mittelalterliche Stadt im Breisgau

  • Breisach - Stadtburg

    Burg Breisach
    Burg Breisach Sicht von Osten
    Kartenausschnitt Breisach Merian 1638
    Ostansicht


     Alternativname(n)  Schloss Breisach
     Landkreis  Breisgau-Hochschwarzwald
     Gemeinde  Breisach
     Entstehungszeit  Ende 12 Jh.
     Ersterwähnung  
     Burgentyp  Höhenburg
     Lage  Spornlage
     Erhaltungszustand  Mauerreste, Halsgraben
     Geografische Lage  48.03290/7.57737
     Höhenlage  198 m ü. NHN

    Stadtburg Breisach

    Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste

     

     

    Beschreibung


    In der Antike war der Berg Sitz eines Keltenfürsten. Die Römer erkannten die herausragende strategische Bedeutung des Breisachberges und errichteten auf dessen Südseite ein Kastell. 369 n. Chr. besuchte Kaiser Valentinian I. die hier stationierten Legionen und erließ ein Gesetz, in dem der mons brisiacus erstmals erwähnt wird. Das Kastell wurde  von den Alemannen um 400 n. Chr. erobert und teilweise zerstört.

    Die mittelalterliche Stadt Breisach lag dort, wo sich heute die sogenannte Oberstadt befindet. Die langgestreckte Erhebung aus vulkanischen Gestein ragt ca. 30 m aus der Flussaue empor. Das Plateau der Oberstadt misst eine Länge von ca. 530 m Länge und 200 m Breite. Ende des 12. Jhs. ließ Herzog Bertold IV. von Zähringen eine Burg auf dem Berg erbauen. Sie stand auf der nördlichen Kuppe des Breisacher Berges, dem Schlossberg. Der Schlossberg wurde zur Stadtseite hin durch einen gewaltigen Burggraben abgetrennt. Das Breisacher Schloss fiel 1741 österreichischen und französischen Sprengungen zum Opfer, die Oberstadt wurde 1791 fast komplett kriegszerstört.



    Burg Breisach Sicht von Westen
    Kartenausschnitt Breisach Merian 1638 - Westansicht

    Burg Eckardsberg
    mansione Burchardi de Ůsenberch
    Breisach - Festes Haus auf dem Eckardsberg
    Kartenausschnitt Breisach Merian 1638
    Westansicht des Eckardsberg
     Alternativname(n)  
     Landkreis  Breisgau-Hochschwarzwald
     Gemeinde  Breisach
     Entstehungszeit  12 Jh.
     Ersterwähnung  1139 April 14
     Burgentyp  Höhenburg
     Lage  Spornlage
     Erhaltungszustand  -
     Geografische Lage  48.02697/7.58320
     Höhenlage  206 m ü. NHN




    Geschichte

    10 Jh. Seit dem 10. Jahrhundert entwickelte sich Breisach zu einem der bedeutendsten Orte am Oberrhein. Zu den Stadtherren zählten u. a. die deutschen Könige, die Bischöfe von Basel, die Staufer und Zähringer. Stadtmauern und -tore schützten die Stadt, die über Münz- und Marktrecht verfügte.
     
    938 König Ludwig der Westfranken urkundet in Breisach.

    939 Anhänger des fränkischen Herzogs Eberhard verschanzen sich in Breisach gegen König Otto den Großen. Laut Wikipedia wird im Jahre 939 eine „Reichsburg“ auf dem Eckartsberg im Zusammenhang mit der Belagerung Breisachs durch König Otto I. erwähnt [3].

    1002 König Heinrich II. konnte seine Erbansprüche gegen die schwäbische Herzogin Hadwig geltend machen und Breisach wieder an sich nehmen.

    1006 Unter welchen Umständen die Stadt Basel in den Besitzt der Stadt Breisach gekommen ist, kann im Einzelnen nicht mehr aufgeklärt werden. Fest steht jedoch, dass König Heinrich II. von seinem Onkel, König Rudolf III. von Burgund die Stadt Basel als Pfand erhielt, der ihm sein Königreich Burgund als Erbe in Aussicht stellte. Es wird vermutet, dass Heinrich II. in diesem Zusammenhang der Stadt Basel Breisach zu Lehen gab.

    1139 April 14
    Papst Innozenz II. nimmt die bischöfliche Kirche von Basel unter Bischof Ortlieb in St. Peter unter seinen Schutz. Er ordnet an, dass deren gegenwärtige und zukünftige Besitzungen dem Bischof Ortlieb und seinen Nachfolgern für immer gesichert bleiben, insbesondere für folgende Orte, der Ort selbst, auf welchem die Kirche nebst Zubehör erbaut wurde:
    Der vierte Teil des Zehnten im Bistum Basel und in der Grafschaft Breisgau (in comitatu Brisigaudie), alle Jagden und aufgefundenen und noch aufzufindenden Silbergruben; das Kloster Sulzburg, der Hof Haltingen mit der Kirche, der Hof Istein, Wissach, der Hof Kirchhofen mit der Kirche und ihren Töchterkirchen, Staufen mit dem ganzen Zehnten, Ambringen, Ehrenstetten, Offnadingen, die Kirche von Merdingen mit Tochterkirchen, der Hof Opfingen, der Hof Umkirch mit Kirche und deren Tochterkirchen, Gottenheim nebst dazugehörigen Kapellen, die Kirche in Lehen, die Kirche in Zähringen, der Hof Bickensohl mit Kirche und Tocherkirchen Berkheim, der Hof Alt-Breisach (Brisache) mit der Kirche und Tochterkirche Hochstetten und ein Hof in der selben Villa, das Castrum Usenberg (Husenberch) mit der ganzen Au un dem Eckartsberg (cum tota augia et montem Hechardis) und die Kirche in Auggen [4].

    1146 Papst Eugen III. bestätigt dem Basler Bistum seinen Besitz, darunter auch die villa Brisachum que in proprietate Basiliensis ecclesie noviter edificata est (Trouillat Bd. 1, Nr. 194).

    11./12. Jh. Im 11. und 12. Jahrhundert wuchs Breisach unter baslerischer Herrschaft zu einem bedeutenden Handelsplatz heran. Eine Burg auf dem Breisacher Schlossberg ist bis zum Ende des 12. Jhs. nicht bezeugt. Der Ort wurde offenbar von der nördlich gelegenen Burg auf dem Üsenberg aus verwaltet, welche die im späten 11. Jahrhundert in baslerische Dienste getretenen Herren von Üsenberg dort erbauten, nach der sie sich benannten.

    1185 Juli Breisach erhält vermutlich durch den Staufer König Heinrich VI. das Stadtrecht.

    Basel bekundet, dass ihm der Bischof Heinrich von Basel (Heinricus Basiliensis episcopus) die Hälfte des Hofes und des Berges Breisach (medietatem curtis Brysach et medietatem montis Brysach) mit Ausnahme eines Wohnsitzes des Burchard von Üsenberg (excepta una mansione Burchardi de Ůsenberch) und die Hälfte des Eckardsberges (medietatemque montis qui dicitur Eggehartsberc) zu Lehen gegeben habe; der König und der Bischof werden Breisach in gleicher Weise befestigen und gemeinsam besitzen; sie werden niemandem — außer Händlern — erlauben, auf dem Berge Wohnung zu nehmen; ein Schultheiß darf nur mit beiderseitiger Zustimmung eingesetzt werden; jeder von beiden wird auf dem Eckardsberg ein Haus errichten und wird dort mit Zustimmung des andern Burgmannen wohnen lassen; alle Einkünfte aus den genannten Bergen werden der König und der Bischof in gleicher Weise empfangen; der Bischof wird den Felsen befestigen; wird er daran gehindert, gewährt ihm der König Hilfe; in einen auf dem Felsen gelegenen Wohnsitz, den der König als Lehen erhielt, wird er mit Zustimmung des Bischofs einen bischöflichen Ministerialen setzen; weder dem König noch seinen Erben ist es erlaubt, dieses Lehen weiterzugeben ohne Zustimmung des Bischofs; hat der König Erben, so werden sie, soweit sie nicht König oder Kaiser sind, das Lehen vom Bischof nehmen und das Homagium leisten; hat der Erbe aber die Leitung des Reiches, so soll er das Lehen unter den gleichen Bedingungen wie der König besitzen; der König gelobt, dies alles zu befolgen.
    Zeugen: Hermannus marchio de Baden, Heinricus marchio de Růmesberc, comes Ludowicus de Pfirreto, comes Sygebertus de Werde, comes Wernherus de Hohenberc et frater suus comes Fridericus, Heinricus maioris Basiliensis ecclesie prepositus, Conradus decanus, Dietherus archidiaconus, Iohannes camerarius, Egelolfus de Urselingen, Richardus de Hasenburch, Turingus de Ramestein, Wernherus marschalcus de Argentina, Hugo de Reno, Wernherus filius eius, Hugo vicedominus. Thuringus marschalcus, Ulricus. Ne digna factorum memoria.
    Hss.: Orig. fehlt; 2 Abschrr. aus d. Anf. d. 14. Jh. in Codex diplomaticus ecclesiae Basiliensis fol.53—54 u. fol.84—85', Porrentruy, Archives de l'ancien évêché de Bâle (Cod.1021) (B1 B2); Abschr. v. 1729 aus B1 in Antiqua iura et privilegia ecclesiae Basiliensis (Codex Wessenbergensis) pag.193—195, Freiburg i.Br., Universitätsbibliothek (Nachlaß Leichtlen, Hs. Nr.52) (C). — Drucke: Herrgott, Genealogia Habsburg.II Nr.245 (S.195—196) aus C; Trouillat, Mon. de l'hist. de l'ancien évêché de Bâle I Nr.260 (S. 399—401) aus B1 B2 = Gallia christiana XV, Instrum, eccl. Basil. Nr.28 (Sp.209—210). — Reg.: Böhmer 2720; Toeche 1; Stumpf 4575; Hidber II 2534. Digitalisat der Buchseite MDZ Münchner Digitalisierungszentrum

    Der Bischof Heinrich von Basel verlieh an den Staufer König Heinrich VI. die Hälfte des Hofgutes curtis Brysach und die Hälfte des Berges montis Brysach, sowie die Hälfte des Eckartsberges, mit Ausnahme des Hauses (mansio) des Burkarts von Üsenberg. Offensichtlich besaß Burkart von Üsenberg als Lehensnehmer des Bistums Basel auf dem Eckartsberg einen (befestigten?) Wohnsitzt. Beide Vertragspartner durften auf dem Eckartsberg ein befestigtes Gebäude (Burg) errichten, in dem Ritter stationiert werden konnten [1].

    1198 Herzog Bertold V. von Zähringen ließ sich das Staufische Breisach für seinen Verzicht auf die Königskandidatur für 3000 Mark Silber von Philipp von Schwaben überschreiben. Danach begann Bertold V. mit dem Bau einer mächtigen Burg am Nordende des Breisachberges, ließ einen 42 Meter tiefen Radbrunnen in dessen Mitte der Stadt erbauen und vollendete den Bau der Stadtbefestigung, den König Heinrich VI. begonnen hatte. [2] 
    (Quelle: Analgen von Murbach zu Breisach 1198)


    1218 Nachdem Bertold V. von Zähringen verstarb, erlosch somit das zähringische Fürstentum. Der Besitz Breisachs fiel somit wieder an die Staufer zurück.

    1250 König Konrad IV. von Staufen verpfändete die Stadt Breisach um 1250 an seinen Gefolgsmann Rudolf von Habsburg. Rudolf von Habsburg ließ sich die Pfandschaft durch den Herrn der anderen Hälfte Breisachs, den Basler Bischof Berthold von Pfirt ablösen, während die Räte der Stadt erklärten, wenn sie dem verstorbenen Kaiser Friedrich II. oder seinem Sohn Konrad nicht mehr gehorchen können, ergebe sich die Stadt dem Bischof von Basel. Bis zur Wahl Rudolfs von Habsburg zum deutschen König 1272 blieb die Stadt Breisach im Besitz des Bistums Basel.

    1273 Neben Basel, Rheinfelden und Neuenburg ist 1273 zum ersten mal ein neues Siegel der Stadt Breisach mit Reichsadler belegt und somit der neue Status Breisachs als Reichsstadt belegt.

    1275 König Rudolf von Habsburg hält sich im Verlauf eines Kriegszuges gegen den Grafen von Freiiburg in Breisach auf.

    1638 Im 30-jähringen Krieg gelang die Eroberung der habsburgischen, vorderösterreichischen Stadt nur mit einer List: Der protestantische Heerführer, Herzog Bernhard von Weimar, hungerte Bevölkerung und Besatzung monatelang und erfolgreich aus. Die verzweifelte Stadt mußte sich im Dezember ergeben und wurde für kurze Zeit eine sächsisch-weimarische Amtsstadt.  

    1639 Nach Bernhards Tod trat Frankreich sein Erbe an. Breisach wurde eine französische Stadt. Unter König Ludwig XIV. baute der französische Militärarchitekt Vauban Breisach zur stärksten Festung Frankreichs aus, zu einem 'Juwel' in der französischen Krone. Im Nordwesten entstand ein völlig neuer Stadtteil, die Breisacher Neustadt Saint-Louis, Sitz des von Ensisheim hierher verlegten elsässischen Parlaments und obersten Gerichtshofs.  

    1697 Nach dem Frieden von Rijswijck 1697 mußte die Neutsadt Breisach im Nordwesten jedoch wieder abgerissen werden. Als Ersatz ließ Ludwig XIV. durch Vauban das heute noch ursprünglich erhaltene Neuf-Brisach, einen wahrhaften Festungsstern, erbauen.

    1700- 1703 Nur 3 Jahre erfreute sich Österreich wieder seines Besitzes Breisach, dananch geriet es bis 1714 nochmals unter französische Herrschaft.

    1741/43 Kaiserin Maria Theresia ließ die gewaltigen Festungsanlagen schleifen, die Militärbauten sprengen. Sie wollte damit den ewigen Zankapfel zwischen Frankreich und Deutschland beseitigen.

    1793 Französische Revolutionstruppen zerstörten später durch ein 4-tägiges Brandbombardement im September die seit Jahrhunderten gewachsene Stadt. Breisach blieb bis ins frühe 19. Jahrhundert eine Ruinenstadt und erholte sich von diesem schweren Schlag nie mehr völlig.


    Stadtestung Breisach - Planzeichnung in Vogelperspektive von M. Merian 1638 Stadtestung Breisach - Planzeichnung von M. Merian 1638

    Text/Video/Fotos/Scans: H-J van Akkeren
    Originalkarten mit freundlicher Genehmigung durch
    Dr. med. E. Bühler
    79235 Vogtsburg-Oberrotweil

    Quelle:

    1. Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 43 → Breisach
    2. Hans Schadek und Karl Schmid (Hrsg.): "Die Zähringer - Anstoß und Wirkung". Bd. 2. Maria Blattmann, Jürgen Treffeisen S. 263, "Städte im Besitz der Zähringer" → zu Breisach siehe Nr. 225 und Nr. 226.
    3. Wikipedia → Eckartsberg (Breisach am Rhein). Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Eckartsberg_(Breisach_am_Rhein)
    4. Dr. B. Hidber "Schweizerisches Urkundenregister" 1863, Erster Band S. 551 → 1139 April 14. Innocentii papa II. Online: https://books.google.de/books?id=fDFCAAAAcAAJ&lpg=PA642&ots=ZQNeu7QNnW&dq=%22mons%20Hechardis%22&hl=de&pg=PA551#v=onepage&q&f=false

     

  • Burkheim - Schloss Burkheim

    Schlossruine Burkheim

    Stich nach einer Zeichnung von R. Höfle, um 1850/60
    Stich nach einer Zeichnung von R. Höfle, um 1850/60
     Alternativname(n)  Schwendi Schloss,
     Neues Schloss
     Landkreis  Breisgau-Hochschwarzwald
     Gemeinde  Burkheim
     (Vogtsburg im Kaiserstuhl)
     Entstehungszeit  Burg 12. Jh.,
     Schloss 1572
     Ersterwähnung  1231 Januar 13.
     Burgentyp  Höhenburg
     Lage  Spornlage
     Erhaltungszustand  Ruine
     Geografische Lage  48.10005/7.59619
     Höhenlage  192 m ü. NHN
     Burgvermietung,
     Veranstaltungen,
     Wohnmobilstellplatz
     schaetzle-weingut.de

    Sicht auf Burkheim

     

    Burkheim - Schloss Burkheim

    gut erhaltene Burgruine

     

    Lage

    Die Burg steht im Stadtgebiet Burkheim und ist im Privatbesitz. Besichtigungen nur an bekanntgebenen Veranstaltungen möglich.

    Südwestlich der gleichnamigen Stadt, lag einst eine Burg nach westen an einem alten Rheinarm. Man kann heute noch die Umfassungsmauern erkennen. Der dreigeschossige, rechteckige Bau besass seit jeher im Innern, wie man heute noch erkennen kann, eine rechtwinklig geführte Treppe. Von einem offenbar gut ausgestatteten Rittersaal im Obergeschoss sind noch zwei reich dekorierte Kamine erhalten. Ende des 16. Jahrhunderts wird die mittelalterliche Burganlage im Renaissancestil umgebaut. An der Westseite des Haupthauses im oberen Geschoss ist die Baufuge (aufgesetzte Eckquadersteine) der Bauerweiterung an den ehemaligen Palas zwischen den linken Fenstern gut zu erkennen.

     

    Geschichte                                 

    762 März 13. Der Ort Burchheim wird in einem Testament Bischofs Heddo von Straßburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt, der ein Hofgut am Ort im gleichen Jahr an das Kloster Ettenheimmünster abgibt.

    778 Heibo schenkt das Hofgut an das Kloster des hl. Nazarius in Lorsch an der Bergstrasse.

    952 Nachdem Kaiser Otto I. dem Grafen Guntram dem Reichen wegen Hochverrats den Besitz entzogen hatte, verschenkt er den Ort als Teil des Königshofs in Riegel, so gelangt Burkheim an das Benediktinerstift Einsiedeln in der Schweiz und deren Schirmvögte, wie Dietrich von Rimsingen (gest. um 1052), und
    1052 an die Schirmvögte der Herren von Üsenberg (Breisach - Burg Üsenberg).

    1256 Schirmvogt Markgraf Heinrich I. von Hachberg (Emmendingen - Hochburg).

    1330 Erwerb durch Herzog Otto I. von Österreich.

    1347 Kaiser Karl IV. übernachtet am 26. Dezember hier. Er bemühte sich mit den Graumönchen, den Zisterziensern sehr um die Grauburgunderrebe in unserer Region, daher gilt das Schloß als die Wiege des Grauburgunders. Unter dem Haus Habsburg, also Vorderösterreich sind viele Pfandherren aus der Schweiz, dem Elsaß und dem Breisgau, darunter auch die Stadt Breisach.

    1471 Die neuen Pfandherren waren die Grafen von Tübingen-Lichteneck (Hecklingen - Burg Lichteneck).

    1548 Der neue Pfandherr Christoph von Sternsee.

    1560 Lazarus von Schwendi,, geb. 1522 in Mittelbiberach in Schwaben; als Feldobrist und kaiserlicher Berater, diente er dem Kaiser Karl V, Philipp II, Maximilian II und Rudolf II. Für seine Verdienste in den Feldzügen in Ungarn gegen die Türken erhielt er die Herrschaft Burkheim am Kaiserstuhl, Trieberg im Schwarzwald, Kirchhofen im Breisgau und als Freiherr zu Hohenlandsberg die Orte Kienzheim, Kaysersberg und zehn Dörfer im Elsaß. Aus Tokay brachte er Ruländerreben mit, siehe den Rathausbrunnen in Colmar.

    1572 Renovierung des Schlosses nach dasiger neuer Modi im Renaissancestil.

    1672 oder 1676 "vom französischen Marchall de Luxembourg aus Ordre des Königs Ludovoco XIV. verbrennet worden", nach der einen Chronik.

    1674 wurde nach einer anderen Chronik durch General Vaubrun, mit Oberst La Broche und starken französischen Heeren, Schloß Burkheim, Burg Lichteneck, Kirchhofen, Neuenburg, und viele andere Orte zerstört.

    1780 bis 1781 hat Ägid Karl von Fahnenberg das Burkheimer Schlossgelände zu einem Weinberg umlegen lassen, nachdem die Pläne zum Wiederaufbau gescheitert waren.

    1901 kauften Leopold Bastian und sein Sohn Franz Josef, Weingutsbesitzer aus Endingen die historische Schlossruine mit der Rebanlage im Schloßhof von den Fahnenbergs in Freiburg.

    1938 Dr. Heinrich Alfons Maria Mackenstein, Geschäftsführer der Hauptvereinigung des deutschen Weinbauwirtschaftsverbandes in Berlin und dessen Ehefrau Amelie Elisabetha, geb. Bastian, erben den Besitz.

    1981 die Urenkel von Leopold Bastian, Franz Josef Neymeyer, Bernhard Neymeyer und Margarete Schätzle, erben das Schloßgut von ihrer Tante Amelie Mackenstein.

    1991 die kleinste Einzellage Deutschlands, der "Burkheimer Schloßberg", mit seinen im Schloßhof angepflanzten Grau-Burgunder-Reben, wird bewirtschaftet und vermarktet durch das Weingut L. Bastian, Königschaffhauserstr. 8, Endingen am Kaiserstuhl.
       

     

    Burkheim von Bischoffingen am Hüttenberg aus gesehen
    Burkheim aus der Sicht vom Hüttenberg bei Bischoffingen

    Ruine Schwendi-Schloss in Burkheim
    Schwendi-Schloss in Burkheim
    Rathaus_Burkheim_1604
    Rathaus der Stadt Burkheim 1604
    Stadtmauer_Burkheim
    Teil der nördlichen Stadtmauer
    schloss_burkheim800x600
    Schloss Burkheim, Nordseite
    Schloss_Burkheim_Nordwestseite
    Schloss Burkheim
    Schloss_Burkheim_Westseite
    Schloss Burkheim, Westseite
    Schloss_Burkheim_Suedwestseite_Schildmauer
    Schloss Burkheim, Südseite

    Text/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren

    Weblink:

    Quelle:




     

  • Civitas Kencingin

    Stadt Kenzingen
    Stadt Kenzingen_15
    Mauerrest der äußeren Stadtmauer
    Oberer Zirkel 77
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     civitas Kencingin,
     Chenzingen (1269),
     Kenzingen (1283),
     Kentzingen (1293),
     Kenntzingen (1461)
     Landkreis  Emmendingen
     Regierungsbezirk  Freiburg i. B.
     Entstehungszeit  um 1240
     Stadtgründung  1249
     Stadtgründer  Rudolf II. von Üsenberg
     Urkundkiche
     Ersterwähnung
     
     Älteste überlieferte
     Stadtrechtsurkunde
     1283
     Erhaltungszustand
     der Stadtbefestigung
     Äußerer Stadtgraben,
     Mauerreste Stadtmauer,
     archäologische Befunde
     Geografische Lage  48.19171/7.76852
     Höhenlage  177 m ü. NHN

    H-J.van.Akkeren-Kenzingen um das Jahr 1300
    Stadt Kenzingen um 1300

    Stadt Kenzingen 1249 gegründet

    mittelalterliche Festungsstadt

     

     

     

    Ältere Schreibweisen für Kenzingen:

    • Chenziuga (1018 Jan. 5, Frankfurt Kaiser Heinrich II. bestätigt kirchlichen Besitz des Klosters Einsideln, Dorfsiedlung)
    • Cancingen (1094, Dorfsiedlung)
    • Johannes de kencingen (GLA KA 24/946 Ersterwähnung Kirnburg 1219 Nov. 16)
    • scult° de kencingin Cvno de Sveichusin (GLA KA 24/946 Ersterwähnung Kirnburg 1219 Nov. 16, Schultheis von Kenzingen, Cuno von Schweighausen)
    • Civitas Kencingin (Stadt, nach 1249)
    • Chenzingen (1269)
    • Kenzingen (1283 Stadtrechtsurkunde)
    • Kentzingen (1293 GLA KA 21/4315, Rudolf von Üsenberg)
    • Kenntzingen (1461 GLA KA 21/4302)

    Siegel der Stadt Kenzingen

    Kenzingen

    Rudolf I. von Üsenberg erhielt um 1200 die Güter der Vogtei des elsässischen Frauenklosters Andlau, die sich im nördlichen Breisgau befunden hatten. Zu diesem Besitz gehörten die Ortschaften Bleichheim, Wagenstadt, Nordweil,
    Bombach, Dorf Kenzingen, Herbolzheim, Malterdingen, Sexau und andere
    . Dazu gehörte auch der Kirnberg bei Bleichheim. Auf dem Kirnberg ließ Rudolf I. von Üsenberg ab 1200 die Burg Kürnberg (Kirnburg) erbauen, die im Jahre 1219 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sein Sohn Rudolf II. von Üsenberg gründete 1249 die Stadt Kenzingen. Kenzingen war zuvor eine dörfliche Siedlung, die etwa 800 Meter weiter östlich der 1249 gegründeten Stadt lag, das Dorf Kenzingen wurde im Codex Laureshamensiss 772 erstmals erwähnt.

    Kenzingen ist die erste von vier Städten im Landkreis Emmendingen, die im Mittelalter das Stadtrecht erhalten hatte. Nach Mahlberg (1223) in der Ortenau, war Kenzingen zwischen Offenburg und Freiburg in der Zeit von 1249 bis 1590 die zweite Stadtgründung an der alten Römerstraße, der heutigen Bundesstraße 3.

    Noch heute prägt das Gesicht der Altstadt mit ihren Straßenzügen und Häusern das Stadtbild wie zur Zeit der Stadtrechtsurkunde von 1283. Jeder Bürger, der ein Haus errichten wollte bekam ein Grundstück von 30x50 Fuß (9,6x16m). Die Traufe des Daches hatte zur Straßenseite hin zu zeigen. Ein Zins für das Grundstück musste an den Stadtherrn entrichtet werden.

    Zwei Stadttorte
    Die Stadt Kenzingen hatte zwei Stadttore. Die beiden Türme wurden 1328 erstmals urkundlich erwähnt. Im dreißigjährigen Krieg wurde das südliche Stadttor stark beschädigt. Der Turm wurde nur notdürftig repariert und hatte danach nicht mehr seine ursprüngliche Höhe.
    Im September 1826 wurden beide Türme durch das Landesvermessungsamt Karlsruhe vermessen. Der nördliche Turm mit seinen vier Geschossen hatte mit seinem Dachstuhl eine Gesamthöhe von 36 Meter, der Dachstuhl hatte eine Höhe von ca. 12 Meter. Der Grundriss beider Türme hatte eine Seitenlänge von je 9,6 Meter. Die Breite der Durchfahrt betrug 4 Meter, die Höhe 4,5 M. Die Seitenlängen des Burgfrieds der Burg Kürenberc bei Bleichheim betrugen ebenfalls 9,6 Meter.
    Im Jahre 1838 wurden beide Stadttore abgerissen.

    Die innere Stadtmauer
    Die innere Stadtmauer wurde erstmals 1275 urkundlich erwähnt. Die innere Stadtmauer war 1283 vollständig fertiggestellt, sie wird in diesem Jahr als Ringmauer beschrieben. Sie hatte eine Höhe von etwa 10 Meter.

    Die äußere Stadtmauer
    Die äußere Stadtmauer bezeichnet man auch als Zwingmauer. Sie hatte eine Höhe von ca. 3 Meter. Zwischen der inneren und äußeren Stadtmauer hat sich der innere Stadtgraben befunden. Der Stadtgraben wurde im Jahre 1318 durch den Stadtherren Hesseo III. von Üsenberg an seine Bürger zu ihrem Eigen übergeben. Die Bürger von Kenzingen hatten danach den Stadtgraben teilweise bebaut.

    Der Stadtgraben (innerer Stadtgraben)
    Der Stadtgraben ist ein Befestigungsgraben und diente der Verteidigung. Dieser Stadtgraben wird auch der innere Stadtgraben genannt und verlief im Bereich der heutigen Straßen "Unterer Zirkel" und "Oberer Zirkel". Der Stadtgraben lag trocken und besaß an der Grabensohle eine Entwässerungsrinne, die mit zwei kleinen Mauern in einem Abstand von einem Meter eingefasst war.

    Kleine Elz (äußerer Stadtgraben)
    Die Kleine Elz wird im Gewann "Altes Grün" (Grin = Sandbank) von der "Großen Elz" abgeleitet und fließt im Bereich westlich der "Mühleinsel" wieder in die "Große Elz" ein. Die "Kleine Elz" wird auch als äußerer Stadtgraben bezeichnet. Vermutlich wurde die "Kleine Elz" zur Entwässerung des Umlands um die Stadtanlage angelegt. Die "Große Elz" hatte vor der Erstellung des Leopoldkanals zweimal im Jahr Hochwasser. Somit konnte das überschüssige Wasser bei Überschwemmungen durch die "Kleine Elz" von der mittelalterlichen Stadt ferngehalten werden.

    Weblinks:

     


    Link: https://youtu.be/nnxLQ7lmAZQ
    Film: Hans-Jürgen van Akkeren © 2022

    Das "Castrum Kenzingen" 1094 urkundlich erwähnt.

    Erstnennung Bezeichnung Lokalisierung
    773 Als "in Kencinger marca" wird das alemannische Dorf erstmals urkundlich im Lorscher Codex erwähnt. Lorscher Codex
    8-10 Jhd. Befestigung auf dem Nierlingsberg, frühmittelalterliche Burg Nierlingsberg
    1094 castrum Cancingen (Kuppelburg) kl. Festungsanlage im gewann Eierkuchen
    1147 Jan. 27. Papst Eugen III. nimmt auf Bitten des Priors Albert das Kloster St. Peter in seinen Schutz und bestätigt dessen Besitzungen, darunter auch eine curtis (Hof) im Dorf Kenzingen. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-3881692-1
    1203 castri chornberc (Kastenbuck) befestigter Kornspeicher bei Bleichheim
    1219 Burg Kürnberg (Urkunde 16.11.1219), erbaut zwischen 1200 - 1219 Burg auf dem Kirnberg bei Bleichheim
    1242 Burkadus rector scolarum (Schullehrer) Zeuge in Urkunde Grundstückskauf
    1249 Ladhof (Schiffsanlegestelle Elz) Elz im Bereich heutiger Bahnhof
    1249 Gasthof Hirschen (Kellerfenster 70 cm über Str. Hauptstr. 7/9
    1249 Stadtgründung heutige Stadt Kenzingen
    1267 Gerichtslaube (1777 Kaufhaus) Hauptstr. 17, Ecke Brotstr.
    1275 innere Stadtmauer Stadtmauer bei der Stadtkirche
    1275 St. Peter Kirche erwähnt, Kirche aber schon älter Gewann Petersbreite
    1275 Ersterwähnung der Stadtkriche Kenzingen Kirchplatz 1
    1283 innere Stadtmauer Stadtrechtsurkunde "ringmur"
    1292 Für 1292 Nordturm der Stadtkirche dendrochronologisch nachgewiesen Kirchplatz 1
    13. Jhd. 2 Hlft. Innerer Stadtgraben erbaut  
    1299/1300
    Haus am Schwabentor
    an der Stadtmauer
    1300 Zwingmauer
    Kenzingen
    http://www.bauforschung-bw.de/objekt/id/101212359427/scheune-in-79341-kenzingen/
    Oberer Zirkel 41

    PDF-Beschreibung


    13. Jhd.

    Vorburg und Meierhof werden erbaut, Verwaltungszentrum

    Burg Kürnberg bei Bleichheim
    1300 Eine Gerichtslaube wird erwähnt Hauptstr. 17, Ecke Brotstr.
    1300 Fresken im Kreuzgewölbe des Südturms auf 1300 datiert Kirchplatz 1
    1304 Grangie/Stadthof Kloster Tennenbach Spitalgasse/Klostergasse
    1311 Johannitermembrum (Großes Areal) Metzgerstr 6
    1317-41 Ladhoftor (Tennenbacher Güterbuch) Stadtmauer Eisenbahnstraße
    1318 Innere Stadtgraben wird den Bürgen als Eigen übergeben Häuser werden gegen die Stadtmauer gebaut
    1326 altes Spital mit Scheune und Spitalkapelle Unterer Zirkel 10-24
    1327 Stadtgraben "burger graben" Bereich Spitalgasse
    1327 "Bürger Graben" werden Häuser angebaut Bereich Spitalgasse
    1328 Niederes Tor (nördl.) bei Bäckerei Bilharz
    1328 Oberes Tor (südl.) Hauptstr. 41 und 56
    1328 Garten vor dem Tor zu dem Spital heute Schulstraße 2-4
    1328 Tennenbacher Hofstette nordwestl. Teil der Stadt beim Graben
    1343 Herrschaftshof/Amtshaus (Stadtburg der Üsenberger) Eisenbahnstr. 12, 14
    1351 Tränktor, Trengtorlin nicht lokalisiert/Nähe oberes Tor
    1351 Regalhaus beim Kirchplatz nicht lokalisierbar
    1352 Stadtmühle an der Elz (zweiten Hälfte 13. Jhd. erbaut) Mühlestraße 25
    1352 Fridrich von Üsenberg verkauft Burg K. und Stadt K. an Heinrich IV. von Hachberg Kürnburg und Kenzingen
    1353 St. Georg Kirche erwähnt, Kirche aber schon älter Gewann Georgenbreite
    1355 Schulhaus Kirchplatz beim Predigerhaus
    1365 Gutleuthaus, Leprosen- Siechenhaus (Aussetzige) Offenburger Str. 18
    1369 Üsenberger Herrschaftshof "Hus in Kapellen gassen" und Ackerhof gehen and die neue Herrschaft Herzog Leopold von Österreich  
    1373 Andlau verkauft die St. Peter Kirche an die Freiburger Johanniter Gewann Petersbreite
    1395 oberes und unteres Spital Unterer Zirkel 10-24
    1395 Haus uff der ringmur gegen dem spital über vermutlich Unterer Zirkel hinter Bäckerei Bilharz
    1395 oberes und unteres Spital (vermutlich getrennte Anlagen) Unterer Zirkel 10-24; Offenburgerstr. 18
    1399 ein Haus "uff den ringmuren" nicht lokalisiert
    1399 Hof uf der ringkmoren gegen dem spital über vermutlich Unterer Zirkel hinter Bäckerei Bilharz
    14. Jhd. Zwinger/Äußre Stadtmauer oberer/unterer Zirkel
    1410 neue Badstube, Bestand auf alter erbaut Metzgergasse (Langestraße)
    1421 Spitalhof mit Spitalkapelle Bereich Spitalgasse
    1463 vor 1463 tagte der Rat in der Ratslaube Obergeschoss der Gerichtslaube Hauptstr. 17
    1463 und 1485 Rathaus (Vorgängerbau des heutigen Rathauses ?) nicht genau lokalisiert
    1467 Patronatsrechte des Abtes Kloster Einsiedeln zu St. Georg (Kirchlein im alten Kenzingen) Gewann Georgenbreite
    1484 die Metzig/der Metzgerhof (seit 1422 Zunft) Metzgergasse (Langestraße)
    1484 Metzgerhof (Zunfthaus der Metzger) Metzgerstraße Flst. Nr. 106
    1486 Wonnentäler Hofstätte in der "Wingassen" Weingasse heute Spitalstr
    1493 St: Peter wurde den Johannitern inkorporiert Gewann Petersbreite
    1494 Bei der Kirche St. Peter wird ein Bruderhaus eingerichtet Gewann Petersbreite
    1496 Zunfthaus, Stadtschreiberei, Zunftstein mit 18 Wappen Mühlestraße 10
    1499 St. Anna-Kirche Klostergasse/Einfahrt AWO bei FW
    1515 Burg Kürnb. und Stadt Kenzingen gehen an W.v.Hürnheim z.T. Kürnburg und Kenzingen
    1520 Neubau des heutigen Rathauses durch W.v.Hürnheim z.T. Hauptstr. 15, heutiges Rathaus
    1520/1528/37 Rathaus, nochmals erwähnt Hauptstr. 15, heutiges Rathaus
    1529 Alte Badstube Spitalgasse ?
    1529 Alte Badstube Spitalgasse ?
    1637 Schanzen zur Verteidigung wurden aufgeworfen Bereich Offenburger Str. 18
    1656 Neues Schulgebäude mit Schulstube und Lehrerwohnung am Kirchplatz
    1656 Schulacker zur Versorgung des Schulmeisters Acker bei der St. Peter Kirche
    1661 altes Haus der Rebzunf noch nicht wieder aufgebaut in der Hauptstraße
    1662 neues Spital heutige AWO
    1662 Neu aufgebauter Spitalkomplex grenzte an den Herrschaftshof Bereich Spitalgasse
    1687 Das Leprosenhaus wurde ausgebessert, wieder eingerichtet Offenburger Str. 18
    früh. 17. Jhd. Herrschaftshaus Bettschold-Blumeneck Alte Schulstr 20
    17. Jhd. altes Rentamt Hauptstraße 35
    17. Jhd.  Armenhaus, Teil des Spitals (war wohl schon älter) Metzgerstr. 17
    1739 altes Amtsgericht Oberer Zirkel 95
    1768 Gumpsches Haus, Amtshaus, Archiv, Wartezimmer, Registratur Hauptstraße 50
    1768 Neubau des im 30-Järhigen Krieg zerstören Herrschaftshauses Eisenbahnstr. 12, 14
    1779 Hausstatt, eine Scheune, Keller, Spitalkapelle zwischen den Mauern beim niederen Tor
    1779 Der Plan von Alexander Harscher zeigt St. Peter Kirche mit Friedhof Gewann Petersbreite
    1798 Gasthof Kranz - Brauerei (ehemals Gutleuthaus) Offenburger Str. 18
    1798 Bierbrauer Martin Bilharz erwirbt das Leprosenhaus und richtet eine Bierbrauerei ein Offenburger Str. 18
    18. Jhd. Schwabentor, wohl schon als Durchgang, älter Brotstraße
    1806 St. Peter Kirche wird versteigert und abgerissen Gewann Petersbreite
    1825 Domänenamt Offenburger Str. 10
    1826 Schule wurde eingerichtet Bettschold-Blumeck-Haus Alte Schulstr 20
    ? Stadtscheune Kirchplatz 12
    ? Ackerhof für herrschftl. Güter in der Stadt Kieselquerstr / Kieselstr

     

     

     

     

     

       
    Stadt Kenzingen_10
    Ansicht von Osten
    Stadt Kenzingen_12
    Heute Rathaus - erbaut um 1520 durch
    Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein
    Stadt Kenzingen_18
    Gasthaus Krone
    erbaut um 1528

    Stadt Kenzingen_20
    Die kath. Kirche, gestiftet durch die Stadtgründer
    Die dreischiffige Basilika wurde 1275 erstmals
    erwähnt und 1730 umgebaut.

    Stadt Kenzingen_3
    Schwabentor
    erbaut Ende 19. Jhd.

    Stadt Kenzingen_5
    Herrschaftshaus Bettschold-Blumeneck,
    früh. 17. Jhd., Alte Schulstr. 20

    Stadt Kenzingen_6
    Eingangsportal der ehemaligen St. Anna Kapelle.
    Jahreszahl 1499. Heute Treppenturm des Rathauses.
    Der Standort der Kapelle war in der heutigen
    Eisenbahnstraße, vor dem Haupteingang der
    heutigen AWO, ein ehemaliges
    Franziskanerkloseter.

    Stadt Kenzingen_17
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.
    Stadt Kenzingen_15
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.
    Stadt Kenzingen_16
    Haus auf der äusseren Zwingmauer.
    Standort Oberer Zirkel - Altes Grün.

    Zwingmauer Üsenbergstraße
    Rest der äusseren Zwingmauer nach Abriss eines
    Hauses in der Üsenbergerstraße im Feb. 2003
     stadtkirche_kenzingen
    Der Bildausschnitt zeigt eine Rekonstruktionszeichnung
    der mittelalterlichen Festungsstadt Kenzingen. Im Focus
    die dreischiffige Basilika, erstmals 1275 erwähnt.
    Aquarellierte Federzeichnung Hans-Jürgen van Akkeren.

    Stadt Kenzingen_19
    Deckengemälde in der kath. Kirche von 1730.
    Es zeigt den Stadtbrand von 1638.
    Auf dem Gemälde ist die Befestigungsanlage
    mit ihren beiden Stadttoren zu erkennen.
    Auf dem Bild kann man ein kleineres Tor an
    der Elz erkennen, dass dem südl. Stadttor
    vorgelagert ist. Das kleinere Tor ist ein Teil des
    äusseren Zwingers.
    Links im Bild ist ein Gebäude mit einem Dachreiter zu erkennen. Dies ist vermutlich die St. Annakapelle, deren Standort sich heute in der Eisenbahnstraße vor der AWO befinden würde.

    Stadt Kenzingen_21
    Kirchenfenster in der kath. Kirche von 1903, zeigt
    den Stadtbrand 1814.
    Im linken Teil des Fensters ist das kleinere Tor
    des äusseren Zwingers an der Elz zu erkennen.

    Stadt Kenzingen_7
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.

    Kenzingen hatte zwei Stadtmauern.
    Die äussere bildete den Zwinger.
    Sie besaß an verschiedenen stellen sogenannte
    Schalentürme.
    Stadt Kenzingen_8
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.
    Stadt Kenzingen_9
    Teil eines Schalenturms im Keller eines
    Hauses in der Mühlestraße.
    Bis in die 1960er Jahre stand der Turm noch in
    voller Höhe bis in das 2 OG.

    Rechts im Bild ist die Niesche zu erkennen.
    Darüber hatte sich einst eine der
    Schießscharten befunden.
    Stadt Kenzingen_1
    Zunftstein mit 18 Wappen.
    Jahreszahl 1499.
    Kenzingen hatte 18 Zünfte.
    Zunftstein heute  in der Mühlestraße.
    Stadt Kenzingen_13
    Wappen der Herren von Üsenberg (links) und
    der Stadt Kenzingen (rechts).
    Heute in der Fassade des Rathauses,
    damals in der Fassade eines der Stadtrore.
    Stadt Kenzingen_14
    Wappen der Habstburger.
    Heute in der Fassade des Rathauses,
    damals in der Fassade eines der Stadtrore.

     

    Text/Fotos 2011: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quelle: Dr. Bertram Jenisch 20003, Archäologischer Stadtkataster Band Nr. 22 Kenzingen

     


     

  • Elzach 1250

    Stadt Elzach
     
     Alternativname(n),
     Schreibweisen
     Alza (1275),
     Elzahe (1318),
     Ältzach (1417)
     Regierungsbezirk  Freiburg
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Elzach
     Entstehungszeit  vor 1250
     Stadtgründung  vor 1347
     Ersterwähnung als
     Stadt
     1315 Mai 8.
     
     Erhaltungszustand
     der Stadtbefestigung
     -
     Geografische Lage  48.17429/8.07140
     Höhenlage  363 m ü. NHN

    Mittelalterliche Stadt Elzach

      mittelalterliche Festungsstadt

    Beschreibung

    Die Stadt Elzach geht auf eine Stadtgründung der Herren von Schwarzenberg im 13. Jh. zurück. Die Entstehungszeit der Besiedelung ist weit vor 1250 anzusetzen und entstand vermutlich im Hochmittelalter. Um 1250 war Elzach bereits eine Marktgemeinde mit eigenem Siegel. Vor der Stadtgründung um 1290 befand sich auf einer kreisförmigen Erhebung eine vermutete Burganlage, dessen Gelände des sogenannten Rundlings als Urzelle Elzachs angesehen wird.
    Überreste der Burgumwehrung kamen 1975 und 1985 bei Bauarbeiten für das neue Katholische Pfarrzentrum an der Rückseite der Apotheke am Nikolausplatz 2 zum Vorschein. Die letzten Überreste der Befestigung wurden während den Bauarbeiten 1985 ohne wissenschaftliche Dokumentation entfernt.

    Unter den Herren von Schwarzenberg entstand ab Mitte des 13. Jahrhunderts nördlich an die Burg anschließend die eckige Stadtanlage, die in der Urkunde vom 8. Mai 1315 (GLA KA 24 Nr. 60) mit einem Unteren und Mittleren Tor erwähnt wurde. Johann von Schwarzenberg bestätigte 1347 Elzach das verliehene Stadtrecht nach Freiburger Vorbild, das seine Vorfahren dem Ort verliehen hatten. Die Verleihung der Stadtrechte Elzachs steht vermutlich mit der Aufteilung der Herrschaft Schwarzenberg zwischen den Waldkircher Stadtherren Johann und Wilhelm von Schwarzenberg in Zusammenhang, die bis 1290 gemeinsam handelten.
    Die Gemarkung Elzach scheint wohl selbst kein Meieramt des Klosters St. Margarethen gewesen zu sein und wurde vermutlich durch die Herren von Schwarzenberg aus den umliegenden Meierämtern herausgelöst. Der Ladhof oberhalb von Elzach, 1362 erwähnt, war Zollstelle des Meierverwalters von Gebrech.

    Über die Erschließung des oberen Elztales ist wenig bekannt. Bestände älterer Urkunden und Akten wurden durch die Stadtbrände in den Jahren um 1490, 1583 und 1631 vernichtet. Für den Wiederaufbau der Stadt nach dem großen Brand vom 27. September 1583 wurden Wiederaufbaupläne (1. Fassung GLA 229 Nr. 24542; 2. Fassung LA Innsbruck, Ferdinandea, 31 Freiheiten, Fasz. 35 Elzach) erstellt. Aus diesen Plänen geht hervor, dass sich an der Südseite des ummauerten Kirchenbezirks (im sogenannten Rundling) ein "Alt Schloß" (zur Sloß) befunden hatte, dass vom Stadtbrand verschont geblieben ist. Das Areal ist vermutlich mit der alten Ortsburg identisch. Bei der Zerstörung Elzachs im Dreißigjährigen Krieg 1631 wurde das Alte Schloss niedergebrannt. Nach 1648 wurden die Reste des ruinösen Schlosses verkauft und danach oberflächlich abgetragen. Alte Reste der Grundmauern des Alten Schlosses und der Stadtmauer kamen im Verlauf der oben erwähnten Baumaßnahmen zum Vorschein.

    Auf den Wiederaufbauplänen von 1583 ist als Kör- oder Scherburg das Reischachische Haus verzeichnet, das vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Hans Raphael von Reischach südöstlich des sogenannten Rundlings am Unteren Stadttor errichtet worden ist. Das Areal des Reichachischen Schlosses umfasst die Flurstücke der Häuser Hauptstraße 29, 31, 33a und 33 (Flst. 187, 189, 18/1, 18/2, 194). Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war noch ein Eckturm erhalten.






    Geschichte

    1250  Elzach wird als Siedlung mit Markrechten und einem eigenen Siegel erwähnt.

    1290 Schwarzenberger Herrschaftsteilung zwischen den Stadtherren von Waldkirch Johann und Wilhelm von Schwarzenberg.
    Die hohe Gerichtsbarkeit über beide Städte Elzach und Waldkirch bleibt weiterhin in gemeinsamer Ausübung.
    Die Bergwerke von Elzach und Waldkirch, sowie die Weiden von Siensbach, Gutach und Riedern werden untereinander aufgeteilt.
    Wilhelm von Schwarzenberg sicherte sich in Elzach den Schwerpunkt seiner Herrschaft.

    1315 In der Urkunde vom 8. Mai 1315 wird Elzach als Stadt bezeichnet. Die beiden Toreingänge der Stadt werden erstmals belegt.

    1316 Heinrich von Schwarzenberg verpflichtete sich gegenüber der Stadt Freiburg, keinen Karrenweg durch das von Südosten in das Elztal mündende Simonswäldertal anzulegen.

    1347 Johann III. von Schwarzenberg bestätigt die Rechte der Stadt Elzach (3. Feb. 1347) nach Freiburger Vorbild, die seine Vorfahren verliehen haten.

    1377 Johann(-es) III. von Schwarzenberg-Kastelberg stirbt. Seine erhaltene Grabplatte befindet sich in der Pfarrkirche zu Elzach.

    1382 Die Herren von Schwarzenberg empfingen Elzach als österreichisches Lehen von Herzog Leopold von Österreich.

    1442 Markgraf Wilhelm von Hachberg-Sausenberg empfängt Elzach als österreichisches Lehen.

    1459 Die Herren von Rechberg gelangen durch Heirat die Herrschaft Elzach.

    1490 Heinrich von Rechberg ist im Besitz der Herrschaft Elzach und wird auch als Vogt des Waldkircher Margarethenstifts belegt.

    1544 Die Herren von Ehingen (Kindler von Knobloch Bd. 1, S. 285) nutzen seit 1544 das "Alte Schloss". Im Jahre 1555 verbietet Sebastian von Ehingen den Pfarrangehörigen von Biederbach, Katzenmoos und Prechtal wegen der ausgebrochenen sterbenden Läuf (Pest), dass ihre Toten bei der Pfarrkirche zu Elzach bestattet werden, weil seine Behausung am Friedhof bei der Kirche liege und man die Verstorbenen schier in seiner Küche bestattet.

    1575 Hans Raphael von Reischach erhält das Lehen über Elzach nach dem Tod der Lehensinhaberin Ursula von Reischach. Österreich hatte nach ihrem Tod das Lehen eingezogen und danach an Hans Raphael von Reischach als Pfand überlassen.

    1579 Die Herren von Reischach werden als Besitzer des "Reischachischen Schlosses" als Pfandinhaber von Elzach erwähnt.

    1567 Die Erbengemeinschaft verkauft nach dem Tod Sebastians von Ehingen schuldenhalber die Herrschaft Schwarzenberg für 28.000 Gulden an Erzherzog Ferdinand von Österreich. Bereits 1566 wird Klaus Werner von Kippenheim, wohnhaft vermutlich im Alten Schloss, als Verwalter der verkauften Herrschaft belegt.

    1606 Erster Beleg als Kör- bzw. Scherburg für das Reischachische Haus (Schloss). Der Vertrag vom 12 Dez. 1606, der zwischen der Stadt und dem vermutlichem Schlossbesitzer vereinbart wurde, regelte zwischen dem Ehemann der Reichachischen Wittwe und dem ehemaligen Elzacher Pfandinhaber Andreas Hipschmann von Biberach, dessen Übergriffe. (GLA 26/52)

    1657 Das "Alte Schloss" war bis 1657 in der Herrschaft der Herren von Kippenheim. Heinrich Balthasar, Johann Ludwig und Philipp Ludwig von Kippenheim verkaufen das an der Pfarrkirche liegende alte Kypenheimische Schloß samt Weiher für 60 Gulden an die Stadt. (StA Elzach, Ratsprotokolle I, fol. 114 u. RP V)

    1695  Am 10. Mai verkauft die Stadt für 120 Gulden einen Teil des Schlosshofes an die Pfarrkirche. (StA Elzach, Ratsprotokolle IV, Anhang)

    1661 Hektor von Beroldingen verkauft am 16. Mai als Vormund von Veronica von Baden die als Kerburg bezeichnete Schlossruine, vermutlich einer reischachischen-hübschmännischen Erbin, samt Weiher, Scheunenhofstatt und einigen Grundstücken an den Elzacher Schultheißen Johann Georg Heberlin und Georg Merkle für 1800 Gulden. Die neuen Eigentümer verkauften am 24. Jan. 1662 das Schlossareal und weitere Grundstücke an verschiedene Bürger.

    1713 Die südliche Mauer beim heutigen Pfarrhaus wird als alte Stadt-, bzw. Schloßhofmauer erwähnt.



    Weblinks:


    Quellen:



  • Neuenburg a. R. 1175

    Neuenburg a. R.
    MitteGrabungsstelle
    Archäologische Grabung 2014 zwischen
    Schlüssel- und Metzgerstraße
    Luftbild H-J. van Akkeren
     Alternativname(n)
     Schreibweisen
     plebanus de Niuvvinburc (1215)
     Manigoldus de Nuvvenburch (1232)
     Nuenberc (1241)
     Nivwenburc (1244)
     ville de Nuwenburch (1261)
     Nueburg (1280)
     Newenburg am Rhein (1660)
     Landkreis  Breisgau-Hochschwarzwald
     Regierungsbezirk  Freiburg
     Entstehungszeit  Ende 12. Jhd.
     Stadtgründung  um 1175
     Ersterwähnung  1185 März 4
     (novum castrum Neuenburg [6])
     Älteste überlieferte
     Stadtrechtsurkunde
     1292 Dezember 24. durch
     König Adolf v. Nassau bestätigt
     Erhaltungszustand
     der Stadtbefestigung
     nur archäologische
     Befunde
     Geografische Lage  47.81404/7.55910
     Höhenlage  230 m ü. NHN

    Wappen_Neuenburg_gezeichnet_von_Hans-Jürgen_van_Akkeren
    Abb. 1: Wappen der Stadt Neuenburg 1261

    Mittelalterliche Stadt Neuenburg a. R. um 1175 gegründet

      mittelalterliche Festungsstadt

     

     

    Neuenburg am Rhein – Verlust großer Teile der Stadt

    Wie kaum eine andere Stadt im Oberrheingebiet litt Neuenburg unter Naturkatastrophen und Kriegen.(2) Die um 1175 von Berthold V. von Zähringen gegründete Stadt (Abb. 2) prosperierte zunächst und profitierte stark von der Lage am Rhein. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde ihr die verkehrsgünstige Lage zum Verhängnis – der Strom riss bei mehreren Hochwassern ein Drittel des Stadtgebietes weg. In den Kriegen des 17. Jahrhunderts kam es zu großen Verwüstungen, so dass die Stadt zwischen 1704 und 1714 nicht bewohnt war. Nach dem Wiederaufbau erreichte sie nie wieder die einstige Bedeutung. Schließlich gilt Neuenburg nach Artilleriebeschuss 1940 als die erste total kriegszerstörte deutsche Stadt, deren Reste bei einem Luftangriff 1944 vernichtet wurden. Nach Kriegsende standen nur noch 3 % der früheren Gebäude. Heute sucht man in der Stadt vergeblich nach obertägig erhaltenen mittelalterlichen Bauten. Deren Reste haben sich allerdings flächig unter bis zu 2 m mächtigen Schichten von Bauschutt erhalten. Lediglich das Straßengefüge erinnert noch an die einstige planmäßig angelegte mittelalterliche Stadt.
    Aufgrund der nachhaltigen Zerstörungen Neuenburgs kommt der Archäologie ein besonderer Stellenwert bei der Erforschung der Stadtgeschichte zu. Bereits beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg kam es vereinzelt zu archäologischen Untersuchungen. Konstantin Schäfer dokumentierte vor allem die Lage von zwei der ehemals vier Stadttoren und Teilstücken der Stadtmauer. (
    3)Die erste planmäßige Rettungsgrabung erfolgte beim Neubau des Rathauses 1992. (4) Eine Zwischenbilanz zum Forschungsstand wurde im Archäologischen Stadtkataster gezogen. Dort wurden die bis zu diesem Zeitpunkt bekannten 31 archäologischen Aufschlüsse bearbeitet und kartiert. (5) Zwischen 2012 und 2015 kam es im Zusammenhang mit der Stadtsanierung zu großflächigen Untersuchungen, die insbesondere die Frühgeschichte der Stadt in einem neuen Licht erscheinen lassen.

    (Dr. Bertram Jenisch: Textausschnitt aus Flutkatastrophen in mittelalterlichen Städten am südlichen Oberrhein)

     

    Archäo_00_FB01 Kopie
    Abb. 2: Westansicht der 3D-Rekonstruktion der mittelalterlichen Stadt Neuenburg a. R. um 1500
    von Hans-Jürgen van Akkeren © 2021/2022

     

    Film: Hans-Jürgen van Akkeren © 2022

     

    Textquellen:

    1. Dr. Bertram Jenisch, mit freundlicher Genehmigung, Textausschnitt aus dem Aufsatz: Flutkatastrophen in mittelalterlichen Städten am südlichen Oberrhein.

    2. Fidelis Huggle. Geschichte der Stadt Neuenburg am Rhein. Freiburg 1876; Konstantin Schäfer. Die Geschichte einer preisgegebenen Stadt. Freiburg 1963.

    3. Schäfer 1963 (wie Anm. 2).

    4. Bernd Vedral. Beobachtungen zur mittelalterlichen Stadttopographie in Neuenburg am Rhein. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1992. Stuttgart 1993, S. 355–360.

    5. Bertram Jenisch. Neuenburg am Rhein (Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg 37). Esslingen 2004.

    6. Jörg W. Busch/Jürgen Treffeisen 2014 - Die Urkunden der Stadt Neuenburg am Rhein Bd. 1, S. 142


    Bildquellen:

    1. Wappen der Stadt Neuenburg a. R. Gezeichnet nach dem Stadtsiegel von 1261, Hans-Jürgen van Akkeren © 2021/2022. 

    2. Westansicht der 3D-Rekonstruktion der mittelalterlichen Stadt Neuenburg a. R. um das Jahr 1500 von Hans-Jürgen van Akkeren © 2021/2022.
      Wissenschaftliche Unterstützung zur 3D-Rekonstruktion leisteten: Dr. Bertram Jenisch & Dr. Andreas Haasis-Berner, Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit Landesamt für Denkmalpflege BW; PD Dr.-Ing. Anne-Christine Brehm, Münsterbaumeisterin Freiburger Münster und Peter Kalchthaler M.A., Leiter des Museums für Stadtgeschichte Freiburg.


    Links zum Thema Neuenburg a. R.:



     

  • Stadt Burkheim 1348

    Burkheim a. K.
    Burkheim von Bischoffingen am Hüttenberg aus gesehen

     Alternativname(n)  Burgheim (OBG)
     Landkreis  Breisgau-Hochschwarzwald
     Gemeinde  Burkheim
     Entstehungszeit  um 700 (Dorfsiedlung)
     Ersterwähnung  762 März 13.
     Stadtgründung  um 1348
     Stadtgründer  unbekannt
     Erhaltungszustand  Stadtmauern, Tor
     Geografische Lage  48.10103/7.59808
     Höhenlage  195 m ü. NHN

    Burkheim am Kaiserstuhl

    mittelalterliche Festungsstadt

    Beschreibung

    Die Altstadt von Burkheim liegt auf einer Anhöhe des Kaiserstuhlmassivs.Der Ort Burchheim wird in einem Testament des Bischofs Heddo von Straßburg am 13. März 762 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, der ein Hofgut am Ort im gleichen Jahr an das Kloster Ettenheimmünster abgibt. Anlässlich einer Schenkung eines Heibo an das Kloster Lorsch wird für Burkheim erstmals der Weinbau nachgewiesen. Eine Ortskirche wird im 9. Jahrhundert als Petrikirche erwähnt.

    Für Burkheim ist ein Ortsadel ab der ersten Hälfte des 12. Jh. (1113, 1139, 1179 u. 1180) belegt, die als Ministeriale der Zähringer tätig waren, die noch bis 1470 mehrfach als von Bugheim oder de Burchaim genannt wurden.

    Nachdem Kaiser Otto I. dem Grafen Guntram dem Reichen wegen Hochverrats im Jahr 952 den Besitz entzogen hatte, verschenkt er den Ort als Teil des Königshofs in Riegel. Dadurch gelangte Burkheim an das Benediktinerstift Einsiedeln in der Schweiz und deren Schirmvögte, wie Dietrich von Rimsingen (gest. um 1052), und an die Schirmvögte der Herren von Üsenberg. In Folge der Aufteilung des Riegeler Kammerguts wechselte der Besitz in Burkheim um 1150 an die Herren von Hachberg und dann an die späteren Rechtsnachfolger der Hachberger, an Markgraf Heinrich I. von Baden, Begründer der neuen Linie Markgrafen von Baden-Hachberg. Markgraf Heinrich I. vermachte 1231 Vergabungen in castro Burchheim an das Kloster Tennenbach. Markgraf Heinrich IV. von Baden-Hachberg verpfändet 1316 wegen Schulden die Burg und Dorf Burkheim an seinen Schwiegervater Burkhart III und um 1330 dann an Österreich verkauft. Am 26. Dezember 1347 übernachtete Kaiser Karl IV. auf der Burg. Er bemühte sich mit den Graumönchen, den Zisterziensern sehr um die Grauburgunderrebe der Region, daher gilt das Schloss Burkheim als die Wiege des Grauburgunders. Ein Jahr später erhält Burkheim das Stadtrecht.

    Die Stadt und Burg waren oft verpfändet. Erster Lehensnehmer war Hans Ulrich der Jüngere vom Huse, danach bis 1412 an die Herren von Hattstatt und ab 1471 an die Pfalzgrafen von Tübingen-Lichteneck. Ab 1560 an den kaiserlichen General Lazarus von Schwendi, der die Burg zwischen 1561 bis 1574 zu einem repräsentativen Schloss umbaute (→ Burkheim - Schloss Burkheim).

    Weblink:

    Quellen:

    1.  Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X; S. 83 → Burkheim
    2. Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.] Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 189.  von Burgheim S. 185. Online https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898bd1/0189/image,info
    3. Heiko Wagner: EBIDAT - Die Burgendatenbank, Burkheim. Online http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1601
  • Stadt Endingen

    Stadt Endingen
     Stadttor Endingen
    Stadttor 1581
     Alternativname(n)  
     Landkreis  Emmendingen
     Gemeinde  Endingen
     Stadtgründung  1286
     Ersterwähnung  
     Geografische Lage  48.14128/7.70411
     Höhenlage  382,5 m ü. NHN

    Stadt Endingen

    500- 700 Nach dem Rückzug der Römer wird der Breisgau allmählich von den Alamannen besetzt. Frühalamannische Funde liegen nicht vor. Erst zwei Reihengräberfelder aus der Merowingerzeit (500 - 700) weisen auf eine dichte Besiedlung der Endinger Gemarkung.

    880- 969 Klöster, insbesondere Andlau im Elsaß und Einsiedeln in der Schweiz, verfügen über große Besitzungen und Rechte in Endingen.

    1275 Im Streit um das Zähringer Erbe geriet Graf Egen von Freiburg in Opposition zum neuen König Rudolf von Habsburg. In diesem Streit um die Burg Zähringen (Reichsgut) hatte der Üsenberger sich vermutlich an der Belagerung der Stadt Freiburg beteiligt.

    1278 Zwischen 1276 und 1281 hielt sich König Rudolf in Österreich auf. Graf Egen von Freiburg blieb betreffs der Burg Zähringen bei seiner Haltung gegen den König und zerstörte wärend der Abwesenheit Rudolfs, wegen der vorausgegangenen Königlich-Üsenbergischen Strafexpedition gegen Freiburg, die Burg Zähringen, die Koliburg und einen namenlosen Turm bei Breisach (Item destructum fuit Zeringen noviter edificatum, et turris probe Brisacum, et Coliberc). Bei diesem Turm könnte es sich um die Überreste der baufälligen Burg Üsenberg gehandelt haben.

    1286 Die Herren von Üsenberg erteilen Endingen das Stadtrecht. Noch heute führt Endingen den Flügel der Üsenberger im Stadtwappen.
    1319 Endingen ist nun vollständig von Mauern umschlossen.

    1321 Die Herren von Üsenberg zerstören mit Hilfe der Endinger Bürger die Koliburg oberhalb der Stadt. Von der Koliburg übte das Geschlecht der Herren von Endingen bis dahin das Vogt- und Schultheißenamt aus.

    1370 Johann von Üsenberg, Landrichter des Grafen von Freiburg, entwarf eine Bergordnung (Bergbau), die als "Bericht und Ordnung an den Bergvogt" geschickt wurde. Johann entstammte einem ausgesprochen "bergbaukundigen" Geschlecht. Die Üsenberger hatten lange Zeit die Berghoheit im Sulzberger Tal inne (1157-1355)
    Günther Schulz, "Sozialer Aufstieg - Funktionseliten im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit" Seite 392 - Jahr 2002.

    1379 Der letzte männliche von Üsenberg stirbt. Endingen kommt zu Österreich. Die zweite Hälfte des Endinger Stadtwappens zeigt noch heute das Wappen Österreichs. Die Stadt ist darauf bedacht, ihre alten Rechte auch unter der neuen Herrschaft zu wahren. Dies wird durch die Stadtrechtsbestätigungen von Herzog Albrecht aus dem Jahr 1387 bis zu der umfassenden Urkunde anno 1744 von Kaiserin Maria Theresia dokumentiert.

    1415- 1427 Endingen wird unter Kaiser Sigismund zur freien Reichsstadt, mit mehr landesherrlichen als nutzbringenden Auswirkungen.

    1499 Zu dem 1318 nachgewiesenen Kornmarkt verleiht Kaiser Maximilian das zweite Marktrecht als Belohnung für Tapferkeit im Schweizerkrieg.

    1805/06 Endingen wird in das Großherzogtum Baden eingegliedert.

    Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren

    Weblinks:
    Quellen:



  • Stadt Waldkirch 1300

    Stadt Waldkirch
    König Otto III. 994 Dez. 22 GLA KA A62 Waldkirch
    Faksimile Urkunde Otto III 994
    (Hans-Jürgen van Akkeren)

     Alternativname(n)  Waldkiricha (994),
     ze Waltkirch (1300)
     Waltkilch (1362)
     Landkreis  Emmendingen
     Kloster  St. Margarethen
     aufgelöst 1803
     Entstehungszeit  1250-1300
     Ersterwähnung  1300 August 13.
     Stadtgründer  Wilhelm und Johann
     von Schwarzenberg
     Stadtrecht seit  1300 August 13.
     Geografische Lage  48.09387/7.96081
     Höhenlage  269 m ü. NHN
     Elztalmuseum  elztalmuseum.de
     Webseite  stadt-waldkirch.de

    Stadt Waldkirch - Mittelalterliche Stadt

    Die Stadt liegt an der Elz am westlichen Schwarzwaldrand. Sie liegt auf einem flachen Rücken, der ursprünglich vom Dettenbach durchflossen wurde. In dieser topographisch begünstigten Lage gibt es Siedlungsnachweise seit etwa 1000 v. Chr. Von besonderer Bedeutung ist die Gründung eines Frauenklosters durch Herzog Burkhart I. von Schwaben im Jahr 918. Dem Kloster gehörte das gesamte Elztal. Um 970 erhielt das Kloster von Otto I. nochmals erheblichen Besitz im Breisgau. 994 wird das Kloster von Otto III. zum Reichskloster erhoben und mit umfangreichen Rechten ausgestattet. 1430 stirbt die letzte Äbtissin und das Kloster wird in ein Kanonikerstift umgewandelt.

    GLA KA 24, Convolut 60, Nr. 1238 (1362.Mai 20. Sig1 Waldkirch) Replik van Akkeren
    Siegel der Stadt Waldkirch,
    Replik Hans-Jürgen van Akkeren

     

    918 Herzog Burkhart I. von Schwaben Gründet das Frauenkloster. Es entsteht eine dörfliche Siedlung mit dem Namen Waldkirch.

    994 Das Kloster wird durch Otto III. zum Reichskloster erhoben und mit umfangreichen Rechten ausgestattet.

    Um 1250 Gründung der Stadt Waldkirch durch die Herren von Schwarzenberg. Die Stadt hat eine Fläche von etwa 4 ha und hat 100-120 Häuser.

    8. 8. 1300 Die Stadt erhält durch Wilhelm und Johann von Schwarzenberg die Stadtrechte.

    1451 Stadtbrand. Ob die gesamte Stadt oder nur ein größerer Teil zerstört wurde, ist unbekannt.

    Um 1475 In Waldkirch lassen sich Edelsteinschleifer nieder. Sie begründen entlang des Gewerbekanals ein einzigartiges und einträgliches Handwerk, das bis um 1800 die Stadt ernährt. In der Blütezeit um 1780 drehen sich in über 40 Schleifmühlen 120 Schleifsteine. Damit werden jährlich mehrere Millionen Perlen hergestellt.

    Um 1520 Die um Waldkirch liegenden Höfe und Siedlungen werden zu der Gemeinde Stahlhof zusammengefasst. Die Stadt Waldkirch umfasst nur wenig mehr wie die Fläche innerhalb der Stadtbefestigung.

    26. 10. 1567 Erzherzog Ferdinand II. von Österreich besucht Waldkirch. Seit dieser Zeit werden die Herrschaften Schwarzenberg und Kastelberg durch Beamte verwaltet, die in Waldkirch wohnen und arbeiten. Der Oberamtmann ist gleichzeitig der Schultheiß der Stadt.

    1638 Ein Brand im Zusammenhang mit den Dreißigjährigen Krieg zerstört nahezu die gesamte Stadt.

    1652 Wiederaufbau

    Ab 1700 Die Stadtbefestigung wird teilweise niedergelegt.

    Ab 1800 Die Stadtgräben werden verfüllt und bebaut, die Stadttore vollständig und die Stadtmauer teilweise abgebrochen.

    1912 Ringstr 2

    Waldkirch war von zwei Stadtgräben und zwei Stadtmauern umgeben. An den Ecken der äußeren Stadtmauer befanden sich sogenannte Rondelle (Rundtürme). Nachdem sie ihre militärische Funktion verloren hatten, dienten sie zu Wohnzwecken. Das hier abgebildete nordwestliche Rondell war bis 1912 bewohnt und wurde dann abgebrochen. Im Hintergrund die Allee und das Bürgerhaus.

       
    1987 Langestr 02

    Bei Baumaßnahmen 1987 in der Lange Straße am Obertor wurde der Brückenbogen über den inneren Stadtgraben angeschnitten. Im Profil der Baugrube erkennt man die Sandsteine des Brückengewölbes.

       
    Bayer Albert 20

    Beim Bau eines Hauses zwischen der Turmstraße und der Gartenstraße kam die innere Stadtmauer zutage. Sie ist hier teilweise noch erhalten, weil sie die Außenmauer der Häuser bildet.

    Foto: Bayer Albert

       
    Hummel 31

    Der Eckturm der inneren Stadtmauer war bis in das 19. Jahrhundert hinein erhalten. Er diente, nachdem er keine militärische Funktion mehr hatte, als Werkstatt. Auch waren in diesem Abschnitt noch Teile der Stadtmauer erhalten. Das große Gebäude im Hintergrund ist das ehemalige Amtshaus der vorderösterreichischen Regierung und beherbergt heute die Polizei. Das Gebäude zwischen Stadtmauer und Amtshaus ist die damalige Schule.

    Foto: Hummel

       
    Marktplatz Jaegle038b

    Fotografie des Marktbrunnens kurz vor 1900. Dieser Brunnen wurde später mitsamt der Brunnensäule in die heutige Dettenbachstraße versetzt, wo er heute noch steht. Anstelle der Drogerie befindet sich heute die Volksbank.

    Foto: Jaegle

       

    Rekonstruktion und Virtualisierung der mittelalterlichen Stadt Waldkirch um 1400

    Film, Rekonstruktionen, Virtual Reality und Aquarelle von Hans-Jürgen van Akkeren in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Haasis-Berner, Mittelalterarchäologe Landesamt für Denkmalpflege RPS/Freiburg.

    Link zum Film: https://youtu.be/SiMjyTKEGQo

     

    Breisgau-Burgen.de Autor: Dr. Andreas Haasis-Berner

    Quellen:

    • Max Wetzel, Waldkirch im Elztal (1912)
    • Hermann Rambach, Waldkirch und das Elztal (1988)
    • Fotoarchiv Klaus Person, Waldkirch

     


     

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