Burgen im mittelalterlichen Breisgau

  • Achkarren - Burg Höhingen

    Achkarren - Burg Höhingen

      Burgstelle erkennbar, wenig Ruinenreste

     

    Hoehingen_nach_Merian
    Kupferstich von Matthaeus Merian 1644.


    Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
    Link: http://youtu.be/xUcrfFJmDmg


    354 Meter über dem Meer.
    Im 13./14. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Üsenberger, eines der mächtigen Adelsgeschlechter im Breisgau und besonders am Kaiserstuhl. Dessen Stammburg, die Üsenburg, lag auf einer Rheininsel unweit von Breisach. Nach J.D.Schöpflin hatten die Breisacher die für das Geschlecht namengebende Burg Üsenburg zerstört und als Entschädigung mussten die Breisacher dafür die Burg Höhingen errichten. Sie war Bestanteil der Oberen Herrschaft Üsenberg.

    Ausschnitt_der_Burg_Hoehingen
    Ausschnitt Kupferstich von Matthaeus Merian 1644.

    1259 Erste urkundliche Erwähnung der Anlage (von Höhingen).
    1336 Übergang in den Besitz der Hachberger. Die Nachfolger von Markgraf Heinrich IV. nach Hachberg nennen sich "Markgraf von Hachberg Herr zu Höhingen".
    1353 Kurzzeitig verpfändet an Dietrich Snewlin im Hof und seinen Bruder Hesse
    1415 Verkauf an Markgraf Bernhard I. von Baden.
    1525 Zerstörung der Burg im Bauernkrieg.
    1620 Im Dreißigjärigen Krieg Wiederaufbau unter Markgraf Gerorg Friedrich von Baden-Durlach gegen Breisach mit dem Dorf Achkarren. Die Leute der Herrschaft bringen ihre Habe auf die Burg Hachberg und Höhingen.
    1632 Schwedische Besatzung.
    1633 Einnahme der Burg durch die Kaiserlichen aus Breisach.
    1638 Rückzug der kaiserlichen Besatzung und Zerstörung der Burg.
    1671 Übereinkunft zwischen Markgraf Friedrich VI. von Baden und dem französischen Staatsmann und Kardinal Mazarin über den Abbruch der Burg gegen Geldentschädigung und die Verwendung ihrer Steine für den Ausbau der Festung Breisach unter Vauban. Später benutzen auch die Bewohner in der Umgebung die Burg als Steinbruch.
       
    Zur Verwaltung oder militärischen Sicherung der Herrschaft Höhingen saß im Auftrag des jeweiligen Besitzers ein Vogt oder Amtmann auf der Burg. Einige dieser Burgvögte sind bekannt.
       
    1259 Ruther von Höhingen, üsenbergischer Mann.
    1306 Roland, diener un pfleger ze Höhingen unter Hesso von Üsenberg und seinem Sohn Burkhard.
    1337 Johann von Ortenberg.
    1415 Tham von Ramstein
    1416/17 Edelknecht Rudolf von Schnellingen.
    1420 Heinrich Röder
    1424 Herzog Reinhold von Urslingen
    1460 Hans von Sulz, genannt Harm
    1465 Junker Asimus zum Wyger
    1493 Johann Landschreiber
    1501 Jakob Han
    ca. 1505 Bartholome Stürzel
    ca. 1512 Ludwig Horneck
    1524 Junker Jakob Pheye (Vaie)

     

    hoehingen_61512   PA300612

    PA300613   PA300615

    PA300616   Ihringen1621

     

    Text/Fotos/Film: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Amoltern - Burgstelle Brunndelbuck

    Amoltern (Endingen, EM) - Burgstelle Brunndelbuck

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Im Zuge von Flurbereinigungen wurde 1973 im Gewann Brunndelbuck eine ehemalige Burgstelle entdeckt. Sie befand sich auf einem spornförmigen Plateau.

    Über die Entstehung der Burg und dem Dorf gibt es keine näheren Informationen.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 8

     


     

  • Au (FR) - ehemalige Burgstelle

    Au (FR) - Burgstelle

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Au (FR) am Schönberg, bei den Burghöfen war Anfang des 20. Jhs. war noch ein Burggraben zu erkennen, der den Burghügel gegen Westen vom jetztigen Hof trennte.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 11

     


     

  • Badenweiler - Burg Baden

    Badenweiler - Burg Baden

     gut erhaltene Burgruine

     

    425 Meter über dem Meer, in Badenweiler.

    Über dem Kurpark und dem Ort ist die mächtige Burgruine zu sehen. Die Ausgrabungen in der Burg und auf dem Burghügel belegen, dass der Hügel schon vor 1122 besiedelt wurde. Funde von zwei Fibeln des 7. und 8. Jahrhunderts aus dem Bereich der vermutlich reduzierten römischen Thermen weisen auf eine mögliche Nutzung, bzw. Besiedlung in dieser Zeit hin. Ab 1122 ist die Burg im Besitz der Herzöge von Zähringen zum Schutz ihres Silberbergbaus.


    1122 Erste gesicherte Nennung von Herzog Konrad von Zähringen am 26. Dezember 1122, als Burg "Badin".
    1147 Die Zähringer Herrschaft von Badenweiler kam 1147 als Mitgift für die Prinzessin Clementine von Zähringen an Heinrich den Löwen, einem Welfen-Fürsten.
    1157 Der Staufer Kaiser Friedrich I. Barbarossa zwang den Welfen-Fürsten Heinrich den Löwen, diese Gebiete 1157 gegen Besitzungen im Harz zu tauschen. Damit kam die ehemalige Zähringer Herrschaft Badenweiler in den Besitz der Staufer. Die Staufer hatten u. a. Besitzungen im benachbarten Elsass. Es war naheliegend, Verbindungen von diesem Gebiet ins Elsass zu schaffen.
    1268 Nachdem die Staufer ausgestorben waren, kam deren Besitz Badenweiler 1268 an die Grafen von Freiburg.
    1303 Die Grafen von Strassberg stammten aus der Nähe des heutigen Neuenburg in der Schweiz. Durch Erbschaft kamen sie 1303 in die Herrschaft Badenweiler von den Grafen von Freiburg. Sie heirateten in die Linie Heinrich Graf von Freiburg ein, der 1303 ohne männliche Nachkommen verstoben ist.

    Durch die Grafen von Strassberg kam der Sparren in das Wappen von Badenweiler und vieler Orte, welche unter dessen Herrschaft waren, auch in das des Markgräflerlandes.

    1363 Die Grafen von Strassberg starben 1363 aus und übergaben Badenweiler an die Grafen von Fürstenberg bei Donaueschingen. Diese hatten den Besitz bis 1385, danach kam Badenweiler wieder an die Grafen von Freiburg zurück.
    1385 Badenweiler kam 1385 in den Besitz von Konrad III. Graf von Freiburg.
    1404 - 1406 Wohnsitz der Herzogin Katharina von Burgund.


    1409 Die Burg Badenweiler wurde 1409 im Krieg des Grafen von Freiburg mit dem Fürstbischof von Basel erheblich beschädigt und danach wieder erneuert. Wegen der Enklaven des Bistums Basel Schliengen und Istein gerieten die beiden Herrschaften öfters miteinander darüber in einen Streit.
    1418 Durch die Schulden der Grafen von Freiburg wechselte der Besitz immer öfters, u. a. für kurze Zeit an die Habsburger. Diese gaben es 1418 nach dem Konstanzer Konzil wieder an den Grafen Konrad III. von Freiburg zurück.
    1444 Johann, der letzte der Grafen von Freiburg vermachte 1444 seine Herrschaft Badenweiler an die Söhne von Wilhelm, dem Markgrafen von Hachberg-Sausenberg.
    1503 Im Jahr 1503 kommt das Markgräflerland mit Badenweiler durch Vererbung an die Markgrafschaft Baden unter Christoph I. (Baden).
    1678 Während des Holländischen Krieges wurden 1678 die Burgen Rötteln, Sausenburg und Badenweiler durch die Armee des französischen Marschalls Crecque zerstört.

    06.04.1678 Wird die Burg Baden (-weiler) zerstört. Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut.

     Text/Foto: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Bahlingen - Hinweise zu Burgstellen

    Bahlingen - Hinweise zu Burgstellen

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Flurname "In der Burg"

    Bahlingen, zwischen Erlenmattestraße und Silberbrunnenstraße befindet sich der Flurname "In der Burg".
    Die Bezeichnung rührt vermutlich vom vormals hachbergischen Dinghof her, der dem Typus des Weiherhauses entsprach: "Hauß und hoff mit dem garten..., das man nennt die burg, ist vor zeitten ein graben darumb gangen."

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 14

     

    Burggraben bei der Kirche

    Der s und ö Fuß des steil abfallenden Kirchenhügels trägt den Namen "Burggraben". Der obere  bergseitige Abschluß als Burgstelle ist ungewiß, auch die Ausführung und Lage. Wahrscheinlich haben Veränderungen des Reliefs im Zusammenhang mit Friedhofserweiterungen die Reste einer Burg an der Stelle beseitigt.

    Als Standort einer mittelalterlichen Burg, wie es die örtliche Legende will, kommt der Bahlinger Kirchenhügel wohl kaum in Betracht.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 14

     

    Burgstelle "Bürglin"

    Die Burgstelle "Bürglin" befindet sich in der Nachbarschaft der Lößhalde unweit der "Burghalde" an der Endinger Straße. erhielt im 18 Jh. den Namen Eierkuchen: "3 mannshauet Reben heißt das Bürgli allenthalben auf die Straß stoßend... nach denen alten Berainen das Bürglin insgemain aber allhier der Eyerkuchen ganannt."

    Eine Burgstelle an diesem Ort, wahrscheinlich älter als der oben genannte hachbergische Dinghof, ist möglich.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 15

     


     

     

     

  • Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle

    Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle

    Burgstelle erkennbar, keine Ruinenreste

     

    Die Burgstelle befindet sich auf eienem kleinen Bergsporn ca. 80 m ssw des Rathauses und ca. 100 m sw der Kirche, oberhalb des heutigen Gemeindefriedhofes. Die Topographie der Burgstelle kann man im Gelände noch erkennen. Ruinenreste sind allerdings keine erhalten geblieben.
    Einst trug das Gewann den Namen "Bürglin". Auf heutigen Karten ist der Name nicht mehr zu finden.

    In Bereinen der Klosters St. Peter finden sich 1551 und 1663 die Bezeichnungen Bürglin und uff dem Bürgle.

    1048 erscheint der Name Bickensohl (Piccensole) erstmals in einer Urkunde Heinrich III. In einer auf das Jahr 1139 gefälschten Papsturkunde, werden 1180 dem Basler Bistum breisgauische Rechte und Besitzungen bestätigt.
    Die Kirche ging 1148 an das Kloster St. Ulrich. Der Streit um die Kirche in Bickensohl ging weiter. Erst im Jahre 1183 kam es zu einem Vergleich zwischen dem Basler Bischof und dem Kloster St. Ulrich unter Mitwirkung der jeweiligen Vögte, des Grafen Bertold von Nimburg, Burkhard von Üsenberg und Gottfried von Riehen.
    Im sogenannten Kaiserstühler Krieg stritten sich zu Beginn des 14. Jh. die Herren von Üsenberg mit den Herren von Falkenstein um die Herrschaft Bickensohl. Aus dem Gerichtsurteil von 1321 geht hervor, dass sich Burkhard von Üsenberg im Dorf und Bann Bickensohl, Rechte anmaßte, die ihm nicht zustanden.
    Die Ortsherrschaft von Bickensohl wurde mit dem Urteil den Herren von Falkenstein zugesprochen.
    Im Jahre 1407 verkaufte Kuno von Falkenstein das Dorf für 470 Gulden an den Ritter Hanmann Snewlin von Landeck und an Jakob von Weisweil.
    In der Folgezeit ging das Dorf in den Besitz der Herren von Staufen über. Wann dies allerdings geschah, ist unklar. Sicher ist nur, dass Trudbert von Staufen und seine Gemahlin Anna von Fürstenberg den Ort Bickensohl 1461 für 570 Gulden an den Markgrafen Karl I. von Baden verkaufte.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 17

     


     

  • Bleichheim - Burg Kürnberg (Kvrinberc)

    Bleichheim - Burg Kürnberg (Kvrinberc) - heute Kirnburg

    Kürn, der Mühlstein

     

    gut erhaltene Burgruine

    Verwandte Links:Civitas Kencingin | Bleichheim - Kastenbuck | Breisach - Burg Üsenberg | Fotos Burg Kürnberg| Veranstaltungsreihe 800 Jahre Kirnburg

    Exkusionen und Veranstaltungen zur Burgruine siehe hier: www.kirnburg.de oder www.burg-kuernberg.de

    Aktueller Bericht der Badischen-Zeitung zur Kirnburg: "BZ: Baubeginn war später als gedacht"

     

    casto nostro Kvrinberc in prima porta

    Der eigentliche Name der Kirnburg ist Burg Kvrinberc (Kürnberg), so wie sie in den alten Urkunden erwähnt wurde. Die Burg steht auf dem Berg Kürnhalde (heute Kirnhalde), einem von Süden nach Norden verlaufender, lang gezogener Bergrücken, der nach Westen sanft und nach Osten steil abfällt. Von diesem Berg ist der Name der Burg hergeleitet. Kürn oder Kürne, später Kirn, ist das alte Wort für Mühlstein.
    Eine 200 m mächtige Bundsandsteinschicht bildet den Hauptteil der Gesteine, darunter liegt der Gneis. Im Bleichtal gibt es viele Steinbrüche, in denen der sogenannte Bausandstein abgebaut wurde. Die Mühlsteine jedoch wurden in den Blockhalden produziert. Dort liegen große abgebrochene Bundsandsteinfelsen, die im Laufe der Jahrtausende aus ihren Schichten abgebrochen sind und an den darunter liegenden Halden liegen blieben.
    Das Bleichtal zählte einst zu den größten Mühlsteinproduktionsstätten des mittelalterlichen Breisgaus. Seit 2003 sind Georg Kirnberger, Axel Lott und Hans-Jürgen van Akkeren auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Steinhauer, die in den Seitentälern des Bleichtals an den Blockhalden Mühlsteine herstellten. Unübersehbar konnten wir an den Hängen von Kirnhalden, dem Holderhau und an anderen Plätzen zahlreiche zu Bruch gegangene Mühlsteine finden. Wann mit der Mühlsteinproduktion im Bleichtal begonnen wurde, können wir bis heute nicht sagen. Es fehlen hierzu Begleitfunde wie Werkzeuge oder Keramik, die das belegen könnten. Vermutlich wurden im Bleichtal zwei verschiedene Normen von Mühlsteinen hergestellt. Während unseren Exkursionen haben wir unter anderem, einen fertiggestellten Unterstein mit 120 cm Durchmesser und 60 cm Stärke und mehrere begonnene Obersteine mit 104 cm Durchmesser und 30 cm Stärke vorgefunden. Diese Findlinge sind während der Herstellung oder dem Abtransport zu Bruch gegangen.
    Das Bleichtal gehörte einst zum Herrschaftsgebiet der Herren von Üsenberg. Ihnen gehörten auch die Wasser- und Fischrechte der Bleiche, einem Bach, der von Osten nach Westen verlaufend, das Bleichtal durchfließt. Man nennt das Bleichtal auch das Tal der Mühlen. 15 Mühlen sollen einst dort gestanden haben. Eine dieser Mühlen ist heute noch im Betrieb. An die anderen Mühlen erinnern heute nur noch die einstigen Gebäude oder Flurnamen ihrer vergangenen Betriebe. Die ältesten Mühlen sind die heutige Waiblingsmühle und die Glöckle-Mühle (1422). Hugo von Üsenberg schuldete 1331 seinem edlen Knecht und Vogt johannsen der meiger von Kürnberg für zwei abgekaufte meiden (Schlachtrösser) eine Summe in Höhe von 24 Mark Silber. Anstatt des Geldes überträgt der Herr zur Burg Kürnberg und Stadt Kenzingen seinem Gefolgsmann für diese zwei besonderen Pferde den Roevelinshof auf der Schlosswiese unweit der Burg Kürnberg und eine Mühle (heutige Waiblingsmühle). Außerdem vermacht der Üsenberger seinem edlen Knecht zwei Häuser "in der vorderburg, sowie die öfnung zu Kürnberg und fischen in der Bleicha" . (Text H-J v. Akkeren, Quellen siehe unten)

    Siehe auch Civitas Kencingin.

    Mühlsteinfunde im Bleichtal:
    DSCF0082DSCF0090
    DSCF0096 DSCF0083
    Fotos H-J van Akkeren

     

    Samariterin am Brunnen freigestellt 1046x1080

    Reliefkachel mit der Darstellung der Samariterin am Brunnen. Die Datierung
    der Kachel in das frühe 16. Jahrhundert ist ein Beleg der Erbauung der
    Burg durch Wolf von Hürnheim. Foto Hans-Jürgen van Akkeren

  • Bleichheim - Kastenbuck

    Kastenbuck - Castri Chornberc

    Ein befestigter Kornspeicher (keine Burg!)

     

    Befestigter Kornspeicher mit Halsgräben erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste

    Verwandte Links: Bleichheim - Burg KürnbergCivitas Kencingin | Breisach - Burg Üsenberg | Fotos Burg Kürnberg

     

    Der Kastenbuck

    Der Kastenbuck liegt in Hanglage südlich der Einmündung des Kirnbachs in den Bleichbach. Das Areal ist von mächtigen Gräben umgeben. Der Kastenbuck ist in zwei, durch einen Wall geteilte Bereiche zu untergliedern. Im höher gelegenen Teil erhebt sich ein Hügel von ca. 8 m Höhe und einem Durchmesser von etwa 25 m, der stark gestört ist. Im tiefen liegenden Nordteil haben sich die Mauerreste eines 10 x 20 m messenden Gebäudes erhalten, die noch bis zu 1 m aufragen Die befestigte Anlage liegt unmittelbar an der Gabelung der Wege vom Bleichtal ins Freiamt und nach Schweighausen.

    Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieb Heinrich Schreiber die damals noch gut erhaltenen Reste als Burg und vermutete wegen des Namens an dieser Stelle ein römisches Kastell. Aufgrund des Namens und Baubestand handelt es sich aber nach heutigem Kenntnisstand um einen befestigten Kornspeicher.

    Ab 1200 erhalten die Üsenberger die Vogtei über die Güter des elsässischen Frauenklosters Andlau. 1203 wird Burkhard von Üsenberg als Besitzer des castri Chornberc erwähnt. 1317 wird in eine Grangia (Kornspeicher) des Klosters Andlau in Bleichheim genannt. Erster eindeutiger urkundlicher Hinweis auf die Anlage ist 1331 eine Güterübergabe von Hugo von Üsenberg an seinen Vogt Johannes dem meyer von Kurenberg. An die Schenkung erinnern heute noch die Namen der benachbarten Mayersmühle sowie das angrenzende Mayerswäldele.

    Der befestigte Kornspeicher Kastenbuck wurde im Jahr 1997 vom Herbolzheimer Stadtrat als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen. (Text: Dr. Bertram Jenisch LAD BW 2019)

     

     

     

    Kastenbuch 3D Modell
    Geländemodell des Kastenbuck (Wolfgang Schwörer 2000). Nach heutiger Kenntnis stand auf dem Hügel eher ein Wohnhaus statt eines Turms.

     

    Geländemodell Kastenbuck von Wolfgang Schwörer 2000

    Geländemodell des Kastenbuck (Wolfgang Schwörer 2000). Nach heutiger Kenntnis stand auf dem Hügel eher ein Wohnhaus statt eines Turms.

  • Bollschweil-St. Ulrich - Birchiburg

    Die Birchiburg bei Bollschweil-St. Ulrich

    Die Birchiburg und das mittelalterliche Bergbaurevier am Birkenberg

    Dr. Christel Bücker

     

    Burgstelle erkennbar Burgstelle erkennbar - Burgenkarte

     

    Das Zentrum des mittelalterlichen Bergbaureviers am Birkenberg zwischen Bollschweil und St. Ulrich wurde im Mittelalter von der Birchiburg beherrscht. Neben dem militärischen Schutz des Bergbaureviers und der Bergleute diente die Burg als Sitz der lokalen Bergherren. Das waren Mitglieder der einflussreichen und weit verzweigten Familie Snewlin, einer Patrizierfamilie aus Freiburg, die das Lehen mit dem Recht zum Bergbau auf Silbererze vom Straßburger Bischof bekommen hat. Die Birchiburg wird erstmals im Testament des Ritters Johannes Snewlin im Jahre 1347 erwähnt, aber schon 1291/92 ist urkundlich belegt, dass der Bergbau am Birkenberg in der Hand der Snewlins ist. Bereits 40 Jahr später im Jahre 1385 berichtet eine Urkunde von der völligen Zerstörung der Burg. Auf den Trümmern der Burg wurde um 1390 ein unbefestigter Wohnsitz errichtet. 1418 ist überliefert, dass Konrad Snewlin am Birkenberg wohnt.

    Der Standort der Birchiburg wurde erst nach einem Schneebruch im Winter 1886/87 vom Freiburger Stadtarchivar Adolf Poinsignon wieder entdeckt, als durch umgestürzte Bäume Mauerreste der Burg zum Vorschein kamen. Nach den Ausgrabungen von 1998 bis 2004 wurde der Bergbaulehrpfad am Birkenberg vom Freundeskreis Birchiburg e.V. eingerichtet. Im Jahre 2016 wurden die Mauerreste der Burganlage saniert, mitfinanziert durch die Gemeinden Bollschweil und Bad Krozingen sowie mit Fördermitteln des Naturparks Südschwarzwald.

     

    Die Ausgrabung der Burg

    Schon vor der Ausgrabung konnte man im Wald die Burggräben um die Birchiburg deutlich erkennen, als im Rahmen des Bergbauprojektes des Institutes für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Freiburg 1998 mit den Ausgrabungen im Burgareal begonnen wurde. Bereits bei dem ersten Grabungsschnitt an der höchsten Erhebung zeigte sich die erstaunlich gute Erhaltung der Mauern, wobei sich im Laufe der Grabungen zeigte, dass die Ringmauer noch bis zu 5 m hoch erhalten ist. Die Befestigungsanlage am Birkenberghang besteht aus einem in den Fels gehauenen Grabensystem mit rechteckigem Grundriss und hat eine Grundfläche von 42–52 m Breite und 70 m Länge (0,34 ha). Der Burggraben hatte streckenweise eine Breite von 10–15 m. 

    Die Auswertung der Ausgrabungen im Burgareal zeigen, dass insgesamt sechs Bauphasen zu unterscheiden sind. In der ersten Phase wurde um 1220 zunächst nur der Wohnturm von 6 x 6 m Grundfläche als Verwaltungszentrum des Bergbaureviers errichtet. Eine Außentreppe führte zu den Obergeschossen hinauf, die vermutlich in Fachwerktechnik ausgeführt waren. Hier befanden sich die eigentlichen Wohnräume. Etwa 50 Jahre später wurde an der Ostseite ein erster Erweiterungsbau angebaut. In der dritten Phase um 1280 entstand die Ringmauer mit 1,60 m Dicke und um 1310 der große Wohnbau westlich des Turmes mit etwa 7 x 10 m Grundfläche. Anfang des 14. Jahrhunderts baute man die mächtige Schildmauer mit bis zu 3,15 m Dicke an der südlichen Hangseite. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Burg teilweise zerstört und ist direkt im Anschluss wieder aufgebaut worden. 1377/78 ist überliefert, dass die gesamte Burg von den Freiburgern komplett zerstört wurde. Auf den Trümmern der Burg entstand um 1390 nur noch ein unbefestigter Wohnsitz.

     

    Zeittafel zu Burg und Bergbau am Birkenberg

    (Burgphasen und Zeitleiste zum Birkenberg nach Matthias Fröhlich 2013 mit Ergänzungen)

    868 Eine Urkunde verweist auf Rodungen entlang der Möhlin im Umfeld einer Klosterzelle (cella) bei St. Ulrich.
    1028 Kaiser Konrad II. verleiht dem Baseler Bischof Rechte an Silbergruben im Breisgau. Dies bezeugt den bereits existierenden Silberbergbau in der Region.
    1087 Unter Mithilfe der Nimburger Grafen erfolgt die Umsiedlung der Cluniazenser Mönchsgemeinschaft von Grüningen (heute eine Wüstung bei Oberrimsingen) in das obere Möhlintal nach Zell oder Wilmarszell (heute St. Ulrich).
    12. Jh. Unter dem Nimburger Grafen, der dem Kloster als Vogt vorstand, beginnt vermutlich der Silberbergbau am Birkenberg. Scherbenfunde aus den Bergbauhalden belegen am Ende des 12. Jahrhunderts bereits einen umfangreichen Untertagebergbau.
    Um 1220 Burg Phase 1: Errichtung des Wohnturms als Verwaltungszentrum des Bergbaureviers.
    Um 1250 Burg Phase 2: Anbau eines Erweiterungsbaus östlich des Wohnturmes.
    1266 Der Straßburger Bischof Heinrich IV. klagt gegen Konrad Snewlin (genannt der Junge) wegen der überfälligen Rückgabe eines nicht näher bezeichneten Pfandgutes.
    Um 1280 Burg Phase 3: Errichtung der Ringmauer.
    1291 Ersterwähnung des „mannlehen ze birchiberg“ in einem Ehevertrag des Konrad Snewlin.
    Um 1310 Burg Phase 4: Errichtung des großen Wohnbaus westlich des Turms.
    1317/18 Zwei Urkunden erwähnen Silbermühlen und Schmelzhütten entlang der Möhlin.
    1325/50 Burg Phase 5: Ausbau der hangseitigen Angriffsseite der Burg mit einer Schildmauer.
    Brandschutt belegt eine zuvorige Zerstörung der Burg durch Feuer. Dendrodaten von zwei Deckenbalken datieren den Wiederaufbau in die Jahre 1325/50.
    1347 Ersterwähnung der Burg im Testament des Ritters Johannes Snewlin (genannt der Gresser).
    1379 Der erste Urfehdebrief des Conrat von Urach stellt einen terminus ante quem für den Angriff auf die Burg dar.
    1385 Der zweite Urfehdebrief der beiden Brüder Konrad und Hermann Snewlin bietet einen terminus post quem für die Rückkehr Konrad Snewlins an den Birkenberg.
    Um 1390 Burg Phase 6: Errichtung eines unbefestigten Wohnsitzes in den Trümmern der Burg.
    1406 Eine Teilungsurkunde zum Bergbaurevier „núewe birchi-berg“ bezeugt erneut den Silberbergbau am Birkenberg.
    1418/19 Konrad Snewlin nennt sich in zwei Urkunden nun „von Birchiberg“ und betont in der Urkunde von 1418, dass er „seßhaft am Birchiberg“ sei.
    Nach 1418 Burg Phase 7: Zerfall der letzten Bebauung, sporadische Nutzung des Geländes.
    15. Jh. Ende des Bergbaus am Birkenberg.
    1803 Die Gemeinde Schlatt kauft den Wald am Birkenberg von Franz Xaver Snewlin Bernlapp, Freiherr von Bollschweil.
    1886/87 Bei einem Schneebruch im Winter werden die Überreste der Birchiburg von Adolf Poinsignon wiederentdeckt.
    1987–2004 Archäologische Untersuchungen im Bergbaurevier und der Burganlage am Birkenberg.
    2003 Gründung des „Freundeskreis Birchiburg e.V.“.
    2004 Eröffnung des Bergbau-Lehrpfades am Birkenberg.
    2016 Sanierung der Burgmauern am Birkenberg.

     

    Plan Birchiburg
    Gesamtplan der ausgegrabenen Befunde der Birchiburg (Grafik Michael Hoeper, nach Matthias Fröhlich 2013)

     

    Birchiburg Rekonstruktion

    Zeichnerische Rekonstruktion der Birchiburg (Grafik Michael Hoeper, nach Matthias Fröhlich 2013)

     

    Plan_Birkenberg

    Plan: Der historische Bergbaulehrpfad am Birkenberg: Topographische Geländeaufnahme der Bergbauspuren und der Birchiburg (Grafik Michael Hoeper, nach Goldenberg/Fröhlich 2013 sowie der Erzgänge nach W. Werner und H.J. Franzke)

    Bergbaupfad
    Auf dem Bergbaupfad abwärts Richtung Snewlinhütte und Staudamm (Foto Archäologie-Werkstatt)

    Birchiburg
    Die Ruine Birchiburg von der Aussichtsplattform aus gesehen (Foto: Archäologie-Werkstatt)

    Birchiburg Ausgrabungen
    Die Ringmauer der Birchiburg während der Ausgrabung im Jahre 2000 (Foto: Matthias Fröhlich)


    Stollenmundloch
    Es lohnt sich, mit Taschenlampe einen Blick in das Stollenmundloch zu werfen (Foto Archäologie-Werkstatt)


    Unter Tage
    Unter Tage: Man erkennt die Spuren des Erzabbaus mit Schlägel und Bergeisen (Foto Gert Goldenberg)


    Verhau
    Blick in den Verhau mit Radstube (Foto Archäologie-Werkstatt)

     

    Literatur:

    Gert Goldenberg, Matthias Fröhlich, Der Birkenberg bei Bollschweil – St. Ulrich. Ein Bergbaurevier aus dem Mittelalter. Hrsg. vom Freundeskreis Birchiburg e.V. Bollschweil 2013.

    Matthias Fröhlich, Burg und Bergbau im südlichen Schwarzwald – Die Ausgrabungen in der Burg am Birkenberg (Gde. Bollschweil-St. Ulrich). Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland Band 20, hrsg. von H.U. Nuber, K. Schmid, H. Steuer, Th. Zotz (Jan Thorbecke-Verlag Ostfildern 2013).

     

    Termine und Veranstaltungen:

    Förderverein Museum Bad Krozingen e. V.

    Sonderausstellung „Burg und Bergbau am Birkenberg bei Bollschweil - St. Ulrich“ im Stadtmuseum Bad Krozingen

     

    Mehr Infos auch unter: http://www.birchiburg.de/

     

    Mit freundlicher Unterstützung durch www.archaeologie-werkstatt.de

     


     

  • Breisach - Burg Üsenberg

    Breisach - Burg Üsenberg

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

    Verwandte Links: Bleichheim - Burg Kürenberc | Bleichheim - Kastenbuck | Fotos Burg Kürnberg| Civitas Kencingin

     


    Siegel Hesso von Üsenberg 1283

     

    Die Stadt Breisach führt in ihrem Wappen sechs Hügel, einer war der Üsenberg. Dieser ragte einst 20 bis 30 Meter aus dem Rhein und lag rund einen Kilometer nördlich des Breisacher Bergs. Durch Erosionen, Steinbruchbetrieb und der Rheinbegradigung durch Tulla im 19. Jh. ist der Üsenberg fast vollständig verschwunden.

  • Breisach - Stadtburg

    Stadtburg Breisach

    Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste

     


    Spätrömische Goldmünze Kaiser Valentinians I.


    197-220 Meter über dem Meer liegt die alte Stadt Breisach.
    Vorgeschichte:Die Römer erkannten die herausragende strategische Bedeutung des Breisachberges und errichteten  auf dessen Südseite ein Kastell. 369 n. Chr. besuchte Kaiser Valentinian I. die hier stationierten  Legionen und erließ ein Gesetz, in dem der mons brisiacus erstmals erwähnt wird. Das Kastell wurde  von den Alemannen um 400 n. Chr. erobert und teilweise zerstört. Der Name Breisachs geht zurück auf 'brisin-ac' und bedeutet 'Wasserbrecher', der Felsenberg in der  Rheinlandschaft, an dem sich das Wasser bricht. Breisach war zwischen Basel und Straßburg die einzige Hafenstadt.

    10 Jh. Seit dem 10. Jahrhundert entwickelte sich Breisach zu einem der bedeutendsten Orte am Oberrhein. Zu den Stadtherren zählten u. a. die deutschen Könige, die Bischöfe von Basel, die Staufer und Zähringer. Stadtmauern und -tore schützten die Stadt, die über Münz- und Marktrecht verfügte.  
    1198 begann Herzog Berthold V. von Zähringen mit dem Bau einer mächtigen Burg am Nordende des Breisachberges und des 42 Meter tiefen Radbrunnens in dessen Mitte.  
    1638 Im 30-jähringen Krieg gelang die Eroberung der habsburgischen, vorderösterreichischen Stadt nur mit einer List: Der protestantische Heerführer, Herzog Bernhard von Weimar, hungerte Bevölkerung und Besatzung monatelang und erfolgreich aus. Die verzweifelte Stadt mußte sich im Dezember ergeben und wurde für kurze Zeit eine sächsisch-weimarische Amtsstadt.  
    1639 Nach Bernhards Tod trat Frankreich sein Erbe an. Breisach wurde eine französische Stadt. Unter König Ludwig XIV. baute der französische Militärarchitekt Vauban Breisach zur stärksten Festung Frankreichs aus, zu einem 'Juwel' in der französischen Krone. Im Nordwesten entstand ein völlig neuer Stadtteil, die Breisacher Neustadt Saint-Louis, Sitz des von Ensisheim hierher verlegten elsässischen Parlaments und obersten Gerichtshofs.  
    1697 Nach dem Frieden von Rijswijck 1697         mußte die Neutsadt Breisach im Nordwesten jedoch wieder abgerissen werden.         Als Ersatz ließ Ludwig XIV. durch         Vauban das heute noch ursprünglich erhaltene Neuf-Brisach, einen wahrhaften         Festungsstern, erbauen.
    1700- 1703 Nur 3 Jahre erfreute sich Österreich wieder seines Besitzes Breisach, dananch geriet es bis 1714 nochmals unter französische Herrschaft.
    1741/43 Kaiserin Maria Theresia ließ die gewaltigen Festungsanlagen schleifen, die Militärbauten sprengen. Sie wollte damit den ewigen Zankapfel zwischen Frankreich und Deutschland beseitigen.  
    1793 Französische Revolutionstruppen zerstörten später durch ein 4-tägiges Brandbombardement im September die seit Jahrhunderten gewachsene Stadt. Breisach blieb bis ins frühe 19. Jahrhundert eine Ruinenstadt und erholte sich von diesem schweren Schlag nie mehr völlig.  
       



    Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Merian 1644                    
    Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Merian 1644         
    Festung Breisach 1638 - M. Merian
    Kartenausschnitt Festung Breisach 1638 von Merian

    Text/Video/Fotos/Scans: H-J van Akkeren
    Originalkarten mit freundlicher Genehmigung durch
    Dr. med. E. Bühler
    (Burg Sponeck Jechtingen)
    79235 Vogtsburg-Oberrotweil

     


     

  • Britzingen - Burg Neuenfels

    Burg Neuenfels (Britzingen)

    gut erhaltene Burgruine

     DSCF0824
    Aussicht von Neuenfels auf die Rheinebene

     

    Die Ruine liegt ca. 1,5 Km südöstlich von Britzingen, einem Ortsteil der Stadt Müllheim. Zwischen 1904 und 1994 wurde die Anlage mehrfach saniert, was die Analysen der baulichen Gliederungen  erheblich erschwert. Die bauliche Abfolge der Innenstruktur bleibt daher unklar.

    Höhenlage: 595 M

    Die Burg ist kastenförmig mit abgerundeten Ecken erbaut und hat eine Größe von ca. 30 mal 9 Metern. Diese kompakte Form, wie vergleichsweise bei der Burg Lichteneck (Hecklingen - Burg Lichteneck) und der Schneeburg (Ebringen), lassen daraus schließen, dass die Neuenfels um 1300 erbaut wurde. Die Verwendung der kleinen vermauerten Bruchsteine und des fehlenden Bergfrieds lassen ebenso auf die genannte Bauzeit schließen.

    Die erwähnte Erbauungszeit "vor 1250" auf der Beschilderung der Burg ist auf Grund der genannten Baustruktur, des fehlenden Bergfrieds und der archäologischen Befunde zu früh angesetzt.

    Die Herren von Neuenfels waren vermutlich Patrizier der Stadt Neuenburg a. Rhein, die sich bei Britzingen einen Landsitz schuf. Sie sind als Burgvögte von Badenweiler und Landvögte von Rötteln in Erscheinung getreten und hatten in Auggen, Neuenburg und Staufen verschiedene Ämter.

     

    1300 Vermutlich um 1300 durch die Herren von Neuenfels erbaut.

    1307 Erste Erwähnung der Burg und des Adelsgeschlechts von Neuenfels in einer königlichen Urkunde. Albrecht I. von Österreich verpfändete das Schultheißenamt der Stadt Neuenburg an viri strenui Johannes, Jacob, Rudiger et Bertholdus frates de Nuwenfels.

    1346 Die Herren von Neuenfels verkaufen ihre Burg an den Graf Imer von Straßberg und nahmen sie von ihm zu Lehen.
    1349 Berthold von Neuenfels tritt bei einem Rechtsakt als rector ecclesie in Briczzikon in Erscheinung.
    1366 Britzingen erwirbt von den Herren von Neuenfels Wald- und Dingrechte.

    1368 Die Neuenfelser stehen seit 1368 in Diensten der Grafen von Freiburg und sind Herren in Badenweiler. Als Zeugen der Grafen von Freiburg sind sie 1373, 1381, 1384, 1388 und 1390 zu belegen.

    1399 Hans Berthold von Neuenfels wird 1399 als Burgvogt zu Badenweiler erwähnt.

    1419

    Erhard von Neuenfels wird 1419 als Burgvogt genannt.

    1443 Heinrich von Neuenfels wird 1443 als Burgvogt genannt.

    1469 Hans Michael von Neuenfels wird 1469 sogar als Obervogt erwähnt, des schloß und der herschaft Badenwiler.

    1538 Christoph von Neuenfels verkauft den Wald um die Burg herum an Britzingen.

    17. Jh. Einer Chronik aus dem 17. Jh. ist zu entnehmen, dass der letzte Besitzer Christoph von Neuenfels im Jahre 1540 zusammen mit seiner Familie im Burghof ermordet aufgefunden wurde.

    1620 und 1635 Peter von Kaltenbach notierte in seinem Lagerbuch 1620 und 1635 den Verfall der Burg Neuenfels. Seit dem Mord...ist das Haus nicht mehr bewohnt worden, sondern ein Stück nach dem andern eingefallen, und abgegangen...

    DSCF0787   DSCF0795

    DSCF0797   DSCF0798

    DSCF0803   DSCF0831

    DSCF0841

    Fotos: Burgruine Neuenfels Mai 2014 Hans-Jürgen van Akkeren

     

     grundriss


    Grundriss der der Kernburg Neuenfels, genordet.

    1. Burggraben.
    2. Keilförmige Schildmauer, gefährdete Ostseite bis 4,5 Meter stark.
    3. Eingangstor.
    4. Gebäude im Westende des Hofes.
    5. Zwinger.

     

    {mosmap width='300'|height='300'|lat='47.818183'|lon='7.688372'| zoom='18'|mapType='Satellite'|text='Burg Neuenfels bei Britzingen'|tooltip='Burg Neuenfels'| marker='1'|align='center' }

    Text: Hans-Jürgen van Akkeren

    Quellen:

    • Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau II – Südlicher Teil Halbband A–K, Archäologie und Geschichte, Band 16, Alfons Zettler / Thomas Zotz
    • Oberrhein, 66 Burgen von Basel bis Karlsruhe. Dr. Heiko Wagner - Theiss Burgenführer 2003
    • Grundriss der Burg Neuenfels, Kunstdänkmäler Band 5, Seite 131

     


     

  • Buchenbach - Burg Wiesneck

    Buchenbach - Burg Wiesneck

    Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste

     

    Die Burg steht heute auf dem Gemeindegebiet Buchenbach, Ortsteil Wiesneck.
    Die Ruine liegt im Zartener Becken am Eingang des Höllentals, des Wagensteigtals und des Unteribentals. Die Burg lag strategisch günstig und bewachte die Straße, die über das Wagensteigtal auf den Thurner hinaufführte.

    Um die Burg hatte sich schon früh der Ort Wiesneck gebildet, der 1837 nach Buchenbach eingemeindet wurde.


    Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren © 2019

     

    1079 Die Burg wurde erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Grafen von Haigerloch.
    1096 Im Jahr 1096 benannte sich erstmals Graf Adalberg von Haigerloch nach der Burg als von Haigerloch-Wiesneck. So entwickelten sich die Burgherren zu Konkurrenten der vorherrschenden Zähringer.
    1118 gründete Bruno von Haigerloch-Wiesneck das Kloster St. Märgen.
    1121 wurde die Burg erstmals von den Zähringern zerstört, aber bald wieder von ihnen aufgebaut.
    1170 Die Familie der Grafen von Haigerloch-Wiesneck starb aus, womit die Burg und der Besitz an die Grafen von Hohenberg fielen.
    1293 Die Grafen von Hohenberg verkauften die Burg.
    1524/25 Im Bauernkrieg wurde die Burganlage von einem Haufen aufständischer Bauern unter Hans von Bulgenbach überrannt und zerstört, aber schon bald teilweise wiederaufgebaut.
    1577 Die Burg ging an die Freiherren von Sickingen-Hoheburg über.
    1646 Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den Franzosen zerstört. In der Folge diente die Burg als Steinbruch für die Umgebung.

     

    Grundriss Burg Wiesneck
    Grundriss der Burg Wiesneck. (aus: Zauberisches Dreisamtal, S. 125)

     


    Stahlstich von Lederle um 1877 Burg Wieseneck, vermutlich eine Rekonstruktion Lederes.

    Text: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Burkheim - Schloss Burkheim

    Burkheim_BB

     

    Burkheim - Schloss Burkheim

    gut erhaltene Burgruine

     

    rekonstruktion01 
    Stich nach einer Zeichnung von R. Höfle, um 1850/60

    Die Burg steht heute auf dem Stadtgebiet Burkheim und ist im Privatbesitz. Besichtigungen nur an bekanntgebenen Veranstaltungen möglich.

    Südwestlich der gleichnamigen Stadt, lag einst eine Burg nach westen an einem alten Rheinarm. Man kann heute noch die Umfassungsmauern erkennen. Der dreigeschossige, rechteckige Bau besass seit jeher im Innern, wie man heute noch erkennen kann, eine rechtwinklig geführte Treppe. Von einem offenbar gut ausgestatteten Rittersaal im Obergeschoss sind noch zwei reich dekorierte Kamine erhalten.

                                      

    773 genannt als ein Besitztum des Straßburger Bischofs Heddo, der es im gleichen Jahr an das Kloster Ettenheimermünster abgibt.
    778 Heibo schenkt es an das Kloster des hl. Nazarius in Lorsch an der Bergstrasse.
    972 Kaiser Otto I. schenkt es an den Königshof in Riegel, dadurch kommt es an das Benediktinerstift Einsiedeln in der Schweiz und deren Schirmvögte, wie Dietrich von Rimsingen (gest. um 1052), und
    1052 an die Schirmvögte der Herren von Üsenberg (Breisach - Burg Üsenberg).
    1256 als Schirmvögte die Markgrafen von Hachberg (Emmendingen - Hochburg).
    1330 Erwerb durch Herzog Otto I. von Österreich.
    1347 Kaiser Karl IV. ein böhmischer "Deutscher Kaiser" übernachtet am 26. Dezember hier. Er bemühte sich mit den Graumönchen, den Zisterziensern sehr um die Grauburgunderrebe in unserer Region, daher gilt das Schloß als die Wiege des Grauburgunders. Unter dem Haus Habsburg, also Vorderösterreich sind viele Pfandherren aus der Schweiz, dem Elsaß und dem Breisgau, darunter auch die Stadt Breisach.
    1471 Die neuen Pfandherren waren die Grafen von Tübingen-Lichteneck (Hecklingen - Burg Lichteneck).
    1548 Der neue Pfandherr Christoph von Sternsee.
    1560 Lazarus von Schwendi,, geb. 1522 in Mittelbiberach in Schwaben; als Feldobrist und kaiserlicher Berater, diente er dem Kaiser Karl V, Philipp II, Maximilian II und Rudolf II. Für seine Verdienste in den Feldzügen in Ungarn gegen die Türken erhielt er die Herrschaft Burkheim am Kaiserstuhl, Trieberg im Schwarzwald, Kirchhofen im Breisgau und als Freiherr zu Hohenlandsberg die Orte Kienzheim, Kaysersberg und zehn Dörfer im Elsaß. Aus Tokay brachte er Ruländerreben mit, siehe den Rathausbrunnen in Colmar.
    1572 Renovierung des Schlosses "nach dasiger neuer Modi" im Renaissancestil.
    1672 oder 1676 "vom französischen Marchall de Luxembourg aus Ordre des Königs Ludovoco XIV. verbrennet worden", nach der einen Chronik
    1674 wurde nach einer anderen Chronik durch General Vaubrun, mit Oberst La Broche und starken französischen Heeren, Schloß Burkheim, Burg Lichteneck, Kirchhofen, Neuenburg, und viele andere Orte zerstört.
    1780 bis 1781 hat Ägid Karl von Fahnenberg das Burkheimer Schlossgelände zu einem Weinberg umlegen lassen, nachdem die Pläne zum Wiederaufbau gescheitert waren.
    1901 kauften Leopold Bastian und sein Sohn Franz Josef, Weingutsbesitzer aus Endingen die historische Schlossruine mit der Rebanlage im Schloßhof von den Fahnenbergs in Freiburg.
    1938 Dr. Heinrich Alfons Maria Mackenstein, Geschäftsführer der Hauptvereinigung des deutschen Weinbauwirtschaftsverbandes in Berlin und dessen Ehefrau Amelie Elisabetha, geb. Bastian, erben den Besitz.
    1981 die Urenkel von Leopold Bastian, Franz Josef Neymeyer, Bernhard Neymeyer und Margarete Schätzle, erben das Schloßgut von ihrer Tante Amelie Mackenstein.
    1991 die kleinste Einzellage Deutschlands, der "Burkheimer Schloßberg", mit seinen im Schloßhof angepflanzten Grau-Burgunder-Reben, wird bewirtschaftet und vermarktet durch das Weingut L. Bastian, Königschaffhauserstr. 8, Endingen am Kaiserstuhl.
       

     

    Rathaus_Burkheim_1604
    Rathaus der Stadt Burkheim 1604
    Stadtmauer_Burkheim
    Teil der nördlichen Stadtmauer
    schloss_burkheim800x600
    Schloss Burkheim, Nordseite
    Schloss_Burkheim_Nordwestseite
    Schloss Burkheim
    Schloss_Burkheim_Westseite
    Schloss Burkheim, Westseite
    Schloss_Burkheim_Suedwestseite_Schildmauer
    Schloss Burkheim, Südseite

    Text/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren




     

  • Emmendingen - Hochburg

    Emmendingen - Hochburg,  Burg Hachberg

    gut erhaltene Burgruine

     


    Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
    Link: http://youtu.be/vMRLhW2dZ5U


    Lage

    343,6 Meter über dem Meer.

    Die Burg steht heute auf dem Stadtgebiet Emmendingen, Gemarkung Windenreute und ist im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Die Hochburg liegt ca. 4,5 km östlich von der Kreisstadt Emmendingen auf einer Felsenerhebung des Hornwaldes. Nach der Burg Rötteln bei Lörrach, ist sie die größte Burgruine des badischen Oberlandes.
    Der heutige gewaltige Burgkomplex stammt hauptsächlich aus den Bauten des 13. bis 17 Jh., größtenteils aus der letzten Periode.

     

    Plötzlich über vier Mal so groß!

    Artikel "Burg und Festung Hochburg" von Bertram Jenisch S.53 im Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege 1/2017

    Neu entdeckte Festungswerke um die Hochburg bei Emmendingen
    Bei der Erfassung archäologischer Bodendenkmale haben neue Prospektions- methoden wie der Airborne-Laserscan neue Möglichkeiten eröffnet. Gelände- formationen im Wald können damit ergänzend zu der bereits seit Langem sys- tematisch betriebenen Luftbildarchäologie erkannt werden. Das Potenzial, das in der Anwendung dieser Methode liegt, lässt sich anhand der barocken Festungsanlage Hochburg bei Emmendingen veranschaulichen.

    hochburg-emmendingen.LAD.BW

    Emmendingen, Hochburg.
    Airborn-Laserscan ergänzt mit der entzerrten
    Lage der historisch überlagerten Festungswerke.
    1 Hochburg; 2 Festungswerk Hornwald;
    3 Hornwerk am nördlichen Zugang; 4 Meierhof.

    Dr. Bertram Jenisch

    Gesamter Inhalt des Aufsatzes: http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/download/36513/30172

     

  • Endingen - Koliburg

    Stadt Endingen und die Koliburg

    Burgstelle erkennbar, keine Ruinenreste

     

    359,1 Meter über dem Meer.
    Der Standort der Burg befindet sich auf dem Koliberg ca. 2,35 km südlich von Endingen, Gemarkung Endingen.
    Leider konnte ich bis heute noch keine verlässlichen Angaben über die Koliburg finden.
    Überreste der Burg sind heute kaum noch welche zu erkennen. Die Koliburg wird in manchen Karten vermeintlich als Üsenburg bezeichnet.


    Rathaus Endingen

     

     

    500- 700 Nach dem Rückzug der Römer wird der Breisgau allmählich von den Alamannen besetzt. Frühalamannische Funde liegen nicht vor. Erst zwei Reihengräberfelder aus der Merowingerzeit (500 - 700) weisen auf eine dichte Besiedlung der Endinger Gemarkung.

    880- 969 Klöster, insbesondere Andlau im Elsaß und Einsiedeln in der Schweiz, verfügen über große Besitzungen und Rechte in Endingen.

    1275 Im Streit um das Zähringer Erbe geriet Graf Egen von Freiburg in Opposition zum neuen König Rudolf von Habsburg. In diesem Streit um die Burg Zähringen (Reichsgut) hatte der Üsenberger sich vermutlich an der Belagerung der Stadt Freiburg beteiligt.

    1278 Zwischen 1276 und 1281 hielt sich König Rudolf in Österreich auf. Graf Egen von Freiburg blieb betreffs der Burg Zähringen bei seiner Haltung gegen den König und zerstörte wärend der Abwesenheit Rudolfs, wegen der vorausgegangenen Königlich-Üsenbergischen Strafexpedition gegen Freiburg, die Burg Zähringen, die Koliburg und einen namenlosen Turm bei Breisach (Item destructum fuit Zeringen noviter edificatum, et turris probe Brisacum, et Coliberc). Bei diesem Turm könnte es sich um die Überreste der baufälligen Burg Üsenberg gehandelt haben.

    1286 Die Herren von Üsenberg erteilen Endingen das Stadtrecht. Noch heute führt Endingen den Flügel der Üsenberger im Stadtwappen.
    1319 Endingen ist nun vollständig von Mauern umschlossen.
    1321 Die Herren von Üsenberg zerstören mit Hilfe der Endinger Bürger die Koliburg oberhalb der Stadt. Von der Koliburg übte das Geschlecht der Herren von Endingen bis dahin das Vogt- und Schultheißenamt aus.
       
      Stammbaum der Üsenberger
       
    1370 Johann von Üsenberg, Landrichter des Grafen von Freiburg, entwarf eine Bergordnung (Bergbau), die als "Bericht und Ordnung an den Bergvogt" geschickt wurde. Johann entstammte einem ausgesprochen "bergbaukundigen" Geschlecht. Die Üsenberger hatten lange Zeit die Berghoheit im Sulzberger Tal inne (1157-1355)

    Günther Schulz, "Sozialer Aufstieg - Funktionseliten im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit" Seite 392 - Jahr 2002.
    1379 Der letzte männliche von Üsenberg stirbt. Endingen kommt zu Österreich. Die zweite Hälfte des Endinger Stadtwappens zeigt noch heute das Wappen Österreichs. Die Stadt ist darauf bedacht, ihre alten Rechte auch unter der neuen Herrschaft zu wahren. Dies wird durch die Stadtrechtsbestätigungen von Herzog Albrecht aus dem Jahr 1387 bis zu der umfassenden Urkunde anno 1744 von Kaiserin Maria Theresia dokumentiert.

    1415- 1427 Endingen wird unter Kaiser Sigismund zur freien Reichsstadt, mit mehr landesherrlichen als nutzbringenden Auswirkungen.

    1499 Zu dem 1318 nachgewiesenen Kornmarkt verleiht Kaiser Maximilian das zweite Marktrecht als Belohnung für Tapferkeit im Schweizerkrieg.

    1805/06 Endingen wird in das Großherzogtum Baden eingegliedert.

     

    Exkursion zur Koliburg

    Fotos von Hans-Jürgen van Akkeren 10.04.2009

    Koliburg_Exkursion_01 Koliburg_Exkursion_02

    Koliburg_Exkursion_03 Koliburg_Exkursion_04

    Koliburg_Exkursion_05 Koliburg_Exkursion_06

     




  • Entstehung der Burgen

    Entstehung der Burgen in Deutschland

    Herr zu Üsenberg_1

    Burgus -> Burg

    Woher kommt das Wort Burg?

    Das Wort Burg wird vom latainischen Wort Burgus abgeleitet. Die Römer bauten am Limes Grenztürme, die von einem Wall und Graben umgeben waren. Das Wort Burgus haben sich die Römer damals aus der germanischen Sprache entliehen. Die Germanen pflegten zu dieser Zeit die kleinen Kastelle der Römer als Burgus zu bezeichnen.

    In keinem Teil Europas gibt es so viel Burgen wie im deutschen Sprachgebiet. Das Land Baden-Württemberg ist besonders reich.

    Die Burgen unseres Landes, die in ihren Ursprüngen oft weit in eine urkundenlose Zeit hinaufreichen, entstanden in der für das Mittelalter bezeichnenden Form jedoch erst vom 11. Jahrhundert ab in zunehmenden Maße.

  • Fotos Burg Kürnberg

    Fotos der Burg Kürnberg

    Verwandte Links: Bleichheim - Burg Kürenberc | Bleichheim - Kastenbuck | Breisach - Burg Üsenberg | Civitas Kencingin

     

    Kuernburg_Bergfried_und_Schildmauer Kuernburg_Kammergraben_Muehlstein

    Kuernburg_oberes_Tor Kuernburg_oberes_Tor_2

    Kuernburg_Palas Kuernburg_Schildmauer_vor_Bergfried

    Kuernburg_Sicht_nach_Westen_Vogesen Kuernburg_so-Ansicht

    Kuernburg_sw-Ansicht Kuernburg_w-Ansicht

    Kuernburg_Westseite_Aufgang                         Kuernburg_figur

    Kuernburg_WestPlatz_vor_Palas Kuernburg_Alice

    Fotos: 21.02.2010 Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Freiamt - Keppenburg

    Freiamt-Keppenbach - Keppenburg

    gut erhaltene Burgruine

     


    Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
    Link: http://youtu.be/MqHYtCETMHA



    455 Meter über dem Meer liegt
    die Burg Keppenbach auf der Gemarkung Reichenbach, ein Ortsteil von Freiamt.

    Vorgeschichte:
    Die Besiedelung der Landschaft in Freiamt hat wohl im 11./12. Jahrhundert während der großen Rodungsepoche des Schwarzwaldes stattgefunden. Schon damals wussten die Menschen das sich zwischen den Gesteinen im Bundsandstein im Brettenbachtal Silbererzadern befinden könnten. So nahmen sich die Zähringer Herzöge günstiges Gelände und verdrängten dort sicher den mit der Rodung beschäftigten kleineren Adel. Zum Ritter von Keppenbach ernannten die Zähringer einen tüchtigen Untertanen und befahlen ihm, zum Schutze der Silbererzgruben eine Burg zu bauen. Diese erreicht zuletzt eine Länge von 200 Meter und eine Breite von35 Meter. Die Ausbeute an Silber war jedoch geringer als erhofft. Spätestens um 1800 wurde der Bergbau aufgegeben.

    1161 Erste urkundliche Erwähnung über die Ritter von Keppenbach. Hartmut von Keppenbach wird in einer Kaufurkunde von Tennebach als Zeuge aufgeführt. Da das alter der Burg nicht bekannt ist, lässt sich daraus schließen, daß zu dieser Zeit bereits die Burg Keppenbach existiert hat.
    1234 1234 und 1255 wird ein Dietrich, genannt Wilhelm, erwähnt, der bis 1267 lebte und dessen Gemahlin Bertha von Alzenach war. Sie zeigten sich beide als große Wohltäter des Klosters Tennenbach und anderen Klöstern. So schenkte Dietrich laut Urkunde vom 3. März 1255 seinen Hof in Hausen dem Kloster Günterstal und Bertha nach dem Tod ihres Gatten ihren Hof zu Hofstetten dem Johanniterhaus zu Freiburg laut Urkunde vom 9. Dezember 1267. Besonders aber vermachte sie dem Kloster Tennenbach eine Anzahl ihre Güter und Einkünfte in Keppenbach, auch einen Hof in Emmendingen.
    1255 Im Jahre 1255 wird Grossmann von Keppenbach und die beiden Brüder Ellinde und Volmar erwähnt.
    Die beiden Brüder bekamen Streit mit dem Markgrafen, welcher Ansprüche auf das Keppenbacher Gut machte.
    1276 Im Jahre 1276 gerieten vier Brüder von Keppenbach, dessen Namen nicht bekannt sind, mit dem Kloster Tennenbach wegen Weide und Wasser in Steit. König Rudolf von Habsburg, an den sich das Kloster wandte, erließ von Hagenau aus ein Schreiben an Markgraf Heinrich von Hachberg, und forderte ihn auf als Schiedsrichter den Streit beizulegen. Als dieser ablehnte, beauftragte der damit den Schultheißen aus Breisach Ritter Hildebrandt Spenli, der denn auch die Schlichtung vollzog laut Urkunde vom 9. Januar 1276.
    1294 Im Jahre 1294 verkauft Wilhelm von Keppenbach aus Geldmangel Güter an das Kloster Tennebach.
    1303
    Dieser Wilhelm von Keppenbach war ein Schwiegersohn des Ritter Johann von Weisweil den Alten und hatte in Gemeinschaft mit ihm eine Fehde mit dem Ritter Burkhard und seinen Söhnen Rudolf und Johann und der Stadt Freiburg, die aber laut Urkunde vom 16. Februar 1303 gütlich beigelegt wurde. Siegel von Wilhelm von Keppenbach 1303
    Wappensiegel von Wilhelm von Keppenbach von 1303

    1310 Im Jahre 1320 bewilligte dieser Wilhelm von Keppenbach seinem Lehensherrn Graf Egon von Freiburg den Wiederverkauf von 75 Mark Silber Kapital und 15 Pfund Zinz von den Silberbergwerken.
    1312 Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1312 erhält Wilhelm und sein Vetter Johann von Keppenbach von Graf Egon und Konrad von Freiburg die Burg aufs neue verliehen.
    1334 Die Witwe Sophia des Johannes von Keppenbach vermachte dem Kloster Wonnental 10 Mut Roggen von ihrem Hof in Tutschfelden.
    1346 Die Ritter von Keppenbach gerieten erneut mit dem Kloster Tennenbach wegen Weide und Gefälle in Streitigkeiten, worauf zwischen dem Abt des Klosters und den Rittern ein Vergleich geschlossen wurde, 1356 aber von dem Schultheißen Hanemann Snewelin verurteilt wurden.
    1368 Urich von Keppenbach wurde in einem Krieg mit Freiburg verwickelt und schloß 1368 ein Sühne.
    1380 Die Witwe von Ulrich schenkte 1380 all ihr Gut und Recht an der Burg dem Kloster Tennenbach.

    Im laufe der Zeit wurde der Platz auf der Burg Keppenbach zu klein, so daß verschiedene des Keppenbacher Geschlechts abwanderten.

    - Ein Johannes Junior und Johann Walther von Keppenbach siedelten nach Freiburg und wurden dort Bürger. Sie gelangten dort zu Wohlstand und Ansehen.
    - Auch in Kenzingen finden wir im 14. Jahrhundert zwei Keppenbacher, Johann und Kuonze.
    - Eine Bertha von Keppenbach wurde Abtissin des Klosters Wonnental bei Kenzingen, sie starb 1365
    - Walther und Dietrich von Keppenbach gingen nach Ettenheim und erwarben das Dorf Tutschfelden.
    - Ein Dietrich von Keppenbach trat in Freiburg in das Kloster des Johanniter-Ordens ein und wurde 1356 Comtur.  

    1379 Wolfram von Keppenbach (Neffe des Urlich) und Walther sind erneut mit dem Markgrafen in Streitigkeiten wegen der freien Leute und Darkomenleute verfallen, die in einem Vertag von 1379 beendigt werden.
    In dieser Zeit sank allmählig die Burg zu einer Raubritterburg herab.
    Im Jahre 1379 fürchteten die Freiburger Bürger den schädlichen Einfluß der Raubritter und beschlossen dem Unwesen ein Ende zu bereiten. So wurde die Bichiburg bei Bollschweil erobert, wobei sie auch einen Keppenbacher gefangen nahmen. Danach wurde 1390 die Raubritterburg Falkenstein im Höllental zerstört.
    1389 Die beiden Keppenbacher Ritter Hans Hummel und Hanemann fanden wie viele andere Adlige aus dem Breisgau in der Schlacht bei Sempach (CH) 1386 ihren Tod.
    1396 Auf Befehl des Herzogs Leopold von Österreich wurde die Burg Keppenbach belagert und geschleift (zerstört), um dem Raubrittertum ein Ende zu setzten. Die Burg Keppenbach wurde mit all ihren Gütern zu österreichischem Lehen, das nun von den Erzherzögen verliehen wurde und die Ritter von Keppenbach waren von jetzt an österreichische Vasallen.
    1399 Zum ersten mal wurde die Burg von Österreich verliehen. Herzog Leopold von Österreich gibt den Keppenbachern Hans, Hartmann und Bernhard die Burg zu Lehen. Wie im Lehensbrief erwähnt, liegt das Schloß noch in Trümmern.
    1404 Jößli Tegeli von Keppenbach vermachte seinen Schwestern Anna und Gertrud, Klosterfrauen in Günterstal, eine lebenslängliche "Gült" von 12½ fl. von Ober- und Nieder-Emmendingen.
    1406 Walther und Engelhard von Keppenbach erhalten von Markgraf Hesso von Hachberg den Hof in Riegel zu Lehen.
    1408 Die Keppenbacher gelangten wieder zu Gnaden und im Jahre 1408 gab Herzog Friedrich dem Hans Dietrich von Keppenbach und Andreas von Stühlingen die Erlaubnis, die Zerstörte Burg wieder aufzubauen.
    1417 Auch das Wohlwollen der Markgrafen wussten die Keppenbacher wieder zu erwerben, denn 1417 empfing Hartmann von Keppenbach von Markgraf Bernhard "zu einem rechten Mannlehen von der Herrschaft Hochburg und Höhingen die freien Rechte zu Bretheim, Richenbach, Mußbach, Pechofen und Lützenwald".
    1436 Im jahre 1436 beschwerten sich Walther, Dietrich, Friedrich und Humel von Keppenbach (Brüder) und Andreas und Bernhard von Stühlingen, daß die Markgräfin in Ihrem Gebiet hat jagen lassen, obwohl ihnen Wildbänne und andere Rechte von Österreich zu Lehen gegeben wurden.
    1482 Dietrich von Keppenbach verkaufte 1482 sein Dorf Tutschfelden an den Markgrafen Christoph I.
    1503 Veronika von Keppenbach, Tochter von Hesso der 1497 erwähnt wird, vermachte dem Kloster Tennebach laut vorhandenem Testament 6 Viertel ½ Gester Hafer, die sie aus Reichenbach hatte.
    1525 Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg Keppenbach restlos Zerstört und liegt seit dem in Trümmern.
    So endeten die Keppenbacher Ritter völlig verarmt, ohne Wohnsitz und Macht.
       
         

    Schießscharten zum Halsgraben

    Langhaus an der Schildmauer

    Inneres Tor, Aufgang zum Burghof
         
    Grundriss
    Grundriss
    Keppenbacher Relief
    In der Burgruine Keppenbach fanden Waldarbeiter im Jahre 1886 eine Sandsteinreliefplatte aus der Zeit um 1200. Die Darstellung von Figuren unter einem Baum sind noch ungedeutet. Die Ornamente - typisch für die staufische Zeit - dürften auch von byzantinischen Buchillustrationen angeregt worden sein. Heute befindet sich die Reliefplatte im Badischen Landesmuseum Karlsruhe.

    Keller des Palas mit Treppenaufgang

     

    Textquellen:
    Ortsgeschichte Freiamt von Hans Martin Cordier, Pfarrer i.R.
    und "Ortsgeschichte von Freiamt" Ernst Walther 1903

    Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

  • Freiburg - Schlossberg

    Freiburg - Schlossberg (eine Zähringer Burg)

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Freiburg, eine Zähringer Stadt.


    Freiburg mitte des 14. Jh.
    Modell im Freiburger Stadtmuseum

    1091 Das Geschlecht der Zähringer erbaute auf dem Schloßberg eine Burg.
    1120 Als auf dem Schloßberg die Burg erbaut wurde, erhoben Konrad und Herzog Bertold III die kleineren Ansiedlungen im Bereich der heutigen südlichen Altstadt und Oberlindens durch die Siegelung der Marktgründungsurkunde zur Stadt.
    1200 Bertold V beauftragt den Bau einer großen Pfarrkirche, des heutigen Münsters. Später übernahmen die Bürger der Stadt die finanzielle Verantwortung für den Bau, der bereits 1513 als einer der wenigen fast ganz im gotischen Stil vollendet wurde.
    1218 Nach dem Tod des letzten Zähringerherzogs, Bertold V, folgte sein Neffe, Egino, aus dem Geschlecht der Grafen von Urach nach, die sich fortan Grafen von Freiburg nannten.
    1272 Graf Konrad I. von Freiburg stirbt. Die Grafschaft erben seine beiden Söhne, die sich die Herrschaft unter einander aufteilen. Dies ist der Beginn des Wirtschaftlichen untergangs der Herrschaft.
    1368 Da sich das Wirken der Grafen von Freiburg vor allem durch Kriege mit anderen Herrschern und Zwistigkeiten mit der Stadtbevölkerung auszeichnete, kauften sich die reichen Bürger für 15.000 Mark Silber von ihnen los und stellten sich unter die Herrschaft der Habsburger.
    1415- 1427 Freiburg war Reichsstadt.
    1457 Die Stadt Freiburg erhielt von Erzherzog Albrecht die Universität.
    17 Jh. Im Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt zahlreiche Belagerungen überstehen, die ihre Bevölkerung auf 2.000 Menschen dezimierte und alle Vorstädte weitgehend zerstörte.
    1677 Die Einnahme Freiburgs durch die Französischen Truppen war der Höhepunkt der größten Zerstörung und Veränderung ihrer bisherigen Geschichte. Auf Geheiß Ludwig XIV vollendete der Festungsbaumeister Vauban die von den Österreichern begonnen Baumaßnahmen, ließ die Stadtmauern schleifen und baute um die Altstadt eine Festung mit acht Bastionen. Auf dem Schloßberg ließ er an der Stelle des alten Schlosses drei übereinanderliegende Forts errichten.
    1697 Freiburg wechselte nach 1697 mehrfach zwischen Frankreich und Österreich hin und her, bis es 1745 wieder unter österreichische Herrschaft kam. Bei ihrem Abzug schleiften die Franzosen sämtliche Festungsanlagen.
    1805/06 Napoleon gliederte Freiburg in das neu geschaffene Großherzogtum Baden ein, das 1813/14 mit in die Befreiungskriege hineingezogen wurde.
       
       

     

    Vorstadt Freiburg-Neuburg um 1350 Closnergasse - van Akkeren Freiburg Merian 1644

    Während der archäologischen Ausgrabung im Jahre 2016 wurde die im 13. Jahrhundert planmäßig angelegte Bebauung dokumentiert. Zusammen mit punktuellen früheren Beobachtungen kann nun ein Teil des ehemaligen Stadtplans der Neuburg rekonstruiert werden. Diese Straße konnte als Closnergasse identifiziert werden.

    Im Kupferstich aus der Topographia Alsatiae von Matthaeus Merian aus dem Jahre 1644 ist links im Bild (roter Kreis) der Bereich der archäologischen Ausgrabung markiert. Die 3D-Rekonstruktion von Hans-Jürgen van Akkeren zeigt, wie die Bebauung in diesem Areal in der Zeit um 1350 ausgesehen haben könnte.

    Link zum Presseartikel: Ausgrabungen in Freiburg-Neuburg: Mittelalterlicher Stadtplan kann aktualisiert werden - Closnergasse entdeckt

    Textquellen:
    "Die Zähringer und Ihre Tradition"
    herausgegeben vom Archiv der Stadt Freiburg i.Br.
    und der Landesgeschichtlichen Abteilung des Historischen
    Seminars der Albert-Ludwigs-Universität.

    Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren

     


     

Burgen-Karte

 

Partner

 
 

 

https://www.foerderkreis-archaeologie.de