Kenzingen

  • Civitas Kencingin

    Civitas Kencingin - Stadt Kenzingen

    mittelalterliche Festungsstadt

    Verwandte Links: Bleichheim - Burg Kürenberc | Bleichheim - Kastenbuck | Breisach - Burg Üsenberg | Fotos Burg Kürnberg

     

    Gegründet 1249, nördlichste Stadt im mittelalterlichen Breisgau

    Siegel der Stadt Kenzingen

    Stadtgründungen im Mittelalter
    Im deutschsprachigen Raum wurden im Mittelalter ca. 3400 Städte gegründet. In der Zeit danach bis heute etwa nochmal 750.

    Die Burg
    Das Wort Burg war im Mittelalter nicht nur eine Bezeichnung für eine Ritterliche Burg, sondern auch die Bezeichnung für eine ummauerte Stadt mit Gräben und Türmen. Bis in die Zeit des Hochmittelalters wurde die mittelalterliche Stadt mit Ringmauern, Toren und Türmen, auch als Burg bezeichnet. Die Bewohner einer solchen Burg (befestigte Stadt) nennt man daher Bürger.

    Kenzingen
    Rudolf I. von Üsenberg erhielt um 1200 die Güter der Vogtei des elsässischen Frauenklosters Andlau, die sich im nördlichen Breisgau befunden hatten. Zu diesem Besitz gehörten die Ortschaften Bleichheim, Wagenstadt, Nordweil,
    Bombach, Dorf Kenzingen, Herbolzheim, Malterdingen, Sexau und andere
    . Dazu gehörte auch der Kirnberg bei Bleichheim. Auf dem Kirnberg ließ Rudolf I. von Üsenberg ab 1200 die Burg Kürnberg (Kirnburg) erbauen, die im Jahre 1219 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sein Sohn Rudolf II. von Üsenberg gründete 1249 die Stadt Kenzingen. Kenzingen war zuvor eine dörfliche Siedlung, die etwa 800 Meter weiter östlich der 1249 gegründeten Stadt lag, das Dorf Kenzingen wurde im Codex Laureshamensiss 772 erstmals erwähnt.

    Kenzingen ist die erste von vier Städten im Landkreis Emmendingen, die im Mittelalter das Stadtrecht erhalten hatte. Nach Mahlberg (1223) in der Ortenau, war Kenzingen zwischen Offenburg und Freiburg in der Zeit von 1249 bis 1590 die zweite Stadtgründung an der alten Römerstraße, der heutigen Bundesstraße 3.

    Noch heute prägt das Gesicht der Altstadt mit ihren Straßenzügen und Häusern das Stadtbild wie zur Zeit der Stadtrechtsurkunde von 1283. Jeder Bürger, der ein Haus errichten wollte bekam ein Grundstück von 30x50 Fuß (9,6x16m). Die Traufe des Daches hatte zur Straßenseite hin zu zeigen. Ein Zins für das Grundstück musste an den Stadtherrn entrichtet werden.

    Zwei Stadttorte
    Die Stadt Kenzingen hatte zwei Stadttore. Die beiden Türme wurden 1328 erstmals urkundlich erwähnt. Im dreißigjährigen Krieg wurde das südliche Stadttor stark beschädigt. Der Turm wurde nur notdürftig repariert und hatte danach nicht mehr seine ursprüngliche Höhe.
    Im September 1826 wurden beide Türme durch das Landesvermessungsamt Karlsruhe vermessen. Der nördliche Turm mit seinen vier Geschossen hatte mit seinem Dachstuhl eine Gesamthöhe von 36 Meter, der Dachstuhl hatte eine Höhe von ca. 12 Meter. Der Grundriss beider Türme hatte eine Seitenlänge von je 9,6 Meter. Die Breite der Durchfahrt betrug 4 Meter, die Höhe 4,5 M. Die Seitenlängen des Burgfrieds der Burg Kürenberc bei Bleichheim betrugen ebenfalls 9,6 Meter.
    Im Jahre 1838 wurden beide Stadttore abgerissen.

    Die innere Stadtmauer
    Die innere Stadtmauer wurde erstmals 1275 urkundlich erwähnt. Die innere Stadtmauer war 1283 vollständig fertiggestellt, sie wird in diesem Jahr als Ringmauer beschrieben. Sie hatte eine Höhe von etwa 10 Meter.

    Die äußere Stadtmauer
    Die äußere Stadtmauer bezeichnet man auch als Zwingmauer. Sie hatte eine Höhe von ca. 3 Meter. Zwischen der inneren und äußeren Stadtmauer hat sich der innere Stadtgraben befunden. Der Stadtgraben wurde im Jahre 1318 durch den Stadtherren Hesseo III. von Üsenberg an seine Bürger zu ihrem Eigen übergeben. Die Bürger von Kenzingen hatten danach den Stadtgraben teilweise bebaut.

    Der Stadtgraben (sogenannter innerer Stadtgraben)
    Der Stadtgraben ist ein Befestigungsgraben und diente der Verteidigung. Dieser Stadtgraben wird auch der innere Stadtgraben genannt und verlief im Bereich der heutigen Straßen "Unterer Zirkel" und "Oberer Zirkel". Der Stadtgraben lag trocken und besaß an der Grabensohle eine Entwässerungsrinne, die mit zwei kleinen Mauern in einem Abstand von einem Meter eingefasst war.

    Kleine Elz (man nennt die "Kleine Elz" auch den äußeren Stadtgraben)
    Die Kleine Elz wird im Gewann "Altes Grün" (Grin = Sandbank) von der "Großen Elz" abgeleitet und fließt im Bereich westlich der "Mühleinsel" wieder in die "Große Elz" ein. Die "Kleine Elz" wird auch als äußerer Stadtgraben bezeichnet. Vermutlich wurde die "Kleine Elz" zur Entwässerung des Umlands um die Stadtanlage angelegt. Die "Große Elz" hatte vor der Erstellung des Leopoldkanals zweimal im Jahr Hochwasser. Somit konnte das überschüssige Wasser bei Überschwemmungen durch die "Kleine Elz" von der mittelalterlichen Stadt ferngehalten werden.

    Weblinks:

     

    Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014.

    Das "Castrum Kenzingen" wurde 1094 urkundlich erwähnt.
    Link: http://youtu.be/J7pu51SbMxs

     

     

    Erstnennung Bezeichnung Lokalisierung
    773 Als "in Kencinger marca" wird das alemannische Dorf erstmals urkundlich im Lorscher Codex erwähnt. Lorscher Codex
    8-10 Jhd. Befestigung auf dem Nierlingsberg, frühmittelalterliche Burg Nierlingsberg
    1094 castrum Cancingen (Kuppelburg) kl. Festungsanlage im gewann Eierkuchen
    1203 castri chornberc (Kastenbuck) befestigter Kornspeicher bei Bleichheim
    1219 Burg Kürnberg (Urkunde 16.11.1219), erbaut zwischen 1200 - 1219 Burg auf dem Kirnberg bei Bleichheim
    1242 Burkadus rector scolarum (Schullehrer) Zeuge in Urkunde Grundstückskauf
    1249 Ladhof (Schiffsanlegestelle Elz) Elz im Bereich heutiger Bahnhof
    1249 Gasthof Hirschen (Kellerfenster 70 cm über Str. Hauptstr. 7/9
    1249 Stadtgründung heutiges Kenzingen
    1267 Gerichtslaube (1777 Kaufhaus) Hauptstr. 17, Ecke Brotstr.
    1275 innere Stadtmauer Stadtmauer bei der Stadtkirche
    1275 St. Peter Kirche erwähnt, Kirche aber schon älter Gewann Petersbreite
    1275 Ersterwähnung der Stadtkriche Kenzingen Kirchplatz 1
    1283 innere Stadtmauer Stadtrechtsurkunde "ringmur"
    1292 Für 1292 Nordturm der Stadtkirche dendrochronologisch nachgewiesen Kirchplatz 1
    13. Jhd. 2 Hlft. Innerer Stadtgraben erbaut  
    1299/1300
    Haus am Schwabentor
    an der Stadtmauer
    1300 Zwingmauer
    Kenzingen
    http://www.bauforschung-bw.de/objekt/id/101212359427/scheune-in-79341-kenzingen/
    Oberer Zirkel 69

    PDF-Beschreibung


    13. Jhd.

    Vorburg und Meierhof werden erbaut, Verwaltungszentrum

    Burg Kürnberg bei Bleichheim
    1300 Eine Gerichtslaube wird erwähnt Hauptstr. 17, Ecke Brotstr.
    1300 Fresken im Kreuzgewölbe des Südturms auf 1300 datiert Kirchplatz 1
    1304 Grangie/Stadthof Kloster Tennenbach Spitalgasse/Klostergasse
    1311 Johannitermembrum (Großes Areal) Metzgerstr 6
    1317-41 Ladhoftor (Tennenbacher Güterbuch) Stadtmauer Eisenbahnstraße
    1318 Innere Stadtgraben wird den Bürgen als Eigen übergeben Häuser werden gegen die Stadtmauer gebaut
    1326 altes Spital mit Scheune und Spitalkapelle Unterer Zirkel 10-24
    1327 Stadtgraben "burger graben" Bereich Spitalgasse
    1327 "Bürger Graben" werden Häuser angebaut Bereich Spitalgasse
    1328 Niederes Tor (nördl.) bei Bäckerei Bilharz
    1328 Oberes Tor (südl.) Hauptstr. 41 und 56
    1328 Garten vor dem Tor zu dem Spital heute Schulstraße 2-4
    1328 Tennenbacher Hofstette nordwestl. Teil der Stadt beim Graben
    1343 Herrschaftshof/Amtshaus (Stadtburg der Üsenberger) Eisenbahnstr. 12, 14
    1351 Tränktor, Trengtorlin nicht lokalisiert/Nähe oberes Tor
    1351 Regalhaus beim Kirchplatz nicht lokalisierbar
    1352 Stadtmühle an der Elz (zweiten Hälfte 13. Jhd. erbaut) Mühlestraße 25
    1352 Fridrich von Üsenberg verkauft Burg K. und Stadt K. an Heinrich IV. von Hachberg Kürnburg und Kenzingen
    1353 St. Georg Kirche erwähnt, Kirche aber schon älter Gewann Georgenbreite
    1355 Schulhaus Kirchplatz beim Predigerhaus
    1365 Gutleuthaus, Leprosen- Siechenhaus (Aussetzige) Offenburger Str. 18
    1369 Üsenberger Herrschaftshof "Hus in Kapellen gassen" und Ackerhof gehen and die neue Herrschaft Herzog Leopold von Österreich  
    1373 Andlau verkauft die St. Peter Kirche an die Freiburger Johanniter Gewann Petersbreite
    1395 oberes und unteres Spital Unterer Zirkel 10-24
    1395 Haus uff der ringmur gegen dem spital über vermutlich Unterer Zirkel hinter Bäckerei Bilharz
    1395 oberes und unteres Spital (vermutlich getrennte Anlagen) Unterer Zirkel 10-24; Offenburgerstr. 18
    1399 ein Haus "uff den ringmuren" nicht lokalisiert
    1399 Hof uf der ringkmoren gegen dem spital über vermutlich Unterer Zirkel hinter Bäckerei Bilharz
    14. Jhd. Zwinger/Äußre Stadtmauer oberer/unterer Zirkel
    1410 neue Badstube, Bestand auf alter erbaut Metzgergasse (Langestraße)
    1421 Spitalhof mit Spitalkapelle Bereich Spitalgasse
    1463 vor 1463 tagte der Rat in der Ratslaube Obergeschoss der Gerichtslaube Hauptstr. 17
    1463 und 1485 Rathaus (Vorgängerbau des heutigen Rathauses ?) nicht genau lokalisiert
    1467 Patronatsrechte des Abtes Kloster Einsiedeln zu St. Georg (Kirchlein im alten Kenzingen) Gewann Georgenbreite
    1484 die Metzig/der Metzgerhof (seit 1422 Zunft) Metzgergasse (Langestraße)
    1484 Metzgerhof (Zunfthaus der Metzger) Metzgerstraße Flst. Nr. 106
    1486 Wonnentäler Hofstätte in der "Wingassen" Weingasse heute Spitalstr
    1493 St: Peter wurde den Johannitern inkorporiert Gewann Petersbreite
    1494 Bei der Kirche St. Peter wird ein Bruderhaus eingerichtet Gewann Petersbreite
    1496 Zunfthaus, Stadtschreiberei, Zunftstein mit 18 Wappen Mühlestraße 10
    1499 St. Anna-Kirche Klostergasse/Einfahrt AWO bei FW
    1515 Burg Kürnb. und Stadt Kenzingen gehen an W.v.Hürnheim z.T. Kürnburg und Kenzingen
    1520 Neubau des heutigen Rathauses durch W.v.Hürnheim z.T. Hauptstr. 15, heutiges Rathaus
    1520/1528/37 Rathaus, nochmals erwähnt Hauptstr. 15, heutiges Rathaus
    1529 Alte Badstube Spitalgasse ?
    1529 Alte Badstube Spitalgasse ?
    1637 Schanzen zur Verteidigung wurden aufgeworfen Bereich Offenburger Str. 18
    1656 Neues Schulgebäude mit Schulstube und Lehrerwohnung am Kirchplatz
    1656 Schulacker zur Versorgung des Schulmeisters Acker bei der St. Peter Kirche
    1661 altes Haus der Rebzunf noch nicht wieder aufgebaut in der Hauptstraße
    1662 neues Spital heutige AWO
    1662 Neu aufgebauter Spitalkomplex grenzte an den Herrschaftshof Bereich Spitalgasse
    1687 Das Leprosenhaus wurde ausgebessert, wieder eingerichtet Offenburger Str. 18
    früh. 17. Jhd. Herrschaftshaus Bettschold-Blumeneck Alte Schulstr 20
    17. Jhd. altes Rentamt Hauptstraße 35
    17. Jhd.  Armenhaus, Teil des Spitals (war wohl schon älter) Metzgerstr. 17
    1739 altes Amtsgericht Oberer Zirkel 95
    1768 Gumpsches Haus, Amtshaus, Archiv, Wartezimmer, Registratur Hauptstraße 50
    1768 Neubau des im 30-Järhigen Krieg zerstören Herrschaftshauses Eisenbahnstr. 12, 14
    1779 Hausstatt, eine Scheune, Keller, Spitalkapelle zwischen den Mauern beim niederen Tor
    1779 Der Plan von Alexander Harscher zeigt St. Peter Kirche mit Friedhof Gewann Petersbreite
    1798 Gasthof Kranz - Brauerei (ehemals Gutleuthaus) Offenburger Str. 18
    1798 Bierbrauer Martin Bilharz erwirbt das Leprosenhaus und richtet eine Bierbrauerei ein Offenburger Str. 18
    18. Jhd. Schwabentor, wohl schon als Durchgang, älter Brotstraße
    1806 St. Peter Kirche wird versteigert und abgerissen Gewann Petersbreite
    1825 Domänenamt Offenburger Str. 10
    1826 Schule wurde eingerichtet Bettschold-Blumeck-Haus Alte Schulstr 20
    ? Stadtscheune Kirchplatz 12
    ? Ackerhof für herrschftl. Güter in der Stadt Kieselquerstr / Kieselstr

     

     

     

     

     

       
    Stadt Kenzingen_10
    Ansicht von Osten
    Stadt Kenzingen_12
    Rathaus - erbaut um 1520 durch
    Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein
    Stadt Kenzingen_18
    Gasthaus Krone
    erbaut um 1528

    Stadt Kenzingen_20
    Die kath. Kirche, gestiftet durch die Stadtgründer
    Die dreischiffige Basilika wurde 1275 erstmals
    erwähnt und 1730 umgebaut.

    Stadt Kenzingen_3
    Schwabentor
    Stadt Kenzingen_5
    Herrschaftshaus Bettschold-Blumeneck,
    früh. 17. Jhd., Alte Schulstr. 20

    Stadt Kenzingen_6
    Eingangsportal der ehemaligen St. Anna Kapelle.
    Jahreszahl 1499. Heute Treppenturm des Rathauses.
    Der Standort der Kapelle war in der heutigen
    Eisenbahnstraße, vor dem Haupteingang der
    heutigen AWO, ein ehemaliges
    Franziskanerkloseter.

    Stadt Kenzingen_17
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.
    Stadt Kenzingen_15
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.
    Stadt Kenzingen_16
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.

    Zwingmauer Üsenbergstraße
    Rest der äusseren Zwingmauer nach Abriss eines
    Hauses in der Üsenbergerstraße im Feb. 2003
     stadtkirche_kenzingen
    Der Bildausschnitt zeigt eine Rekonstruktionszeichnung
    der mittelalterlichen Festungsstadt Kenzingen. Im Focus
    die dreischiffige Basilika, erstmals 1275 erwähnt.
    Aquarellierte Federzeichnung Hans-Jürgen van Akkeren.

    Stadt Kenzingen_19
    Deckengemälde in der kath. Kirche von 1730.
    Es zeigt den Stadtbrand von 1638.
    Auf dem Gemälde ist die Befestigungsanlage
    mit ihren beiden Stadttoren zu erkennen.
    Auf dem Bild kann man ein kleineres Tor an
    der Elz erkennen, dass dem südl. Stadttor
    vorgelagert ist. Das kleinere Tor ist ein Teil des
    äusseren Zwingers.
    Links im Bild ist ein Gebäude mit einem Dachreiter zu erkennen. Dies ist vermutlich die St. Annakapelle, deren Standort sich heute in der Eisenbahnstraße vor der AWO befinden würde.

    Stadt Kenzingen_21
    Kirchenfenster in der kath. Kirche von 1903, zeigt
    den Stadtbrand 1814.
    Im linken Teil des Fensters ist das kleinere Tor
    des äusseren Zwingers an der Elz zu erkennen.

    Stadt Kenzingen_7
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.

    Kenzingen hatte zwei Stadtmauern.
    Die äussere bildete den Zwinger.
    Sie besaß an verschiedenen stellen sogenannte
    Schalentürme.
    Stadt Kenzingen_8
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.
    Stadt Kenzingen_9
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.

    Rechts im Bild ist die Niesche zu erkennen.
    Darüber hatte sich einst eine der
    Schießscharten befunden.
    Stadt Kenzingen_1
    Zunftstein mit 18 Wappen.
    Jahreszahl 1499.
    Kenzingen hatte 18 Zünfte.
    Zunftstein heute  in der Mühlestraße.
    Stadt Kenzingen_13
    Wappen der Herren von Üsenberg (links) und
    der Stadt Kenzingen (rechts).
    Heute in der Fassade des Rathauses,
    damals in der Fassade eines der Stadtrore.
    Stadt Kenzingen_14
    Wappen der Habstburger.
    Heute in der Fassade des Rathauses,
    damals in der Fassade eines der Stadtrore.

     

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    Text/Fotos 2011: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quelle: Archäologischer Stadtkataster Band Nr. 22, 2003 Dr. Bertram Jenisch

     


     

  • Hecklingen - Burg Lichteneck

    Kenzingen-Hecklingen - Lichteneck - Lichtenegge

    gut erhaltene Burgruine

    Burg kann man mieten (Tel. 07644/7566 oder Email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

    Historix-Führungen auf der Burgruine Lichteneck

     


    Link: http://youtu.be/JsvIOEadgIs

    242 m ü. NN in Spornlage am Eingang der Breisgauer Bucht steht die Burg heute auf dem Stadtgebiet Kenzingen, Gemarkung Hecklingen. Sie ist im Privatbesitz, das Gelände kann nur wärend den Burgführungen besichtigt werden. Die innere Burg Lichteneck liegt wie die Mehrzahl der Burgen des 13. Jh. in Spornlage auf der westlichen Spitze einer Muschelkalkplatte, d.h. also auf dem auslaufenden Ende kurz vor dem Abbruch der Gesteinsformation. Nach Norden und Osten wird die Burgstelle durch einen Halsgraben vom anstehenden Berg abgetrennt.

    Die mittelalterliche Bausubstanz ist zum größten Teil ungeklärt. Die Burgruine befindet sich heute im Privatbesitz und wird in Absprache mit der Denkmalpflege Baden-Württemberg in Stand gehalten. Bei den durchgeführten Ausgrabungen fanden sich keine Hinweise auf eine Bebauung vor der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
    Von einer Vorgängeranlage der Lichteneck, wie Sie in der älteren Forschung (Futterer, Nr 22) vermutet wurde, kann aus mittelalterlichen Schriftquellen nicht abgeleitet werden. Im Jahre 1290 wird die Burg Lichteneck erstmals schriftlich erwähnt, wobei es keine Hinweise der Burg auf eine Herkunft aus dem zähringischen Erbe gibt. Vermutlich besaßen die Grafen von Nimburg über ihre Vogtei herrschaftliche Besitzungen und Rechte auf das Dorf Hecklingen. Ende des 12. Jahrhunderts gingen die nimburgischen Besitzungen an den Bischof von Straßburg über. Die Straßburger Kirche musste 1236 diese Besitzungen bis zu seinem Sturz an Kaiser Friedrich II. als Lehen überlassen. Danach ging der Besitz wieder an den Straßburger Bischof zurück.
    Graf Konrad I. von Freiburg versuchte zwischen 1263 bis 1266 seine Machtstellung im Breisgau weiter auszubauen und setzte sich gegen den Bischof von Straßburg, Walter von Geroldseck, durch. Ebenso gelang es ihm 1265 sich gegen den Markgrafen von Hachberg durchzusetzten und gelangte so an das nimburgische Erbe. Im Jahre 1264 belehnt Graf Konrad I. die Gemeinde Hecklingen mit dem Wald Rumeshart.

    So gelangte vermutlich Graf Konrad I. an den Besitz des Dorfes Hecklingen und ließ in der Zeit zwischen 1265 und 1271 die Burg Lichteneck erbauen.

     

    Atelier-van-Akkeren.de_1080_Lichteneck-02    Atelier-van-Akkeren.de_Hecklingen_1080p_02
    Fotos: 2016 Hans-Jürgen van Akkeren


    1260-71 Graf Konrad I. von Freiburg erbaut vermutlich die Burg Lichteneck in der Zeit zwischen 1265 und 1271.
    1290 Am 4. April verbündete sich der Graf Egino von Freiburg in St. Dié. Ebendort beurkundete Bischof Konrad III von Straßburg am 5. April die Übergabe Lichtenecks (»Liethenekke«) an Eginos Sohn Konrad (Reg. Bi. Str. 2272, FUB, Hefele II, Nr. 89), der Herzog von Lothringen ist Zeuge. Am gleichen Tage bezeugte der Bischof seinem Schwager Graf Egino, sein Sohn ist für volljährig erklärt und ihm seine Burg Lichteneck mit 80 Mark Einkünften aus anliegenden Ländereien sowie 120 Mark jährlichen Einkünften in Freiburg zu erblichen Eigentum übertragen. (FUB, Hefele II, Nr. 89)
    1316 Erste urkundliche Erwähnung als Eigentum der Grafen von Freiburg.
    1327 gelobten Konrad II. und sein Sohn aus erster Ehe, Friedrich, der Stadt Freiburg,die Burg Lichteneck niemandem zu verpfänden.
    1330 waren die Burgen Lichteneck, Nimburg, Landeck und Kirnburg Pfandobjekte geworden.
    Die Burg Lichteneck dürfte noch einmal militärischer Stützpunkt im Kampf der Grafen gegen die Üsenberger gewesen sein.
    1338 kam es zu einer Auseinandersetzung wegen der verpfändeten Lichteneck.
    Der Edelknecht Walther von Endingen hatte die Feste als Pfand inne.
    Mitte 14. Jh. Graf Friedrich von Freiburg (1350-56) war als ältester Sohn Konrads Herr von Freiburg geworden, und bei seinem frühen Tod übergab er die Herrschaft einschließlich Lichteneck an seine Tochter Klara, die um 1340 den Pfalzgrafen Götz von Tübingen geehelicht hatte: »Dieselbig Fraw Clara / die was so ein kuen / dapfer weib / das sie die von Freyburg zu einer regierenden Frawen annamen«(Sattler (1698/1979), S. 31).
    1368 Die Burg Lichteneck ist im Besitz der Grafen von Tübingen-Lichteneck.
    1433 Die Grafen von Tübingen-Lichteneck mischten sich im Streit des benachbarten Adels ein, dem Gerolsecker Krieg. Draufhin wurden die Burg Lichteneck und Forchheim niedergebrannt. Die Burg wurde danach wieder aufgebaut.
       
      Besitzerfolge:
    bis 1368 Grafen von Freiburg
    1368-1660 Grafen von Tübingen, Herren von Lichteneck
    1660-1721 Freiherren von Garnier
    1721-1750 Grafen von Schauenburg
    1750-1773 Freiherr von Grechtler
    1773/74 Kaufvertrag Grechtler mit Markgräfin von Baden
    Die Markgräfin tritt aber vom Kaufvertrag zurück.
    1774-1985 Grafen von Henin

      Lichteneck Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren
    Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren
       
    1525 Im Bauernkrieg paktierte Graf Georg, nicht ganz freiwillig, mit den Bauern - die Burg wurde nicht beschädigt.
    1632 Die Schweden erstürmten die Burg Lichteneck.
    1633 Kaiserliche Truppen eroberten die Burg zurück, doch im selben Jahr kamen die Schweden wieder.
    1634 Die Schweden eroberten die Burg Lichteneck und erschlugen alle Bauern. - 1634 oder 1635 wurde die Burg wieder kaiserlich.
    1638 Die Burg wurde wieder schwedisch.
    bis 1644 lag auf der Burg Lichteneck eine schwedisch-weimarisch-französische Besatzung von 16 Musketieren und dem schottischen Leutnant Molvinus.
    Die Gräfin von Tübingen-Lichteneck war mit ihrer Tochter nach Straßburg geflohen.
    1667-79 Seit dem Devolutionskrieg (1667/68) vermehrte Ludwig XIV. das französische Königreich durch gezielte Angriffskriege, und mit dem Holländischen Krieg gegen das Reich (1672-1679) wurde auch der Breisgau wieder herausragender Kriegsschauplatz.
    1675 Am 15. April des Jahres wurde die Burg durch den französischen General Vaubrun zerstört.
    1776-1985 Vom 31. Mai 1776 bis 1985 war die Burgruine im gräflich Hennischen Händen.
    seit 1985 befindet sich die Burgruine im Privatbesitz. Seitdem wird die Anlage aufwendig, durch einen Föderverein unterstützt, restauriert.
       
    "Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Lichteneck e.V."
    http://www.burg-lichteneck.de/

    79341 Kenzingen

    PayPal Spendenkonto des "Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Lichteneck e.V."
     Quellen:  Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nörlicher Teil, Halbband A-K, Zettler und Zotz 2003



     

    2000_lichteneck
    Burg Lichteneck, Südansicht Jul. 2000
    2000_lichteneck2
    Südösliche Palaswand, Jul. 2000
    2000_lichteneck3
    Südösliche Palaswand, Jul. 2000
    2000_lichteneck4
    Links Kernburg, rechts Vorwerk, Jul. 2000
    2000_lichteneck5
    Östliche Palaswand, Jul. 2000
    brueckenpfeiler
    Graben März 2013
    hohlweg
    Der Hohlweg zur Burg
    suedwand_vorwerk
    Südwand des Vorwerks im Graben, März 2013
    lichteneck06g
    Grundriss der Kernburg
    lichteneck2
    Südostansicht aus dem Graben, März 2013
    zwingmauer
    Rest der südlichen Zwingmauer, , März 2013
    lichteneck3
    Südostansicht aus dem Graben, März 2013

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    Mit freundlicher Unterstützung durch: Gerhard Flemming

    Text/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Sonntag 17. Mai 2020 Exkursion zur Burg Kürnberg im Bleichtal

    Bleichheim

    Wanderexkursion „Im Schatten der Burg Kürnberg“mit Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren

     

    Die Veranstaltung ist abgesagt.

     

    Foto Lahrer Zeitung 2019-06-13
    Im mittelalterlichen Gewand erläuterte Hans-Jürgen van Akkeren (rechts) am 19. Mai 2019 ca. 60 Teilnehmern mittelalterliche Geschehnisse rund um die Kirnburg.
    Foto: Ehrmann Foto: Lahrer Zeitung

    2019 jährte sich der erste urkundliche Nachweis der Burg Kürnberg zum 800. mal. Dieses Jubiläum war Anlass sich mit dem Wahrzeichen des Bleichtals näher zu befassen. Mit neu gestalteten Informationstafeln wurde der aktuelle Forschungsstand zusammengetragen und für die Geschichtsinteressierten aus nah und fern aufbereitet.

    Über mehr als 400 Jahre war die Burg repräsentativer Wohnsitz, Befestigung, Herrschafts- und Verwaltungszentrum im nördlichen Breisgau. Von der einstigen stattlichen Burg Kürnberg zeugen heute nur noch Mauerreste, Geländespuren, einige Schriftquellen und archäologische Funde. Wer sich auf eine Entdeckungsreise einlässt, kann aber auch im Umfeld der einstigen Wehranlage viel Interessantes finden.

    Der Berg, auf dem die Kirnburg steht, heißt Kirnhalde, Kirnberg. Ein lang gezogener Bergrücken, der nach Westen sanft und nach Osten steil abfällt. Er gab der Burg ihren Namen. Auf der anderen Seite des Kirnbachtals liegen die „Kirnhalden“. Im westlichen Bereich vom Erzbuck und dem Holderau fanden sich die ersten Mühlsteine an ihrem Entstehungsort. Interessant ist die Tatsache, dass das alte mittelhochdeutsche Wort für Mühlstein „Kürn“, „Kürne“ und später „Kirn“ heißt. Die Kirnburg wird erstmals urkundlich am 16. November 1219 als „castro nostro Kvrinberc in prima porta“ erwähnt.

     

    Die Exkursion startet am Sonntag 17. Mai 2020 um 13:45 Uhr bei der Kirnburghalle in Bleichheim.

  • Veranstaltungskalender 800 Jahre Burg Kürnberg

    800 Jahre Burg Kurinberc

    Veranstaltungsreihe für 2019

    800 Jahre Kirnburg mit Vortrag und Burgfest

    Ein Jubiläum für Burg, Stadt und Region – ein Jubiläum für alle

    2019 jährt sich der erste urkundliche Nachweis der Burg Kürnberg zum 800. Mal. Dieses Jubiläum ist Anlass sich mit dem Wahrzeichen des Bleichtals näher zu befassen. Mit neu gestalteten Informationstafeln, Exkursionen und Vorträgen wird der aktuelle Forschungsstand zusammengetragen und für die Geschichtsinteressierten aus nah und fern aufbereitet.

  • Wüstung Altenkenzingen 773

    Wüstung Altenkenzingen 773

     

    Dorfwüstung (Siedungswüstung) Bezeichnung für eine Siedlung die in der Vergangenheit aufgegeben wurde.

     

    Gemarkung:

    Kenzingen
    Ersterwähnung:  

    773 in kencinger marca
    Ortslage und Siedlung:

    Dorf Kenzingen 1 KM östlich der Stadt Kenzingen
    Historische Namensformen:

    773 in kencinger marca; 1094 cancingen; 1449 Altenkenzingen

    Geschichte 773 Als in Kencinger marca wird das alemannische Dorf erstmals urkundlich im Lorscher Codex erwähnt. 1094 castrum Cancingen (Kuppelburg). 1449 bereits unbewohnt.

     


     

  • Wüstung Bramenweiler

    Wüstung Bramenweiler

     

    Dorfwüstung (Siedungswüstung) Bezeichnung für eine Siedlung die in der Vergangenheit aufgegeben wurde.

     

    Gemarkung:

    Kenzingen-Nordweil
    Ersterwähnung:

    14. Jhd.
    Ortslage und Siedlung:

    nordöstlich von Nordweil, Sportplatzgelände
    Historische Namensformen:

     
    Geschichte:

    die Asperin und der Brame von Nordwil gent. X sch. D, der git die Asperin III sch. D und III D von Matmanhalden, die da lit an Bramenwiler an der Furnegg; (Furnik, Flurname nordöstlich  von Nordweil TK 97) 14. Jhd., K. Berain 9281 (Kloster Waldkirch)

     


     

  • Wüstung Nidingen 1203

    Wüstung Nidingen 1203

     

    Dorfwüstung (Siedungswüstung) Bezeichnung für eine Siedlung die in der Vergangenheit aufgegeben wurde.

     

    Gemarkung:

    Riegel

    Ersterwähung:

    1203

    Ortslage und Siedlung:  

    südlich Kenzingen an der Elz (https://opentopomap.org/#marker=16/48.18120/7.74688)

    Historische Namensformen:
    • Nidingen 1203 [1203 bis 1230]
    • Nydingen 1469
    Geschichte: 1203 bis 1230 Nidingen; 1469 zuo Nydingen; 1244 werden die Schwestern von Nidingen bei Kenzingen erwähnt.

      In Nidingen, einer spätmittelalterlichen Wüstung, lässt sich zu Beginn des 13. Jh. insofern eine religiöse Vereinigung von Frauen nachweisen, als Burkhard und Rudolf von Üsenberg 1244 Schwestern in Nidingen in ihren Schutz nahmen und ihnen Nutzungsrechte zugestanden. Vor Mitte des 13. Jh. vereinigten sich diese mit einer Schwesternsammlung in Altenkenzingen zum neuen Kloster Wonnental. [JÜRGEN TREFFEISEN]

     


     

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