit einem Areal von ca. 10 x 10 m, der 1975 einen noch deutlich erkennbaren Graben das Burgareal vom Galgenbühl abtrennte. Lesefunde aus jüngster Zeit brachten Keramikscherben des 13. Bis 15. Jahrhunderts zum Vorschein. Die Burg lag an einer wichtigen Landstraße, die von Freiburg nach Villingen führte, wo eine Brücke über den Wagensteigbach querte.
Die zweite Burgstelle liegt ca. 300 m nordwestlich im Gewann Steinhalde auf einem Ausläufer des Galgenbühls auf 500 m ü. NN. Im 19. Jahrhundert sollen sich dort noch Mauerreste befundene haben. Im Osten deutet noch schwach im Gelände sichtbar sich ein Teil eines Grabens an. Neuzeitliche Keramikfunde deuten auf eine sekundäre Nutzung hin.
Geschichte1270 Im St. Märgener Berain wird der Besitz eines Hofguts hof ze Burg und due guot, due darin zinsent genannt. [2, S. 181] 1308 Das Zisterzienserkloster Tennenbach erhält von Gregor von Falkenstein den Zehnten in Burg. Dieser Zehnt war zuvor im Besitz des Klosters St. Gallen. [1, S. 81] 1341 Im Tennenbacher Güterbuch [3] wird ein Grundbesitz des Kloster in Burg Istud opidulum sett casalium situm est ob Friburg in dem tal prope castrum et infra wisnegge· genannt. Hierbei handelt es sich vermutlich um einen befestigten Getreidespeicher (Grangie) des Zisterzienserklosters, "die von einer mittelalterlichen Adelsburg zu unterscheiden ist" [1, S. 81]. 1407 In Burg wird der Zoll erstmals urkundlich erwähnt. 1443 Vertrag zwischen den Gemeinden Villingen und Burg, dass die Leute von Burg gegen den Bezug des Zolls eine strasse, den weg und die bruck ze Burg, die da gat von Zarten bis zuo des smides huß under Wagen staige auf Ihre Kosten reparieren und instand zu halten haben. Hierbei handelt es sich um die Bücke beim Laubishof, die über den Wagensteigbach führt. Daraus geht hervor, dass die Burg unmittelbar mit der Zollstelle in Verbindung stand. [1, S. 79] [2, S. 36] 1502 Es wird des Burgers gut am Spitzenberg genannt. Heute Galgenbühl. 1544 In Burg wird an der Straße bei der Brücke über den Wagensteigbach erstmals ein Wirtshaus (Laubischer Hof) mit Herberge und Kapelle und 1598 eine Schmiede bezeugt. Bis 1900 Gasthaus zur Linde. [2, S. 37] 1661 In einem Urbar wird das sessgut des Hans Loubis im Wyswiler Grund an den Spitzenberg hinuff erwähnt. Mit dem sessgut könnte es sich um die Burgstelle oberhalb des Laubishofes gehandelt haben. Passend dazu auch die Lagebeschreibung und die Namenserwähnung einer Matte die loubysin … oben am thurn an der treisemen. 1662 wird Hans Loubis der würth ze Burge genannt.
Weblinks:- GLA Karlsruhe H-1 Nr. 180, Birkenreute auch Bickenreute (Kirchzarten FR), Burg, Kirchzarten, Rainhof und Zarten / Bild 1 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-467808-1
Quellen:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 79 → Burg (Kirchzarten, FR)
- Bernhard Mangei, 2003: „Herrschaftsbildung von Königtum, Kirche und Adel zwischen Oberrhein und Schwarzwald. Untersuchungen zur Geschichte des Zartener Beckens von der merowingischen bis zur salischen Zeit“, Online: https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:1295/datastreams/FILE1/content
- GLA Karlsruhe 66 Nr. 8663,43 Tennenbacher Güterbuch → Burg: Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038166-1
-
Landeck - Belagerungsburg Schadelandeck
Schadelandeck Alternativname(n) - Landkreis Emmendingen Gemeinde Landeck
(Teningen)Entstehungszeit Ende 13. Jhd. Ersterwähnung - Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Burgstall Lage Hügellage Verwendungszweck Belagerungsburg Geografische Lage 48.15272/7.83551 Höhenlage 311 m ü. NHN Burg in der Nähe Landeck i. B. Landeck - Belagerungsburg Schadelandeck
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbarLage
Die Burgstelle liegt auf der anderen Talseite ca. 470 Meter Luftlinie nordwestlich der Burg Landeck auf einer Erhebung zwischen den Gewannen Gereut und Vogelsang im südwestlichen Distrikt des Vierdörferwald auf eine Höhe von ca. 311 Meter.
Geschichte
Die Befestigungsanlage wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Belagerungsburg angelegt. Ihr Name Schadelandeck, sie wurde zum Schaden der Burg Landeck angelegt. Im 13. Jhd. wurde die Burg Landeck zweimal belagert. Es ist nicht überliefert, wann die Belagerungsburg Schadelandeck angelegt wurde.
Eine der Belagerungen der Burg Landeck hat im Jahre 1298 stattgefunden. Graf Egino II. von Freiburg und Bürger der Stadt Freiburg belagern Landeck.
